Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen bringt eigene KI-Lösung in die Praxis

FinAssist.NRW startet Praxistest im Ministerium und in drei Finanzämtern – sichere Verarbeitung sensibler Daten bleibt vollständig in staatlicher Hand / Minister Dr. Optendrenk: Wir verbinden Technologieoffenheit mit Verantwortung

27. Juli 2026
auf einem hellen Schreibtisch liegen ein Notizbuch mit einem Stift links und recht ein aufgeklappter Laptop, auf dem verschwommen ein dunkler Bildschirm mit Zahlen zu erkennen ist. Im Hintergrund scheint durch das Fenster die Sonne und eine Spiegelung der Sonne verdeckt den restlichen Hintergrund.

Nordrhein-Westfalen treibt die digitale Transformation seiner Finanzverwaltung weiter voran. Mit FinAssist.NRW startet die Finanzverwaltung den Praxistest ihrer eigenen KI-Lösung, die im eigenen Rechenzentrum entwickelt und gehostet wird. Seit Juni 2026 testen die Finanzämter Solingen, Oberhausen-Nord und Gütersloh den Chatbot als ersten Ausbauschritt der neuen Plattform unter realen Bedingungen.

Finanzen

Nordrhein-Westfalen treibt die digitale Transformation seiner Finanzverwaltung weiter voran. Mit FinAssist.NRW startet die Finanzverwaltung den Praxistest ihrer eigenen KI-Lösung, die im eigenen Rechenzentrum entwickelt und gehostet wird. Seit Juni 2026 testen die Finanzämter Solingen, Oberhausen-Nord und Gütersloh den Chatbot als ersten Ausbauschritt der neuen Plattform unter realen Bedingungen. In dieser Woche startet der Testlauf auch im Ministerium der Finanzen. Die gewonnenen Erfahrungen fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung und die schrittweise Ausweitung des Praxistests ein.

Mit FinAssist.NRW setzt Nordrhein-Westfalen bewusst auf digitale Souveränität. Statt ausschließlich auf externe KI-Angebote mit begrenzter Kontrolle über Daten und Verarbeitungsprozesse zu setzen, entwickelt die Finanzverwaltung eine eigene Lösung für die besonderen Anforderungen der Finanzverwaltung. Hierbei liegt ein besonderer Fokus auf der Verwendung von frei verfügbarer Software und offenen Standards. Diese werden von den IT-Spezialisten des Rechenzentrums gezielt auf die Bedürfnisse der Finanzverwaltung angepasst, um ein modulares und souveränes System zu schaffen. Ziel ist es, die Chancen der Künstlichen Intelligenz konsequent zu nutzen und zugleich höchste Anforderungen an Datenschutz, Datensicherheit und staatliche Handlungsfähigkeit zu erfüllen.

Minister der Finanzen Dr. Marcus Optendrenk erklärt: „Künstliche Intelligenz bietet große Chancen für die moderne öffentliche Verwaltung. Aber die Tools müssen sowohl sicher als auch praxistauglich sein. Deshalb setzen wir in der Finanzverwaltung auf eine Multi-Vendor-Strategie und Technologieoffenheit. So konnten unsere mehr als 30.000 Beschäftigten bereits frühzeitig KI im Arbeitsalltag für unkritische Anwendungsfälle nutzen und ihre Kompetenzen im Prompting erweitern. Für die Verarbeitung von sensiblen Daten entwickeln wir passgenaue Werkzeuge selbst. Wichtig ist, dass der Mensch die Verantwortung trägt – die KI assistiert nur bei Routineaufgaben. So verbinden wir Technologieoffenheit mit Verantwortung und bringen Innovation schnell in die Praxis.“

FinAssist.NRW unterstützt Beschäftigte künftig bei einer Vielzahl von Aufgaben im Arbeitsalltag. Die Anwendung kann interne Dokumente analysieren und zusammenfassen, Entwürfe für Texte erstellen, E-Mail-Verläufe strukturieren sowie Aufgabenlisten ableiten. Darüber hinaus verfügt die KI-Lösung über Funktionen zur Transkription gesprochener Sprache und zur automatisierten Texterkennung aus Dokumenten und handschriftlichen Notizen.

Ein entscheidender Vorteil der Lösung liegt in ihrer technischen Architektur. FinAssist.NRW wird vollständig auf den Servern des eigenen Rechenzentrums der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen betrieben. Dadurch können auch personenbezogene Daten, interne Informationen und Steuerdaten datenschutzkonform verarbeitet werden. Die Daten verlassen den geschützten Bereich der Finanzverwaltung nicht. Eine Nutzung für das Training von KI-Modellen erfolgt nicht. Die Finanzverwaltung behält jederzeit die volle Datensouveränität.

„Gerade beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz durch staatliche Organe kommt es auf Vertrauen an“, so Minister Dr. Optendrenk. „Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Daten bei der Finanzverwaltung sicher sind. Zugleich haben sie Anspruch auf einen modernen und optimalen Service. Hier kann Künstliche Intelligenz ein wirksamer Hebel sein.“

Zum Auftakt der Testphase fanden in den drei Finanzämtern Workshops zum praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz statt. Dabei standen konkrete Anwendungsfälle, Regeln für den Umgang mit dienstlichen Informationen und die effektive Nutzung der neuen Technologie im Mittelpunkt. 

Nach erfolgreicher Evaluation sollen im Laufe des Jahres weitere Finanzämter und Behörden in den Testlauf einbezogen werden. Parallel baut die Finanzverwaltung die notwendige technische Infrastruktur weiter aus. Dazu gehört auch der Aufbau zusätzlicher leistungsfähiger KI-Hardware am Standort des neuen Rechenzentrums in Kaarst bei Düsseldorf.

Nordrhein-Westfalen geht damit einen wichtigen Schritt für eine moderne, leistungsfähige und sichere Verwaltung im digitalen Zeitalter.

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