Fahrplan für die Zukunft: 20 Maßnahmen für eine nachhaltige, wettbewerbsfähige und zukunftsfähige Chemieindustrie
Ministerin Neubaur: Nordrhein-Westfalen kann zum Hotspot der Kreislaufwirtschaft in Europa werden
Ob Klebestift, Müllbeutel oder Medikament: viele Dinge, die wir täglich nutzen, stammen aus der Chemieindustrie in Nordrhein-Westfalen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, muss die Branche wettbewerbliche Herausforderungen meistern.
Ob Klebestift, Müllbeutel oder Medikament: viele Dinge, die wir täglich nutzen, stammen aus der Chemieindustrie in Nordrhein-Westfalen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, muss die Branche wettbewerbliche Herausforderungen meistern. Dazu gehört der Wandel hin zu klimafreundlichen Energie- und Rohstoffquellen, die größtenteils in Europa verfügbar und so krisenfester und zukunftssicher sind. Das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie hat dazu jetzt einen klaren Fahrplan vorgelegt – mit 20 Maßnahmen, die Unternehmen beim erfolgreichen Umbau unterstützen sollen. Schwerpunkte sind der Ausbau der Kreislaufwirtschaft beispielsweise durch bessere Rahmenbedingungen für das Kunststoffrecycling und die Umstellung von Prozessen weg von fossilem, international zu beschaffenden Gas und Öl auf erneuerbaren, europäischen und krisenfesten Strom.
Warum das wichtig ist – für uns alle
Die chemische Industrie ist essentieller Baustein unserer Wirtschaft – über 100.000 Menschen arbeiten alleine in Nordrhein-Westfalen in diesem Bereich. Die Branche steht unter Druck: instabile Lieferketten, hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie zunehmender internationaler Wettbewerb fordern die Unternehmen jeden Tag aufs Neue heraus.
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Wir stehen an einem industriepolitischen Wendepunkt. Es geht nicht nur darum, den Standort Nordrhein-Westfalen abzusichern und zu stärken – wir haben die Chance, ihn neu zu erfinden. Wenn wir jetzt in saubere Technologien, zirkuläre Prozesse und eine unabhängige Energie- und Rohstoffversorgung investieren, schaffen wir eine Industrie, die nicht nur klimaneutral, sondern auch krisenfest und zukunftsfähig ist. Das ist nicht nur ökologisch geboten, sondern auch ökonomisch klug. Denn nur wer heute umsteuert, wird morgen wettbewerbsfähig und widerstandsfähig sein. Dafür geben wir der Branche Rückhalt, Orientierung und konkrete Werkzeuge in die Hand.“
Was Nordrhein-Westfalen konkret macht – die wichtigsten Maßnahmen im Detail:
- Erneuerbaren Energie für die Industrie: Wind- und Solarenergie gezielt ausbauen und einsetzen, beispielsweise durch planungs- und genehmigungsrechtliche Verbesserungen, das Bürgerenergiegesetz, den Gigawattpakt, die Taskforce Windenergie und die Unterstützung von Leuchtturmprojekten
- Kunststoffrecycling und Kreislaufwirtschaft stärken: Förderprogramme wie Produktives.NRW, ZukunftBIO.NRW oder die CCU-Modellregion NRW ermöglichen den Aufbau einer modernen Kreislaufwirtschaft, chemisches Recycling und die Nutzung von CO₂ und Biomasse.
- Sauberen Wasserstoff ausbauen: Nordrhein-Westfalen fördert Leuchtturmprojekte wie Elektrolyseure und Ammoniakcracker und arbeitet mit internationalen Partnern daran, eine bezahlbare und sichere Wasserstoffversorgung aufzubauen – als Basis einer klimaneutralen Chemie.
- CO₂ clever nutzen: Nordrhein-Westfalen bereitet sich durch internationale Partnerschaften aktiv auf CO₂-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCU/CCS) vor, um schwer und unvermeidbare Emissionen als Teil der Klimaschutzbemühungen zu reduzieren.
- Genehmigungen vereinfachen: Durch Digitalisierung, Standardisierung und eine landesweite digitale Kollaborationsplattform sollen Genehmigungsverfahren – etwa für Elektrolyseure – deutlich effizienter werden.
- Über Grenzen hinausdenken: Nordrhein-Westfalen unterstützt die Strategie für die trilaterale Zusammenarbeit mit Belgien und den Niederlanden im Chemiedreieck mit Landesmitteln.
- Gezielt fördern: Programme wie NRW.BANK.Invest Zukunft oder das Sonderbürgschaftsprogramm Grüne Transformation unterstützen Unternehmen bei Investitionen in klimafreundliche Verfahren, insbesondere KMU.
- Beteiligung und Transparenz schaffen: Mit einer landesweiten Diskursoffensive wird die Öffentlichkeit aktiv in die Transformation eingebunden, um gesellschaftlichen Rückhalt für notwendige Veränderungen zu sichern.
Das Maßnahmenpapier finden Sie hier.
Mit mehr als 450 Unternehmen – vom Weltmarktführer bis zum mittelständischen Hidden-Champion – ist die nordrhein-westfälische Chemieindustrie einzigartig in Europa und wichtiger Teil der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Das vom Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen veröffentlichte Strategiepapier zur Zukunft der chemischen Industrie skizziert Lösungswege und soll Leitplanken für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Industrie am Standort Nordrhein-Westfalen und in Deutschland setzen. Nordrhein-Westfalen gibt damit als zentraler Standort der Chemieindustrie wichtige Impulse für die von der Bundesregierung angekündigte gemeinsame Chemie-Agenda.
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