Erstmals Schutzunterkünfte für Opfer von Arbeitsausbeutung: Drei Millionen Euro aus Landesmitteln und dem Europäischen Sozialfonds (ESF)

Minister Laumann: Eine sichere Unterkunft verbessert nicht nur die Situation der Menschen, sondern hilft auch, um dubiosen Arbeitgebern das Handwerk legen zu können

2. Februar 2026
man sieht den Oberkörper eines Arbeiters auf einem Feld, wie er in der rechten Hand etwas rotes hält und mit der linken hand eine Pflanze einsetzt.

Mit BEAM NRW wird den Betroffenen erstmals nicht nur eine muttersprachliche Beratung angeboten, sondern sie bekommen im Notfall auch schnell eine Schutzunterkunft und werden mit dem Nötigsten versorgt.

Arbeit, Gesundheit und Soziales

Die Landesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, Beschäftigte zu unterstützen, die Opfer von Arbeitsausbeutung und Menschenhandel geworden sind. Daher fördert sie ab sofort das bundesweit einmalige Projekt „Beratungszentrum gegen Arbeitsausbeutung und Menschenhandel NRW“ (BEAM NRW). Mit BEAM NRW wird den Betroffenen erstmals nicht nur eine muttersprachliche Beratung angeboten, sondern sie bekommen im Notfall auch schnell eine Schutzunterkunft und werden mit dem Nötigsten versorgt. Die Mittel für das neue Projekt in Höhe von drei Millionen Euro stammen aus dem Landeshaushalt und dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Am Montag, 2. Februar 2026, hat Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann einen Förderbescheid an den Projektträger „Arbeit und Leben NRW“ in Düsseldorf überreicht. Das Projekt wird für drei Jahre bis Ende 2028 gefördert.

„Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten machen in bestimmten Sektoren des Arbeitsmarktes wie beispielsweise in der Fleischindustrie oder in der Landwirtschaft einen bedeutenden Anteil der Beschäftigten aus. Häufig übernehmen sie dabei Jobs, für die sich hierzulande kaum jemand findet, der sie machen möchte. Diese Menschen verrichten oftmals schwere Tätigkeiten und müssen selbstverständlich fair behandelt werden“, sagte Minister Laumann.

Oftmals handelt es sich bei den Opfern von Arbeitsausbeutung und Menschenhandel um Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten, die in der Hoffnung auf eine fair bezahlte Beschäftigung nach Deutschland gekommen sind. Die Erfahrungen des Projektträgers „Arbeit und Leben NRW“ zeigen aber, dass die Wirklichkeit oft anders aussieht: Die häufig aus Südosteuropa stammenden Menschen werden in dubiosen Internetforen angeworben. Transport, Arbeit und Unterkunft werden aus einer Hand angeboten. Das führt zu einer großen Abhängigkeit vom Arbeitgeber. Werden sie entlassen, landen sie schnell mittellos auf der Straße. Darum setzt das ganzheitliche Unterstützungsprojekt auf die Kombination aus Beratung und der Möglichkeit der Unterbringung, um im Notfall schnell und unbürokratisch helfen zu können.

„Bislang konnten Opfer von Arbeitsausbeutung zwar beraten und bei der Durchsetzung ihrer Rechte auf dem Arbeitsmarkt unterstützt werden. Durch die fehlenden Möglichkeiten zur Erstversorgung stießen die Beraterinnen und Berater aber häufig an Grenzen und verloren den Kontakt zu den Betroffenen. Eine sichere Unterkunft verbessert nicht nur die Situation der Menschen selbst, sondern leistet auch einen Beitrag, um sie zum Beispiel als Zeugen im Strafverfahren zu gewinnen und um dubiosen oder gar kriminell handelnden Arbeitgebern das Handwerk legen zu können“, so Minister Laumann weiter.

Hintergrundinformationen

Der Projektträger „Arbeit und Leben NRW“ führte in der vergangenen Förderphase zwei erfolgreiche Projekte durch, um Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten aufzuklären und bei der Durchsetzung ihrer Rechte auf dem Arbeitsmarkt zu unterstützen. Im Rahmen von BEAM NRW werden diese zu einem ganzheitlichen Beratungszentrum zusammengeführt, das von der Ansprache im Herkunftsland bis zur Beschäftigung in Nordrhein-Westfalen den gesamten Migrationsprozess von Arbeitsmigranten mit präventiver Information und unterstützender Aufklärung und Rechtsberatung begleitet; dies umfasst auch aufsuchende Beratung vor Ort in Nordrhein-Westfalen und im digitalen Raum.

Das Projekt ist Teil des landesweiten Beratungsnetzwerks gegen Arbeitsausbeutung. Dazu gehören als zentraler Bestandteil auch die Beratungsstellen Arbeit, die als Angebot in der Fläche in allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-Westfalen angesiedelt sind und eng mit dem Projekt BEAM zusammenarbeiten.Weitere Informationen: www.mags.nrw/faire-arbeitsbedingungen-projekte

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