Dritte Station der Tour „Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald“ von Ministerin Gorißen

Wenn Technik Tierwohl stärkt: KI verändert den Blick ins Hühnerei

12. Juni 2026
phb Küken

Die dritte Station der Tour hat Ministerin Gorißen am Freitag, 12. Juni 2026, ins Münsterland zur Brüterei Gut Averfeld geführt.

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Wie sieht die Hühneraufzucht der Zukunft aus? Welche Aufgaben übernimmt dabei Künstliche Intelligenz und wie kann sie helfen, dass Tierwohl und Wirtschaftlichkeit praxisgerecht miteinander verbunden werden können? Im Rahmen ihrer Tour „Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald“ zeigt Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen, wie mit innovativen Ideen, moderner Forschung und starken Praxisbetrieben daran gearbeitet wird, Landwirtschaft und Forstwirtschaft fit für morgen zu machen. 

Die dritte Station der Tour hat Ministerin Gorißen am Freitag, 12. Juni 2026, ins Münsterland zur Brüterei Gut Averfeld geführt. Dort wird eine innovative Methode zur sogenannten InOvo-Geschlechtsbestimmung angewendet. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz kann das Geschlecht eines Kükenembryos bereits sehr früh im Ei erkannt werden – kontaktlos und ohne Eingriff in das Ei. Diese Technologie kann großes Potenzial für heimische Brütereien haben.

Ministerin Silke Gorißen bei ihrem Besuch in Senden: „Heimische Brütereien und Legehennenhaltungen brauchen praxistaugliche Möglichkeiten, wenn es um mehr Tierwohl geht und bei guter Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Markt. Die Brüterei Gut Averfeld geht voran. Der Betrieb in Senden setzt auf die Möglichkeiten von KI-Technologien. Dieser innovative Ansatz kann auch zur Verbesserung des Selbstversorgungsgrades mit Legehennenküken in Nordrhein-Westfalen beitragen.“

Das Ziel der Methode: eine non-invasive Geschlechtsbestimmung schon vor dem siebten Bruttag zu ermöglichen – also deutlich vor der tierschutzrechtlich vorgeschriebenen Altersgrenze der Embryonen im Hühnerei von zwölf Tagen. Dazu wird das Ei mit Licht durchstrahlt. Das absorbierte und reflektierte Licht wird gemessen und die gewonnenen Daten anschließend mithilfe eines KI-Algorithmus ausgewertet. Eier, aus denen keine weiblichen Küken schlüpfen würden, könnten in diesem frühen Stadium laut geltender Gesetzgebung noch anderweitig genutzt werden, etwa für die Impfstoffproduktion.

Die Technologie kann großes Potenzial für heimische Brütereien haben. Denn die Zahl der Legehennenküken, die in Deutschland und Nordrhein-Westfalen ausgebrütet werden, geht seit Jahren zurück. Aufgrund der aktuellen Tierschutzregelungen wird die Produktion zunehmend ins europäische Ausland verlagert – dort gelten teils andere Rahmenbedingungen. Die grundsätzliche Tierwohlproblematik bleibt jedoch, weil männliche Küken weiterhin im europäischen Ausland getötet werden dürfen und die regionale Erzeugung von Geflügel kostenaufwändiger wird. Die Folge: Wettbewerbsnachteile für heimische Betriebe und weniger regionale Wertschöpfung. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher spüren diese Entwicklung zunehmend. 

Das Start-Up hinter dem Projekt

Partner bei Gut Averfeld ist die Omegga GmbH, ein KI-Startup-Unternehmen aus München. Nach der Entwicklung und Erprobung mehrerer Prototypen ist seit 2025 mit OmeggaOne das erste industrielle Produkt bei Gut Averfeld im Einsatz. Im Herbst 2024 wurde die Technologie auf der Fachmesse EuroTier mit der Silbermedaille des Innovation Award ausgezeichnet. Nach dem erfolgreichen Einwerben weiterer Investitionspartner im Jahr 2026 wird das Team nun weiter ausgebaut, um die Implementierung der Technologie in weiteren Brütereien zu beschleunigen und die internationale Expansion voranzutreiben. 

Hintergrund Tour „Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald“

Die Tour „Starke Zukunft in NRW" macht in den kommenden Monaten weitere Stationen in ganz Nordrhein-Westfalen und gibt Einblicke in konkrete Anwendungen von Künstlicher Intelligenz. Dabei soll herausgestellt werden, welche Vorteile uns die Innovationen bringen, die kluge Köpfe in Nordrhein-Westfalen erarbeitet und erprobt haben. Nachdem Ministerin Gorißen sich im April in Köln eine KI-gestützte Hacke zur Unkrautbekämpfung angeschaut hat und sich im Mai an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort und bei AI.Land in Krefeld davon überzeugen konnte, wie eng Forschung und Praxis im Gemüsebau zusammenarbeiten, geht es in den kommenden Monaten um sensorgestützte Nutztierhaltung, Drohnen zur Wiederbewaldung oder smarte Datenlösungen im Ackerbau. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Agrarstandorts Nordrhein-Westfalen sichtbar zu machen und den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit zu stärken.

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