Bundesweit spitze: Nordrhein-Westfalen an neun der 13 neu ausgewählten Sonderforschungsbereiche beteiligt

DFG-Förderung stärkt Profile der Hochschulen

17. Mai 2026
Mikroskop

Rund ein Viertel der bald 260 Sonderforschungsbereiche (SFB) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sind in Nordrhein-Westfalen zu Hause. Wie die DFG jetzt bekannt gegeben hat, werden in der aktuellen Förderrunde neun neue (fünf aus Nordrhein-Westfalen und vier unter Beteiligung hiesiger Hochschulen) und 15 Fortsetzungsanträge aus Nordrhein-Westfalen oder mit nordrhein-westfälischer Beteiligung gefördert: mehr als in jedem anderen Bundesland.

Kultur und Wissenschaft

Rund ein Viertel der bald 260 Sonderforschungsbereiche (SFB) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sind in Nordrhein-Westfalen zu Hause. Wie die DFG jetzt bekannt gegeben hat, werden in der aktuellen Förderrunde neun neue (fünf aus Nordrhein-Westfalen und vier unter Beteiligung hiesiger Hochschulen) und 15 Fortsetzungsanträge aus Nordrhein-Westfalen oder mit nordrhein-westfälischer Beteiligung gefördert: mehr als in jedem anderen Bundesland.

Insgesamt fließen rund 170 Millionen Euro in die im Mai 2026 ausgewählten SFB. Die Förderung startet ab Oktober 2026 zunächst für knapp vier Jahre und kann auf maximal zwölf Jahre verlängert werden. 

Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „In Nordrhein-Westfalen ist die Spitzenforschung zu Hause. Mit neun neuen Sonderforschungsbereichen haben unsere Hochschulen ihre Führungsposition weiter ausgebaut. Diese Auszeichnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft ist ein Beleg für die exzellente Forschung ‚made in NRW‘ und zugleich Ansporn für unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weiter an Lösungen zu arbeiten, die das Leben der Menschen besser und gesünder machen.“ 

Aus Nordrhein-Westfalen waren folgende Hochschulen antragstellend oder mitwirkend erfolgreich:

  • RWTH Aachen
  • Ruhr-Universität Bochum
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  
  • Universität Duisburg-Essen
  • Technische Universität Dortmund (an erfolgreichen Fortsetzungsanträgen beteiligt)
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Universität zu Köln
  • Universität Münster
  • Universität Paderborn (an erfolgreichen Fortsetzungsanträgen beteiligt)
  • Bergische Universität Wuppertal   

In den Verbünden arbeiten auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck-Institute mit. Thematisch bewegen sich die SFB sehr breit zwischen Biomedizin und Volkskrankheiten, Landwirtschaft bis hin zu virtuellen Lebenswelten. Ein neuer Verbund unter der Leitung der RWTH Aachen untersucht beispielsweise, wie sich Erkrankungen von Leber, Niere oder Herz-Kreislauf auf die Gesundheit der Zähne auswirken und umgekehrt. Damit könnte insbesondere Parodontitis und Zahnverlust im Alter vorgebeugt werden. Ein anderer SFB unter der Leitung der Universität Duisburg-Essen geht der Frage nach, wie Therapieresistenzen in der Hautkrebsbehandlung minimiert werden können.

Sonderforschungsbereiche werden eingerichtet, um anspruchsvolle und langfristige Forschungsvorhaben im Verbund zu bearbeiten und damit den antragstellenden Hochschulen in der Schwerpunkt- und Strukturbildung zu helfen. Drei der neuen und acht der verlängerten Verbünde sind SFB/Transregio (TRR), die von mehreren antragstellenden Hochschulen gemeinsam getragen werden.

Neu bewilligt wurden aus Nordrhein-Westfalen:

  • SFB 1739 „Weichgewebe-Alveolarknochen Crosstalk – Einfluss systemischer Erkrankungen auf die Mechanismen des parodontalen Remodellings“
    Sprecherhochschule: RWTH Aachen (Sprecher: Prof. Michael Wolf) 
    Weitere Beteiligte: TU Dresden, U Jena, U of Maastricht
    Fördersumme: rund 10 Millionen Euro
  • SFB 1752 „Frühe Tumordynamik in der Melanomtherapie (DYNAMO)“
    Sprecherhochschule: U Duisburg-Essen (Sprecher: Prof. Alexander Rösch) 
    Weitere Beteiligte: U Bonn, ISAS Dortmund
    Fördersumme: rund 10,6 Millionen Euro
  • SFB 1769 „Polymermechanochemie“
    Sprecherhochschule: RWTH Aachen (Sprecher: Prof. Andreas Herrmann)
    Weitere Beteiligte: U Düsseldorf, U Wuppertal, U Bremen, U Lübeck, DWI Aachen; FZJ; MPI Mainz
    Fördersumme: rund. 10,2 Millionen Euro
  • SFB 1774 „CARDDIAB – Herz-Diabetes-Crosstalk“
     
  • Sprecherhochschule: U Düsseldorf (Sprecherin: Prof. Maria Grandoch) 
    Weitere Beteiligte: U Tübingen, LMU München, U Münster, DDZ, Helmholz-Zentrum München
    Fördersumme: rund 12,4 Millionen Euro
  • SFB 1780 „Diversifizierung von Ernährungssystemen für nachhaltige Ernährung (FoodDiverse)“
    Sprecherhochschule: U Bonn (Sprecher: Prof. Matin Qaim) 
    Weitere Beteiligte: DZNE, IDOS, LIB, ZALF
    Fördersumme: rund 12,5 Millionen Euro

Neu bewilligt wurden mit Beteiligung aus Nordrhein-Westfalen:

  • SFB 1759 „Bewohnbarkeit als grundlegender planetarischer Prozess: Paradigmenwechsel in unserer Wahrnehmung der vermeintlichen Einzigartigkeit der Erde“
    Sprecherhochschule: FU Berlin
    Weitere Beteiligte: U Bochum, TU Berlin, TU Dresden, U Wien; DLR
  • SFB 1768 „VirusREvolution: Decodierungswerkzeuge für die Virusforschung“
    Sprecherhochschule: U Jena
    Weitere Beteiligte: U Gießen, LMU München, U Leipzig, U Münster; HZI Braunschweig, FLI Jena, Friedrich-Loeffler-Institut Greifswald, HKI Jena, RKI Berlin
  • TRR 427 „Historische und transkulturelle Erzähltheorie“
    Sprecherhochschule: U Freiburg
    Weitere antragstellende Hochschulen: U Bonn, U Bochum
    Weitere Beteiligte: U Heidelberg
  • TRR 460 „Dynamiken von immunologischer, glialer und neuronaler Netzwerkinteraktion“
    Sprecherhochschule: U Mainz
    Weitere antragstellende Hochschule: U Münster
    Weitere Beteiligte: U Düsseldorf, U Köln, U of California, FZJ

Der Bewilligungsausschuss der DFG für die Sonderforschungsbereiche entscheidet zweimal jährlich über die Einrichtung und Fortsetzung von Sonderforschungsbereichen (SFB) und Transregios (TRR). Zum Stichtag 1. Oktober 2026 werden bundesweit 260 SFB gefördert, die sich in unterschiedlichen Förderphasen befinden – davon ein Viertel aus Nordrhein-Westfalen beziehungsweise mit nordrhein-westfälischer Beteiligung. 

Den vollständigen Überblick über die aktuell ausgewählten Sonderforschungsbereiche finden Sie hier:

https://www.dfg.de/de/aktuelles/neuigkeiten-themen/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung-nr-15

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