Auftakt der Tour „Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald“: Innovative Hacke ermöglicht Ackerbau von morgen
Wie sieht die Land- und Forstwirtschaft von morgen aus – und was kann Künstliche Intelligenz (KI) schon heute leisten? Antworten darauf liefert die neue Tour „Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald“ von Ministerin Silke Gorißen, die am Mittwoch, 15. April 2026, auf dem Garten- und Landschaftsbaubetrieb Bauer Courth in Köln gestartet ist.
Wie sieht die Land- und Forstwirtschaft von morgen aus – und was kann Künstliche Intelligenz (KI) schon heute leisten? Antworten darauf liefert die neue Tour „Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald“ von Ministerin Silke Gorißen, die am Mittwoch, 15. April 2026, auf dem Garten- und Landschaftsbaubetrieb Bauer Courth in Köln gestartet ist. Ziel der Tour ist es zu zeigen, wie digitale Technologien Stall, Wald und Acker verändern.
Die Tour „Starke Zukunft in NRW" macht in den kommenden Monaten weitere Stationen in ganz Nordrhein-Westfalen und gibt Einblicke in konkrete Anwendungen von Künstlicher Intelligenz – von sensorgestützter Nutztierhaltung über Drohneneinsatz im Wald bis hin zu smarten Datenlösungen im Ackerbau. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Agrarstandorts Nordrhein-Westfalen sichtbar zu machen und den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit zu stärken.
Gleich zum Auftakt wurde es konkret: Im Fokus stand eine KI-gestützte Hacke des in Meerbusch ansässigen Unternehmens Feldklasse, die im landwirtschaftlichen Betrieb von Bauer Courth in Köln eingesetzt wird. Per Kamera erkennt ein Algorithmus Unkraut und entfernt es gezielt, während die Kulturpflanze stehen bleibt. Während die bisher eingesetzten Hacken nur zwischen den Kulturreihen hacken konnten, macht es der Algorithmus möglich, auch zwischen den Pflanzen zu hacken und auf diese Weise den Acker wirklich frei von Unkräutern zu halten, die den Ertrag negativ beeinflussen könnten. Ein Ansatz, der zeigt, wie technischer Fortschritt auch helfen kann, Pflanzenschutzmittel zu reduzieren – was ein Ziel der nordrhein-westfälischen Landesregierung ist.
„Nordrhein-Westfalen ist ein starkes Agrarland – und wir wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt“, so Ministerin Silke Gorißen. „Künstliche Intelligenz gehört längst zum Alltag in der Landwirtschaft – Drohnen und Maschinen fliegen und fahren schon heute KI-gestützt über unsere Felder, durch unsere Wälder und Ställe. Mit unserer Tour ‚Starke Zukunft in NRW‘ machen wir genau das erlebbar. Hier in Köln sehen wir, wie Digitalisierung und Landwirtschaft zusammengehen können – für mehr Effizienz und mehr Nachhaltigkeit.“ Und weiter sagte Ministerin Gorißen: „Bei unserer Tour wollen wir herausstellen, welche Vorteile uns die Innovationen bringen, die kluge Köpfe in Nordrhein-Westfalen erarbeitet und erprobt haben.“
Die Nutzung von technischen Innovationen sowie von Künstlicher Intelligenz (KI) spielt auch in der Ende 2025 von der Landesregierung verabschiedeten Pflanzenschutzmittelreduktionsstrategie eine große Rolle. Eine Verringerung der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ohne die Gefährdung der Ernten lässt sich am besten durch Nutzung des technischen Fortschritts, Innovationen und eine noch bessere Umsetzung des Integrierten Pflanzenschutzes erreichen und nicht durch pauschale Verbote. Ziel der Landesregierung ist es, moderne technische Verfahren, wie etwa automatische Hackroboter, Spot-Spraying, Drohnen und digitale Schädlingserkennung, schneller in die Praxis bringen, zum Beispiel durch gezielte Investitionsförderung. Als einen Baustein hat das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MLV) die Förderung moderner Pflanzenschutzgeräte in die Investitionsförderung aufgenommen. Neben der Verfügbarkeit von wirksamen Pflanzenschutzmitteln sieht das MLV diese Technologien als Fundament einer zukunftsfesten pflanzlichen Produktion in Nordrhein-Westfalen.
Dr. Oliver Schmittmann vom Institut für Landtechnik an der Universität Bonn gab Einblicke in die aktuelle Forschung zum Einsatz von KI zur mechanischen Bekämpfung von Unkräutern. Dabei konzentriert er sich insbesondere auf Reihenkulturen wie Salat oder auch die Zuckerrübe. Der Fokus der Forschung liegt vor allem darauf, die Schlagkraft der neuen Verfahren zu erhöhen – der Hackprozess soll also beschleunigt werden, damit mehr Fläche in kürzerer Zeit bearbeitet werden kann. Gleichzeitig arbeitet die Uni Bonn an Verfahren, die die Wirksamkeit von entwickelten Innovationen messbar machen. An der Uni Bonn wird dafür per Drohnenkamera die Fläche vollständig vor und nach dem Hackprozess dokumentiert. Ein Algorithmus vergleicht die beiden Bilder und errechnet daraus den Bekämpfungserfolg.
Dr. Jonas Hett, Leiter des Sachbereichs Ackerbau beim Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW, ordnete die Praxiseignung der aktuellen Innovationen ein: „Auch bei mechanischen Verfahren müssen die Witterungsbedingungen passen: Bei warmem und trockenem Wetter sind höhere Wirkungsgrade erzielbar, anders als bei nassem oder kaltem Wetter. Aber wir haben schon sehr viel erreicht, wenn wir durch den Einsatz intelligenter Hacktechnik zumindest einen Teil der Herbizidanwendungen ersetzen können.“
Hintergrund Bauer Courth
Ursprünglich von Hanns Courth als landwirtschaftlicher Ackerbaubetrieb mit Schweinezucht gegründet, werden seit 1990 keine Tiere mehr gehalten. Zusätzlich zum Ackerbau wurde eine Garten- und Landschaftsbaufirma gegründet. Heute wird der Betrieb in dritter Generation von Martin Courth geführt, der 2012 mit der Vermehrung von regionalem Wildpflanzensaatgut begann. Was als kleines Nebenprojekt startete, entwickelte sich zum wichtigsten Betriebszweig und Kern des Unternehmens. Der Betreiber ist stets offen für Innovationen und nutzt digitale Möglichkeiten.
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