Einsamkeit

Viele Menschen in Nordrhein-Westfalen leiden unter Einsamkeit, einem Phänomen, das alle Generationen und Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen betrifft. Die Folgen von Einsamkeit sind vielfältig, von Depressionen bis hin zu Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Schäden. Hier finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema, zu wissenschaftlichen Definitionen und zum Fünf-Säulen-Modell, mit dem sich die Landesregierung der Einsamkeit in Nordrhein-Westfalen entgegenstellt.

Du Wir Eins – Nordrhein-Westfalen gegen Einsamkeit.

Aktuelle Top-Meldungen

01.10.2025

Ministerpräsident Wüst: Werden unsere Expertise in europäische Zusammenarbeit einbringen...

Ministerpräsident Hendrik Wüst lädt am Mittwoch, 1. Oktober 2025, zum 2. Einsamkeitsforum unter dem Titel „Loneliness in Europe. Addressing loneliness – learning from each other between North Rhine-Westphalia and Europe“ in die Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union in...

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Initiativen und Angebote gegen Einsamkeit

Hier finden Sie eine Übersicht zu verschiedenen Angeboten und Initiativen in Nordrhein-Westfalen. Damit haben Sie eine Anlaufstelle auch in Ihrer Nähe.

 

Angebot Institution Ort PLZ Straße und Hausnummer Telefon-Nr. Webseite Zielgruppe Kategorie Beschreibung
Zuhöre.draussen Gladbeck Dialog.Kultur.Dialog gGmbH Düsseldorf 40221 Auf der Böck 50 - -

Wir sind Bürgerinnen und Bürger, die vorbeikommenden Menschen im öffentlichen Raum ein offenes Ohr schenken. Wir nehmen uns Zeit für Begegnungen, sind offen für die großen und kleinen Geschichten, die uns erzählt werden. Als ehrenamtliche, von Expertinnen geschulte Zuhörende sind wir überzeugt, mit zuhören draussen gegen Einsamkeit vorzugehen und das soziale Miteinander in Gladbeck zu stärken.

Digital-Projekt "rudel" rudel gUG Regensburg 93049 Uhlandstrasse 5 0174 9219570 Webseite - -

„rudel“ macht sichtbar, welche Begegnungs- und Mitmachangebote es vor Ort gibt – inklusive zusätzlicher Informationen für Zielgruppen mit besonderen Herausforderungen (Stichwort Integration & Inklusion). Unser Ansatz ist, gemeinsame Interessen als niedrigschwelligen Einstieg in neue soziale Kontakte zu nutzen. Dabei orientieren wir uns nicht an Problemlagen, sondern an Interessen, Selbstwirksamkeit und aktivem Mitmachen.

Wir sind ein engagiertes Team von Menschen, die sich für mehr Miteinander und lebendige Gemeinschaft einsetzen. Unsere Hintergründe reichen von Start-ups und Tech bis hin zum Non-Profit- und NGO-Bereich – und genau diese Mischung macht uns aus. Ein Großteil von uns engagiert sich ehrenamtlich.

Da wir bisher in Regensburg aktiv sind, suchen wir auch Mitstreiterinnen und Mitstreiter in Nordrhein-Westfalen, die sich unserer Initiative anschließen möchten – denn das Thema Einsamkeit ist länderübergreifend relevant.

Ob Privatperson, Stadt oder Gemeinde: Sie wünschen sich, dass jeder und jede leicht Gemeinschaft erleben kann? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Sie erreichen uns per E-Mail unter: kontakt@rudelapp.de

Repair-Cafe Seniorenbeirat der Stadt Elsdorf Elsdorf 50189 Liebfrauenstraße 3 02274 829997 - -

Wir haben seit 2 1/2 Jahren in Elsdorf ein Repair Cafe. Neben den Reparaturen ist das Cafe das zweite "Standbein". Beides findet zwar am selben Tag zur selben Uhrzeit statt, aber in getrennten Räumen. Angedacht war das, das Besucher auch nur ins Cafe kommen können. Dieses wird auch von überwiegend älteren Menschen sehr gut angenommen. Es hat sich in der Zeit auch ein Stammpublikum gebildet. Es sind überwiegend ältere allein stehende Frauen die Kontakt suchen aber auch nur mal jemanden zum Reden. Natürlich sind auch jüngere herzlich willkommen. 

Tauschring Witten Tausch- und Aktivitätenbörse für Witten und Umgebung Witten 58452 Alte Straße 47 b Webseite - -

Der Tauschring Witten setzt auf "Geben und Nehmen", es werden Fähigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen und Gegenstände bargeldlos untereinander auf Zeitbasis getauscht oder ausgeliehen. Der Verbuchung unsere Währung 'Talente" erfolgt auf einem Mitgliederkonto, welches jedes Mitglied beim Vereinseintritt erhält. Es gibt eine Mitgliederzeitung mit Such- und Angebotsinseraten.
Man bietet die Dienstleistungen an, die man gern ausführt, z.B. Backen, Kochen, Gartenarbeit, Handwerkertätigkeiten, Nähen und fragt das nach, was man selbst nicht kann.

Einmal monatlich gibt es einen offenen Treff, den "TauschRausch', mit einem Flohmarkt und einem Brunch. Für neue Interessierte Menschen wird eine unverbindliche Infostunde angeboten. 

Gemeinsam statt einsam Katholische Kirchengemeinde St. Marien Bochum 44797 Am Varenholt 15 Webseite - -

Angesprochen sind alle Einsamen, Alleinstehenden, ob jung oder alt, nicht nur aus unserer Pfarrgemeinde, die gemütlich bei einer Tasse Kaffee oder Tee miteinander ins Gespräch kommen wollen. Gerade an den Wochenenden, wenn der Trubel des Alltags schweigt, wird die Einsamkeit besonders spürbar. "Die Decke fällt mir auf den Kopf", so kann man oft von Betroffenen hören. Dem wollen wir etwas entgegensetzen und gemeinsam reden, über das Leben, aktuelle Sorgen und Probleme, über Gott und die Welt, über das, was uns gerade bewegt. Gemeinschaft tut gut!

Pfarrbüro St. Marien (Frau Sandra Evers) oder Pfarrgemeinderat St. Marien (Frau Adelheid Weiler)

drk-essen/zentrum60plus Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Essen e.V. Essen 45239 Heckstr. 27 0201 8474270 Webseite - -

Das Zentrum 60plus Heckstraße richtet sich vor allem an Essenerinnen und Essener ab 60 Jahren. Als offene Begegnungsstätte wollen wir das Miteinander von Menschen fördern. Dabei ist es ganz egal, welche Herkunft, Kultur, Konfession oder politische Überzeugung Sie haben – bei uns finden Sie Raum, sich auszutauschen, etwas zu unternehmen und neue Kontakte zu knüpfen. 

Das DRK-Zentrum 60plus ist eines von mehreren Zentren der Stadt Essen, die mit dem Ziel gegründet wurden, älteren Menschen eine bessere Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. 

Bei uns können Sie:
- Unterstützungs- und Beratungsangebote finden,
- sich ehrenamtlich engagieren,
- aktiv mitgestalten,
- eigene Angebote umsetzen,
- neue Ideen einbringen und mit uns und anderen entwickeln,
- lachen, weinen, klönen, Netzwerke schaffen,
- ein Teil der Gemeinschaft sein und trotzdem ganz Sie selbst!

Unser Einzugsgebiet ist der Bezirk IX: Kettwig, Schuir, Bredeney, Fischlaken, Heidhausen, Werden. 

 

Weihnachtsfestessen für Menschen ab 60 Jahren Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Essen e.V. Essen 45127 Hachestr. 72 0201 8474233 Webseite - -

Das Weihnachtsfestessen vom DRK-Kreisverband Essen e.V. findet jährlich am 24. Dezember von 12.00 bis 14.00 Uhr statt. Verbringen Sie Heiligabend in herzlicher Gesellschaft bei leckerem Essen, netten Gesprächen und einer wohltuenden Atmosphäre.

Freuen Sie sich auf ein liebevoll zubereitetes 3-Gänge-Buffet mit alkoholfreien Getränken.

Eingeladen sind insbesondere Menschen ab 60 Jahren, die ihre Lieben an Heiligabend nicht in der Nähe haben und ein festliches Mittagessen in Gesellschaft genießen möchten. 

Auf Wunsch bieten wir einen Fahrdienst für Sie an.

Kommunikations- und Tanzabend Bürgerhaus Salzmannbau der Stadt Düsseldorf Düsseldorf 40225 Himmelgeister Str. 107h 0211 8924987 Webseite - -

Unser nächster Kommunikations- und Tanzabend im Bürgerhaus Salzmannbau in Düsseldorf findet statt am Donnerstag, den 12. März 2026. Träger sind das Bürgerhaus der Stadt Düsseldorf. Hier werden Kontaktmöglichkeiten geboten für Singles und Paare, Neubürger, Migranten, jeder der Kontakt sucht. Der Eintritt ist frei.

Weitere Termine für das Jahr 2026:
9. April, 7. Mai, 11. Juni, 9. Juli, 10. September, 1. Oktober, 12. November und 10. Dezember 2026
 

Begleitung für mehr Halt im Alltag pigoNetz GmbH Kalkar 47574 Altkalkarer Str 10 02824 976 87 30 Webseite - -

Unsere Einrichtung bietet Unterstützung für Menschen mit psychischen Erkrankungen, um ihren Alltag wieder besser zu bewältigen und neue Stabilität zu finden. In einer freundlichen und entspannten Atmosphäre begleiten wir unsere Klientinnen und Klienten individuell und entsprechend ihres Krankheitsbildes.

Gemeinsam stärken wir persönliche Ressourcen und motivieren zur aktiven Gestaltung des eigenen Lebens. Wir helfen bei der Strukturierung des Alltags, fördern Konzentration, Merkfähigkeit und problemlösendes Denken und unterstützen beim Umgang mit schwierigen Situationen.

Darüber hinaus unterstützen wir den Wiederaufbau oder die Stärkung sozialer Kontakte zu Familie und Freunden. Durch persönliche Gespräche, Engagement und Aufmerksamkeit fördern wir Selbstständigkeit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, um ein möglichst stabiles und selbstbestimmtes Leben im eigenen Umfeld zu ermöglichen.

 

Quartierstreff Sermer Weg VIDA Nachbarschaftshilfe e.V. Düsseldorf 40472 Sermer Weg 73 015202376996 Webseite - -

Für eine lebendige Nachbarschaft und ein aktives Miteinander in Düsseldorf-Lichtenbroich

Was können Sie hier machen?
Nachbar*innen kennenlernen.
An Gruppen und Angeboten teilnehmen und Veranstaltungen besuchen.
Eigene Ideen umsetzen und sich einbringen.
Ihr Viertel mitgestalten.
Sich gegenseitig unterstützen.

Was bieten wir Ihnen?
Wir unterstützen Sie mit Wissen, Kontakten, Material und Räumen.
Wir bieten Raum für Austausch und Miteinander.

Sie möchten sich engagieren?
• eigene Gruppenangebote und Projekte umsetzen
• ein Gemeinschaftsleben über alle Generationen hinweg gestalten 
• ehrenamtlich im Stadtteil aktiv werden 

Sprechen Sie uns an!

Bei uns sind ALLE willkommen!
Egal, woher Sie kommen, wie jung oder alt Sie sind, wen Sie lieben, welche Sprache Sie sprechen, wie Sie aussehen, welche Interessen Sie haben, an was Sie glauben oder ob Sie ein Handicap mitbringen:

Wir freuen uns auf Sie!

Sie engagieren sich auch mit einem Projekt gegen Einsamkeit?

Melden Sie uns Ihr Projekt!

Aktionsplan Du+Wir=Eins

10.12.2024

Nordrhein-Westfalen gegen Einsamkeit

Am Dienstag, 10. Dezember 2024, hat die nordrhein-westfälische Landesregierung den ersten Aktionsplan gegen Einsamkeit verabschiedet. Unter dem Titel „Du+Wir=Eins – Nordrhein-Westfalen gegen Einsamkeit“ bündelt der Aktionsplan Maßnahmen gegen Einsamkeit aller Ministerien der Landesregierung. Ministerpräsident Wüst hat den Aktionsplan gemeinsam mit Prof. Dr. Maike Luhmann, Einsamkeitsforscherin an der Ruhr-Universität Bochum, vorgestellt. Mehr erfahren

  • 1:35
  • Video: Land NRW

03.04.2024

Rikscha fahren, wertvolle Gespräche führen, neue Beziehungen entstehen lassen: Das alles bietet das Projekt „Flaniermobil – Radeln ohne Alter“ der Caritas Aachen. Ehrenamtliche Piloten fahren Seniorinnen und Senioren sowie andere Menschen, die nicht mehr selbst in die Pedale treten können, an ihr Ziel. Gemeinsam sammeln Passagiere und Piloten im Flaniermobil schöne Stunden – da bleibt keine Zeit für Einsamkeit.

  • 1:15
  • Video: Land NRW

27.02.2024

Um ältere Menschen in Kontakt und in einen Austausch zu bringen und gleichzeitig bereits die Jüngsten in unserer Gesellschaft für das Thema zu sensibilisieren, engagiert sich das Malteser-Projekt „Alter Falter“ in Münster gegen Einsamkeit. Ein gelungenes Beispiel für Unterstützung, Aufklärung und Kontaktaufnahme und nur eine von vielen Initiativen gegen Einsamkeit in Nordrhein-Westfalen.

Ministerpräsident Hendrik Wüst

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„Einsam kann sich jeder fühlen, unabhängig von Alter und Einkommen, vom Geschlecht oder sogar davon, wie viele Menschen man um sich herum hat.

Die wenigsten reden darüber, einsam zu sein und darunter zu leiden. Es scheint, als haftet dem Thema ein Stigma an. Mit gravierenden Folgen.

– Ministerpräsident Hendrik Wüst

Definition von Einsamkeit

Eine der renommiertesten Einsamkeitsforscherinnen, Frau Prof. Dr. Luhmann definiert Einsamkeit wie folgt: „Einsamkeit wird definiert als eine wahrgenommene Diskrepanz zwischen den gewünschten und den tatsächlichen sozialen Beziehungen.“

Man kann zum Beispiel allein sein, aber nicht einsam, aber auch unter Menschen sein und sich trotzdem einsam fühlen. Es kommt immer auf die Qualität der Verbindungen an.

Risikofaktoren

Erst in jüngster Zeit werden in der Einsamkeitsforschung neben individuellen Faktoren, die Einsamkeit auslösen können, zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Armut, Migrationshintergrund, Partnerlosigkeit, einfache Bildung und gesundheitliche Einschränkungen, auch räumliche Faktoren (zum Beispiel Mangel an Grünflächen, Freizeitangeboten) in den Blick genommen. Einsamkeit ist ein Phänomen, das alle Menschen betreffen kann. Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren weiter zu erforschen.

Als Beschleuniger der Entwicklung kann die Covid-19 Pandemie gesehen werden. Während des ersten Lockdowns kam es beispielsweise zu einem sprunghaften Anstieg der einsamen Menschen in Deutschland. Während dieses Zeitraums waren 40, 1 Prozent der Menschen in Deutschland manchmal einsam.

Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren weiter zu erforschen.

Von Einsamkeit besonders betroffene Gruppen

Die Landesregierung wird alle von Einsamkeit Betroffenen ansprechen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialer Schicht. Denn Einsamkeit ist keine reine Frage des Alters. Sie tritt in allen Altersgruppen auf. Vulnerable bzw. gefährdetste Gruppen sind unter anderem Jugendliche bzw. junge Erwachsene, ältere Menschen (älter als 75 Jahre), Alleinerziehende, Menschen in Umbruchsituationen und Menschen mit Migrationshintergrund.

Folgen von chronischer Einsamkeit

Im Abschlussbericht der Enquetekommission (PDF, 5 MB) heißt es, Einsamkeit könne genauso schädlich sein wie der Konsum von 15 Zigaretten am Tag, wie Alkoholmissbrauch oder Übergewicht. Das bedeutet, dass chronische Einsamkeit eine messbare Auswirkung auf die seelische und körperliche Gesundheit haben kann. Und Einsamkeit hat auch eine politische Dimension: Wer einsam ist, steht der Gesellschaft und auch unserer Demokratie distanzierter gegenüber. Deshalb ist es unserer aller Aufgabe, Einsamkeit zu begegnen.

Die Stabstelle I P 3 „Einsamkeit“ wurde im Oktober 2022 im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten geschaffen, um dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe – der Eindämmung von Einsamkeit – Rechnung zu tragen. Dem Kampf gegen Einsamkeit hat die nordrhein-westfälische Landesregierung damit erstmals Priorität auf der politischen Agenda eingeräumt. Damit ist Nordrhein-Westfalen bundesweit Vorreiter.

Fünf-Säulen-Modell

Mit einem Fünf-Säulen-Modell und unter Einbindung von Wissenschaft und anderen Akteuren begegnen wir Einsamkeit in unserem Land.

Fünf-Säulen-Modell gegen Einsamkeit

1. Säule: Phänomen Einsamkeit weiter erschließen

Die Zahl der Menschen in Nordrhein-Westfalen, die unter Einsamkeit leiden, hat während der Pandemie zugenommen. Es ist davon auszugehen, dass von diesem Anstieg Jugendliche und junge Erwachsene besonders betroffen sind. Neben der Gruppe der älteren Menschen sind Jugendliche und junge Erwachsene besonders häufig von erhöhtem Einsamkeitsempfinden betroffen. Über das Einsamkeitsempfinden, Risikofaktoren und Schutzmechanismen bei Jugendlichen und jungen Erwachsene ist hingegen noch wenig bekannt. In vielen Ländern, in denen Strategien gegen Einsamkeit entwickelt werden, stehen vor allem ältere Menschen als Zielgruppe im Fokus. Maßnahmen zur Einsamkeitsprävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt es bisher sehr wenig.

Deshalb braucht es insbesondere mehr wissenschaftliche Daten zum Anstieg von Einsamkeit bei der jungen Generation und ihren Ursachen. Die Landesregierung wird unter anderem eine Studie in Auftrag geben, die den Anstieg von Einsamkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen untersucht, um gezielt früh wirksame Strategien zur Prävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu entwickeln. Neben der neuen Fokussierung auf die junge Generation wird die Landesregierung die Zielgruppe der älteren Menschen und weiterer vulnerabler Gruppen parallel im Blick behalten. Im Fokus steht dabei die Einsamkeitsprävention. Die Landesregierung wird sich kontinuierlich weiter mit Expertinnen und Experten austauschen und auf dessen Grundlage zielgenaue Maßnahmen (weiter- )entwickeln.

2. Säule: Enttabuisieren und Sensibilisieren

Als zweite Säule soll durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit weiter sensibilisiert und enttabuisiert werden. Die Botschaft ist: Jede und Jeder kann etwas gegen Einsamkeit tun – schon mit kleinen Gesten. Die Landesregierung hat Ende 2022 die Stabstelle Einsamkeit in der Staatskanzlei eingesetzt. Die Stabstelle arbeitet ressortübergreifend und übernimmt zentrale Koordinationsaufgaben. Sie sorgt für weitere Vernetzung innerhalb der Landesregierung und außerhalb mit Initiativen, Organisationen und gesellschaftlichen Gruppen, die sich der Eindämmung von Einsamkeit verschrieben haben. Im Dezember 2022 hatte sich der Ministerpräsident zum Auftakt der Arbeit der Stabstelle mit Expertinnen und Experten und Landtagsabgeordneten, die Teil der Enquete-Kommission waren, über das Thema und seine Herausforderungen ausgetauscht. Diesen Dialog mit Expertinnen und Experten wird der Ministerpräsident kontinuierlich fortsetzen.

Zum Sensibilisieren gehört auch der Besuch von Initiativen, um die öffentliche Wahrnehmung zum Thema Einsamkeit zu stärken und bestehende Hilfs- und Unterstützungsangebote bekannter zu machen (Beispiel: Hospitanz des Ministerpräsidenten bei der Einsamkeitshotline für Ältere Menschen „Silbernetz“ am 2. Juni 2023 in dem zentrum-plus der AWO Düsseldorf).

3. Säule: Bündelung und Vernetzung

Die Landesregierung wird bestehende Projekte und Initiativen zur Einsamkeitsbekämpfung und Einsamkeitsprävention in Nordrhein-Westfalen auf einer Online-Plattform zusammenführen – für eine bessere Vernetzung und für bessere Zugänge für Betroffene, Beteiligte und Interessierte. Dabei sucht die Landesregierung den engen Dialog mit dem Bund, den anderen Ländern, Kommunen und der europäischen Ebene. Auch der Erfahrungsaustausch mit Japan, den Niederlanden, und Großbritannien steht im Vordergrund, die mit eigenen Ministerien bzw. Kampagnen Vorreiter bei der Eindämmung von Einsamkeit sind. So hat Ministerpräsident Hendrik Wüst im Juni 2023 während seiner Reise nach Japan gezielt Gespräche zum Thema Einsamkeit geführt und Initiativen, die Einsamkeit bekämpfen, besucht.

4. Säule: Ministeriumsübergreifende Aktivitäten

Die Landesregierung wird zudem die Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Initiativen stärken, eigene niedrigschwellige Maßnahmen weiterentwickeln und Neue anstoßen. Durch die Bündelung von bereits bestehenden Maßnahmen unter Einbindung aller Resorts will die Landesregierung erreichen, dass das Thema Einsamkeitsprävention stärker in den in Frage kommenden Förderprogrammen des Landes verankert und damit eine Weiterentwicklung der Hilfsinfrastruktur möglich wird. Der erste Aktionsplan ist da ein wichtiger Meilenstein und das Herzstück. Der Aktionsplan wird kontinuierlich weiterentwickelt.

5. Säule: Stärkung von Sport und Ehrenamt

Ehrenamtlich engagierte Menschen leisten in Nordrhein-Westfalen bereits einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Einsamkeit. Sie will die Landesregierung weiter stärken und fördern. Sport und Ehrenamt sind dabei wichtige Pfeiler, um ein starkes Bündnis gegen Einsamkeit zu schmieden.

Studie „Einsamkeit unter Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen nach der Pandemie“

Einsamkeit unter Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen nach der Pandemie

24.11.2023

Prof. Dr. Maike Luhmann et al. (2023)

Einsamkeit wurde lange Zeit vor allem als ein Problem des hohen Alters betrachtet. Doch mit der CO- VID-19-Pandemie wurde vielen bewusst, dass Einsamkeit Menschen jeden Alters treffen kann. Besonders stark scheinen die Auswirkungen der Pandemie für Jugendliche und junge Erwachsene zu sein. Mit dieser von der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens (NRW) beauftragten Studie sollen einige Lücken im empirischen Forschungsstand zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschlossen werden, mit einem besonderen Fokus auf NRW.

  • 0:44
  • Video: Land NRW

24.11.2023

Ruhr-Universität Bochum

  • 2:00
  • Video: Land NRW

24.11.2023

Psychologin und Podcasterin


Impulspapier: „Jung und einsam – Internationale Perspektiven für ein neues politisches Handlungsfeld“

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) / Leonie Schwichtenberg, Karenina Schröder, Michael Seberich

Aktuelle Studien zeigen, dass junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren eine der am stärksten von Einsamkeit betroffenen Gruppen weltweit sind. In dem Kooperationsprojekt von Liz Mohn Stiftung, Bertelsmann Stiftung und Landesregierung wurde untersucht, wie andere Länder Jugendeinsamkeit bekämpfen. Die Publikation liefert zehn Handlungsempfehlungen für die Politik in Deutschland, die auf dem von Ministerpräsident Hendrik Wüst initiierten Einsamkeitskongress am 6. Juni 2024 in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen vorgestellt wurden. Weitere Informationen

Download (PDF, Deutsch, 3 MB)

Download (PDF, Englisch, 3 MB)

„Menschen fehlt Gesellschaft
und der Gesellschaft fehlen Menschen.“

– Ministerpräsident Hendrik Wüst

Direkte Hilfs-Angebote

Hier finden Sie eine erste Übersicht über Hilfs-Angebote für Menschen, die sich einsam fühlen (wird fortgeführt):

Kommunale Aktivitäten gegen Einsamkeit

Stadt BielefeldStädtische Internetseite „Koordinierungsstelle Begegnung und Zusammenhalt“
Stadt BocholtStädtische Internetseite „Gemeinsam gegen Einsamkeit“
Stadt DortmundStädtische Internetseite „Koordinierungsstelle Einsamkeit“
Stadt DüsseldorfStädtische Internetseite „Einsamkeit“
Stadt IserlohnStädtische Internetseite "Netzwerk gegen Einsamkeit in Iserlohn"
Rhein-Kreis-NeussKommunale Internetseite „Einsamkeit“
Stadt SchwerteFachtag „Einsamkeit im Alter“: Schwerte setzt Zeichen für Gemeinschaft
Stadt WillichStädtische Internetseite „Willich gemeinsam - Aktionsjahr gegen Einsamkeit“

Aktuelle Förderprogramme

Aktuell noch laufende Förderprogramme:

Weitere vom Land geförderte Strukturen

NRW-Standorte von bundesgeförderten Programmen

Schaffung von mehr Verbindungen

Kirchen

Kontaktdaten „Stabsstelle Einsamkeit“

Um dem wachsenden Phänomen der Einsamkeit besser begegnen zu können, hat die Landesregierung als erstes und einziges Bundesland die „Einsamkeit“ im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten eingerichtet. Damit setzen wir eine der zentralen Handlungsempfehlungen der Enquetekommission um.

Sina Breitenbruch-Tiedtke
Referatsleiterin
Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen
Stabsstelle Einsamkeit
Horionplatz 1
40213 Düsseldorf
Telefon: 0211 / 837-1302
E-Mail: sina.breitenbruch-tiedtke@stk.nrw.de 

Marc Zabel
Referent
Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen
Stabsstelle Einsamkeit
Horionplatz 1
40213 Düsseldorf
Telefon: 0211 / 837-1675
E-Mail: Marc.Zabel@stk.nrw.de