Spitzengespräch im Ausbildungskonsens NRW: Landesregierung drängt Wirtschaft zu mehr Ausbildungsverträgen

12. November 2014

Spitzengespräch im Ausbildungskonsens NRW: Landesregierung drängt Wirtschaft zu mehr Ausbildungsverträgen

In Düsseldorf haben sich am vergangenen Mittwoch Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, Wirtschaft, Kommunen, Arbeitsagenturen und Gewerkschaften zum Spitzengespräch im Ausbildungskonsens NRW getroffen. Nach neuerlich rückläufigen Zahlen bei den Ausbildungsverträgen haben Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Arbeitsminister Guntram Schneider und Schulministerin Sylvia Löhrmann ein klares Ziel vor Augen: „Die Wirtschaft muss ihre Ausbildungsaktivitäten spürbar erhöhen!“

Klausur soll noch in diesem Jahr Zielzahlen benennen

Die Landesregierung teilt mit:

In Düsseldorf haben sich am Vormittag Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, Wirtschaft, Kommunen, Arbeitsagenturen und Gewerkschaften zum Spitzengespräch im Ausbildungskonsens NRW getroffen. Nach neuerlich rückläufigen Zahlen bei den Ausbildungsverträgen haben Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Arbeitsminister Guntram Schneider und Schulministerin Sylvia Löhrmann ein klares Ziel vor Augen: „Die Wirtschaft muss ihre Ausbildungsaktivitäten spürbar erhöhen!“

Die nordrhein-westfälische Industrie- und Handelskammer hatte vor dem Ausbildungsgipfel einen Rückgang bei den Ausbildungsverträgen um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet; im Handwerk lag er bei minus 3,19 Prozent und bei den freien Berufen bei minus 3,47 Prozent. Im Ausbildungskonsens herrschte Einigkeit darüber, dass gegen diesen Trend dringend konkrete Maßnahmen notwendig sind. „Unser Ziel ist und bleibt es, allen Schulabgängerinnen und Schulabgängern eine verlässliche Ausbildungsperspektive zu ermöglichen. Dies gelingt auf Dauer nur, wenn die Wirtschaft mitzieht und mehr Ausbildungsverträge abschließt“, erklärte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Im Ausbildungskonsens wurde festgestellt, dass die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge beim Tiefstpunkt von 2006 angelangt sei.

2006 hatte die nordrhein-westfälische Wirtschaft rund 118.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen; 2014 sind es etwa 116.000. Das Argument, die Wirtschaft hätte ausreichend Ausbildungsplätze angeboten, aber die Schülerinnen und Schüler seien nicht gut genug qualifiziert, lässt Arbeitsminister Guntram Schneider dabei nicht gelten: „74 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber hatten dieses Jahr mindestens einen Realschulabschluss. Trotzdem gingen bei der Ausbildungsplatzsuche über 6.600 leer aus.“

Beim Spitzengespräch haben sich die Partner im Ausbildungskonsens daher darauf verständigt, dass die Unternehmen für 2015 deutlich mehr Ausbildungsverträge als in diesem Jahr abschließen. Dazu soll es noch vor Weihnachten eine Klausur aller im Ausbildungskonsens vertretenen Institutionen geben, auf der für Regionen, Kammerbezirke und Branchen klare Zielzahlen benannt werden. Ziel der Landesregierung ist es, dass in 2015 mehrere tausend Ausbildungsverträge zusätzlich abgeschlossen werden. Vereinbart wurde, dass die Kammern dazu mehr Ausbildungsberaterinnen und -berater einstellen, die vor allem in kleinere und mittlere Betriebe geschickt werden, wo immer weniger ausgebildet wird. Dies hat eine aktuelle Unternehmensbefragung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ergeben, die von den Partnern im Ausbildungskonsens in Auftrag gegeben worden war. Arbeitsminister Guntram Schneider sieht vor allem „die Kammern in der Pflicht, hier mehr zu tun. Es ist deren originäre Aufgabe, ihre Mitgliedsunternehmen besser zu beraten, zu betreuen und zu aktivieren. Hier erwarte ich wirklich nachhaltige Anstrengungen sowohl der Handwerkskammern als auch der Industrie- und Handelskammern.“

Denn die Landesregierung komme auf der anderen Seite ihrer Verpflichtung im Ausbildungskonsens seit nunmehr vielen Jahren zuverlässig nach. 2014 seien Schulen aller nordrhein-westfälischen Städte und Gemeinden an einer systematischen Studien- und Berufsorientierung beteiligt. Unter dem Motto der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ würden nunmehr Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse auf die Berufswelt praktisch und im Unterricht vorbereitet. Schulministerin Sylvia Löhrmann: „Jährlich kommen 35.000 bis 40.000 weitere Schülerinnen und Schüler der Klasse Acht in unser neues Orientierungssystem. Mittlerweile sind es 110.000 Jugendliche, die von unserem Überganssystem in der 8. Klasse erfasst werden. Im Schuljahr 2018/19 werden dann alle Jugendlichen aktiv daran teilnehmen. Diese jungen Menschen brauchen eine klare und realistische Perspektive für die Zeit nach der Schule. Deshalb appelliere ich an die Wirtschaft, sich hier tatkräftig zu engagieren.“

Das Land sei durchaus bereit, ebenfalls ein weiteres Angebot für Betriebe zu machen, um die Ausbildungsbereitschaft zu erhöhen und auch Unternehmen, die sich aus der Ausbildung zwischenzeitlich verabschiedet haben, auf diesem Weg wieder zurückzugewinnen. Dazu soll eine breit angelegte Imagekampagne für die duale Ausbildung beitragen, die von den Partnern im Ausbildungskonsens beschlossen wurde und im Mai 2015 starten wird.

Einigkeit herrschte beim Thema Integration junger Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt, insbesondere aus dem Irak und Syrien. Hierzu betonte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: „Eine große Zahl der Jugendlichen wird lange Zeit oder sogar dauerhaft bei uns bleiben. Wir sollten ihnen eine Perspektive bieten. Dabei spielen Angebote zur Ausbildung und Qualifizierung eine wichtige Rolle.“ Die Kammern wollen daher auch jugendliche Flüchtlinge gezielt für Ausbildungsverhältnisse ansprechen. Das Land will sicherstellen, dass auch diejenigen Jugendlichen, die nur einen befristeten Aufenthalts- oder Duldungsstatus haben, ihre Ausbildung beenden können.

Die kürzlich vom DGB-NRW ins Gespräch gebrachte landesweite Ausbildungsplatzumlage wurde im Spitzengespräch ebenfalls diskutiert. Auf der Klausur, die voraussichtlich im Dezember stattfinden wird, soll die Diskussion darüber fortgesetzt werden.


Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, Telefon 0211 855-3118 oder an die Pressestelle des Ministeriums für Schule und Weiterbildung Telefon 0211 5867-3505.

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