Mobile Sichtschutzwände

Minister Michael Groschek
7. September 2015

Positive Zwischenbilanz beim Einsatz mobiler Sichtschutzwände

Maßnahmen gegen Gaffer schützen Unfallopfer vor neugierigen Blicken

Die mobilen Sichtschutzwände, mit denen Nordrhein-Westfalen seit April dieses Jahres neue Wege gegen so genannte „Gaffer“ geht, haben sich bewährt. Rund 20 Mal sind die blickdichten grünen Wände in den ersten vier Monaten nach Unfällen auf den Autobahnen des Landes bereits zum Einsatz gekommen.

 
Das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr teilt mit:

Die mobilen Sichtschutzwände, mit denen Nordrhein-Westfalen seit April dieses Jahres neue Wege gegen so genannte „Gaffer“ geht, haben sich bewährt. Rund 20 Mal sind die blickdichten grünen Wände in den ersten vier Monaten nach Unfällen auf den Autobahnen des Landes bereits zum Einsatz gekommen. Das hat eine aktuelle Abfrage unter den zwölf beteiligten Autobahnmeistereien von Straßen.NRW ergeben.
 
„Wir haben die Sichtschutzwände in Deutschland eingeführt – und schon jetzt kann ich sagen, dass der Einsatz dieser Sichtbarrieren nicht nur Staus vermeidet, sondern vor allem Unfallopfer und Rettungskräfte vor Gaffern wirkungsvoll schützt“, sagte Verkehrsminister Michael Groschek. „Wenn Apelle einige wenige Menschen ohne Anstand einfach nicht erreichen, dann sind eben unkonventionelle Lösungen nötig.“
 
Karsten Wieczorek von der Autobahnmeisterei Leverkusen ergänzte: „Wenn die Wand steht, läuft der Verkehr vor allem auf der Gegenfahrbahn wieder flüssiger. Die Schaulustigen wollen Aktion sehen - eine grüne Fläche ist uninteressant.“ Zwischen April und August hatte die Autobahnmeisterei Leverkusen die Sichtschutzwand sieben Mal im Einsatz. Das Zusammenspiel zwischen Polizei, Feuerwehr und Autobahnmeisterei, so Wieczorek weiter, funktioniere sehr gut. Insgesamt bestätigen sich damit landesweit Erkenntnisse, die Straßen.NRW zuvor bereits bei einem einjährigen Pilotprojekt im Zuständigkeitsbereich der Autobahnmeisterei Kaarst gemacht hatte.
 
Rund 470.000 Euro aus Bundesmitteln hat Straßen.NRW in insgesamt zwölf Sichtschutzsysteme investiert. Sie sollen neugierige Blicke Schaulustiger verhindern, da diese nicht nur für die Unfallopfer belastend sind, sondern zudem für gefährliche Abbremsmanöver auf der Gegenfahrbahn und zusätzliche Staus sorgen. Die Wände sind so auf die Meistereien im Land verteilt, dass das rund 2.200 Kilometer umfassende Autobahnnetz in Nordrhein-Westfalen komplett abgedeckt ist. Jedes der zwölf Systeme besteht aus einem Anhänger mit 40 einzelnen Stahlrahmen (aufgestellt jeweils 2,5 Meter lang und 2,1 Meter hoch), in denen jeweils eine grüne, blickdichte Folie verspannt ist. Vor Ort angekommen, können die Mitarbeiter der jeweiligen Autobahnmeisterei somit eine bis zu 100 Meter lange, undurchsichtige Wand errichten.
 
Ob und wann die Autobahnmeistereien von Straßen.NRW nach einem Unfall eine Sichtschutzwand aufbauen, entscheidet die Polizei am Ort des Geschehens. Ausschlaggebend ist dabei nicht nur die Frage, wie „spektakulär“ - und somit potenziell ablenkend für andere Verkehrsteilnehmer - ein Unglück ist. Da es je nach Tageszeit und Unfallstelle bis zu 100 Minuten dauern kann, bis die Sichtschutzwände vor Ort und aufgebaut sind, muss der Einsatzleiter zuvor abschätzen, wie lang Rettung und Räumung an der Unglücksstelle voraussichtlich andauern. Hinzu kommen äußere Umstände, beispielsweise darf die Windstärke maximal Stufe fünf erreichen.
 
Die Einsätze der Sichtschutzwände im Einzelnen (Zeitraum: 24. April 2015 bis 16. August 2015):
Insgesamt: 18 Einsätze. Nach Standorten: Autobahnmeisterei (AM) Dortmund (0 Einsätze), AM Herford (1 Einsatz), AM Isselburg (0 Einsätze), AM Kaarst (2 Einsätze), AM Leverkusen (7 Einsätze), AM Lüdenscheid (1 Einsatz), AM Münster (3 Einsätze), AM Ratingen (1 Einsatz), AM Recklinghausen (1 Einsatz), AM Titz (0 Einsätze), AM Weilerswist (1 Einsatz), AM Werl (1 Einsatz).

Pressekontakt:  maik.grimmeck@mbwsv.nrw.de, Tel. 0211/3843-1019, stephan.lamprecht@strassen.nrw.de, Tel 0209/3808-256
 
 

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