Staatspreis 2019 an Klaus Töpfer
4. Juni 2019

Ministerpräsident Armin Laschet verleiht Staatspreis 2019 an Klaus Töpfer

Früherer Bundesumweltminister und langjähriger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen erhält die höchste Auszeichnung des Landes für sein herausragendes Engagement weltweit und für das Land Nordrhein-Westfalen

Die höchste Auszeichnung des Landes Nordrhein-Westfalen, den Staatspreis, erhält in diesem Jahr der ehemalige Bundesumweltminister, langjährige Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und Untergeneralsekretär der UN, Professor Dr. Klaus Töpfer.

 
Die Staatskanzlei teilt mit:

Die höchste Auszeichnung des Landes Nordrhein-Westfalen, den Staatspreis, erhält in diesem Jahr der ehemalige Bundesumweltminister, langjährige Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und Untergeneralsekretär der UN, Professor Dr. Klaus Töpfer. Ministerpräsident Armin Laschet wird den in Höxter aufgewachsenen und heute dort lebenden Umweltpolitiker und Wissenschaftler am 16. September 2019 in Bonn auszeichnen. Die Laudatio hält Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.
 
Ministerpräsident Laschet: „Klaus Töpfer kämpft seit Jahrzehnten kompetent, klar und beharrlich für die Bewahrung der Schöpfung – weltweit und in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen. Er hat als unermüdlicher Anwalt für Umwelt, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung wie kein Zweiter gleichermaßen von Bonn aus und in der ganzen Welt gewirkt. Er machte sich als ranghöchster deutscher Vertreter bei den Vereinten Nationen international für nachhaltige Entwicklung und die Bedeutung globalen Umweltschutzes stark. Dabei warb Töpfer stets für gemeinsame und ganzheitliche Lösungen, die auch die Armutsbekämpfung in den Blick nehmen. Mit seiner Beharrlichkeit, Durchsetzungskraft und seinem visionären Einsatz prägte er als Bundesumweltminister maßgeblich den Umweltschutz eines ganzen Landes, etwa mit dem Verbot von FCKW oder der Einführung der Kreislaufwirtschaft. Klaus Töpfer war und ist ein Vorkämpfer für die Bewahrung der Schöpfung und auch heute ein weltweit gehörter Mahner. Bei seinem internationalen Engagement blieb er Nordrhein-Westfalen durch seinen Werdegang und sein Wirken stets in besonderer Weise verbunden. Höxter, das Weserbergland, Ostwestfalen-Lippe – war und bleiben immer seine Heimat!“
 
Ministerpräsident Armin Laschet weiter: „Globale Weitsicht gepaart mit lokalem Denken und Handeln – Klaus Töpfer vereint dies beispielhaft und zeigt, wie Internationalität und Heimatverbundenheit miteinander einhergehen. Nordrhein-Westfalen hat allen Grund dankbar zu sein, dass er als verantwortlicher Minister für den Regierungsumzug nach Berlin auch die Bonner Belange im Blick hatte. Klaus Töpfer hat sich dafür stark gemacht, dass durch den Umzug freiwerdende Liegenschaften des Bundes in Bonn neu genutzt werden, die Ansiedlung der UN-Einrichtungen in Bonn als einzigem Standort in Deutschland prägt auch heute die internationale Ausrichtung der Bundesstadt. Ohne Töpfer wäre Bonn wahrscheinlich nicht die internationale Bundesstadt, die sie heute ist. Das World Conference Center in Bonn, der Ort für die Verleihung des Staatspreises, spiegelt und vereint nahezu greifbar sein internationales Wirken mit seiner besonderen Verbundenheit mit Nordrhein-Westfalen und der Bundesstadt.
 
Zuhause auf der ganzen Welt, zog es Klaus Töpfer immer zurück in die Heimat, nach Nordrhein-Westfalen, nach Höxter. Und auch dort sind die Spuren seines Wirkens unverkennbar. Dass das Schloss Corvey in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde, ist seinem erfolgreichen Engagement als Sonderbotschafter zu verdanken und sicher das schönste Geschenk, das Klaus Töpfer seiner Heimatstadt machen konnte.
 
Vom Rhein nach Rio – und von Nairobi um die Welt zurück nach Höxter. Der Aktionsradius von Klaus Töpfer ist weit, nahezu grenzenlos, aber drehte sich immer um ein zentrales Thema: die Zukunft unseres Planeten. Dafür kämpft der Wahl-Westfale mit Leib und Seele – und auch mit vollem Körpereinsatz, wenn ich an das berühmte Bad im Rhein 1988 denke. Es ist Klaus Töpfer in jahrzehntelanger intensiver Arbeit gelungen, Umwelt und Nachhaltigkeit in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit und somit in das Bewusstsein der Menschen zu rücken, lange bevor diese Themen breite Öffentlichkeit fanden. Mit seinem unermüdlichen Einsatz hat er weltweite Standards in der nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen Staaten unterschiedlichen Entwicklungstandes gesetzt. Und dabei immer auch Nordrhein-Westfalen in die Welt getragen. Für sein unvergleichliches Engagement verdient Klaus Töpfer die Würdigung mit der höchsten Auszeichnung unseres Landes.“
 

Zum Leben von Professor Klaus Töpfer
 
Klaus Töpfer wurde am 29. Juli 1938 in Waldenburg/ Wałbrzych in Schlesien geboren. Nach der Vertreibung seiner Familie 1945 wuchs er in der Nachkriegszeit in Westfalen auf, absolvierte sein Abitur 1959 in Höxter und studierte nach dem Wehrdienst Volkswirtschaftslehre. Seine berufliche Laufbahn startete Klaus Töpfer als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Münster. 1971 wechselte er in die Politik, erst in die Staatskanzlei des Saarlandes, dann als Staatssekretär und ab 1985 als Umweltminister in Rheinland-Pfalz.
Zurück in Nordrhein-Westfalen übernahm er 1987 das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Bonn und war bis 1994 Deutschlands zweiter Bundesumweltminister. Danach wechselte er in das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau.
1998 beriefen ihn die Vereinten Nationen zum Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) nach Nairobi und er engagierte sich jahrelang auf internationaler Ebene für globalen Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung. Seine großen Ziele waren die Bekämpfung der Armut in Entwicklungsländern und die weltweite Erschließung erneuerbarer Energien. Von 1998 bis 2006 war Töpfer außerdem Unter-Generalsekretär der Vereinten Nationen und Generaldirektor des Büros der Vereinten Nationen in Nairobi, außerdem von 2001 bis 2010 Mitglied, dann stellvertretender Vorsitzender im Rat für Nachhaltige Entwicklung. Seit 2007 lehrt Töpfer als Professor für Umwelt und nachhaltige Entwicklung an der Tongji-Universität Shanghai. Er ist zudem unter anderem Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen und im Kuratorium der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, seit Mai 2014 auch Vorsitzender des deutschen Teils des UN-Netzwerks Sustainable Development Solutions Network.
 
Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen hat Töpfer bereits erhalten, darunter den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, das Bundesverdienstkreuz, den Deutschen Umwelt- und den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für sein Lebenswerk. Zahlreiche Universitäten im In- und Ausland würdigten seine Verdienste.
 
Der Ehrenbürger von Höxter und von Shanghai lebt heute in seiner Wahlheimat Höxter. Er ist verheiratet und hat drei Kinder und vier Enkel.
 
Hintergrund:
Der Staatspreis wurde 1986 anlässlich des 40. Landesgeburtstags als höchste Auszeichnung des Landes gestiftet und ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Verleihung des Staatspreises 2018 obliegt dem Ministerpräsidenten. Klaus Töpfer ist der 57. Staatspreisträger.
 
 

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