Krankenhäuser erhalten Hilfe für bessere Versorgung Demenzerkrankter

1. März 2013

Ministerin Steffens: Krankenhäuser erhalten Hilfe für eine bessere Versorgung Demenzerkrankter

Die Landesregierung setzt ihre Anstrengungen fort, für Menschen mit Demenz die Versorgungssituation in den Krankenhäusern zu verbessern. Mit insgesamt rund 270.000 Euro fördert das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter das auf drei Jahre angelegte Projekt „Förderung der Umsetzung demenzsensibler Versorgungsprojekte“ der Gesellschaft für soziale Projekte (GSP). „Durch die Vermittlung praktischer Ansätze wollen wir eine bessere Versorgung demenzerkrankter Patientinnen und Patienten unterstützen und vorantreiben“, erklärte Gesundheitsministerin Barbara Steffens in Düsseldorf.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Die Landesregierung setzt ihre Anstrengungen fort, für Menschen mit Demenz die Versorgungssituation in den Krankenhäusern zu verbessern. Mit insgesamt rund 270.000 Euro fördert das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter das auf drei Jahre angelegte Projekt „Förderung der Umsetzung demenzsensibler Versorgungsprojekte“ der Gesellschaft für soziale Projekte (GSP). „Durch die Vermittlung praktischer Ansätze wollen wir eine bessere Versorgung demenzerkrankter Patientinnen und Patienten unterstützen und vorantreiben“, erklärte Gesundheitsministerin Barbara Steffens in Düsseldorf.

Leider sei eine Versorgung, die den besonderen Anforderungen und Bedürfnissen Demenzerkrankter gerecht wird, bisher nicht flächendeckend umgesetzt, so Steffens: „Ärzteschaft, Pflegepersonal und Verwaltung sind zwar täglich mit dem wachsenden Bedarf  demenzsensibler Konzepte konfrontiert, doch die Realisierung ist für die Krankenhäuser eine große Herausforderung.“

Eine Verbesserung der Versorgung dieser Patientengruppe ist jedoch dringend erforderlich, denn im Vergleich zu gleichaltrigen Patientinnen und Patienten ohne kognitive Störungen haben Demenzerkrankte ein deutlich höheres Risiko, durch einen Krankenhausaufenthalt an Selbstständigkeit und Lebensqualität zu verlieren. Neben der Belastung durch die akute Erkrankung verunsichern sie der Wechsel der Umgebung sowie die Änderung ihrer Gewohnheiten und die Betroffenen können mit Angst und Abwehr reagieren.

„In unserer Projekten haben sich inzwischen Kernelemente einer demenzsensiblen Versorgung herauskristallisiert“ erklärt GSP-Projekt-leiterin Dr. Susanne Angerhausen. Dazu gehören unter anderem eine erweiterte Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte), die Qualifizierung des Personals und ein spezielles Entlassungsmanagement. Auf den Stationen erleichtern beispielsweise große Zahlen oder Symbole an den Zimmertüren die Orientierung und Beschäftigungsangebote strukturieren den Tagesablauf. Auch die Einbindung Angehöriger, die im Krankenhaus mit aufgenommen werden können, ist ein wichtiger Baustein.

In dem Unterstützungsprogramm der GSP werden Projektverantwortliche aus den Krankenhäusern in sechs Workshops eine Qualifizierung zu Fragen des Projektmanagements sowie zentralen Elementen einer demenzsensiblen Versorgung bekommen. Unterstützt durch Gruppenarbeiten, kollegialen Austausch und fachliche Beratung werden die Teilnehmenden während der Workshops an ihren eigenen Praxisprojekten arbeiten. In der Zeit zwischen den einzelnen Veranstaltungen können die jeweiligen Konzepte in den Krankenhäusern weiterentwickelt werden und die Umsetzung kann bereits beginnen.

Mit Hilfe des GSP-Programms soll es den Krankenhäusern schneller gelingen, ein effizientes demenzsensibles Konzept umzusetzen und das Personal deutlich zu entlasten. So kann die Versorgung betroffener Patientinnen und Patienten in möglichst kurzer Zeit den spezifischen Bedürfnissen angepasst werden. Demenzerkrankte können dadurch das Krankenhaus in einem besseren Allgemeinzustand verlassen.

Das Projekt „Förderung der Umsetzung demenzsensibler Versorgungsprojekte“ wird auf einer Fachveranstaltung von GSP und Krankenhausgesellschaft NRW am 9. Juli 2013 vorgestellt.

Kontakt:
GSP – Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Projekte mbH
Susanne Angerhausen
Loherstraße 7, 42283 Wuppertal
Telefon 0202 / 2657573
E-Mail: angerhausen@sozialeprojekte.de
Internet: www.blickwechseldemenz.de

Hintergrundinformationen

Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Projekte mbH (GSP)
Die GSP als Tochter des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Nordrhein-Westfalen erarbeitet seit 2005 in praxisorientierten Projekten gemeinsam mit Krankenhäusern Konzepte zur demenzsensiblen Versorgung.

Demenzerkrankungen

  • Bis zu 300 000 Menschen in Nordrhein-Westfalen leiden an Demenz (bundesweit 1,2 bis 1,4 Millionen).
  • Bereits 1997 waren 12 Prozent der Krankenhauspatientinnen und -patienten demenzerkrankt. Neuere Zahlen liegen nicht vor, es ist jedoch von einem deutlich größeren Anteil auszugehen. Der Zuwachs demenzerkrankter Patientinnen und Patienten wird in Zukunft überproportional steigen.
  • Bis 2030 wird eine Zunahme der Demenzerkrankungen um 50 Prozent prognostiziert, für das Jahr 2050 eine Verdoppelung der Zahl der Betroffenen.

Demenzsensible Versorgung auch Schwerpunkt im Entwurf des neuen Krankenhausrahmenplans Nordrhein-Westfalen

Aufgrund der drängenden Problematik ist die demenzsensible Versorgung auch Bestandteil des jüngsten Krankenhausrahmenplans für Nordrhein-Westfalen. Er enthält ein neues Konzept für eine patientenorientierte Altersmedizin (Geriatrie), nach dem bei der Aufnahme älterer Patientinnen und Patienten im Krankenhaus ein Test vorgeschrieben ist. Mit wenigen, einfachen Fragen wird unter anderem abgeklärt, ob es Hinweise auf eine dementielle Erkrankungen gibt, um die weitere Behandlung gegebenenfalls anzupassen. Außerdem ist eine Erhöhung der Bettenzahlen in der Geriatrie vorgesehen.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

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