Ministerin Steffens: Kampf gegen Pflegenotstand muss in den Köpfen anfangen

10. Mai 2013

Ministerin Steffens: Kampf gegen Pflegenotstand muss in den Köpfen anfangen

Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai 2013 forderte Gesundheits- und Pflegeministerin Barbara Steffens bessere finanzielle und gesetzliche Rahmenbedingungen für die Betreuung kranker und älterer Menschen. Zugleich betonte die Ministerin, dass ein grundsätzliches Umdenken bei jeder und jedem Einzelnen stattfinden muss. „Wenn wir für die Zukunft eine medizinisch optimale und menschenwürdige Pflege sicherstellen wollen, dürfen wir die Themen Krankheit und Pflegebedarf nicht weiter verdrängen“, erklärte Steffens in Düsseldorf. Beispielhaft führte die Ministerin an, dass eine heute 40-jährige Frau mit 72-prozentiger Wahrscheinlichkeit im Alter pflegebedürftig sein wird − bei gleichaltrigen Männern liegt die Wahrscheinlichkeit bei 43 Prozent. Trotzdem werde das Thema individuell wie kollektiv immer noch weitgehend ignoriert. „Das muss sich ändern. Denn nur wenn wir der Pflege insgesamt einen höheren Stellenwert beimessen, bekommen Pflegende die Anerkennung und Wertschätzung, die sie verdient haben“, so Steffens.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai 2013 fordert Gesundheits- und Pflegeministerin Barbara Steffens bessere finanzielle und gesetzliche Rahmenbedingungen für die Betreuung kranker und älterer Menschen. Zugleich betont die Ministerin, dass ein grundsätzliches Umdenken bei jeder und jedem Einzelnen stattfinden muss. „Wenn wir für die Zukunft eine medizinisch optimale und menschenwürdige Pflege sicherstellen wollen, dürfen wir die Themen Krankheit und Pflegebedarf nicht weiter verdrängen“, erklärte Steffens in Düsseldorf.

Beispielhaft führt die Ministerin an, dass eine heute 40-jährige Frau mit 72-prozentiger Wahrscheinlichkeit im Alter pflegebedürftig sein wird − bei gleichaltrigen Männern liegt die Wahrscheinlichkeit bei 43 Prozent. Trotzdem werde das Thema individuell wie kollektiv immer noch weitgehend ignoriert. „Das muss sich ändern. Denn nur wenn wir der Pflege insgesamt einen höheren Stellenwert beimessen, bekommen Pflegende die Anerkennung und Wertschätzung, die sie verdient haben“, so Steffens.

Die Ministerin ruft deshalb zu Veränderungen auf verschiedenen Ebenen auf: „Wir müssen nicht über die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte oder ‚Billig-Pflege‘ im Ausland nachdenken, sondern endlich die Rahmenbedingungen in Deutschland anpacken. Aber statt einen neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit zu erarbeiten, der allen Menschen wirklich gerecht wird, diskutieren wir darüber, ob unsere sprachlichen Anforderungen an ausländische Pflegekräfte nicht zu hoch sind. So kann es nicht weitergehen! Ich jedenfalls möchte nicht in einer Gesellschaft leben, die Pflegebedürftige in ausländische Heime abschiebt oder von Menschen versorgen lässt, mit denen sie sich nicht einmal verständigen können“, sagte Steffens.

Auch die Arbeit der Pflegekräfte müsse finanziell mehr wert sein. „Statt einer menschenunwürdigen ‚Minutenpflege‘ brauchen Pflegekräfte künftig Zeit − sowohl für kompetente Versorgung als auch für menschliche Zuwendung. Und diese Zeit kostet Geld. Mehr Geld für die Pflege lässt sich politisch aber nur durchsetzen, wenn wir als Gesellschaft dem Thema eine angemessene Wertschätzung entgegenbringen. Deshalb muss der Kampf gegen den Pflegenotstand in den Köpfen anfangen.“

Mehr Anerkennung für Pflegeberufe und pflegende Angehörige

In diesem Zusammenhang setzt sich Ministerin Steffens auch für eine Aufwertung der Pflegeberufe ein. Alten- und Krankenpflege sind fachlich und sozial herausfordernd, zukunftssicher und bieten eine sinnstiftende berufliche Tätigkeit. Dass diese Berufe heute trotzdem für viele Menschen nicht attraktiv seien, habe auch mit falschen politischen Signalen zu tun, erklärt Steffens: „Bei jeder großen Firmenpleite hat irgendwer die Idee, es sollen möglichst viele Arbeitssuchende ‚mal schnell‘ zu Pflegekräften umgeschult werden. Dadurch entsteht der fatale Eindruck: ‚Pflege − das kann nach kurzer Zeit doch jede und jeder‘. Solche Diskussionen tragen dazu bei, dass diesen Berufen die verdiente gesellschaftliche Anerkennung verwehrt bleibt.“

Mehr Anerkennung fordert Steffens aber auch für pflegende Angehörige, die heute fast 70 Prozent der Pflegebedürftigen in Nordrhein-Westfalen zu Hause betreuen. Da am kommenden Sonntag nicht nur der „Internationale Tag der Pflege“ ist, sondern auch Muttertag, appelliert Steffens: „Dankbarkeit und Wertschätzung, die seit Generationen den Muttertag in unserem Land prägen, müssen auch gegenüber pflegenden Angehörigen selbstverständlich sein.“

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

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