Ministerin Steffens: Dirk Meyer wird neuer Patientenbeauftragter / Erster Jahresbericht belegt großen Bedarf an Orientierung im Gesundheitswesen

29. April 2013
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Dirk Meyer (54) wird neuer Patientenbeauftragter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Er folgt zum 1. Juni 2013 auf Dr. Eleftheria Lehmann (66), die dieses Amt nach einem Jahr aus persönlichen Gründen abgibt. „Ich danke Frau Dr. Lehmann für die Pionierarbeit beim Aufbau des Büros der Patientenbeauftragten auf dem Gesundheitscampus in Bochum. Ihr Bericht macht deutlich, wie groß der Bedarf nach Rat und Orientierung im als unübersichtlich empfundenen Gesundheitswesen ist. Es zeigt sich einmal mehr, dass das Gesundheitssystem viel stärker von den Menschen her gedacht werden muss“, erklärte Ministerin Steffens anlässlich der Bekanntgabe des Personalwechsels in Düsseldorf. Den künftigen Patientenbeauftragten Dirk Meyer stellte die Ministerin als „kompetent, bestens vernetzt und kommunikationsstark“ vor. „Insbesondere seine langjährige Arbeit in der Selbsthilfe wird ihm bei seiner Lotsentätigkeit durch das Gesundheitswesen zugute kommen“, so Steffens weiter.

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Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Dirk Meyer (54) wird neuer Patientenbeauftragter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Er folgt zum 1. Juni 2013 auf Dr. Eleftheria Lehmann (66), die dieses Amt nach einem Jahr aus persönlichen Gründen abgibt. „Ich danke Frau Dr. Lehmann für die Pionierarbeit beim Aufbau des Büros der Patientenbeauftragten auf dem Gesundheitscampus in Bochum. Ihr Bericht macht deutlich, wie groß der Bedarf nach Rat und Orientierung im als unübersichtlich empfundenen Gesundheitswesen ist. Es zeigt sich einmal mehr, dass das Gesundheitssystem viel stärker von den Menschen her gedacht werden muss“, erklärte Ministerin Steffens anlässlich der Bekanntgabe des Personalwechsels in Düsseldorf.

Den künftigen Patientenbeauftragten Dirk Meyer stellte die Ministerin als „kompetent, bestens vernetzt und kommunikationsstark“ vor. „Insbesondere seine langjährige Arbeit in der Selbsthilfe wird ihm bei seiner Lotsentätigkeit durch das Gesundheitswesen zugute kommen“, so Steffens weiter.

In ihrem Jahresbericht 2012 legt die scheidende Patientenbeauftragte anschaulich dar, wie vielschichtig die Fragen und Hilfegesuche von Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen sind. Durch ihre Intervention gelang es, pragmatische Lösungen im Sinne der Betroffenen zu vermitteln und Patientinnen und Patienten über ihre Rechte und Möglichkeiten der Unterstützung zu informieren. „Die Einzelfälle verdeutlichen, wo es konkret an Patientenorientierung fehlt und welche schlimmen Folgen dies für die Betroffenen mitunter hat. Aus der Summe der Beschwerden und Kontakte lassen sich aber auch strukturelle Defizite ableiten“, erläuterte Ministerin Steffens. Beispiele für Hinweise auf strukturelle Defizite sind dem Bericht zufolge die als intransparent empfundenen Verfahren der Kostenübernahme bei Heil- und Hilfsmitteln, Unklarheiten bei der Einstufung durch die Pflegekassen oder Unsicherheiten beim Umgang mit dem Verdacht eines Behandlungsfehlers.

Von Mai bis Dezember 2012 haben sich fast 600 Ratsuchende an das Büro der Patientenbeauftragten gewandt. Auf die Internetseiten der Patientenbeauftragten griffen im Durchschnitt knapp 850 Nutzerinnen und Nutzer pro Monat zu.

Die/der Patientenbeauftragte ist in erster Linie nicht selbst beratend tätig, sondern fungiert als Lotsin bzw. Lotse im Gesundheitswesen. Sie/er verweist daher in der Regel auf die vielfältigen, qualifizierten Beratungs- und Unterstützungsangebote der Kostenträger, Leistungserbringer, Selbsthilfeorganisationen und staatlichen Institutionen. Sie/er informiert die Ratsuchenden in Ergänzung zu bestehenden Angeboten wie der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland, des Netzwerks Patientenberatung NRW, der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. und der zahlreichen Selbsthilfeorganisationen.

Die/der Patientenbeauftragte

  • vermittelt geeignete Beratungsangebote,
  • ist behilflich bei Beschwerden und Erfahrungen von Patientinnen und Patienten und bei Problemen im System
  • gibt ihre/seine Erfahrungen an andere Akteurinnen und Akteure im Gesundheitssystem und die Politik als "Impulsgeber/in" für Veränderungen weiter.

Die/der Beauftragte der Landesregierung für Patientinnen und Patienten ist zentrale Ansprechperson für besondere Anliegen erkrankter Menschen und ihrer Angehörigen und ergänzt die wertvolle Arbeit der anderen Beratungsstrukturen der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland, des Netzwerks Patientenberatung NRW, der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. sowie der Selbsthilfe in NRW.

„Mit der Ernennung der ersten nordrhein-westfälischen Patientenbeauftragten haben wir einen wichtigen Schritt für mehr Patientenorientierung getan. Durch die engagierte Arbeit von Frau Dr. Lehmann ist die neue Ansprechstelle schnell im Gesundheitswesen unseres Landes etabliert worden. In den kommenden vier Jahren wird Dirk Meyer mit dazu beitragen, das Gesundheitssystem menschlicher und sozialer zu machen“, betonte Ministerin Steffens.

Dr. Eleftheria Lehmann: „Menschen zuerst - dies war und ist der Leitgedanke bei meiner Arbeit als Patientenbeauftragte. Wir werden das Gesundheitssystem nur menschlicher machen können, wenn wir die Strukturen konsequent verbessern. Beschwerden von Patientinnen und Patienten oder ihrer Angehörigen können Hinweise auf Systemschwächen liefern. Deshalb müssen wir sie ernst nehmen, auswerten und gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitswesens nach Möglichkeiten von Veränderungen suchen. In diesem Sinne wünsche ich meinem Nachfolger viel Erfolg.“

Dirk Meyer: „Den Ansatz von Frau Dr. Lehmann möchte ich aufgreifen und weiter führen: Menschen zuerst. Es gilt, im Versorgungssystem ‚Brücken zu bauen‘ und sie auch zu beschreiten, um auf die Patientinnen und Patienten zuzugehen und ihre Perspektive einzunehmen. Dann kann es gemeinsam gelingen, Patientinnen und Patienten zu stärken, Diskriminierung und Stigmatisierung abzubauen und letztendlich die gesundheitliche Versorgung in Nordrhein-Westfalen zu verbessern. Die Patientenperspektive muss der zentrale Ansatzpunkt für Optimierungsansätze im Versorgungssystem sein.“

Informationen zu Dirk Meyer

Dirk Meyer ist seit mehr als 25 Jahren in der Selbsthilfe beruflich engagiert und eine im Gesundheitswesen Nordrhein-Westfalens verankerte und anerkannte Persönlichkeit. Seit 1987 übte er verschiedene leitende Tätigkeiten in den Strukturen der AIDS-Hilfe auf lokaler, Landes- und Bundesebene aus. Bis 2011 war er zudem Sprecher der Landesverbände in der Gesundheitsselbsthilfe in Nordrhein-Westfalen (Wittener Kreis) und Mitglied der Ethik-Kommission der Ärztekammer Nordrhein. Zuletzt war Dirk Meyer in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung tätig. Dirk Meyer wurde 1959 in Bergkamen geboren und lebt in Köln.

Informationen zum Büro des Patientenbeauftragten

Das Büro des Patientenbeauftragten ist seit Mai 2012 auf dem Gesundheitscampus in Bochum angesiedelt. Für die erforderliche Ausstattung mit Sachmitteln und Personal (3,5 Vollzeitstellen plus Patientenbeauftragter) stellt das Land pro Jahr rund 400.000 Euro zur Verfügung.

Kontakt:
Der Beauftragte der Landesregierung Nordrhein-Westfalen
für Patientinnen und Patienten
Gesundheitscampus 9, 44801 Bochum
Telefon: 0234-91535-1940 (Mo. - Fr. von 8.00 - 18.00 Uhr)
E-Mail: info@patientenbeauftragte.nrw.de
Internet: www.patientenbeauftragter.nrw.de

Ein Portraitbild des neuen Patientenbeauftragten in druckfähiger Auflösung können Sie im MGEPA-Internetauftritt unter www.mgepa.nrw.de/ministerium/presse/fotos herunterladen.

Der erste Jahresbericht kann auf der Internetseite des Patientenbeauftragten unter www.patientenbeauftragter.nrw.de heruntergeladen werden.

Hinweis:
Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des MGEPA: Telefon: 0211-8618-4246

Nachfragen zum ersten Jahresbericht der Patientenbeauftragten richten Sie bitte an das Büro der Patientenbeauftragten: Telefon: 0234-91535-1920

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