Kampf gegen HIV und andere STI

Kampf gegen HIV und andere STI: 1,3 Millionen Euro für Netzwerke „Sexualität und Gesundheit“

25. September 2019

Nordrhein-Westfalen fördert die bessere Vernetzung von Informations-, Beratungs-, Test- und Behandlungsangeboten

Um den steigenden Raten von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) zu begegnen und Spätdiagnosen von HIV-Infektionen zu reduzieren, fördert das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales die bessere Vernetzung von Präventions- und Hilfeangeboten.

 
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

Um den steigenden Raten von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) zu begegnen und Spätdiagnosen von HIV-Infektionen zu reduzieren, fördert das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales die bessere Vernetzung von Präventions- und Hilfeangeboten. Dafür stellt das Land in den nächsten 2,5 Jahren insgesamt 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.
 
„In Nordrhein-Westfalen existieren gute und vielfältige Möglichkeiten zur Information, Beratung, Test und Behandlung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen“, so Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: „Für die Bürgerinnen und Bürger kann diese Vielfalt jedoch verwirrend sein. Manche Angebote sind wenig sichtbar, bei anderen sind die Übergänge zwischen den Strukturen unklar.“
 
Das Land unterstützt daher eine sektorenübergreifende Verzahnung zwischen den Angeboten, insbesondere im ländlichen Raum und über kommunale Strukturen hinweg. Ab sofort fördert das Ministerium fünf regionale Netzwerke zu „Sexualität und Gesundheit“. Mit der Förderung wird der Zugang zur den verschiedenen Angeboten wie Beratung, Test, und Behandlung erleichtert. Zudem wird die Überleitung zwischen diesen Bereichen durch eine engere Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure verbessert.
 
Die Netzwerke widmen sich verschiedenen Zielgruppen und sind in unterschiedlichen Regionen angesiedelt. Ziel der Förderung ist, dass mehr Menschen, insbesondere im ländlichen Raum, die vielfältigen Angebote frühzeitiger und häufiger in Anspruch nehmen.
 
Folgende Netzwerke werden gefördert:
 
Kreis Siegen-Wittgenstein
Der Schwerpunkt liegt auf der besseren Erreichung der Zielgruppen, die bisher in Siegen nicht gut erreicht wurden, z. B. schwule Männer, Drogenkonsumenten und Sexarbeiterinnen. Dies soll durch den Aufbau eines Netzwerks mit örtlichen Beratungsstellen, Ärztinnen und Ärzten und nahegelegenen Kliniken zur sexuellen Gesundheit u.a. mit aufsuchender Arbeit ermöglicht werden.
 
Aidshilfe Bielefeld
Schwerpunkt ist der Auf- und Ausbau eines Netzwerks zur Gesundheitsförderung von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern in der Stadt Bielefeld und im Kreis Herford u. a. durch die Entwicklung neuer Zugangswege.
 
Aidshilfe Essen
Das Netzwerk legt einen besonderen Fokus auf die frühe Erreichung und die Verbesserung der infektiologischen Versorgung von drogenabhängigen Menschen in Essen, Duisburg und im Kreis Wesel. Hier soll auch das Problem der Party-Drogen durch einen Peer-to-Peer-Ansatz einbezogen werden.
 
Ruhr-Universität Bochum
Mit der Förderung wird die Einrichtung eines Netzwerks „Sexualität und Gesundheit“ im Regierungsbezirk Münster, insbesondere in den ländlichen Regionen unterstützt. Die vernetzte Zusammenarbeit von Medizin, Öffentlichem Gesundheitsdienst, Aidshilfe und weiteren Nichtregierungs-Organisationen, eine gesicherte Weiterleitung innerhalb der Kooperationspartner und ein offener und schamfreier Zugang sollen in die Fläche gebracht werden.
 
AIDS-Hilfe Rhein-Sieg e.V.
Die Förderung zielt primär auf eine bessere hausärztliche Versorgung von Menschen mit HIV im ländlichen Rhein-Sieg-Kreis. Mit dem Aufbau des Netzwerks werden Hausärzte mit Schwerpunktbehandlern und der Universitätsklinik Bonn vernetzt.

Hintergrund:

Die HIV-Neuinfektionen sind in Nordrhein-Westfalen seit 2014 relativ konstant und in 2017 leicht gesunken. Dennoch erfolgen ein Drittel der HIV-Erstdiagnosen in Nordrhein-Westfalen unverändert erst bei einem fortgeschrittenen Immundefekt (sog. Spätdiagnosen). Gleichzeitig steigt seit 2015 die Zahl der Syphilisdiagnosen wieder an.

Aktuellen Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge haben zudem Gonokokken-Infektionen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Auch die Häufigkeit von Chlamydien-Infektionen bei Frauen und Männern wird als erheblich eingeschätzt.
 

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