Grenzwerte für giftige Schimmelpilze in Rohmilch überschritten

1. März 2013

Grenzwerte für giftige Schimmelpilze in Rohmilch überschritten – Milchviebetrieb in Niedersachsen gesperrt, Verdachtsfälle auch in NRW

Das NRW-Verbraucherschutzministerium wurde von den niedersächsischen Behörden jetzt über einen Fund von Aflatoxinen in einem niedersächsischen Milchbetrieb unterrichtet. Aflatoxine sind giftige Schimmelpilze und gelten als hochgradig krebserregend. Der betroffene Milchbetrieb in Niedersachsen wurde sofort gesperrt. Als Ursache werden belastete Futtermitteln (Mais) aus Serbien vermutet. In Niedersachsen sollen über 3500 landwirtschaftliche Betriebe mit diesem Futtermittel beliefert worden sein. Nach aktuellen Erkenntnissen des LANUV sind 29 Lieferungen Ergänzungsfuttermittel im Zeitraum vom 25. Januar 2013 bis 8. Februar 2013 in 15 Betriebe in den Kreisen Lippe, Minden-Lübbecke und Steinfurt geliefert worden.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Das NRW-Verbraucherschutzministerium wurde von den niedersächsischen Behörden gestern Abend (28. Februar) über einen Fund von Aflatoxinen in einem niedersächsischen Milchbetrieb unterrichtet. Aflatoxine sind giftige Schimmelpilze und gelten als hochgradig krebserregend. Der betroffene Milchbetrieb in Niedersachsen wurde sofort gesperrt. Als Ursache werden belastete Futtermitteln (Mais) aus Serbien vermutet. In Niedersachsen sollen über 3500 landwirtschaftliche Betriebe mit diesem Futtermittel beliefert worden sein. Nach aktuellen Erkenntnissen des LANUV sind 29 Lieferungen Ergänzungsfuttermittel im Zeitraum vom 25. Januar 2013 bis 8. Februar 2013 in 15 Betriebe in den Kreisen Lippe, Minden-Lübbecke und Steinfurt geliefert worden. Außerdem hat ein Mischfutterhersteller in NRW 1.050t des betroffenen Futtermittels bezogen. Davon wurden 850t sichergestellt. 200t waren bereits verarbeitet. Die Vertriebswege werden derzeit ermittelt.

Das NRW-Verbraucherschutzministerium hat unverzüglich das NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) aufgefordert, die betroffenen Betriebe zu identifizieren, festzustellen, ob die betroffenen Futtermittel eingesetzt worden sind, im Einzelfall Milchlieferungen auszusetzen und Proben zu analysieren. Die amtlichen Untersuchungsämter wurden aufgefordert, Probenkapazitäten bereitzustellen und zu prüfen, ob Amtshilfe für Niedersachsen möglich ist. Der staatlich anerkannte Milchkontrolldienst (Landeskontrollverband) wurde aufgefordert, die Eigenkontrollen bei der Milchanlieferung auf Aflatoxine zu erhöhen. Darüber hinaus wurden die Kreisveterinärämter aufgefordert, amtliche Kontrollen durchzuführen und auch Milcherzeugnisse in den Molkereien zu beproben.

Hintergrund:

Aflatoxine sind Pilzgifte und gelten als hoch kanzerogene Stoffe. Der Höchstgehalt für Milch beträgt 50ng/kg oder 0,05µg/kg. Im gesperrten Milchbetrieb in Niedersachsen ist ein erhöhter Aflatoxinwert von 57ng/kg Milch gefunden worden. Aflatoxine sind hitzestabil, werden also bei der Pasteurisation nicht inaktiviert. Deshalb ist die Minimierung in Lebensmitteln das wichtigste Ziel. Aflatoxine gehen leicht in die Milch über.

Der Landeskontrollverband führt seit Jahren jedes Jahr im Rahmen der Milchgüteprüfung über 500 (2011: 660) Untersuchungen pro Jahr auf Aflatoxine durch. Dabei lagen in den letzten Jahren alle Werte immer unter 10ng/kg Milch, was den Anforderungen an Babynahrung entspricht. Bei überhöhten Werten von Aflatoxinen in Lebensmitteln, hier insbesondere in der Milch, sind die Lebensmittel sofort vom Markt zu nehmen.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-719 (Wilhelm Deitermann).

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