1. Station Naturerbetour: Naturwaldzelle Schiefe Wand im Sauerland zeigt natürliche Abläufe im Wald

12. Juli 2012

1. Station Naturerbetour: Naturwaldzelle Schiefe Wand im Sauerland zeigt natürliche Abläufe im Wald / Minister Remmel: Wildnis spendet Leben

Rund 80 Prozent der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten sind auf Alt- und Totholz angewiesen. Eine alte Buche, die ihr Lebensende erreicht hat, spendet also wieder Leben und wird Teil eines faszinierenden Lebensraumes. „Es ist erstaunlich, welche Vielfalt sich entwickelt, wenn wir der Natur Raum geben, sich ohne Eingriff des Menschen entwickeln zu können“, sagte Umweltminister Johannes Remmel bei seinem Besuch der Naturwaldzelle Schiefe Wand im sauerländischen Schmallenberg.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Rund 80 Prozent der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten sind auf Alt- und Totholz angewiesen. Eine alte Buche, die ihr Lebensende erreicht hat, spendet also wieder Leben und wird Teil eines faszinierenden Lebensraumes. „Es ist erstaunlich, welche Vielfalt sich entwickelt, wenn wir der Natur Raum geben, sich ohne Eingriff des Menschen entwickeln zu können“, sagte Umweltminister Johannes Remmel bei seinem Besuch der Naturwaldzelle Schiefe Wand im sauerländischen Schmallenberg. „Weltweit verschwinden gegenwärtig etwa 14.000 Arten unwiederbringlich. Naturräume wie diese Naturwaldzelle sind ein kleiner Beitrag, um den Artenschwund zumindest hier in Nordrhein-Westfalen auf kleinem Raum zu stoppen.“

Die Naturwaldzelle „Schiefe Wand“ im sauerländischen Schmallenberg ist die erste Station von Minister Remmel auf seiner Naturerbetour durch ganz Nordrhein-Westfalen. Bereits seit 1976 kann sich auf einer Fläche von rund 70 Hektar der Buchenwald unter wissenschaftlicher Begleitung frei entwickeln. Gemeinsam mit dem Leiter von Wald und Holz NRW, Andreas Wiebe, besichtigte der Minister unter anderem eine 250 Jahre alte Buche als Sammelpunkt für Pilze, Moose und Flechten sowie Insekten und Vögel. Andreas Wiebe hob insbesondere die wissenschaftliche Begleitung und den Mehrwert für die Forstwirtschaft hervor: „Wir lernen von der Natur, wie natürliche Lebenszyklen im Wald funktionieren und können diese auf eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder übertragen. Die Entwicklung von Verjüngungskegeln in Bestandeslücken zum Beispiel haben wir uns im Urwald abgeguckt; damit erhöht sich die Struktur und Stabilität in den Waldbeständen“, erläuterte Wiebe.

Ebenfalls von besonderem Interesse war der Kyrillpfad. „Diese Windwurfflächen sind ein Mahnmal dafür, dass das Streben nach maximalem Gewinn durch einen reinen Fichtenanbau nicht nachhaltig ist“, erklärte Minister Remmel. „Wir beobachten hier eine natürliche Wiederbewaldung, die uns den richtigen Weg zu stabilen Mischbeständen auf natürlichem Wege zeigen wird.“ Der Kyrillpfad ist für jedermann begehbar und zeigt auf einer Länge von einem Kilometer (250 m barrierefrei) die Folgen, aber auch die natürlichen Entwicklungsmöglichkeiten nach dem Sturm Kyrill im Jahr 2007.

Die zweite Station der Naturerbetour wird Minister Remmel am 17. Juli 2012 in den Nationalpark Eifel führen. Unter dem Motto „Urwald aus zweiter Hand - Lebensraum für Wildkatze und Co.“ wird sich der Minister über den Nachweis der Vorkommen der Wildkatze und deren natürliche Lebensräume informieren.

Hintergrundinformationen:

NRW verfügt über rund 3000 Naturschutzgebiete, etwa 550 Gebiete des europäischen Schutzgebietssystems „Natura 2000“ (8,4 Prozent der Landesfläche), einen Nationalpark in der Eifel und 14 Naturparke. Bemerkenswert groß ist die Artenvielfalt in Nordrhein-Westfalen mit über 40.000 verschiedenen Pflanzen- und Tierarten. Gleichwohl steht fast die Hälfte von ihnen auf der Roten Liste. Etwa 45 Prozent der heimischen Tier-, Pilz- und Pflanzenarten sind in ihren Beständen gefährdet oder bereits ausgestorben. Von den insgesamt etwa 12.000 betrachteten Arten sind 40 Prozent der Farn- und Blütenpflanzen, 45 Prozent der Säugetierarten, über 50 Prozent der Vogelarten und 55 Prozent der Schmetterlingsarten gefährdet oder ausgestorben.

Weitere Informationen zum Thema „NRW-Naturerbe“ sind zu finden unter www.naturerbe.nrw.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-719 (Wilhelm Deitermann).

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