Überlebende empfinden Auschwitz-Besuch von Ministerpräsident Wüst als Geste der Solidarität

Das Gedenken an die Opfer der NS-Verbrechen und die deutsch-polnische Aussöhnung standen im Mittelpunkt, als Ministerpräsident Hendrik Wüst die Internationale Jugendbegegnungsstätte Oświęcim besuchte. Das Internationale Auschwitz Komitee begrüßte und begleitete seinen Besuch vor Ort.

23. Mai 2026
Ministerpräsident Wüst besucht die Internationale Jugendbegegnungsstätte (IJBS) in Oświęcim

Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Mittwoch, 20. Mai 2026, gemeinsam mit der Beauftragten für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur Sylvia Löhrmann das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Im Anschluss tauschte er sich in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte (IJBS) in Oświęcim unter anderem mit der Direktorin Joanna Klęczar-Déodat, dem nordrhein-westfälischen Pfarrer Manfred Deselaers sowie jungen deutschen Freiweilligen aus. Die Begegnungsstätte ist eine außerschulische Bildungseinrichtung, die von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e. V. und der Stadt Oświęcim begründet wurde – mit Unterstützung ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz. Sie wurde 1986 eingeweiht und begeht in diesem Jahr ihr 40. Jubiläum.

Zu den strategischen Partnern der Internationalen Jugendbegegnungsstätte zählt das Internationale Auschwitz Komitee. Es wurde 1952 von Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau gegründet, um die Erinnerung zu pflegen, die Interessen der Überlebenden zu vertreten und den Kontakt zwischen nationalen Komitees zu fördern. Dr. Eva Umlauf, die aktuelle Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees, wurde im Alter von 2 Jahren mit ihrer Mutter in das KZ Auschwitz deportiert. Zum Auschwitz-Besuch von Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte die Holocaust-Überlende in München: „Die Überlebenden der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager empfinden den Auschwitz-Besuch des Ministerpräsidenten des größten deutschen Bundeslandes gerade jetzt als politische und menschliche Geste der Solidarität. Wir beobachten die politische Entwicklung in Deutschland in diesen Tagen mit großer Aufmerksamkeit und wir haben verstanden, dass rechtsextreme Politiker in Deutschland unseren Erinnerungen und der Erinnerungskultur feindlich gesonnen sind. Es bedrückt und bestürzt uns, auf wie viel Zustimmung diese Politiker des Hasses bei Umfragen zu stoßen scheinen und wie die Demokratie in Deutschland nach ihren Plänen und Wahlprogrammen zerrissen werden soll.“

Am Besuch der Internationalen Jugendbegegnungsstätte von Ministerpräsident Hendrik Wüst nahm für das Internationale Auschwitz Komitee Christoph Heubner als Exekutiv-Vizepräsident teil. Er war seit 1980 an der Planung und den Verhandlungen über den Bau der Begegnungsstätte in Oświęcim beteiligt. Heubner setzt sich seit Jahrzehnten für das Gedenken an die Opfer der NS-Verbrechen und für die deutsch-polnische Aussöhnung ein. Für dieses Engagement erhielt er unter anderem das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2021. Heubner führte Ministerpräsident Hendrik Wüst und dessen Delegation durch das Ausstellungspavillon Gerhard Richter BIRKENAU, in dem eine Edition der Serie „Birkenau“ des Staatspreisträgers von Nordrhein-Westfalen zu sehen ist. Das Konzept der Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit Christoph Heubner, dem Internationalen Auschwitz Komitee, der Stiftung für die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim und der Stadt Oświęcim entwickelt.

Christoph Heubner betonte als Vertreter des Internationalen Auschwitz Komitees beim Besuch von Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Trotz rechtsextremer Parolen in Deutschland wird der Blick der Welt auf Deutschland auch zukünftig an Auschwitz, Dachau und Buchenwald nicht vorbei gehen. Deutschland schuldet sich selbst, der Welt und den Überlebenden des Holocaust die Erinnerung an das, was in Auschwitz geschehen ist und warum es geschah, damit wir in Europa auch zukünftig in einer Welt der Vielfalt und der Demokratie leben können. Gerade jetzt müssen deshalb Demokratinnen und Demokraten in Deutschland und Europa zusammenstehen, um rechtsextremen und antisemitischen Hass zu bekämpfen.“