Dr. Heiner Wilmer legt Treueid als künftiger Bischof von Münster ab

Ministerpräsident Wüst: Mit Heiner Wilmer erhält das Bistum Münster einen Bischof, der den Menschen nahe ist, Brücken baut und den Dialog sucht

16. Juni 2026
Dr. Heiner Wilmer legt Treueid als künftiger Bischof von Münster ab

Der künftige Bischof von Münster, Dr. Heiner Wilmer SCJ, hat am Mittwoch, 16. Juni 2026, in der Düsseldorfer Staatskanzlei den Treueid abgelegt, der nach dem Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich vom 20. Juli 1933 – dem sogenannten Reichskonkordat, einem für die Bundesrepublik Deutschland fortgeltenden Staatskirchenvertrag – vorgesehen ist.

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Der künftige Bischof von Münster, Dr. Heiner Wilmer SCJ, hat am Mittwoch, 16. Juni 2026, in der Düsseldorfer Staatskanzlei den Treueid abgelegt, der nach dem Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich vom 20. Juli 1933 – dem sogenannten Reichskonkordat, einem für die Bundesrepublik Deutschland fortgeltenden Staatskirchenvertrag – vorgesehen ist. Da das Bistum Münster zwar überwiegend in Nordrhein-Westfalen liegt, aber auch das zu Niedersachsen gehörende Oldenburger Münsterland umfasst, erfolgte dies vor Vertreterinnen und Vertretern der Landesregierungen Nordrhein-Westfalens und Niedersachsen.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Wir leben in Zeiten großer Herausforderungen und tiefgreifenden Wandels. Viele Menschen suchen in diesen Zeiten besonders nach Halt und Orientierung. Mit Heiner Wilmer erhält das Bistum Münster einen Bischof, der den Menschen nahe ist, Brücken baut und den Dialog sucht. Die Kirchen leisten Tag für Tag einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt und zum sozialen Miteinander in Nordrhein-Westfalen – in Kitas und Schulen, in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Ich bin überzeugt, dass Heiner Wilmer mit seiner Erfahrung und seiner Nähe zu den Menschen wichtige Impulse für das kirchliche und gesellschaftliche Leben in Nordrhein-Westfalen setzen wird.“

Dr. Heiner Wilmer SCJ: „Der heutige Treueid ist Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung und des gemeinsamen Willens von Kirche und Staat zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit. Uns eint das Ziel, dem Gemeinwohl und den Menschen zu dienen. Staat und Kirche haben unterschiedliche Grundlagen, aber gemeinsame Ziele. Beide sind den Menschen verpflichtet, die ihnen anvertraut sind. Ich freue mich darauf, dazu künftig als Bischof von Münster meinen Beitrag zu leisten.“

Mit der Vereidigung bekräftigt der ernannte Bischof von Münster seine Bereitschaft, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bistums – das Reichskonkordat erwähnt exemplarisch den Klerus – die verfassungsmäßige Ordnung einschließlich der geltenden staatskirchenrechtlichen Vereinbarungen zu achten und das Gemeinwohl vor Schaden zu bewahren. Auf diese Weise steht der Treueid für ein vertrauensvolles und partnerschaftliches Verhältnis von Staat und Kirche, das – unbeschadet der grundsätzlichen Trennung von Staat und Kirche – auf dem gemeinsamen Einsatz für das allgemeine Wohl beruht.

Nach der Wahl von Dr. Heiner Wilmer SCJ durch das Münsteraner Domkapitel aus einem Dreiervorschlag des Heiligen Stuhls und den Erklärungen der Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, dass keine Bedenken politischer Art bestünden, bestätigte Papst Leo XIV. den rechtmäßig Gewählten als 77. Bischof von Münster. Dies wurde am 26. März 2026 bekanntgegeben – am Hochfest des heiligen Liudger, der in Friesland und Westsachsen (im heutigen Münsterland) als Glaubensbote sowie ab 805 als erster Bischof von Münster wirkte. Wilmer, bisher Bischof von Hildesheim, folgt auf Bischof em. Dr. Felix Genn, der im März 2025 nach Erreichen der Altersgrenze emeritiert wurde. Seither und bis zur Amtseinführung von Bischof Wilmer, die am 21. Juni 2026 stattfinden wird, wird das Bistum Münster übergangsweise von Domkapitular Dr. Antonius Hamers als Diözesanadministrator geleitet.

Dr. Heiner Wilmer SCJ, der aus Schapen/Emsland stammt, verfügt über langjährige Erfahrungen in Seelsorge, Bildung und kirchlicher Leitung. Nach seinem Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) wurde er 1987 zum Priester geweiht. Er wirkte als Lehrer und Schulseelsorger, unter anderem in Vechta sowie an einer Jesuitenschule in New York, und leitete von 1998 bis 2007 das Gymnasium Leoninum in Handrup. Anschließend stand er der deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester vor und wurde 2015 zum Generaloberen seines weltweit tätigen Ordens mit Sitz in Rom gewählt. 2018 ernannte Papst Franziskus ihn zum Bischof von Hildesheim. Seit Februar 2026 ist Wilmer zudem Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

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