Waldbrände in Nordrhein-Westfalen: Hürtgenwald weitgehend unter Kontrolle – Einsatz gegen Glutnester geht weiter

Ministerin Gorißen dankt Einsatzkräften, Forstleuten und Landwirtinnen und Landwirten in Hürtgenwald und Monschau für ihren außergewöhnlichen Einsatz

18. August 2026
PHB Gorißen, Silke - ernst, blauer Hintergrund (2022)

Aufatmen im Hürtgenwald: Der größte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen seit Jahrzehnten ist weitgehend unter Kontrolle. Doch noch ist der Einsatz nicht beendet. Auf rund 300 bis 400 Hektar Wald sind Flächen verbrannt oder geschädigt worden, Einsatzkräfte kämpfen weiterhin gegen Glutnester.

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Aufatmen im Hürtgenwald: Der größte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen seit Jahrzehnten ist weitgehend unter Kontrolle. Doch noch ist der Einsatz nicht beendet. Auf rund 300 bis 400 Hektar Wald sind Flächen verbrannt oder geschädigt worden, Einsatzkräfte kämpfen weiterhin gegen Glutnester. Ein Fire Fighter, vier Forstwirt-Rotten und drei Forstmaschinen unterstützen die Nachlöscharbeiten. Wärmebildkameras helfen dabei, verbliebene Hotspots aufzuspüren und gezielt zu löschen.

Forstministerin Silke Gorißen hat sich heute erneut vor Ort in Hürtgenwald ein Bild von der Lage und den Nachlöscharbeiten gemacht und mit Forstleuten sowie weiteren Beteiligten gesprochen. Sie würdigte insbesondere die fachkundige und mutige Arbeit der Forstfachleute, die aufgrund ihrer Ortskenntnis eine wichtige Rolle bei der Koordination der Löscharbeiten spielen. Gerade im Hürtgenwald ist auch die mögliche Belastung des Waldbodens mit Munition aus dem Zweiten Weltkrieg zu berücksichtigen. 

Derzeit wird eine Sperrung der betroffenen Waldflächen geprüft. Dort besteht akute Lebensgefahr durch instabile, teilweise verkohlte Bäume.

„Von Herzen Danke an unsere Leute – ohne ihren Einsatz wäre es hier ganz anders ausgegangen. Ich bin sehr stolz auf Sie alle!“, so Ministerin Gorißen.

Vom Hürtgenwald ging es weiter ins Hohe Venn. Hier traf die Ministerin gemeinsam mit Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier und Monschaus Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer Einsatzkräfte und Ehrenamtler am Feuerwehrgerätehaus in Monschau-Kalterherberg. Unmittelbar an der belgischen Grenze machte sie sich ein Bild von den getroffenen Maßnahmen für den Fall, dass sich das Feuer weiter auf die Grenze zubewegt. „Was hier im Hürtgenwald und in Monschau unter schwierigsten Bedingungen geleistet wird, verdient höchsten Respekt“, so die Ministerin. „Feuerwehr, Bundeswehr, Polizei, Forstleute, Hilfsorganisationen, Landwirte, Lohnunternehmer und unzählige ehrenamtliche Helfer arbeiten Hand in Hand, um Menschen, Tiere und Natur zu schützen. Danke auch an alle Menschen, die für die Personen im Einsatz da sind.“

Nordrhein-Westfalen unterstützt Belgien beim Waldbrand im Hohen Venn

Im belgischen Hohen Venn bleibt die Lage angespannt. Der Brand hat sich dort auf rund 3.000 Hektar ausgedehnt. Seit Anfang der Woche unterstützt einer der beiden Fire Fighter des Landes Nordrhein-Westfalen die belgischen Einsatzkräfte bei der Bekämpfung des Brandes im Hohen Venn. Die geländegängigen Fire Fighter mit 10.000-Liter-Tanks des Landesbetriebs Wald und Holz NRW sind bei der Bekämpfung der aktuellen Brände eine große Hilfe, da sie auch dort eingesetzt werden können, wo herkömmliche Löschfahrzeuge an ihre Grenzen kommen. Pro Stunde können sie rund 30.000 Liter Wasser ausbringen. Gerade im schwer zugänglichen Moorgebiet des Hohen Venn sind sie eine wichtige Unterstützung: Die Fahrzeuge bleiben auf tragfähigem Untergrund und können Brände in bis zu rund 50 Metern Entfernung bekämpfen.

„Wir helfen unseren europäischen Nachbarn, wenn unsere Unterstützung gebraucht wird. Der Einsatz unseres Fire Fighters im Hohen Venn zeigt, wie wichtig moderne und geländegängige Technik für die Wald- und Moorbrandbekämpfung ist“, so Ministerin Gorißen.

Waldbrandschutz bleibt eine zentrale Aufgabe

Die Waldbrandgefahr in Nordrhein-Westfalen nimmt infolge von Trockenheit und Hitze langfristig zu. Das Land hat deshalb bereits 2022 ein Waldbrandschutzkonzept vorgestellt und Maßnahmen zur Prävention, Früherkennung und effektiven Bekämpfung von Waldbränden ergriffen. Mittlerweile stehen landesweit zwei Fire Fighter zur Verfügung.

Auch digitale Systeme unterstützen die Waldbrandbekämpfung. Seit Beginn der Waldbrandsaison 2024 ist in der Region Niederrhein das Fire-Watch-System im Einsatz. Kameras erkennen Rauchentwicklungen bereits aus großer Entfernung und ermöglichen eine schnelle Lokalisierung. Das System hat unter anderem den Waldbrand in Sonsbeck am 14. August erkannt und den Einsatzkräften wertvolle Bilder geliefert. Die erfolgreiche Brandmeldeeinrichtung soll auf die Niederlande ausgeweitet werden.

Darüber hinaus setzt Nordrhein-Westfalen auf langfristige Vorsorge. Mit der im April 2026 vorgestellten Waldstrategie verfolgt das Land einen umfassenden Ansatz zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Im Mittelpunkt stehen klimaangepasste, strukturreiche Mischwälder, die Wiederbewaldung der seit 2018 entstandenen Schadflächen sowie moderne digitale Instrumente und eine enge Beratung der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer.

Ministerin Gorißen: „Die aktuellen Waldbrände führen uns mit aller Deutlichkeit vor Augen, wie verletzlich unsere Wälder angesichts von Hitze, Trockenheit, Stürmen und Schädlingen sind. Die Schäden sind immens und werden uns noch lange beschäftigen. Jetzt gilt es zunächst, die betroffenen Flächen zu sichern und die Folgen des Brandes aufzuarbeiten. Das Land stärkt den Waldbrandschutz, investiert in moderne Technik zur Früherkennung und unterstützt die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer beim Aufbau klimastabiler Mischwälder. So wollen wir unsere Wälder widerstandsfähiger machen und sie besser gegen die zunehmende Gefahr von Waldbränden wappnen.“  

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