Versorgungssicherheit und Biodiversität unter einem Hut: Ministerin Gorißen und Landwirtschaftskammer stellen Strategie für verantwortungsvollen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln vor
Ziel der Landesregierung ist es, moderne technische Verfahren, wie etwa automatische Hackroboter, Spot-Spraying, Drohnen und digitale Schädlingserkennung schneller in die Praxis bringen, zum Beispiel durch gezielte Investitionsförderung.
Für eine nachhaltige Ernährungssicherung und Versorgungssicherheit benötigt die Landwirtschaft Möglichkeiten zum Schutz der Ernte. Dazu gehört auch ein maßvoller Einsatz von wirksamen Pflanzenschutzmitteln, der zugleich den Schutz der Umwelt im Blick hat. Die Landesregierung hat sich zur Aufgabe gemacht, beides zu erreichen: die Sicherung der landwirtschaftlichen Produktion und den Schutz der Biodiversität. Dazu hat die Landesregierung kürzlich eine „Reduktionsstrategie Pflanzenschutzmittel NRW“ beschlossen, die Ministerin Silke Gorißen am Montag, 10. November 2025, mit Landwirtschaftskammerpräsident Karl Werring und Expertinnen und Experten aus der Praxis vorgestellt hat.
Ministerin Silke Gorißen: „Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen, dazu gehört auch der Klimawandel mit seinen Folgen für Erträge auf unseren Feldern. Damit wir unsere Ernten sichern können und die Versorgung mit frischen und regional hergestellten Lebensmitteln garantiert bleibt, brauchen wir eine praxisorientierte und technisch moderne Lösung für einen punktgenauen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Deshalb haben wir eine Strategie auf den Weg gebracht, die Versorgungssicherheit und Biodiversität unter einen Hut bringt. Unser Ansatz greift die Anliegen aller Beteiligten – Landwirtschaft und Naturschutz – auf und zeigt konkrete Handlungsempfehlungen. Damit unterstützt sie die landwirtschaftliche und gartenbauliche Praxis bei der ambitionierten und beschleunigten Umsetzung des Integrierten Pflanzenschutzes“ Und weiter sagte sie: „Gleichzeitig ist es wichtig, in einer intensiv genutzten Ackerlandschaft Rückzugsräume für den Schutz und Erhalt der Biodiversität zu schaffen und auszubauen. Beide Anliegen adressiert die Landesstrategie.“
Kammerpräsident Karl Werring: „Diese Strategie des Landes fügt sich nahtlos in die Bestrebungen der Landwirtschaftskammer, der Offizialberatung und der landwirtschaftlichen Betriebe in Nordrhein-Westfalen ein, die Menge und das Risiko beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verringern. Es ist aus unserer Sicht der richtige Schritt, dieses Ziel durch eine Intensivierung des integrierten Pflanzenschutzes, eine praxisnahe Unterstützung und vor allem durch eine gezielte und individuelle Beratung und Förderung zu erreichen.“
Eine Verringerung der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ohne die Gefährdung der Ernten lässt sich am besten durch Nutzung des technischen Fortschritts, Innovationen und eine noch bessere Umsetzung des Integrierten Pflanzenschutzes erreichen. Die Nutzung von technischen Innovationen sowie von Künstlicher Intelligenz (KI) spielt in der Strategie eine große Rolle.
Ziel der Landesregierung ist es, moderne technische Verfahren, wie etwa automatische Hackroboter, Spot-Spraying, Drohnen und digitale Schädlingserkennung schneller in die Praxis bringen, zum Beispiel durch gezielte Investitionsförderung. Als einen Baustein wird das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz ab diesem Jahr zum Beispiel die Förderung moderner Pflanzenschutzgeräte in die Investitionsförderung aufnehmen. Damit wird die Lücke geschlossen, die die ausgelaufene Förderung durch den Bund hinterlassen hat. Die Strategie beruht ausschließlich auf Freiwilligkeit und setzt auf intensive Beratung und Anreize durch Förderung.
Die neue Landesstrategie zum reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln setzt also auf zwei Säulen:
- Es sollen die Flächen erweitert werden, auf denen kein oder wenig Pflanzenschutz angewendet wird. Dabei helfen sollen beispielsweise Agrarumweltmaßnahmen: Förderangebote für eine vielfältige Fruchtfolge, für Blühstreifen, Brachen, Randstreifen und auch für eine Ausdehnung des Öko-Landbaus. Hier ist in den vergangenen Jahren vieles erreicht worden.
- Darüber hinaus soll der Einsatz von Pflanzenschutzmittel reduziert und verbessert werden. Hierbei gibt es sieben unterschiedliche Handlungsfelder. Dazu gehören unter anderem:
- Präventiven Pflanzenschutz steigern – das heißt etwa, dass Fruchtfolgen erweitert und gesunde Sorten etabliert werden.
- Alternative, nicht chemische Maßnahmen zur Unkrautregulierung verstärken (zum Beispiel mechanische Verfahren wie Hacken)
- Fortschritte bei der Pflanzenschutztechnik schneller nutzen – dazu gehören etwa Spotspraying, Drohnen, digitale Schädlingserkennung in Gelbschalen, kamerageführte Hacken, autonome Hackroboter etc.
- Die Entwicklung neuartiger Pflanzenschutz-Wirkstoffe unterstützen
- Prognose, Monitoring und Warndienst-Empfehlungen verstärken.
Ministerin Gorißen: „Wir wollen unsere Betriebe bei der Umsetzung mitnehmen. Wir schlagen realistische und umsetzbare Maßnahmen vor, bei denen Betriebe, die guten Willens sind, auch mitmachen können.“ Und weiter sagte sie: „Wir haben die Landesstrategie in einem Dialog mit Vertretern und Verbänden aus Landwirtschaft, Gartenbau, Naturschutz, Wasserwirtschaft, Beratung, Handel und Genossenschaften sowie der Pflanzenschutzmittel-Hersteller diskutiert, formuliert und schließlich als Landesregierung verabschiedet. Wir werden unser Handeln an dieser Strategie ausrichten und vorhandene Förder- und Forschungsprogramme gezielt zur Unterstützung der genannten Ziele einsetzen.“
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