Technologische Stärke für mehr Sicherheit: Land und EU fördern 24 Defence-Tech-Projekte

Wirtschaftsministerin Neubaur eröffnet erstmals die EURO DEFENCE EXPO (EUDEX) in Essen

22. September 2026
Luft- und Raumfahrt, Digitalisierung und Verteidigung

Die EUDEX findet vom 22. bis 25. September 2026 statt und verbindet zivile und militärische Sicherheitstechnologien.

Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie

Die Anforderungen an Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit haben sich grundlegend verändert. Wer seine Sicherheit gewährleisten will, muss deshalb auch technologisch souverän sein. Nordrhein-Westfalen verfügt über eine leistungsfähige industrielle Basis, innovative Mittelständler und eine starke Forschungslandschaft. Mit dem Förderaufruf „Defence.Tech.NRW“ bringt das Land diese Stärken zusammen: Eine unabhängige Jury hat nun 24 Projekte zur Förderung empfohlen, die an Technologien für die zivile und militärische Verteidigung arbeiten. Die Projekte reichen von Drohnenabwehr und KI bis zu Satellitenkommunikation und mobiler Produktion. Für ihre Umsetzung stehen insgesamt 28,4 Millionen Euro EU-Mittel aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021–2027 zur Verfügung. Nordrhein-Westfalen war das erste Land, das einen solchen Wettbewerb ausgerufen hat.

Zum Start der erstmals in Essen stattfindenden EURO DEFENCE EXPO (EUDEX) wird damit sichtbar, woran Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen bereits arbeiten. Die EUDEX findet vom 22. bis 25. September 2026 statt und verbindet zivile und militärische Sicherheitstechnologien. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur hat die EUDEX am Dienstag, 22. September 2026, eröffnet.

Ministerin Neubaur: „Wer Sicherheit will, muss die Technologien dafür selbst bauen können. Unsere Freiheit braucht eine starke technologische Basis. Genau das fördern wir mit ‚Defence.Tech.NRW‘: 24 Projekte, die zeigen, wozu unser Land in der Lage ist – von Drohnenabwehr bis Cybersicherheit. Dahinter stehen keine abstrakten Konzepte, sondern Ingenieurinnen und Mittelständler, die an den Technologien arbeiten, auf die Europa angewiesen ist.“

Zur Eröffnung der EUDEX sagte Ministerin Neubaur weiter: „Essen wird diese Woche zum europäischen Treffpunkt der Verteidigungsindustrie – und das ist kein Zufall. Unser Industrieland kann nicht nur Stahl und Maschinenbau, sondern auch die Sicherheitstechnologie von morgen. Für Nordrhein-Westfalen ist das mehr als ein Messetermin: ein Signal, dass wir in diesem Feld nicht mehr nur mitspielen, sondern vorne mitgestalten – wir haben die Industrie, die Wissenschaft und das Knowhow.”

Von Drohnenabwehr bis Satellitenkommunikation

Die 24 ausgewählten Vorhaben zeigen, dass moderne Verteidigungstechnologie weit über klassische Rüstung hinausgeht. Künstliche Intelligenz, Sensorik, Robotik, Cybersecurity, neue Werkstoffe und moderne Produktionstechnologien werden zu entscheidenden Bausteinen für Sicherheit und Resilienz.

Ein wesentliches Merkmal von „Defence.Tech.NRW“ ist der Dual-Use-Ansatz. Viele der entwickelten Technologien können sowohl in der militärischen Verteidigung als auch im zivilen Bereich eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Systeme zum Schutz kritischer Infrastruktur, robuste Kommunikationslösungen, KI-gestützte Cyberabwehr oder Technologien für Katastrophen- und Kriseneinsätze.

Damit stärkt die Förderung nicht nur die Verteidigungsfähigkeit, sondern auch die technologische und wirtschaftliche Resilienz Nordrhein-Westfalens und Europas. Ziel ist es, Schlüsselkompetenzen auszubauen, kritische Abhängigkeiten zu reduzieren und Lücken in europäischen Wertschöpfungsnetzen zu schließen.

Mit „Defence.Tech.NRW“ unterstützen das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die gemeinsam mit Hochschulen sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen High-Tech-Innovationen entwickeln. Gefördert werden Vorhaben der angewandten Forschung und der experimentellen Entwicklung mit einem klaren Bezug zur zivilen oder militärischen Verteidigung. Im Mittelpunkt stehen marktnahe Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sowie deren Validierung, Demonstration und Skalierung.

Folgende Projekte wurden zur Förderung empfohlen:

  • SORA-LUF – Souveräne radargestützte Luftraumüberwachung
    Projektbeteiligte: Bergische Universität Wuppertal, Phasor Electromagnetics GmbH
    Umsetzungsorte: Wuppertal / Hilden
  • LUCID: KI-gestützte Binärcodeanalyse für souveräne Cyber-Resilienz in Verteidigung und Industrie
    Projektbeteiligte: Lucid Binary GmbH und Max Planck Institute for Security and Privacy
    Umsetzungsorte: Köln / Bochum
  • PHASED – Signifikante Erhöhung der Leistungsfähigkeit von High-Power Electromagnetic (HPEM)-Effektoren zur Drohnenabwehr
    Projektbeteiligte: Obitronik GmbH und Westfälische Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen 
    Umsetzungsorte: Hagen / Gelsenkirchen
  • ReLoCoN – Reliable LowLatency Data Communication & Navigation for UAV Systems
    Projektbeteiligte: trilogik GmbH, DeFuTech UG und FH Münster
    Umsetzungsorte: Greven / Bonn / Münster
  • SPECTRE – Shielded Platform with Emission Control and Tactical Reconnaissance Evasion
    Projektbeteiligte: GSI GmbH, leitspalt GmbH und Universität der Bundeswehr München
    Umsetzungsorte: Aachen / München
  • Automatisierte Sicherheitsanalyse von OT-Systemen mittels KI-Agenten für KRITIS und Verteidigungsanwendungen
    Projektbeteiligte: Westfälische Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen und SecuSeek GmbH
    Umsetzungsorte: Gelsenkirchen / Rheinbach
  • AiD4Sci – AI-based Drone Detection for Securing Critical Infrastructure
    Projektbeteiligte: NOFFZ Technologies GmbH und Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen
    Umsetzungsorte: Tönisvorst / Aachen
  • CHECKMATE - Cluster zur hochskalierbaren Entwicklung und Kommerzialisierung von Werkzeugmodulen für die adaptive Produktion von IR-Optiken
    Projektbeteiligte: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT), Dr. Ewald Nelken GmbH, Horst Keller Werkzeugbau GmbH und Polymeroptix GmbH 
    Umsetzungsorte: Aachen / Mülheim an der Ruhr / Wipperfürth / Goch
  • LIMES – Luftraum-Identifikations- und Mehrebenen-Effektor-System zur Neutralisierung nicht kooperativer Drohnen
    Projektbeteiligte: PicoLAS GmbH, NJ Aerotechnologies UG, Fachhochschule Aachen und Laser Zentrum Hannover e. V.
    Umsetzungsort: Würselen / Aachen / Hannover 
  • SABUR – Skalierbare Auslegungs- und Bewertungsmethoden für UAV-Gasturbinen zur Realisierung beschleunigter Entwicklungszyklen
    Projektbeteiligte: GasTurb GmbH, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen und Fachhochschule Aachen
    Umsetzungsort: Aachen
  • CodeUnderFire.nrw – KI-gestützte Krisensimulation sicherheitskritischer Software
    Projektbeteiligte: Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik (IEM), Ruhr-Universität Bochum, PREVENCY GmbH, Langlauf Security Automation GmbH und Scenarios 4 Summits B.V.
    Umsetzungsorte: Paderborn / Bochum / Wuppertal / Lippstadt / Den Haag (Niederlande) 
  • LiquidSolar Fuels for Defence
    Projektbeteiligte: Greenlyte Carbon Technologies GmbH, Zentrum für BrennstoffzellenTechnik GmbH (ZBT) und RWTH Aachen University
    Umsetzungsorte: Essen / Duisburg / Aachen
  • MyCube-IoT – Entwicklung eines MIOTY-basierten Kommunikationssystems zur zuverlässigen Übertragung terrestrischer IoT-Sensordaten über resiliente CubeSat-Netzwerke für sicherheitskritische Anwendungen
    Projektbeteiligte: Lamb Space Tec GmbH, IMST GmbH und Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS)
    Umsetzungsorte: Heiligenhaus / Kamp-Lintfort / Erlangen 
  • HybridShield  
    Projektbeteiligte: SCHUTZZ GmbH i. G. und Universität Paderborn
    Umsetzungsort: Paderborn
  • MANTIS – Maintenance AI & Trusted Infrastructure for Sovereign Defence Services
    Projektbeteiligte: SIMPL Technologies GmbH, Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST) und wagner GmbH
    Umsetzungsorte: Dortmund / Eschweiler

  • ASTRID: Abwehr synthetischer Täuschung in risikokritischen Informations-Domänen
    Projektbeteiligte: Anymate Me GmbH, Universität Siegen, open.INC GmbH und Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) im Verband kommunaler Unternehmen (VKU)
    Umsetzungsorte: Köln / Siegen 
  • Carbon-Stable WAAM – Additiv gefertigte hochfeste Stahlstrukturen für Schutz- und Leichtbauanwendungen im militärischen Bereich
    Projektbeteiligte: HEGGEMANN AG und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)
    Umsetzungsorte: Büren / Köln
  • CeraBoost – Langbrennender Faserkeramik-Raketenmotor zur Drohnen- und Flugabwehr und Werkstoffprüfung
    Projektbeteiligte: WPX Faserkeramik GmbH und AMTAS GmbH
    Umsetzungsorte: Troisdorf / Köln
  • KoMET - Korrosions- und magnetisch/elektromagnetisch optimierte Technologien für den metallischen Leichtbau
    Projektbeteiligte: Meotec GmbH und Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen 
    Umsetzungsort: Aachen
  • LaVAMTi – LaVa-Schweißen von additiv gefertigten Titankomponenten 
    Projektbeteiligte: Fachhochschule Aachen, Aconity GmbH und LaVa-X GmbH
    Umsetzungsorte: Aachen / Herzogenrath 
  • Entwicklung eines mobilen Niedertemperatur-Dekontaminationssystems zur Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit komplexer Ausrüstungsobjekte in chemischen und biologischen Gefährdungslagen
    Projektbeteiligte: SCHWING Technologies GmbH und FH Münster
    Umsetzungsort: Steinfurt
  • SKARLA - Skalierbare cyber-physische Schutzsysteme für verlegefähige militärische und kritische Infrastrukturen
    Projektbeteiligte: PHYSEC GmbH, Ruhr-Universität Bochum und Barricadix GmbH
    Umsetzungsorte: Bochum / Paderborn
  • MERADSIS – Multimodale Erkennung und Spatial Awareness von Drohnen für den Schutz von Infrastruktur und Sicherheitsanwendungen
    Projektbeteiligte: VEKTIR GmbH, divvoice GmbH, Wienburg GmbH, smart Audio GmbH und Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT)
    Umsetzungsorte: Meerbusch / Aachen / Düsseldorf / Nottuln / Ilmenau
  • Mobile autonome Fabrik (MAF) – Resilienz durch dezentrale Dual-Use-Produktion 
    Projektbeteiligte: aiXtrusion GmbH, Fachhochschule Südwestfalen, Bender GmbH Maschinenbau- u. Streckmetallfabrik, duotec GmbH, PoVoTec GmbH & Co. KG, PROMED Soest GmbH und ROB-Automation & WELDING GmbH
    Umsetzungsorte: Arnsberg / Iserlohn / Meschede / Siegen / Halver / Lennestadt / Soest / Erwitte

Detaillierte Beschreibungen zu allen Projekten finden Sie online unter: www.wirtschaft.nrw/defencetech2026.

Zum Hintergrund

Der Förderaufruf „Defence.Tech.NRW“ ist Teil des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027. Ziel der Förderung ist es, technologische Schlüsselkompetenzen auszubauen, kritische Abhängigkeiten zu reduzieren und Lücken in europäischen Wertschöpfungsnetzen zu schließen. Unterstützt werden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen in Zusammenarbeit mit Hochschulen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen.

Insgesamt stehen für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021- 2027 EU-Mittel in Höhe von 1,9 Milliarden Euro des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Funds (JTF) zur Verfügung. Hinzu kommen eine Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenanteile der Projekte. Unterstützt werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Mittelstandsförderung, Lebensqualität, Mobilität, Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen sowie strategische Technologien und Wettbewerbsfähigkeit. Weitere Informationen finden Sie unter www.efre.nrw

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