So viele weibliche Hochschulleitungen in Nordrhein-Westfalen wie nie zuvor

Mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutieren über Karriere-Chancen in Forschung, Wissenschaft und Lehre

11. Februar 2026
Hochschule Professorin

Die Karriere-Chancen an den Hochschulen Nordrhein-Westfalens sind zwischen Männern und Frauen zunehmend gleich verteilt. Das sagte Wissenschaftsministerin Ina Brandes beim Gender-Kongress 2026 in Essen.

Kultur und Wissenschaft

Die Karriere-Chancen an den Hochschulen Nordrhein-Westfalens sind zwischen Männern und Frauen zunehmend gleich verteilt. Das sagte Wissenschaftsministerin Ina Brandes beim Gender-Kongress 2026 in Essen. 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten im Haus der Technik über die Ergebnisse des im vergangenen Dezember vorgestellten Gender-Reports.

Der Report, der vom Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft alle drei Jahre erstellt wird, belegt, dass die Leitungen der Hochschulen in Nordrhein-Westfalen so weiblich sind wie nie zuvor. 41,7 Prozent der Hochschulspitzen werden von Rektorinnen und Präsidentinnen gestellt. Bundesweit sind es nur 35,1 Prozent. Zum Vergleich: 2013 lag der Wert in Nordrhein-Westfalen noch bei 18,9 Prozent. Insgesamt steigt der Frauenanteil auch bei Professuren und in den Hochschulleitungen kontinuierlich an: Waren es 2013 noch 21,8 Prozent, lag der Wert 2023 bei 29,6 Prozent. Dekanate werden zu knapp 20 Prozent von Frauen geführt.

Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Die Vielfalt und Exzellenz des Wissenschaftsstandortes Nordrhein-Westfalen sind einzigartig in Europa. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, das Know-how von hervorragenden Wissenschaftlerinnen noch besser wertzuschätzen und zu nutzen. Zwei Drittel aller Lehrstühle werden inzwischen mit Frauen besetzt. Bei weiblichen Hochschulleitungen liegt Nordrhein-Westfalen bundesweit an der Spitze. Gleiche Karriere-Chancen für Männer und Frauen sind in erster Linie eine Notwendigkeit um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes zu steigern und erst in zweiter Linie eine Frage der Gerechtigkeit.“

Wie der aktuelle Report befasst sich die Tagung in diesem Jahr schwerpunktmäßig damit, welche Unterschiede es in den verschiedenen Fachbereichen gibt. In Vorträgen, Podiumsgesprächen und Workshops ging es unter anderem um geschlechtergerechte Leistungsbewertungen in der Wissenschaft, faire Berufungsverfahren und die Karriere-Chancen in den Dekanaten.

Der aktuelle Report kommt zu dem Befund, dass der Erfolg dezentraler Gleichstellungsarbeit aufgrund der hohen Autonomie der Fachbereiche vom Entgegenkommen der Fachbereichsleitungen abhängig ist. Laut Bericht ist die Gleichstellung dann besonders erfolgreich, wenn sie an der Fakultät als gemeinschaftliche Aufgabe angesehen wird. Dann gelingt es beispielsweise durch die Förderung von Wissenschaftlerinnen auf allen Karrierestufen, langfristig den Frauenanteil unter den Professorinnen zu steigern.

Hintergrund

Der Kongress richtet sich an Hochschulleitungen, Gleichstellungsbeauftragte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik. Ziel ist der Austausch über wirksame Gleichstellungsinstrumente und neue Strategien zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft.

Die Veranstaltung findet alle drei Jahre statt – in der Regel am Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft der Vereinten Nationen. Grundlage der Diskussionen ist der ebenfalls im Dreijahresrhythmus erscheinende Gender-Report des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW.

Den aktuellen Gender-Report, der vom Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft alle drei Jahre erstellt wird, finden Sie hier: https://www.genderreport-hochschulen.nrw.de

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