NRW-Plan für gute Infrastruktur: 60 Millionen Euro für klimafreundliche Wärmeversorgung im Quartier

Ministerin Neubaur: Wir unterstützen Menschen, in ihrem Viertel gut, günstig und klimafreundlich mit Wärme aus Luft, Erde und Abwasser zu heizen

2. September 2026
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Damit noch mehr Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit haben, sich über eine klimafreundliche Wärmeversorgung im Quartier zu informieren, fördert das Wirtschaftsministerium außerdem Vereine, die unabhängige und kostenlose Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger planen.

Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie

Günstige und klimafreundliche Wärme gemeinsam nutzen – das geht nicht nur im Neubau, sondern auch in bestehenden Gebäuden. Dabei werden mehrere Häuser über Gebäudenetze mit lokaler Wärme direkt vor Ort beheizt. Über den Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur unterstützt das Land nun mit rund 60 Millionen Euro die Erweiterung und Errichtung solcher Netze – damit günstige Wärme dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Je Vorhaben können bis zu 600.000 Euro beantragt werden. Damit noch mehr Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit haben, sich über eine klimafreundliche Wärmeversorgung im Quartier zu informieren, fördert das Wirtschaftsministerium außerdem Vereine, die unabhängige und kostenlose Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger planen.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Für gute Entscheidungen brauchen Menschen gute Informationen. Wir unterstützen mit dem Nordrhein-Westfalen-Plan Menschen, solche guten Entscheidungen selbst zu treffen, damit sie in ihrem Viertel gut, günstig und klimafreundlich mit Wärme aus Luft, Erde und Abwasser heizen können. Mit der neuen Förderung für Gebäudenetze schaffen wir verlässliche Investitionsbedingungen dafür. So gelingt die Wärmewende vor Ort – wenn Menschen, Unternehmen und engagierte Initiativen gemeinsam Verantwortung übernehmen.“ 

Was wird konkret gefördert?

Das Land fördert kleine Wärmenetze, die bis zu 16 Gebäude und maximal 100 Wohneinheiten klimafreundlich im Quartier versorgen.

Wer kann Anträge stellen?

Anträge stellen können Eigentümerinnen und Eigentümer vermieteter Immobilien, Unternehmen sowie Bürgerenergiegenossenschaften. Insgesamt stehen jährlich fünf Millionen Euro über einen Zeitraum von zwölf Jahren zur Verfügung. Damit schafft das Land verlässliche Rahmenbedingungen und gibt den Menschen vor Ort Planungssicherheit.

Die Landesförderung ergänzt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Gemeinsam können Förderquoten von bis zu 60 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben erreicht werden.

Unterstützung von Info-Veranstaltungen

Mit dem neuen „Aktivierungs-Gutschein Heizungstausch“ fördert das Land außerdem Info-Veranstaltungen zum Heizungstausch. Unterstützt werden Vereine, die Bürgerinnen und Bürger bei lokalen Veranstaltungen kostenlos über Möglichkeiten des Heizungstauschs informieren. Auf den Veranstaltungen vermitteln Referentinnen und Referenten technologieoffene und produktneutrale Informationen. Voraussetzung für eine Förderung sind mindestens 25 Teilnehmende. Der Zuschuss beträgt zehn Euro je Teilnehmerin oder Teilnehmer und bis zu 750 Euro pro Veranstaltung.

Vollständig digitale Antragstellung

Anträge können im Förderprogramm progres.nrw-Klimaschutztechnik vollständig digital gestellt werden – schnell und einfach. 

Hintergrund Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur 

Der Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur ist das größte Infrastruktur- und Investitionsprogramm in der Geschichte des Landes. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren stellt die Landesregierung rund 31,2 Milliarden Euro für Investitionen bereit. Davon entfallen rund 21,3 Milliarden Euro auf die Kommunen, während knapp zehn Milliarden Euro in die Infrastruktur des Landes investiert werden. Durch die zusätzliche Garantie der Höhe der Investitionspauschalen im Gemeindefinanzierungsgesetz können in Nordrhein-Westfalen innerhalb eines Zeitraums von zwölf Jahren rund 60 Milliarden Euro in die Infrastruktur investiert werden. Zusätzlich entlastet das Land die Kommunen unter anderem durch eine anteilige Übernahme kommunaler Altschulden.

Schwerpunkte des Nordrhein-Westfalen-Plans sind insbesondere der Ausbau und die Modernisierung von Kitas und Schulen sowie der Verkehrsinfrastruktur. Darüber hinaus sind Investitionen in Gesundheitsversorgung, energetische Sanierung und Klimaschutz, Sport, Digitalisierung sowie in Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft vorgesehen. Grundlage der Finanzierung sind neben Landesmitteln dem Land zustehende Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz, aus dem Nordrhein-Westfalen rund 21,1 Milliarden Euro erhält.

Insgesamt soll der Nordrhein-Westfalen-Plan dazu beitragen, bestehende Investitionsrückstände abzubauen, wichtige Infrastruktur zu modernisieren und neue Projekte schneller umzusetzen. Städte, Gemeinden und weitere Träger erhalten damit verlässliche Rahmenbedingungen, um zentrale Vorhaben vor Ort anzustoßen und Infrastruktur langfristig zu stärken.

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