Meilenstein erreicht: Petra Ladenburger zur Beauftragten für Kinderschutz und Kinderrechte bestellt

5. Februar 2026
Petra Ladenburger, eine ältere Frau mit grauen schulterlangen Haaren und einer runden Brill in grünem Kostüm steht links neben Verena Schäffer in einem schwarzen Hemd

Die Landesregierung bestellt Petra Ladenburger für fünf Jahre zur Beauftragten für Kinderschutz und Kinderrechte. Bei einer Landespressekonferenz mit Familienministerin Verena Schäffer hat sich Frau Ladenburger vorgestellt und ihre zukünftigen Aufgaben in dem neu geschaffenen Amt skizziert.

Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration

Die Landesregierung bestellt Petra Ladenburger für fünf Jahre zur Beauftragten für Kinderschutz und Kinderrechte. Bei einer Landespressekonferenz mit Familienministerin Verena Schäffer hat sich Frau Ladenburger vorgestellt und ihre zukünftigen Aufgaben in dem neu geschaffenen Amt skizziert. 

Als Beauftragte für Kinderschutz und Kinderrechte des Landes Nordrhein-Westfalen kann Petra Ladenburger auf die bereits bestehenden Kinderschutz- und Beschwerdestrukturen des Landes aufbauen. Für die Anliegen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien wird sie mit ihnen das Gespräch suchen, zuhören und sie auch an geeignete Unterstützungssysteme weitervermitteln. Die Beauftragte wird die Vernetzung in den Bereichen Kinderschutz und Kinderrechte stärken. Eine wichtige Aufgabe der Beauftragten ist es, Formate zur Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Menschen, die in Kindheit und Jugend von Gewalt betroffen waren, zu schaffen sowie Dritte bei der Entwicklung und Umsetzung von Beteiligungsformaten zu unterstützen. Die Beauftragte wird damit die flächendeckende Etablierung der Themen Kinderschutz und Kinderrechte voranbringen und die fachliche Expertise zum Kinderschutz bündeln sowie Handlungssicherheit bei allen am Kinderschutz Beteiligten stärken.

Familienministerin Verena Schäffer: „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist mir persönlich sehr wichtig. Die Bestellung von Petra Ladenburger zur Beauftragten für Kinderschutz und Kinderrechte ist ein wichtiger Meilenstein im Schutz von Kindern vor Gewalt und der Wahrung und Förderung ihrer Rechte. Kinder und Jugendliche müssen die Möglichkeit haben, ihre Stimme einzubringen. Sie brauchen aber auch Erwachsene, die genau hinschauen, sich für ihre Interessen stark machen und mit ihnen im Austausch gemeinsam Zukunft gestalten. Ich freue mich sehr, dass sie jetzt mit Petra Ladenburger eine starke, unabhängige Stimme an ihrer Seite haben werden.“

Petra Ladenburger: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Rechte von Kindern und Jugendlichen bei allen politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Debatten mitgedacht und berücksichtigt werden. Alle Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf Schutz und ein Recht darauf, an Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt zu werden. Wir müssen die Bedingungen dafür schaffen und bereit sein, ihnen ein wirkliches Mitspracherecht zu geben.“

Die Beauftragte für Kinderschutz und Kinderrechte ist in der Ausübung ihrer Aufgaben unabhängig, fachlich nicht weisungsgebunden und nur dem Gesetz unterworfen. Das neue Amt wurde im Zuge der Weiterentwicklung des Landeskinderschutzgesetzes neu geschaffen und das Benehmen mit dem Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend des Landtags von Nordrhein-Westfalen hergestellt. Die neue Stelle ist ein gemeinsames Anliegen aller demokratischen Fraktionen im Landtag, die sich versammelt hinter die Kinder und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen gestellt und so das neue Amt ermöglicht haben. Die Beauftragte wird ihren Dienst am 18. Februar 2026 aufnehmen. Dafür werden ihr im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein Büro zur Verfügung gestellt. 

Petra Ladenburger ist ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet des Kinder- und Gewaltschutzes. Sie ist Fachanwältin für Familienrecht und vertritt seit vielen Jahren Betroffene von sexualisierter Gewalt vor und in Strafverfahren. Sie lehrte bis zu ihrer Bestellung als Dozentin an der Technischen Hochschule Köln zu den Themen Gewaltschutz, Familien-, Kinder- und Jugendhilferecht, führte Fortbildungen für Fachkräfte zum Thema Kinderschutz durch und fungierte für verschiedene Institutionen als Beratungs- und Anlaufstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt. Daneben ist Petra Ladenburger bis dahin auch als Anhörungsbeauftragte für die Unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs tätig gewesen und unterstützt sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene die Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs und die Etablierung von Schutzstandards. 

Nordrhein-Westfalen hat mit dem Landeskinderschutzgesetz ein bundesweit besonders weitreichendes Gesetz geschaffen. Es macht deutlich, dass die Wahrung und Förderung der Kinderrechte und der wirksame Kinderschutz untrennbar zusammengehören und dass die Beteiligung von Kindern dafür zentral ist. Diese Grundsätze sind handlungsleitend für die Ausübung des neuen Amts. 

Auch die neu geschaffene Professur für Kinderschutz und Kinderrechte an der Hochschule Düsseldorf zahlt darauf ein. Dort wird die Vermittlung von Wissen und Aufklärung für einen wirksamen und nachhaltigen Kinderschutz in der pädagogischen Lehre fest verankert. Dadurch wird ein noch besserer Austausch von Theorie und Praxis gelingen, der Fachkräfte in den Themenfeldern Kinderschutz und Kinderrechte stärkt. 

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