Mehr Innovation, weniger Abhängigkeit durch Circular Economy: Landesregierung legt Kreislaufwirtschaftsstrategie vor
Nordrhein-Westfalen will Drehscheibe für Circular Economy in Europa werden / Schon jetzt arbeiten mehr als 240.000 Menschen in der Kreislaufwirtschaft
Mit der ersten Kreislaufwirtschaftsstrategie für Nordrhein-Westfalen schafft die Landesregierung jetzt einen Rahmen, um das Land als führenden Standort für zirkuläres Wirtschaften in Europa zu etablieren und die wirtschaftliche Erneuerung voranzutreiben.
Wer Wettbewerbsfähigkeit sichern und Resilienz steigern will, muss seine Wirtschaft zirkulär gestalten. Das ist die Idee der Circular Economy: Sie setzt auf ein Design, bei dem Produkte und Dienstleistungen von Anfang an so entwickelt werden, dass sie möglichst lange genutzt, repariert und ihre Materialien dauerhaft im Kreislauf gehalten werden. Mit der ersten Kreislaufwirtschaftsstrategie für Nordrhein-Westfalen schafft die Landesregierung jetzt einen Rahmen, um das Land als führenden Standort für zirkuläres Wirtschaften in Europa zu etablieren und die wirtschaftliche Erneuerung voranzutreiben. Die Strategie bündelt bestehende Aktivitäten des Landes, setzt neue Impulse und schafft Orientierung für Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen, um so nachhaltiges Wachstum und zukunftsfeste Jobs sicherzustellen. Die Kreislaufwirtschaft erwirtschaftet bereits heute eine Bruttowertschöpfung von mehr als 20 Milliarden Euro und sichert mehr als 240.000 Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen – Tendenz steigend.
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Die vielfältigen Ansätze der Circular Economy sind schon heute ein starker Innovationsmotor für neue Geschäftsmodelle sowie ein zentraler Wettbewerbs- und Resilienzfaktor für unsere Industrie. Sie helfen uns, wertvolle Ressourcen zu sichern, Kosten zu sparen und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Diese Stärke bauen wir jetzt aus. Wir zeigen: Kreislaufwirtschaft ist kein abstraktes Konzept, Sie sichert schon heute mehr als 240.000 Arbeitsplätze alleine in Nordrhein-Westfalen – und macht uns unabhängiger von Rohstoffimporten. Unserem Anspruch, führender Standort für zirkuläres Wirtschaften zu sein, werden wir schon heute gerecht und wollen unsere Stärken weiter ausbauen – so nutzen wir echte Chancen, erschließen neue Märkte und sichern intelligentes Wachstum.“
Umweltminister Oliver Krischer: „Mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie NRW setzen wir neue Anreize für zirkuläre Wertschöpfungsketten. Das stärkt die Branchen im Land übergreifend und verbindet Ökonomie und Ökologie: Circular Economy ist für die Zukunft entscheidend, denn sie schont Ressourcen, stärkt unsere Industrie, schafft Arbeitsplätze und macht uns unabhängiger von Rohstoffimporten. Deshalb setzen wir als Land auf gezielte Förderung und vernetzen relevante Akteure, um zirkuläre Innovationen und neue Geschäftsmodelle in die breite Anwendung zu bringen.“
Mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie NRW stellt das Land die Weichen für einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Ressourcen und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Ziele der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie und der Europäischen Union. So soll bis 2045 der Rohstoffkonsum in Deutschland auf 6 bis 8 Tonnen pro Kopf und Jahr sinken. Derzeit sind es rund 16 Tonnen. Gleichzeitig will das Land Nordrhein-Westfalen den Anteil zirkulär genutzter Materialien deutlich erhöhen. Beim Ausbau der Recyclingkapazitäten für kritische Rohstoffe will Nordrhein-Westfalen mit seinen vielen Unternehmen in diesem Bereich zum Erreichen des europäischen Ziels beitragen, künftig mindestens 25 Prozent des Bedarfs an strategischen Rohstoffen durch Recycling zu decken.
Die Kreislaufwirtschaftsstrategie NRW im Überblick:
- Zirkuläres Bauen: Förderung einer ressourcenschonenden Bauwirtschaft durch zirkuläre Planung, Sanierung, Wiederverwendung und hochwertiges Recycling von Baustoffen sowie den Ausbau digitaler Instrumente, regionaler Stoffkreisläufe und einer kreislaufgerechten öffentlichen Beschaffung.
- Chemische Industrie und Kunststoffe: Transformation von fossilen zu zirkulären Kohlenstoffquellen durch verbessertes mechanisches und chemisches Recycling, den Einsatz biobasierter Rohstoffe, Carbon Capture and Utilization (CCU; Abscheidung, Transport und anschließende Nutzung von Kohlenstoff) sowie den Aufbau leistungsfähiger Rezyklatmärkte als Grundlage einer wettbewerbsfähigen Chemieindustrie.
- Metalle: Ziel ist, hochwertige Stoffkreisläufe für Stahl, Aluminium und kritische Rohstoffe zu schließen, um einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffsicherung und zur Dekarbonisierung der Industrie zu leisten.
- Maschinen- und Anlagenbau: Weiterentwicklung innovativer Maschinen und Anlagen, die die Herstellung zirkulärer Produkte, Wiederaufarbeitung gebrauchter Produkte (sog. Remanufacturing) sowie effiziente Sortier- und Recyclingprozesse in anderen Branchen ermöglichen.
- Elektrotechnik: Entwicklung langlebiger, reparierbarer und ressourceneffizienter Elektro- und Elektronikprodukte sowie Ausbau der Rückgewinnung kritischer Rohstoffe und der Rücknahme-, Wiederverwendungs- und Reparaturstrukturen.
- Circular Cities: Stärkung von Kommunen als urbane Innovationsräume, die durch Planung, öffentliche Beschaffung und Infrastrukturentwicklung wichtige Impulse für zirkuläre Geschäftsmodelle setzen.
- Sekundärrohstoffe: Ausbau einer leistungsfähigen Sekundärrohstoffwirtschaft als zentrale Grundlage geschlossener Stoffkreisläufe.
Kreislaufwirtschaft in Nordrhein-Westfalen:
Nordrhein-Westfalen verfügt mit seiner starken Grundstoffindustrie, einem leistungsfähigen Mittelstand, exzellenten Forschungseinrichtungen, innovativen Start-ups sowie einer gut ausgebauten Infrastruktur über hervorragende Voraussetzungen, um eine Vorreiterrolle in der Circular Economy in Deutschland und Europa einzunehmen. Eine starke Circular Economy ist ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche wirtschaftliche und ökologische Transformation. Während Rohstoffe knapper und Lieferketten fragiler werden, geopolitische Unsicherheiten zunehmen und klima- und umweltpolitische Anforderungen auf EU-, Bundes- und Landesebene steigen, ebnet die Landesregierung mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie NRW den Weg, Produkte und Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten. Dabei geht die Strategie weit über das Recycling hinaus. So soll der Fokus schon bei der Entwicklung von Produkten auf einem sparsamen Einsatz von Ressourcen und langlebigen, reparierbaren und wiederverwendbaren Lösungen liegen.
Bei einer Fachtagung der Leitstelle Circular Economy am 2. September 2026 wird die Kreislaufwirtschaftsstrategie der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.energy4climate.nrw/event/fachtagung-wirtschaftsfaktor-circular-economy-strategien-zur-umsetzung-in-nordrhein-westfalen
Die Kreislaufwirtschaftsstrategie können Sie hier herunterladen.
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