Aus Abfall wird Kosmetik: Im Rheinischen Revier wird Mikroplastik mithilfe von Bakterien vermieden

Wirtschaftsministerin Neubaur: Biotechnologie „made in Nordrhein-Westfalen“ schafft Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Unabhängigkeit von Importen

10. September 2026
Forschender hält Petrischale vor sich mit beiden Händen, an denen er blaue Handschuhe trägt. in der Petrischale ist ein Stück Alge zu sehen.

Für den Bau einer Produktionsstätte für solch innovative Stoffe überreichte Wirtschaftsstaatssekretärin Silke Krebs einen Förderbescheid in Höhe von rund 10,3 Millionen Euro an das Unternehmen BIOWEG.

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Fossiles Mikroplastik in Kosmetik oder Reinigungsmitteln ist für Mensch und Umwelt ein großes Problem, da Kläranlagen es nicht vollständig herausfiltern können. Wenn mithilfe innovativer Verfahren stattdessen biobasierte und bioabbaubare Stoffe zum Einsatz kommen, ist nicht nur die Produktion effizienter, es gelangt auch kein Mikroplastik mehr in das Abwasser. Für den Bau einer Produktionsstätte für solch innovative Stoffe überreichte Wirtschaftsstaatssekretärin Silke Krebs einen Förderbescheid in Höhe von rund 10,3 Millionen Euro an das Unternehmen BIOWEG. Die Förderung erfolgt mit Mitteln der EU im Rahmen des Förderwettbewerbs „Produktives.NRW“ aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Wir packen ein Riesenproblem an der Wurzel: Mikroplastik, das aus jedem Abwasserrohr in unsere Flüsse gelangt. Im Rheinischen Revier zeigen wir, wie man aus Bakterien echte Alternativen macht – made in Nordrhein-Westfalen, für ganz Europa. Das ist Strukturwandel, der sich rechnet: neue Arbeitsplätze, neue Wertschöpfung, weniger Abhängigkeit von Importen.”

In der geplanten Anlage in Elsdorf soll künftig mithilfe biotechnologischer Verfahren aus Bakterien so genannte „modifizierte bakterielle Cellulose“ hergestellt werden, die fossiles Mikroplastik in Reinigungsmitteln und Kosmetika ersetzen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Inhaltsstoffen sind sie biologisch abbaubar. Mit der nun in den Bau gehenden Anlage sollen erstmals signifikante Mengen für den europäischen Markt produziert werden.

Hintergrund

Aus dem Förderwettbewerb Produktives.NRW unterstützen die EU und Nordrhein-Westfalen Ansiedlungs- und Erweiterungsvorhaben im Rheinischen Revier und im nördlichen Ruhrgebiet, die in wegweisende Schlüsseltechnologien im Sinne der EU-Initiative für strategische Technologien (STEP) investieren. Dafür stehen insgesamt rund 260 Millionen Euro an EU-Geldern aus dem Fonds für den gerechten Übergang/Just Transition Fund (JTF) zur Verfügung. 

Insgesamt stehen für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021- 2027 EU-Mittel in Höhe von 1,9 Milliarden Euro des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Funds (JTF) zur Verfügung. Hinzu kommen eine Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenanteile der Projekte. Unterstützt werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Mittelstandsförderung, Lebensqualität, Mobilität, Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen sowie strategische Technologien und Wettbewerbsfähigkeit. Weitere Informationen finden Sie unter www.efre.nrw.

Die Europäische Union, der Bund und das Land unterstützen den Strukturwandel des Rheinischen Reviers mit mehr als 14,8 Milliarden Euro. Das Land flankiert die Förderung von EU und Bund mit eigenen Haushaltsmitteln. Bislang sind 818 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 3,3 Milliarden Euro bewilligt.

Weitere Informationen zum Förderangebot „Produktives.NRW“ finden Sie hier.

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