Luftfahrtindustriestrategie Nordrhein-Westfalen: Luftfahrtforschungsprogramm wird mit Strukturmitteln des Rheinischen Reviers aufgestockt
Ministerin Neubaur: Wirtschaftliche Chancen für eine starke Luftfahrtindustrie in Nordrhein-Westfalen nutzen
Ziel ist es, Nordrhein-Westfalen als führenden Standort für nachhaltige Luftfahrttechnologien zu etablieren und die Transformation der Luftfahrtindustrie aktiv zu gestalten.
Mit einer starken Luftfahrtindustriestrategie setzt das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium einen klaren Kurs für die Zukunft der Branche: Ziel ist es, Nordrhein-Westfalen als führenden Standort für nachhaltige Luftfahrttechnologien zu etablieren und die Transformation der Luftfahrtindustrie aktiv zu gestalten.
Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: „Die Luftfahrtindustrie hat eine starke Zukunft in Nordrhein-Westfalen. Wir bündeln die Kräfte von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, um die Transformation hin zu einer klimaneutralen Luftfahrt aktiv zu gestalten. Damit aus unserer Strategie schnell ganz konkrete Projekte werden, stärken wir mit der Aufstockung des Luftfahrtforschungsprogramms des Bundes ganz konkret die praktische Umsetzung. Das sichert Wertschöpfung, Beschäftigung und technologische Souveränität – jetzt und in der Zukunft.“
Basis der Luftfahrtindustriestrategie bildet das Whitepaper „Transformation der Luftfahrt als wirtschaftliche Chance für Nordrhein-Westfalen“, das im Rahmen des Clusters AeroSpace.NRW erarbeitet wurde. Vor dem Hintergrund wachsender globaler Mobilitätsbedarfe und ambitionierter Klimaziele verbindet die Strategie gezielt ökologische Innovation mit wirtschaftlicher Stärke. Im Fokus stehen unter anderem nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF), Wasserstofftechnologien, elektrisches Fliegen sowie neue Materialien und Produktionsprozesse. Gleichzeitig sollen die bestehenden Stärken des Landes – insbesondere die leistungsfähige Industrie, die exzellente Forschungslandschaft und die breite Zulieferbasis – weiter ausgebaut und durch neue Akteure ergänzt werden.
Damit schafft die Luftfahrtindustriestrategie einen klaren Handlungsrahmen für die kommenden Jahre. Sie stärkt die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, beschleunigt Innovationen und unterstützt Unternehmen dabei, sich frühzeitig auf die Anforderungen einer klimaneutralen Luftfahrt auszurichten.
Aufstockung des Luftfahrtforschungsprogramms des Bundes
Das neue Luftfahrtforschungsprogramm des Bundes (LuFo) wird mit Strukturstärkungsmitteln für das Rheinische Revier in Höhe von 90 Millionen Euro aufgestockt. Mit der zusätzlichen Förderung soll die Region gezielt als führender Standort für Forschung, Entwicklung und Fertigung emissionsarmer Luftfahrtantriebe etabliert werden. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung der deutschen Luftfahrtindustrie zu stärken, gleichzeitig Industriearbeitsplätze zu sichern und auszubauen und einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Umwelt- und Klimaschutzziele im Luftverkehr zu leisten.
Förderprogramm für Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen
Das Programm richtet sich an Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen im Rheinischen Revier. Gefördert werden Forschungs‑ und Technologievorhaben, die auf die Entwicklung innovativer Produkte, Verfahren und Fertigungsprozesse abzielen. Ziel ist es, einen substanziellen Beitrag zu einer klimaneutralen, umweltverträglichen, leistungsfähigen und sicheren Luftfahrt zu leisten.
Schwerpunkte der Förderung des LuFo VII-2 - Programmaufrufs:
1. Innovative Basistechnologien für zukünftige Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge
Die Entwicklung konzentriert sich auf neue Technologien, die hohe Produktionsraten ermöglichen und damit eine schnelle Markteinführung klimafreundlicher Flugzeuge unterstützen. Dazu zählen Fortschritte in Aerodynamik, Energieeffizienz, Avionik, Fertigung, Leichtbau und KI‑gestützten Prozessen; zugleich werden Wartungs‑ und Reparaturaspekte von Beginn an mitgedacht, um insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen einzubinden.
2. Klimaneutrale Basistechnologien (KTF) für Regional-, Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Technologien für vollständig dekarbonisierte Energieträger, insbesondere grünen Wasserstoff, der zunächst in Gasturbinen und später in allen Flugzeugklassen eingesetzt werden soll. Ergänzend rücken Brennstoffzellen, Energiespeicher, Thermalmanagement, elektrische Leistungssysteme und Avionik in den Fokus, wobei erste Anwendungen in Regionalflugzeugen erwartet werden und sich die Lösungen anschließend auf größere Flugzeugklassen übertragen lassen.
3. Neue unbemannte Flugsysteme (UAS) und deren Integration in den Luftraum
Die Forschung konzentriert sich auf miniaturisierte Sensoren, leistungsfähige Datenfusion, moderne Kommunikationssysteme sowie elektrische und hybride Antriebe einschließlich neuer Batteriekonzepte. Von zentraler Bedeutung sind dabei hochautomatisierte und sichere Navigations‑, Kommunikations‑ und Überwachungssysteme, die auch den koordinierten Einsatz von UAS‑Schwärmen zuverlässig unterstützen.
4. Internationalisierung
Gefördert werden Projekte, die europäische und internationale Kooperationen aktiv nutzen und damit zu einer gemeinsamen Forschungsbasis beitragen, um die Herausforderung einer klimaneutralen Luftfahrt zu bewältigen. Besonders positiv bewertet werden Vorhaben, die auf abgestimmten internationalen Partnerschaften beruhen und so zusätzliche Synergien erschließen.
Mit der Aufstockung des Programms um Mittel der Strukturstärkung soll das Rheinische Revier zu einem führenden Standort für emissionsarme und hybrid‑elektrische Luftfahrtantriebe weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig trägt das Programm dazu bei, in enger Abstimmung mit dem Bund moderne und wettbewerbsfähige Herstellungsprozessketten zu etablieren und Innovationen in Materialien, Komponentenfertigung und klimaneutralen Technologien gezielt im Rheinischen Revier voranzutreiben.
Im aktuellen Call sind Einreichungen bis zum 24. Juni 2026 möglich. Weitere Infos zum Call LuFo VII-2 und LuFo VII-2 – KTF und zu den Informationsangeboten: https://www.dlr.de/de/pt-lf/aktuelles/veranstaltungen/2026/lufo-info-day-2026-1.
Hintergrund
Bund und Land unterstützen die nachhaltige Transformation des Rheinischen Reviers im Zuge des Kohleausstiegs mit mehr als 14,8 Milliarden Euro. Das Land flankiert die Förderung aus Bundesmitteln mit eigenen Haushaltsmitteln. Bislang sind 619 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 3,06 Milliarden Euro bewilligt.
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