Landesregierung legt drittes Klimaschutzpaket mit 28 Maßnahmen vor
Landesregierung stärkt Kreislaufwirtschaft, natürliche Lebensräume, eine nachhaltige Land-, Forst- und Holzwirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit
Mit dem dritten Klimaschutzpaket gibt die Landesregierung diesem Engagement neuen Schub.
Klimaschutz und die zeitgleiche Sicherung des Wohlstands und unserer natürlichen Lebensgrundlagen in Nordrhein-Westfalen gelingen nur gemeinsam: vom Landwirt bis zur Unternehmerin, von der Forstwirtin bis zum Mitarbeiter in der Stadtverwaltung. Mit dem dritten Klimaschutzpaket gibt die Landesregierung diesem Engagement neuen Schub. Die 28 Maßnahmen des Klimaschutzpakets tragen dazu bei, natürliche Ressourcen zu schützen, Wälder und Moore für den Klimaschutz zu stärken und die Wirtschaft zu unterstützen.
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „In Nordrhein-Westfalen gehen wir beim Klimaschutz konsequent voran. Wir zeigen: Klimaschutz ist eine Chance für uns alle – für lebenswerte Städte, eine intakte Natur und unsere Wirtschaft. Mit dem dritten Klimaschutzpaket setzen wir wirkungsvolle Impulse: Wir stärken die Kreislaufwirtschaft, unterstützen grüne Geschäftsideen, ermöglichen Investitionen in eine klimaneutrale Zukunft und schaffen so einen echten Standortvorteil. Klimaschutz ist kein Nice-to-have, sondern die Voraussetzung, dass auch im 21. Jahrhundert noch in Freiheit und Sicherheit gelebt werden kann. So geht Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen: gemeinsam, glaubwürdig und wirtschaftlich klug.“
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen: „Unser Wald leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, denn er bindet CO₂. Diese Funktion unterstützen wir mit vielfältigen Angeboten der Beratung und der Förderung. Wenn wir zudem nachhaltig erzeugtes Holz effizient nutzen, erweitern wir die Speicherfunktion des Waldes um den sogenannten Holzproduktespeicher. So übernimmt das Bauen mit Holz eine Schlüsselrolle in der wirtschaftlichen Transformation des natürlichen Klimaschutzes. Das gilt auch für die Landwirtschaft, die bereits wichtige Beiträge zum Klimaschutz leistet. Gemeinsam mit der Landwirtschaft streben wir nach weiteren Verbesserungen. Deshalb setzen wir auf Wissen, Beratung und Vernetzung. Hier spielen zum Beispiel das Netzwerk Nachhaltige Landwirtschaft und die Innovationspartnerschaften eine Rolle.“
Umweltminister Oliver Krischer: „Wir stärken den natürlichen Klimaschutz, indem wir Lebensräume schützen. Dieser Einsatz zahlt sich oft um ein Vielfaches aus. Ein renaturierter Fluss trägt gleichzeitig zu mehr Hochwasserschutz bei. Auch wenn wir bei der Kreislaufwirtschaft Ressourcen sparsamer nutzen und Wertstoffe zurückführen, entlastet das die Umwelt, macht uns unabhängiger und stärkt den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Diese Beispiele zeigen, dass sich gemeinsamer Klimaschutz immer lohnt.“
Das ist das dritte Klimaschutzpaket der Landesregierung:
Das Klimaschutzpaket umfasst die vier Handlungsfelder Naturnahe Lebensräume, Landwirtschaft, Kreislaufwirtschaft sowie Forst- und Holzwirtschaft. Sie enthalten insgesamt 28 Vorhaben und Angebote für Unternehmen, Landwirtinnen und Landwirte, die Forst- und Holzwirtschaft, die Kommunen und die Menschen in Nordrhein-Westfalen.
Naturnahe Lebensräume stärken
Mit gezielten Maßnahmen will die Landesregierung die Treibhausgasemissionen aus trockengelegten organischen Böden reduzieren, die Speicher- und Senkenfunktion intakter Moore erhalten und ausbauen und im Ganzen den natürlichen Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen stärken.
- Daten und Planungstools für Moor-Renaturierung und Entsiegelung: Für Kommunen, die verschiedenen Landnutzenden bzw. Landeigentümerinnen und -eigentümer, sowie Vereine und Verbände entsteht eine Wissens- und Planungsbasis.
- Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz: Die Landesregierung unterstützt Akteurinnen und Akteure dabei, das Bundesförderprogramm im natürlichen Klimaschutz effektiv zu nutzen – mit Information, Beratung, Kofinanzierung und Vernetzung.
- Gemeinschaftlich Moorschutz stärken ist Ziel einer Vereinbarung der Landesregierung mit zentralen Akteurinnen und Akteuren für die Wiederherstellung von Mooren sowie einer Reihe von Veranstaltungs- und Plattformformaten.
- Moorrenaturierung und -erhaltung: Nordrhein-Westfalen unterstützt Projekte im Rahmen von EU- und Bundesprogrammen mit Kofinanzierungen und fördert so die Bindung von CO2 aus der Atmosphäre.
- Ökosystemverbund Rheinisches Revier: Nordrhein-Westfalen unterstützt den Natur- und Landschaftsschutz auch im Bereich von Klimaanpassung und natürlichem Klimaschutz.
- Wiedervernässung von Mooren wurde vereinfacht und das Bewusstsein für natürlichen Klimaschutz durch mehr Öffentlichkeitsarbeit gestärkt.
Klimaschutz in der Landwirtschaft voranbringen
Die Landwirtschaft hat bereits wichtige Beiträge zu mehr Klimaschutz geleistet. Zugleich sorgen die landwirtschaftlichen Betriebe für mehr Versorgungssicherheit mit frischen und regional hergestellten Lebensmitteln, bei denen die Transportwege kurz sind. Die Landesregierung setzt sich auch in Zukunft dafür ein, Versorgungssicherheit und Klimaschutz unter einen Hut zu bringen. Dazu gehören u.a.:
- Förderung einzelbetrieblicherBeratungen: Das Angebot unterstützt landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe dabei, die eigene Klima- und Umweltverträglichkeit zu verbessern.
- Innovationswettbewerbe für Landwirtschaft und Gartenbau: Aktuelle Schwerpunkte sind Klimaschutz und -anpassung und das Ziel, mit weniger Ressourcenverbrauch mehr zu produzieren.
- Netzwerk Nachhaltige Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen: Im Rahmen des Angebots der Landwirtschaftskammer NRW werden Nachhaltigkeitspotenziale diskutiert und Landwirtinnen und Landwirte individuell beraten. Die Kammer verstärkt Wissensaufbau und Kommunikation im landwirtschaftlichen Klimaschutz.
- Forschung: Das Zentrum für klimaangepasste und nachhaltige Landnutzung und Lebensmittelproduktion an der FH Südwestfalen (ZEKAN-2L) erforscht Klimaanpassung und Treibhausgasminderung in der Landwirtschaft.
- Agri-PV: Die Kombination von Photovoltaik und landwirtschaftlicher Flächennutzung wird mit finanzieller Unterstützung und praxisorientierten Informationen vorangetrieben.
- Biomasse: Mit einer Landesstrategie zeigt die Landesregierung im kommenden Jahr, wie diese Ressource einen nachhaltigen Beitrag zur Energiewende leisten kann.
Kreislaufwirtschaft: Wer Ressourcen schont, spart Kosten – und schafft für sich klare Vorteile am Markt
Rohstoffe effizient nutzen, Produkte langlebiger gestalten und Wertstoffe im Kreislauf führen, statt sie zu entsorgen – eine moderne Kreislaufwirtschaft schützt das Klima und stärkt gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Die Landesregierung beschleunigt den Ausbau der Kreislaufwirtschaft mit vielfältigen Maßnahmen.
- NRW.BANK.Invest Zukunft bietet günstige Kredite und Tilgungsnachlässe für klimafreundliche Investitionen – inklusive zirkulärer Verfahren. Das senkt Betriebskosten und erhöht die Krisenfestigkeit.
- Leitstelle Circular Economy bei der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate: Die Leitstelle ist zentrale Schnittstelle für die Circular Economy in Nordrhein-Westfalen. Sie unterstützt Unternehmen beim Übergang zu ressourcenschonenden Produktionsweisen.
- Förderaufruf Zirkuläre Produktion: Unterstützung erhalten kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung von Prototypen, die auf eine ressourceneffiziente, umweltfreundliche und zirkuläre Produktion ausgerichtet sind.
- Förderprogramm DigiRess: Mit DigiRess werden Digitalisierungsmaßnahmen in Unternehmen im Rheinischen Revier bis 2030 gefördert, die zur Ressourcenschonung und Treibhausgasreduktion beitragen.
- Änderung des Landesentwicklungsplans: Ziel ist eine nachhaltige Flächenentwicklung, die einen Beitrag zum Klimaschutz leistet und die Grundlage für Wachstum und Entwicklungschancen in Stadt und Land schafft.
- Rohstoffmonitoring für Kies und Sand: Das wissenschaftliche Monitoring soll den künftigen Bedarf an Kies und Sand ermitteln und die Basis für einen sparsamen Umgang schaffen. Eine zentrale Anlaufstelle soll Projekte zu Gewinnung, Verarbeitung und Recycling kritischer Rohstoffe unterstützen.
- NRW.zirkulär: Die Kreislaufwirtschaftsstrategie des Landes wird 2026 vorgestellt. Die Strategie zeigt auf, wie der Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft gelingen kann.
Forst- und Holzwirtschaft: Den „Klimaschützer Wald“ stärken
Die Forst- und Holzwirtschaft bietet ein großes Potenzial zur Treibhausgasminderung, doch das Ökosystem Wald ist selbst massiv vom Klimawandel betroffen. Unsere Wälder müssen vorbereitet werden, um sie stabiler und anpassungsfähiger zu machen. Die Landesregierung setzt hier weitere Impulse.
Fördermaßnahmen des Landes unterstützen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei der Wiederaufforstung geschädigter Waldflächen mit klimastabilen Mischwäldern.
- Waldpakt 2.0: Die Landesregierung arbeitet mit Verbänden aus Waldbesitz, Forstwirtschaft und Naturschutz zusammen, um den Wald besser an den Klimawandel anzupassen.
- Das Cluster Forst und Holz stärkt die Holzverwendung unter Berücksichtigung des Klimawandels.
- Waldinfo.NRW: Mit neuen Funktionen unterstützt das Portal u.a. Waldbesitzende bei der klimaangepassten Wiederbewaldung.
- Die Waldbrandprävention wird auch mit technischen Systemen gestärkt und der Wasserrückhalt im Wald mit einem Fachkonzept und umsetzungsorientierten Materialien verbessert.
- Waldstrategie für Nordrhein-Westfalen: Siesoll Wälder und Waldbewirtschaftung im Klimawandel stärken. Die Veröffentlichung wird 2026 angestrebt.
Weitere Informationen und Erläuterungen zu den 28 Maßnahmen finden Sie hier: https://www.wirtschaft.nrw/klimaschutzpakete.
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