Demokratie mit schulischem Leben füllen

Auf der Suche nach neuen Ideen für mehr Demokratie in der Schule: „Your Vision“-Veranstaltung mit 30 nordrhein-westfälischen Schulen im Landtag

9. Februar 2026
phb Ideen

Schülerinnen und Schülern des Marie-Curie-Gymnasiums in Neuss liegt es am Herzen, dass es allen an ihrer Schule gutgeht. Die Kinder und Jugendlichen haben vier Räume mit neuem Mobiliar ausgestattet, Dekorationen und Blumen angeschafft. „Lernateliers“ nennen sie diese Bereiche – und haben zur Materialschonung auch gleich Regeln für die Raumnutzung aufgestellt.

Schule und Bildung

Schülerinnen und Schülern des Marie-Curie-Gymnasiums in Neuss liegt es am Herzen, dass es allen an ihrer Schule gutgeht. Die Kinder und Jugendlichen haben vier Räume mit neuem Mobiliar ausgestattet, Dekorationen und Blumen angeschafft. „Lernateliers“ nennen sie diese Bereiche – und haben zur Materialschonung auch gleich Regeln für die Raumnutzung aufgestellt. Darüber hinaus beschäftigen sich die Jugendlichen im Unterricht auf eigene Initiative mit Themen wie Aktien, Girokonto und Inflation, kochen gerne gemeinsam und haben „Inseln der Ruhe“ in ihren Schulalltag eingepflanzt, damit alle auch mal entspannen können. Das Gymnasium geht mit den Wünschen der Schülerinnen und Schüler wertschätzend und respektvoll um, Mitgestaltung ist ausdrücklich erwünscht. Die Neusser Schule ist eine von 30 nordrhein-westfälischen Schulen, die am Montag, 9. Februar 2026, im Landtag an der Veranstaltung „Your Vision Schule NRW – Junge Beteiligung für die Schule von morgen“ teilnahmen.

Unter der Federführung von Schulministerin Dorothee Feller und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) haben sich fast 150 nordrhein-westfälische Schulen in den vergangenen beiden Jahren mit neuen Beteiligungsformaten für Kinder und Jugendliche auseinandergesetzt. Schulen aus Plettenberg, Freudenberg, Herne, Detmold, Dortmund, Lemgo, Bad Salzuflen, Neuss, Düsseldorf, Kalkar, Neukirchen-Vluyn, Mönchengladbach, Ratingen, Essen, Oberhausen, Düren, Erkelenz, Kürten, Euskirchen, Köln, Bonn, Wettringen, Saerbeck, Oelde, Münster, Bottrop und Ibbenbüren diskutierten nun im Landtag mit Ministerin Feller, Schulministeriums-Staatssekretär Dr. Urban Mauer und zahlreichen weiteren Expertinnen und Experten aus Ministerium und DKJS. Dabei reflektierten sie bisherige Beteiligungsprozesse und sprachen darüber, wie die zukünftige Beteiligung von Jugendlichen in der Schule aussehen könnte. Die an „Your Vision Schule NRW“ teilnehmenden Schulen haben seit Anfang 2024 Erkundungstouren initiiert, nach Verbesserungs- oder Verschönerungsmöglichkeiten gesucht und werden beschlossene Veränderungen als schulische Gemeinschaften umsetzen oder haben dies bereits getan.

„Es ist toll, hier heute so viele Schülerinnen und Schüler zu treffen, die sich intensiv mit dem Wesen der Demokratie befassen und damit, wie sie sich in ihrem persönlichen Umfeld einbringen und engagieren können“, betont Ministerin Feller. „Das Verständnis für das demokratische Miteinander muss bei unseren jungen Menschen anfangen. Gerade deshalb sind alle Projekte und Initiativen von großem Wert, die dieses Bewusstsein schärfen. Wenn Schülerinnen und Schüler erleben, dass sie gehört werden und Dinge verändern können, erfahren sie Respekt, stärken Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen und entwickeln gleichzeitig ein Gespür und Achtung vor anderen Interessen und Haltungen. Sie lernen genau das, was Demokratie ausmacht – ganz wichtig in einer Zeit, in der die Demokratie von immer mehr Seiten bedroht wird.“ 

Frank Hinte, DKJS-Geschäftsführer, fügt hinzu: „Jugendliche sind die besten Expertinnen und Experten für die Gestaltung ihrer eigenen Lebenswelt. Darum haben wir im Programm ‚Your Vision‘ junge Menschen nach ihren Visionen für eine Schule von morgen gefragt. Die Antworten waren pragmatisch, die Vorstellungen klar und die Bereitschaft zur aktiven Mitgestaltung beeindruckend. Auch künftig setzen wir uns dafür ein, das Recht von Kindern und Jugendlichen auf Beteiligung zu stärken. Denn ihre Perspektiven sind unverzichtbar für gesellschaftspolitische Fragestellungen – ganz besonders für eine zeitgemäße Schul- und Bildungsentwicklung.“ 

Im Landtag begrüßte Landtagsvizepräsident Christof Rasche die Schülerinnen und Schüler sowie die sie begleitenden Lehrkräfte. „Es ist wichtig, dass junge Menschen früh erleben, dass ihre Stimme Gewicht hat. Wer selbst Schule erlebt, weiß am besten, wo Verbesserungen notwendig sind. Ihre Ideen zeigen, wie Bildung optimiert und weiterentwickelt werden kann. Der Landtag als Herz der Demokratie ist dabei der ideale Ort, um über die Schule der Zukunft nachzudenken“, sagte er. Im Anschluss an den offiziellen Teil mit Einleitung, Grußworten und ersten Dialogformaten mit Ministerin und DKJS-Geschäftsführer Frank Hinte im Plenarsaal starteten die Kinder und Jugendlichen zu einer Tour durch das Parlamentsgebäude am Düsseldorfer Rheinufer. Dort vertieften sie gemeinsam mit Ministerin, Staatssekretär Dr. Mauer, der DKJS und zahlreichen Teilnehmern aus Ministerium und „Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule“ (QUA-LiS NRW) ihre gewonnenen Erkenntnisse in zahlreichen Workshops. Immer ging es dabei um zentrale Fragen im schulischen Alltag. Wie und wo lernt ihr am besten? Welche Unterstützung benötigt ihr, damit ihr euch beim Lernen wohlfühlt? Wie sieht eine respektvolle Feedback-Kultur an den Schulen aus? Was braucht es, um Gewalt, Mobbing oder Diskriminierung aus den Klassenräumen und von Schulhöfen fernzuhalten? Und wie lassen sich Pausen und Bewegung besser in den Schultag integrieren? In der Wandelhalle erstellten die Schülerinnen und Schüler beispielsweise ein großes Bild mit Lernorten, an denen der Unterricht Spaß macht, und einen Comic zum Thema Respekt und gutes Miteinander.

So manche der Fragen, die am Montag im Mittelpunkt standen, haben die Schülerinnen und Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums in Neuss für sich bereits beantwortet – die eingerichteten „Lernateliers“ geben einen Eindruck davon. Schulleiter Stefan Holl ist stolz auf das Engagement der jungen Menschen: „Die Schülerinnen und Schüler der Projektgruppe bringen sich intensiv in die Schulentwicklungsarbeit ein und wirken als Katalysatoren und Impulsgeber für eine Schule der Zukunft – mit Blick auf Mitgestaltung, Lernen und Leben am Marie-Curie-Gymnasium, worüber wir uns sehr freuen.”

Weiterer Hintergrund:

Das Programm „Your Vision - Schule NRW“ besteht aus verschiedenen Meilensteinen:

  • Zunächst unterstützte die DKJS die Schulen unter anderem mit Materialien und Workshops dabei, die Meinungen der Schülerinnen und Schüler einzuholen. Diese entwickelten Zukunftsideen für die eigene Schule. Die Vorstellungen reichen von der Erstellung von Podcasts und der Arbeit an Schülervertretungssatzungen über Konzepte zur Verbesserung von Toiletten-Situationen bis hin zu Umgestaltungen an Schulgebäuden oder der Planung von Spendenveranstaltungen. Bei der Arbeit mit der DKJS berichteten Schülerinnen und Schüler positiv von ihrer Schule als Lern- und Lebensort, machten deutlich, wie wichtig gute Beziehungen zu den Lehrkräften sind, schilderten aber auch kritisch Leistungsdruck, Mobbing, Diskriminierung oder Stress.
  • Die große Dialogveranstaltung im Landtag hat viele der Schülerinnen und Schüler nun mit dem Ministerium und der DKJS zusammengebracht, um die Inhalte an einem Ort, an dem Demokratie gelebt wird, zu vertiefen.
  • Ab März bündelt die DKJS die Erkenntnisse aus den Erkundungs- und Diskussionsprozessen in den Schulen sowie aus der Dialogveranstaltung. Ziel dieser Transferphase ist es, Handlungsansätze etwa auf der Schul- und Landesebene aufzuzeigen und Ideen der Schulen zu Beteiligungsformaten und Gestaltungsräumen sichtbar zu machen.

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