Claudia Middendorf setzt sich für pflegende Angehörige ein – „Wer Pflege übernimmt, muss gestärkt werden.“
Die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten Nordrhein-Westfalen, Claudia Middendorf, äußert Kritik an den im Rahmen der aktuellen Pflegereform diskutierten Kürzungen bei der Unterstützung pflegender Angehöriger.
Die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten Nordrhein-Westfalen, Claudia Middendorf, äußert Kritik an den im Rahmen der aktuellen Pflegereform diskutierten Kürzungen bei der Unterstützung pflegender Angehöriger.
„Pflegende Angehörige sind eine tragende Säule unseres Pflegesystems. Sie übernehmen Verantwortung, wo professionelle Strukturen an ihre Grenzen stoßen – verlässlich, täglich und oft unter erheblicher persönlicher Belastung. Es wäre ein falsches Signal, diese Gruppe ausgerechnet jetzt finanziell oder sozial zu schwächen“, erklärt Claudia Middendorf.
Nach derzeitiger Debatte stehen insbesondere mögliche Einschränkungen bei der rentenrechtlichen Absicherung pflegender Angehöriger sowie bei einzelnen Pflege- und Entlastungsleistungen im Raum. Fachverbände warnen vor spürbaren Nachteilen für Betroffene und sehen die Gefahr einer zunehmenden sozialen Ungleichheit in der häuslichen Pflege.
Besonders hebt Claudia Middendorf in diesem Zusammenhang auch die Erfahrungen aus der Coronavirus-Pandemie hervor: „Während der Pandemie haben pflegende Angehörige das Pflegesystem in Nordrhein-Westfalen und bundesweit stabil gehalten. Als Einrichtungen zeitweise nur eingeschränkt erreichbar waren und Unterstützungsangebote wegbrachen, haben Familien und nahestehende Personen die Versorgung übernommen. Ohne diesen Einsatz wäre das System in vielen Bereichen massiv unter Druck geraten.“
Mit Blick auf diese Erfahrungen und die steigende Zahl an Pflegebedürftigen fordert die Landesbehinderten- und -patientenbeauftragte eine klare Neuausrichtung der aktuellen Reformdiskussion:
„Pflegende Angehörige brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und eine Politik, die ihre tägliche Leistung anerkennt. Bei allen notwendigen Reformen der Pflegeversicherung muss sichergestellt werden, dass häusliche Pflege auch künftig tragfähig bleibt und pflegende Angehörige die Unterstützung erhalten, die sie für diese verantwortungsvolle Aufgabe benötigen.“
Sie betont zudem, dass die finanzielle Stabilität der Pflegeversicherung zwar ein zentrales Ziel bleibe, Reformen jedoch nicht zulasten derjenigen gehen dürften, die bereits heute die Hauptlast der Versorgung tragen.
„Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wer sie im privaten Umfeld übernimmt, entlastet das gesamte System erheblich und verdient dafür nicht weniger, sondern mehr Unterstützung.“
Claudia Middendorf kündigte an, die weitere politische Entwicklung sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene konstruktiv zu begleiten und sich weiterhin für eine Stärkung pflegender Angehöriger in Nordrhein-Westfalen einzusetzen.
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