Bis zu 180 Millionen Euro aus dem NRW-Plan für neues KI-Center an der RWTH Aachen
Wissenschaftsministerin Brandes: Exzellente Forschung und Lehre brauchen eine exzellente Infrastruktur
Insgesamt soll der Neubau Platz für rund 400 wissenschaftliche, technische und administrative Angestellte und fast 5.000 Studierende der gesamten Informatik bieten.
Der „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ ist das größte Infrastruktur- und Investitionsprogramm in der Geschichte des Landes. Anknüpfend an eine Bedarfseinschätzung der RWTH Aachen wird dort ein Neubau für das KI-Center mit Geld aus dem NRW-Plan geschaffen, um die Forschung, Entwicklung und Lehre in einem zentralen Zukunftsfeld voranzutreiben. Bis zu 180 Millionen Euro sind dafür eingeplant.
Insgesamt soll der Neubau Platz für rund 400 wissenschaftliche, technische und administrative Angestellte und fast 5.000 Studierende der gesamten Informatik bieten. Vorgesehen sind außerdem Co-Working-Spaces für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie perspektivisch KI-Reallabore, die mit deutlich reduzierten regulatorischen Anforderungen Innovationssprünge ermöglichen sollen. Der Neubau des KI-Centers geht einher mit dem Ausbau der Informatik als einer wissenschaftlichen Schlüsseldisziplin an der RWTH Aachen. Erst jüngst wurde eine eigene Fakultät für Informatik gegründet, um neue Forschungsrichtungen etwa in den Bereichen Datenwissenschaften, Visual Computing oder Kommunikationssicherheit zu erschließen.
Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Exzellente Forschung und Lehre brauchen eine exzellente Infrastruktur. Mit dem neuen KI-Center schaffen wir für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der RWTH ein hochmodernes Arbeitsumfeld und machen Forschung und Lehre in Nordrhein-Westfalen für die klügsten Köpfe der Welt noch attraktiver. Wir investieren das Geld aus dem NRW-Plan für gute Infrastruktur konsequent in die großen Zukunftsthemen. Dazu gehört allen voran die Künstliche Intelligenz, die in kurzer Zeit alle Lebensbereiche des Menschen verändern wird. Über Jahrzehnte sicherte Kohle aus dem Ruhrgebiet und dem Rheinischen Revier den Wohlstand der Menschen in Deutschland. Heute ist Wissen der neue Rohstoff.“
Im KI-Center der RWTH wird die KI-Expertise aus allen Fakultäten gebündelt, um KI-Methoden, Werkzeuge und Daten nachhaltig und wiederverwendbar zu machen. Starke Forschungsfelder sind unter anderem zuverlässige KI-Systeme, etwa in der radiologischen Diagnostik oder in der Produktionstechnik. Bereits heute übernimmt die RWTH eine wichtige Rolle in der Bereitstellung von KI-Infrastruktur, etwa durch das Projekt KI:connect.nrw. Hochschulangehörige in Nordrhein-Westfalen erhalten über den Dienst einen zentralen Zugang zu generativen KI-Anwendungen, um sie für die Forschung und Wissenschaft sicher nutzen zu können.
Professor Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen: „Wir freuen uns sehr, dass wir durch die große Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen zukünftig den Forschenden und allen Mitarbeitenden der Informatik optimale Arbeitsbedingungen zur Verfügung stellen können. Die Informatik ist eines der Aushängeschilder der RWTH und zentraler Baustein unserer Exzellenz-Strategie. Um das an der RWTH generierte Wissen auch in die Gesellschaft zu transferieren, um also Forschung in Wirkung zu überführen, benötigen die RWTH-Forschenden auch eine zeitgemäße Infrastruktur. Der Informatik-Neubau mit integriertem KI-Center schafft somit die Strukturen für eine erfolgreiche und exzellente Zukunft der Informatik und der gesamten RWTH. Er ist zudem ein herausragendes Signal, wichtiger Standortfaktor und von großer Bedeutung für Stadt und Städteregion Aachen.“
Prof. Dr. Holger Hoos, Vorstandsvorsitzender des KI-Centers: „Der Neubau des KI-Centers der RWTH Aachen ist ein weiterer, essenzieller Schritt auf dem Weg von der Kohle zur KI, zu dem wir mit unserem Fokus auf sichere, verlässliche und nachhaltige KI schon heute als weithin sichtbares Exzellenzzentrum entscheidende Beiträge liefern.“
Die Exzellenzuniversität RWTH Aachen hat sich als Kompetenzzentrum für alle Themen rund um die Künstliche Intelligenz über die Grenzen Deutschlands hinaus bereits einen Namen gemacht. Mit der Strategie „KI in Aktion“ bringt die Universität Partner aus der Industrie mit Forscherinnen und Forschern zusammen, um aus wissenschaftlichen Erkenntnissen schnell marktfähige Produkte zu entwickeln und Wertschöpfung zu generieren.
Zukunftsinvestitionen für Hochschulen, Hochschulmedizin und Forschungseinrichtungen
Aus dem NRW-Plan für gute Infrastruktur stehen insgesamt 2,3 Milliarden Euro für die Bereiche Hochschulen, Hochschulmedizin und Forschung zur Verfügung. Mit dem Geld werden Investitionen finanziert, die auf die großen Zukunftsthemen einzahlen und den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen nachhaltig stärken und nach vorne bringen: Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, die Bekämpfung der großen Volkskrankheiten sowie Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Gefördert werden hochwirksame Investitionen, die maximale Wirkung entfalten können und deren Finanzierung aus dem laufenden Haushalt nicht vorgesehen war.
Hintergrund Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur
Der „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ ist das größte Infrastruktur- und Investitionsprogramm in der Geschichte des Landes. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren stellt die Landesregierung insgesamt rund 31,2 Milliarden Euro für Investitionen bereit. Davon entfallen rund 21,3 Milliarden Euro auf die Kommunen, während knapp 10 Milliarden Euro in die Infrastruktur des Landes investiert werden. Schwerpunkte des Programms sind insbesondere der Ausbau und die Modernisierung von Kitas und Schulen sowie der Verkehrsinfrastruktur. Darüber hinaus sind Investitionen in Gesundheitsversorgung, energetische Sanierung und Klimaschutz, Sport, Digitalisierung sowie in Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft vorgesehen. Grundlage der Finanzierung sind neben Landesmitteln dem Land zustehende Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz, aus dem Nordrhein-Westfalen rund 21,1 Milliarden Euro erhält.
Insgesamt soll der Nordrhein-Westfalen-Plan dazu beitragen, bestehende Investitionsrückstände abzubauen, wichtige Infrastruktur zu modernisieren und neue Projekte schneller umzusetzen. Städte, Gemeinden und weitere Träger erhalten damit verlässliche Rahmenbedingungen, um zentrale Vorhaben vor Ort anzustoßen und Infrastruktur langfristig zu stärken.
Ergänzend garantiert die Landesregierung den Kommunen für insgesamt zwölf Jahre die Höhe der Investitionspauschalen im Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG) und stellt damit weitere 27,6 Milliarden Euro an Investitionsmitteln bereit. Sollten die Steuereinnahmen sinken, werden die Pauschalen aus Mitteln des Landeshaushalts aufgestockt. Zusätzlich entlastet das Land die Kommunen durch eine anteilige Übernahme kommunaler Altschulden.