Verleihung des Landesverdienstordens in Aachen
15. Dezember 2018

Ministerpräsident Laschet zeichnet neun Bürgerinnen und Bürger mit dem Landesverdienstorden aus

Ohne das Engagement von Ehrenamtlichen wäre unsere Gesellschaft sehr viel kälter, so Ministerpräsident Laschet / Adventskonzert der Landesregierung und des WDR im Anschluss im Aachener Dom

Am dritten Adventswochenende hat Ministerpräsident Armin Laschet im Historischen Rathaus Aachen neun Bürgerinnen und Bürger für ihr gesellschaftliches Engagement mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

 
Die Staatskanzlei teilt mit:

Redaktioneller Hinweis: Fotos von der Verleihung des Landesverdienstordens finden Sie ab 19.00 Uhr unter diesem Link zum freien Download

www.picdrop.de
 
Am dritten Adventswochenende (Samstag, 15. Dezember 2018) hat Ministerpräsident Armin Laschet im Historischen Rathaus Aachen neun Bürgerinnen und Bürger für ihr gesellschaftliches Engagement mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Landesregierung ehrt damit traditionell ehrenamtlich besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger für ihre hervorragenden Verdienste für das Gemeinwohl.
 
Der Ministerpräsident lobte das herausragende Engagement der neuen Ordensträgerinnen und Ordensträger und dankte ihnen für ihren vorbildlichen Einsatz: „Wenn man sieht, mit wie viel Zeit, Kraft und Herzblut diese Bürgerinnen und Bürger sich mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz dem Allgemeinwohl widmen, mit welchem Tatendrang sie für Miteinander und Menschlichkeit aktiv sind – ganz ohne Aufhebens – dann wird deutlich, welch großen Beitrag sie zu einem guten Miteinander leisten.“
 
„Ohne das Engagement von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern wäre unsere Gesellschaft sehr viel kälter. Ihr Einsatz macht unser Land so liebens- und lebenswert. Die Landesregierung wird dieses Engagement weiter unterstützen und fördern“, so Ministerpräsident Laschet.
 
Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ist eine besondere Auszeichnung für besondere Persönlichkeiten, mit der das Land besonders sorgsam und wohl überlegt umgeht. Seit 1986, dem Jahr der Stiftung des Ordens durch Johannes Rau, sind über 1.600 Persönlichkeiten ausgezeichnet worden.
 

Ausgezeichnet mit dem Landesverdienstorden am 15. Dezember 2018 wurden

  •        Horst Bessel, Viersen;

gehört unter anderem zu den Gründern des Vereins „Lebenshilfe im Kreis Viersen“ und engagiert sich seit vielen Jahren für Menschen mit Behinderung.
 

  •        Margot Burmann, Meschede;

setzt sich seit Jahrzehnten für Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung ein, insbesondere für Menschen mit Down-Syndrom.
 

  •        Ludwig Ladzinski, Bottrop;

wirkte unter anderem mit bei der Entstehung des Steinkohlefinanzierungsgesetzes, der Gründung der RAG-Stiftung und hat großen Anteil am sozialverträglichen Ausstieg aus dem Steinkohlenbergbau.
 

  •        Ulrich Pohl, Bielefeld;

engagiert sich seit Jahrzehnten für die Von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, unter anderem als Vorstandsvorsitzender.
 

  •        Otto Rehhagel, Essen;

neben seinen Verdiensten um den Fußball und die deutsch-griechische Freundschaft gilt sein Einsatz in verschiedenen Stiftungen vorrangig Menschen mit Behinderung, Kita- und Grundschulkindern, aber auch der Resozialisierung von Strafgefangenen.
 

  •        Albert Ritter, Essen;

setzt sich in herausragendem Maße für das Schaustellergewerbe ein, den Erhalt von Volksfesten sowie für die schulische und berufliche Bildung von Schaustellerkindern.
 

  •        Christian Weisbrich, Nettetal;

der ehemalige Stadtdirektor der Stadt Nettetal und langjähriges Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen engagiert sich beim Deutschen Roten Kreuz, in der THW-Jugend Nettetal, außerdem maßgeblich bei der Restaurierung und dem Erhalt des Schlosses Krickenbeck.
 

  •        Bundesministerin a.D. Dr. Dorothee Wilms, Köln;

ist als ehemalige Bundesministerin Vorreiterin ihrer Generation, die den Rechten der Frauen früh eine Stimme gab und setzt sich stark für Bildung, Ausbildung und Frauenförderung ein. In der von ihr gegründeten Dorothee Wilms-Stiftung setzt sie sich gezielt für die Förderung geisteswissenschaftlicher Forschung für junge Wissenschaftlerinnen ein.
 

  •        Michael Wirtz, Stolberg;

als erfolgreicher Unternehmer fördert er unter anderem seit über 50 Jahren den Karlsverein Dombauverein Aachen sowie Benefizkonzerte zum Erhalt des UNESCO-Welterbes Aachener Dom. Michael Wirtz unterstützt darüber hinaus die Palliativmedizin am Uniklinikum Aachen.

Über den Landesverdienstorden

Der Verdienstorden des Landes ist 1986 aus Anlass des 40. Geburtstages des Landes Nordrhein-Westfalen gestiftet worden. Er wird an Bürgerinnen und Bürger als Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste für die Allgemeinheit verliehen. Seit Bestehen sind 1.604 Frauen und Männer – die Auszuzeichnenden am 15. Dezember 2018 mit eingerechnet – mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Die Zahl der Landesorden ist auf 2.500 begrenzt.

Adventskonzert der Landesregierung und des Westdeutschen Rundfunks im UNESCO-Weltkulturerbe Aachener Dom

Im Anschluss an die feierliche Übergabe des Landesverdienstordens im Historischen Rathaus Aachen lud Ministerpräsident Laschet die Ausgezeichneten in das UNESCO-Weltkulturerbe Aachener Dom ein: Dort findet am Samstagabend das diesjährige, traditionelle Adventskonzert der Landesregierung gemeinsam mit dem Westdeutschen Rundfunk statt. Neben den neuen Ordensträgerinnen und Ordensträgern gehören weitere ehrenamtlich aktive Bürgerinnen und Bürger zu den Gästen sowie hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft des Landes und Repräsentanten des diplomatischen und konsularischen Korps in Nordrhein-Westfalen.
 
Das Konzertprogramm wird gestaltet vom WDR Funkhausorchester unter der Leitung des niederländischen Dirigenten Enrico Delamboye, gemeinsam mit dem Chorwerk Ruhr, dem Mädchenchor am Aachener Dom, der Sopranistin Polina Pastirchak und Harriet Krijgh am Violoncello. Der bekannte nordrhein-westfälische Schauspieler Joachim Król trägt weihnachtliche Texte vor. Eröffnet wird das Adventskonzert mit Grußworten von Ministerpräsident Armin Laschet und Tom Buhrow, Intendant des Westdeutschen Rundfunks. Die Moderation übernimmt Susanne Wieseler. Das Adventskonzert wird ab 20.15 Uhr live im WDR-Fernsehen übertragen.

Hinweis

Prof. Dr. Johann Baptist Metz aus Münster, der ursprünglich auch den Landesverdienstorden am 15. Dezember erhalten sollte, wird zu einem späteren Zeitpunkt von Ministerpräsident Armin Laschet ausgezeichnet.

Zum Download öffnen Sie die Galerie bitte in der Mediathek.

Die Laudationes an die neuen Ordensträgerinnen und Ordensträger im Wortlaut

(es gilt das gesprochene Wort)
 
Horst Bessel aus Viersen
Mit Horst Bessel zeichne ich heute ein wahres „Urgestein“ des ehrenamtlichen Engagements, konkret der „Lebenshilfe“, aus. Denn bereits vor über 50 Jahren gründete Horst Bessel mit weiteren betroffenen Eltern die „Lebenshilfe“ im späteren Kreis Viersen.
 
In einem Bericht über sein Wirken heißt es, dass in allem, was bisher durch die Lebenshilfe vollbracht und geschaffen wurde, ein „großes Stück Bessel“ steckt. Und ich bin sicher, dass dieses große Stück zugleich ein sehr gutes Stück ist, denn zwanzig Jahre führt Horst Bessel die „Lebenshilfe“ als Vorsitzender mit dem Ziel, die Lebensbedingungen für Menschen mit einer Behinderung zu verbessern.
 
1977 wird auf der Viersener Bergstraße dank seines intensiven Einsatzes eine erste Wohnstätte für Menschen mit Behinderung errichtet. Die Häuser für stationäres und für betreutes Wohnen wurden nicht etwa außerhalb errichtet. Nein, sie befinden sich mitten im Ort und sind fest in der Gemeinde verankert. Horst Bessel hat Inklusion schon gelebt, als die meisten diesen Begriff noch gar nicht kannten und er noch ein Fachbegriff war. Betreute die „Lebenshilfe“ in Viersen anfänglich 20 behinderte Menschen, so sind es heute bereits über 1.000. Auch das ist vor allem dem Bemühen von Horst Bessel zu verdanken.
 
Die „Lebenshilfe“ bietet inzwischen vielfältige Unterstützung an – etwa Arbeitsangebote in Werkstätten, Elternberatung bei der Schulwahl, Freizeitangebote und Fahrdienste. 2012 eröffnet der Verein das Café „Käffchen am Steinkreis“ am Viersener Bahnhof, das zu einem beliebten Treffpunkt geworden ist – natürlich barrierefrei. Bis heute ist Horst Bessel in einem Ausschuss der „Lebenshilfe“ aktiv; im vorigen Jahr half er zum Beispiel tatkräftig bei der Organisation des 50jährigen Jubiläums des Vereins.
 
Horst Bessel gehörte 1974 überdies zu den Gründungsmitgliedern des „Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes“ im Kreis Viersen. Er unterrichtete auch einige Jahre zu den Themen Betreuung und Rehabilitation an der Krankenpflegeschule der Rheinischen Landesklinik in Viersen; er ist Mitgründer der „Viersener Tafel“ und zählt seit etwa 20 Jahren zu den aktiven Unterstützern des „Waldkindergartens Buschräuber“.
 
Die Liste seiner Aktivitäten geht aber noch weiter: Im Jahr 2000 ist er Mitgründer der Senioreninitiative „Miteinander / Füreinander“ und bis heute als Kassenwart tätig. Hier setzt sich Horst Bessel ein für Selbst­hilfe, Selbständigkeit, soziale Kontakte und Gesundheit im Alter. Und nicht zuletzt findet er auch noch Zeit, in der evangelischen Kirchengemeinde den Seniorengottesdienst mitzugestalten.
 
Lieber Horst Bessel, ich bin sehr beeindruckt von Ihrem Lebenswerk und der großen Bandbreite Ihres Engagements für andere Menschen und freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu überreichen.
 
Margot Burmann aus Meschede
Margot Burmann ist Mutter eines Sohnes mit Down-Syndrom. Seit der Geburt ihres Sohnes wird Margot Burmann von dem Wunsch angetrieben, ihrem und anderen betroffenen Kindern ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die „Waffen“, mit denen Margot Burmann für die Teilhabe von Menschen mit Down-Syndrom kämpft, sind friedlich und wirksam zugleich: Musik, Tanz, Sport und geteilte Freude.
 
Nach ersten Erfahrungen in einer Selbsthilfegruppe gründet Margot Burmann 1987 die Kindergruppe „Regenbogen“. Dort finden Kinder mit Handicap und ihre Angehörigen eine Anlaufstelle und die Möglichkeit zu gemeinsamen Aktivitäten. Über 10 Jahre leitet Margot Burmann diese Gruppe, bevor sie im Jahr 1999 zusammen mit vielen betroffenen Eltern die Jugendgruppe „Kolumbus“ gründet.
 
Dank dieses Projekts, das sie bis 2012 selbst geleitet hat, haben Jugendliche mit einer geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung vielfältige Möglichkeiten, ihre Freizeit mit Freunden zu verbringen, beispiels­weise bei Tages- und Wochenendfahrten oder bei gemeinsamen Aktivitäten wie Tanzen, Kochen, Kegeln und Sport. Margot Burmann beteiligt sich 2008 auch an der Gründung eines Freundeskreises für die „Caritas-Werkstätten Arnsberg“, den sie als Vorsitzende bis 2012 leitet. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und mit Hilfe weiterer Unterstützer gelingt es ihr, die Werkstätten bekannt zu machen und Sach- und Geldspenden für die Arbeit der Werkstätten zu sammeln.
 
Vor einigen Jahren hatten Sie, liebe Frau Burmann, die Idee zu einem „Musik-Seminar“, das einmal monatlich im Gemeindezentrum der katho­lischen Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt in Meschede stattfindet. Das Musik-Seminar wird von Musikpädagogen unterstützt und ist eine Veranstaltung für Erwachsene mit Handicap, die Freude an Bewegung und Tanz haben.
 
Der rege Zulauf, den diese Veranstaltung findet, zeigt, dass Margot Burmann wieder einmal genau das richtige Gespür hatte: Inklusion durch Musik, Tanz und Bewegung macht Freude und hilft Menschen mit einer Behinderung, in der Mitte unserer Gesellschaft zu leben. Mit dem gleichen Ziel organisierte Margot Burmann auch die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom am Deutschen Down-Sportlerfestival in Frankfurt.
 
Liebe Frau Burmann, Sie zeigen uns: Menschen mit Down-Syndrom gehören in unsere Mitte. Damit geben Sie, liebe Frau Burmann, ein wertvolles Vorbild in einer Gesellschaft, die Behinderung allzu oft als Stigma ansieht, in der für viele Perfektion um jeden Preis zur Maxime geworden zu sein scheint. Durch Ihr Engagement teilen Sie Ihre Freude an Menschen, an allen Menschen, mit uns. Und darum freue ich mich sehr, Sie heute mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen auszeichnen zu können.
 
Ludwig Ladzinski aus Bottrop
Bei den Feierlichkeiten zum Eintritt in den Ruhestand von Ludwig Ladzinski wurde er mit den Worten verabschiedet: „Das wandelnde Vertrauen geht“. Ich finde, ein schöneres Kompliment kann man jemandem, der jahrzehntelang Gewerkschafter war und sich mit Herzblut für die Interessen seiner Kolleginnen und Kollegen eingesetzt hat, gar nicht machen. Sein Engagement hat schon früh begonnen: 1970 wurde Ludwig Ladzinski Mitglied der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie und übernahm 1984 – als knapp Dreißigjähriger – das verantwortungsvolle Amt des Knappschaftsältesten.
 
Knappschaftsältester, das wird also nicht derjenige, der die meisten Lebensjahre oder Dienstjahre auf dem Buckel hat, sondern derjenige, der meiste Vertrauen der Kollegen genießt. Zu den Aufgaben von Ludwig Ladzinski gehörten die Beratung und Betreuung von Versicherten und deren Familien in Fragen der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.
 
Kurze Zeit später wurde Ludwig Ladzinski Stellvertreter für die Vertreterversammlung und schließlich Mitglied des Vorstandes. Zum Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats der heutigen RAG Deutsche Steinkohle und zum stellvertretenden Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Betriebsräte im RAG-Konzern wurde Ludwig Ladzinski 2001 gewählt. Sein großes Verhandlungsgeschick und seine konstruktiven Beiträge waren dort ebenso gefragt, wie später bei den Gesprächen auf höchster politischer Ebene, bei denen es darum ging, Kohlekompromisse zwischen Bundesregierung, RAG AG und IGBCE sozialverträglich auszuhandeln.
 
Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Betriebsräte im RAG-Konzern, zu dem er gewählt wurde, wirkte er bei der Entstehung des Steinkohlefinanzierungsgesetzes und der Gründung der RAG-Stiftung mit. So konnten viele tausend Arbeitsplätze länger erhalten werden. Denn immer stand sein berufliches Wirken im Sinne der Menschen, immer ging es ihm um Augenmaß und soziale Gerechtigkeit. Elf Jahre war Ludwig Ladzinski im Vorstand der Revierarbeitsgemeinschaft zudem für kulturelle Bergmannsbetreuung tätig. Aber auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben hat er sein ehrenamtliches Engagement nahezu unvermindert fortgesetzt:
 
So engagierte er sich bis 2017 im Hauptvorstand der IG BCE. Er ist Knappschaftsältester und auch dadurch ist er seinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen immer noch eng verbunden. Als der von RAG und IG BCE gemeinsam initiierte Unterstützungsverein „Wir stehen hinter Dir!“ gegründet wurde, hat Ludwig Ladzinski beratend mitgewirkt.
 
Immer noch ist er Mitglied des Kuratoriums der RAG-Stiftung und engagiert sich für das stiftungseigene Projekt „Glückauf Zukunft!“. Auch auf kommunaler Ebene arbeitet Ludwig Ladzinski in den Ortsverbänden der IG BCE und im Bottroper Ortsverein der SPD mit. Von Ruhestand kann bei ihm also gar keine Rede sein.
 
Lieber Ludwig Ladzinski,
ein „wandelndes Vertrauen“ kann nicht gehen, darf nicht gehen, auch nicht in den Ruhestand! Dafür ist Vertrauen zu wertvoll. Ich bin sicher: Sie werden immer eine Vertrauensperson für viele Menschen bleiben, die mit dem Bergbau verbunden sind. Darauf können Sie sehr stolz sein! Ich freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu überreichen.
 
Ulrich Pohl aus Bielefeld
Pastor Ulrich Pohl ist ein Manager mit christlichem Kompass, für den immer der Mensch im Mittelpunkt steht. Mit Ulrich Pohl zeichne ich heute einen Mann aus, für den Beruf und Berufung zusammengehören. Nach einem Studium der Germanistik, Pädagogik und der Theologie ist Ulrich Pohl 15 Jahre als Gemeindepfarrer und dann neun Jahre als Superintendent der Lippischen Landeskirche tätig.
 
Seit 2001 arbeitet er bei den „von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel“. Zunächst als Leiter der Zentralen Öffentlichkeitsarbeit und seit 2008 als Vorstandsvorsitzender und Leiter der von Bodelschwinghschen Stiftungen. Die Stiftungen Bethel mit ihren in sechs Bundesländern vertretenen Einrichtungen, Kliniken und ambulanten Diensten sind uns allen ein Begriff.
 
Und Ulrich Pohl ist für die circa 19.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich, die sich in der Stiftung für kranke, alte und benachteiligte Menschen engagieren. Seine Devise lautet: „Nicht über Menschen sprechen, sondern mit Menschen“. Es ist ihm wichtig, Menschen über die Arbeit Bethels zu informieren und sie dafür zu gewinnen, diese Arbeit zu unterstützen. Es gelingt ihm immer wieder, Vorurteile und Barrieren abzubauen und Brücken aufzubauen. Ulrich Pohl hat die Entwicklung des Spendenwesens in den von Bodelschwinghschen Stiftungen entscheidend vorangetrieben: Die Durchführung von Spendertreffen, der Aufbau eines Spendernetzwerks und des Nachlass-Spenden-Bereichs sind eng mit seinem Namen verbunden.
 
Ulrich Pohl ist ein ‚Menschenfischer‘, dem es gelingt, Menschen für die Arbeit Bethels und damit vor allem für die Menschen, die in Bethel auf Unterstützung und Hilfe angewiesen sind, zu gewinnen. Er setzt sich überdies für die Unterstützung von pflegenden Angehörigen ein, weil er weiß, wie viel Zeit und Mühe die Pflege gerade von schwer kranken Menschen erfordert.
 
Und auch für die Mitglieder seiner ehemaligen Pfarrgemeinde in Lage/Lippe betreut Ulrich Pohl nach wie vor Taufen, Eheschließungen und Bestattungen. Gemeinschaft verwirklichen, Inklusion und Solidarität leben und Teilhabe ermöglichen – das sind die großen Themen, die Sie, lieber Ulrich Pohl, anpacken. Und dafür überreiche ich Ihnen heute mit Freude den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Otto Rehhagel aus Essen
Otto Rehhagel ist ein Erfolgstrainer mit Bodenhaftung und eine Ikone des Fußballsports. Seine Karriere und seine sportlichen Erfolge sind herausragend: In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre bis 1981 war Otto Rehhagel Trainer von Borussia Dortmund, von Arminia Bielefeld und von Fortuna Düsseldorf.
 
Bald stellten sich die großen Erfolge ein: Zuerst im Pokal mit Düsseldorf und dann in der Bundesliga als Meistertrainer von Bremen, und immer wieder auch im Pokal. 1992 kam die internationale Krönung mit dem Europapokal der Pokalsieger. Die Jahre bei Werder waren eine besondere Zeit: Aus heutiger Sicht erscheint es unglaublich, dass Sie, lieber Otto Rehhagel, sage und schreibe 14 Jahre (1981 bis 1995) Werder Bremen trainiert haben. Das ist bis heute der Rekord für die längste Amtszeit als Bundesliga-Trainer. Und ich bin mir sicher: So schnell wird das keiner mehr übertreffen!
 
1998 folgte dann die absolute Sensation: Der Meistertitel mit Kaiserslautern direkt nach dem Aufstieg in die erste Bundesliga. Lieber Otto Rehhagel, spätestens jetzt waren Sie eine Trainerlegende! Aber das hat Ihnen nicht gereicht: 2004 kam die nächste Sensation: Der Gewinn der Fußball-Europameisterschaft mit der griechischen Nationalmannschaft – im Jahr der olympischen Sommerspiele in Athen. Damit haben Sie nicht nur die Griechen, sondern auch sich selbst auf den Olymp des Fußballs gehoben. Seitdem sind Sie unbestritten ein Fußballkönig, der den Ehrennamen „Rehakles“ trägt.
 
Doch, lieber Otto Rehhagel, Sie erhalten den Landesverdienstorden heute nicht allein aufgrund Ihrer großen sportlichen Verdienste. Wir würdigen heute vielmehr eine Persönlichkeit, die auch über das Sportliche hinaus vorbildlich ist. Denn Otto Rehhagel engagiert sich sozial in vielen Bereichen, vor allem für kranke und sozial benachteiligte Kinder – zum Beispiel als Schirmherr und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Universitätsmedizin Essen, die sich um schwerstkranke Kinder kümmert. Otto Rehhagel ist zudem Gründungsmitglied des Vereins „Essener Chancen – Rot-Weiss Essen.“ Dort setzt er sich für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ein.
 
Bei „Werder–bewegt“ engagiert sich Otto Rehhagel unter dem Motto „lebenslang aktiv“ für mehr Bewegung in Kindergärten und Grundschulen. Denn Bewegung stärkt nicht nur die motorischen Fähigkeiten, sondern auch die emotionale und soziale Kompetenz von Kindern. Otto Rehhagel setzt sich überdies für Menschen mit Handicap ein. Im Kuratorium der DFB-Stiftung Sepp Herberger ist er aktiv für die Integration von Menschen mit Behinderung in die Fußballfamilie und bemüht sich dort zusätzlich um die Resozialisierung von Strafgefangenen.
 
Otto Rehhagel ist ein Menschenfreund, der das Motto von Sepp Herberger beherzigt: „Wer oben ist, darf die unteren nicht vergessen.“ Otto Rehhagel ist nicht nur einer der besten und erfolgreichsten Fußballtrainer unseres Landes; vor allem hat er bei allem persönlichen Erfolg den Blick und das Herz für seine Mitmenschen nicht verloren. Und darum bin ich stolz und froh, Otto Rehhagel heute den Verdienstorden unseres Landes zu verleihen.
 
Albert Ritter aus Essen
Auch wenn man es kaum glauben mag, weil es wie eine zu gut erfundene Geschichte klingt, aber der Mann, den wir jetzt begrüßen, wurde tatsächlich auf dem Hannoveraner Schützenfest geboren. Aber wenn man weiß, dass er Schausteller in fünfter Generation ist, dann wird verständlich, warum er buchstäblich in seinen Beruf hineingeboren wurde.
 
Bis heute übt er diesen Beruf mit Leib und Seele aus. Albert Ritter ist nicht nur Schausteller aus Familientradition und Leidenschaft, sondern auch überzeugter Repräsentant seines Berufsstandes. Und er ist ehrenamtlich sehr aktiv.
Auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene sowie im Europäischen Schaustellerverband nimmt er seit vielen Jahren herausragende ehrenamtliche Funktionen wahr. Seit vier Jahrzehnten gehört er dem Vorstand des Schaustellerverbands Essen an, seit 1986 als Vorsitzender.
 
Als Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in Nordrhein-Westfalen“ kümmert er sich insbesondere um die Erhaltung und Förderung von Volks- und Schützenfesten, Kirmessen und Weihnachtsmärkten. Unter seiner Leitung hat sich die Arbeitsgemeinschaft zur Hauptorganisation der Schausteller im Lande entwickelt. Seit 15 Jahren ist Albert Ritter Präsident des „Deutschen Schaustellerbundes e. V.“ und damit oberster Vertreter seines Berufsstandes.
 
Genauso lange setzt er sich auch als Mitbegründer der „Historischen Gesellschaft Deutscher Schausteller“ ein für die kulturelle Anerkennung deutscher Volksfeste und ihrer historischen Fahrgeschäfte und Kirmeswagen. Bis heute ist Albert Ritter der Vorsitzende dieser Gesellschaft.
 
Seit 1999 vertritt er die Interessen seines Berufsstandes auch international. Zunächst als stellvertretender Generalsekretär der Europäischen Schausteller-Union (ESU) tätig, wurde er zum Vizepräsidenten und vor 12 Jahren zum Präsidenten gewählt. Als Repräsentant der ESU ist Albert Ritter ein Vorkämpfer für höhere Sicherheits- und Umweltstandards von Fahrgeschäften.
 
Albert Ritter engagiert sich auch intensiv dafür, dass Schaustellerkinder bessere Bildungsmöglichkeiten bekommen. Darum spricht sich der Erste Vorsitzende des gemeinnützigen Bildungswerkes im „Deutschen Schaustellerbund e. V.“ für eine allgemeine und berufsschulische Bildung in den reisefreien Wintermonaten aus. Und für die Sommermonate plädiert er mit Erfolg dafür, dass Schaustellerkinder mehr Fernlehre-Möglichkeiten (das sogenannte E-Learning) nutzen können. Wegen seines großen Engagements und seiner hohen fachlichen und persönlichen Kompetenz wird Albert Ritter auch „Ritter der Reisenden“ genannt.
 
Ich freue mich sehr, Albert Ritter heute für seine Verdienste rund um das Kulturgut Volksfest den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu verleihen.
 
Christian Weisbrich aus Nettetal
Christian Weisbrich aus Nettetal ist ein heimatverbundener Niederrheiner und ein echter Vollblutpolitiker. Politisch aktiv wurde Christian Weisbrich schon 1962 mit seinem Eintritt in die CDU. 17 Jahre war er Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags. In dieser Zeit hat er in führenden Ämtern wichtige parlamentarische Initiativen wie den Bürokratieabbau in der Landesverwaltung oder die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren insbesondere im Handwerk auf den Weg gebracht. Auch für den Erhalt und den Ausbau des Industriestandortes Nordrhein-Westfalen hat er sich vehement eingesetzt.
 
Aber Christian Weisbrich, der ehemalige Stadtdirektor der Stadt Nettetal, ist vielseitig interessiert und in einer Breite engagiert, die bewundernswert ist: Als Vorsitzender des Ortsverbands des Deutschen Roten Kreuzes Nettetal, als Vorsitzender der Helfervereinigung der Technischen Hilfe Schwalm-Nette oder als Schirmherr der THW Jugend Nettetal. Auch die Natur, die Kultur und seine Heimat am Niederrhein liegen ihm am Herzen. Ein eindrucksvolles Beispiel ist hier sicher sein Engagement für das damals stark instandsetzungsbedürftige Schloss Krickenbeck. Heute wird das Schloss mit seinem Gebäudeensemble als Tagungszentrum genutzt und ist zum Aushängeschild der gesamten Region geworden.
 
Vor über 20 Jahren übernahm Christian Weisbrich auch den Vorsitz im Förderverein der Biologischen Station der Krickenbecker Seen. Der Förderverein hat seine Angebote im Laufe der Jahre kontinuierlich ausgebaut und wertvolle Projekte im Naturpark Schwalm-Nette realisiert.
 
Als Vorsitzender des „Kulturraum Niederrhein“ hat Christian Weisbrich eine Initiative vorangetrieben, die kulturelle Angebote zusammenführt und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem maasländischen Kulturraum intensiviert.
 
Im Verkehrs- und Verschönerungsverein Lobberich setzt er sich seit vielen Jahren unter anderem für die Brauchtumspflege ein. Seiner Überzeugung, dass Politik und Gesellschaft sich stärker auf Europa ausrichten sollten, verleiht Christian Weisbrich auch durch den Vorsitz im Partnerschaftsverein „Freunde der Grafschaft Cambridgeshire“ des Kreises Viersen Ausdruck.
 
Lieber Herr Weisbrich, Sie haben sich mit ganzem Herzen für das Wohl unseres Landes eingesetzt. Der Ausdruck „homo politicus“ steht nicht im Duden, aber mit Ihnen steht uns ein wahrer Vollblutpolitiker, ein „homo politicus“, ganz real und als Vorbild vor Augen. Ich freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verleihen zu können.
 
Bundesministerin a. D. Dr. Dorothee Wilms aus Köln
Wenn ich in der Reihe der Auszuzeichnenden jetzt Frau Dr. Dorothee Wilms zu mir nach vorne bitte, dann ist das natürlich allein dem Alphabet geschuldet. Denn wenn man sich die Vita von Dorothee Wilms anschaut, dann stimmt eher das Gegenteil – sie ist nämlich oft die Erste gewesen, die erste Frau vor allem. Dorothee Wilms hat als erste Frau in vielen Spitzenpositionen die „gläserne Decke“ durchbrochen – und sie verbindet wissenschaftliche Präzision und praktische Politik.
 
Die promovierte Volkswirtin aus Grevenbroich hat sich schon zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn als wissenschaftliche Mitarbeiterin am heutigen Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln mit bildungs- und gesellschaftspolitischen Fragen beschäftigt. Vor allem ging es um die bessere berufliche Ausbildung von Frauen und Mädchen. Das, was uns heute als pure Selbstverständlichkeit vorkommt, war es in den 50er und 60er Jahren längst noch nicht: eine qualifizierte Bildung von Mädchen und Frauen. Dafür hat sich Dorothee Wilms eingesetzt und sie hat bei ihrer politischen Arbeit die Netzwerkbildung – auch unter Frauen – als Schlüssel zu ihrem Erfolg gesehen.
 
Dorothee Wilms lässt sich aus heutiger Sicht durchaus als eine Vorreiterin für den viel später erst etablierten Begriff der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bezeichnen. Ein starres Rollenbild lehnt sie ab und sie war vielen – in ihrer eigenen Partei, in Staat und Gesellschaft – durchaus weit voraus. Eine Vorkämpferin für ein modernes Frauenbild: das Bild der selbstbestimmten Frau.
 
Dorothee Wilms war stellvertretende Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei, danach Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und auch hier war sie als erste Frau in diesem Amt eine Pionierin. Dass Dorothee Wilms wenig später das Ministerium für Bildung und Wissenschaft übernahm, erscheint naheliegend, schlug ihr Herz doch immer für den Bereich der Bildungspolitik. Sie war die einzige Frau im ersten Bundeskabinett des Kanzlers Helmut Kohl.
 
Ihr Ministerium prägte schon damals den Oberbegriff MINT für „Mädchen in Naturwissenschaften und Technik“ – heute steht er für „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“. Aber dass mehr junge Frauen in die MINT-Berufe gehen sollten, das ist so aktuell wie damals.
 
Als spätere Bundesministerin für innerdeutsche Beziehungen übernahm sie kein leichtes Amt und doch konnte sie sein erfreuliches „Überflüssigwerden“ durch die Deutsche Einheit erleben.
 
Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag ist Dorothee Wilms aktiv geblieben: In die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf hat sie sich mit viel Engagement zunächst als Vorstandsvorsitzende und dann über viele Jahre als Vorsitzende des Kuratoriums eingebracht. Aber auch der Wissenschaft blieb sie treu. Sie ist Mitglied des Vereins „Kommission für Zeitgeschichte e.V.“ und gründete die Dorothee Wilms-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, die im Deutschen Stiftungszentrum in Essen an­gesiedelt ist. Dabei geht es ihr vor allem um die Förderung geisteswissenschaftlicher Forschung speziell für junge Wissenschaftlerinnen.
 
Liebe Dorothee Wilms, Sie waren zeitlebens eine Pragmatikerin, kämpferisch und realistisch zugleich. Immer haben Sie den Frauen den Rücken gestärkt und sind selbst eine Frau, die sich nicht in Schubladen einordnen lässt. „Militanter Feminismus“ war Ihre Sache nicht, sich mit Leidenschaft zu engagieren sehr wohl. Mit dem richtigen Gespür haben Sie früh die Themen angesprochen, die auch heute noch aktuell sind. Heute zollt Ihnen Ihr Heimatland in Anerkennung Ihres Lebenswerks großen Respekt und sagt Danke für Ihre Lebensleistung. Ich freue mich ganz besonders, Sie für Ihre Verdienste mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen auszeichnen zu dürfen.
 
 
Michael Wirtz aus Stolberg
Das Herz von Michael Wirtz aus Stolberg schlägt kraftvoll und verlässlich für drei Dinge besonders: für die Wirtschaft, für den Aachener Dom und für schwerkranke Menschen.
Michael Wirtz leitete von 1969 an 35 Jahre das Familienunternehmen Grünenthal – ein Unternehmen, das heute über 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit beschäftigt.
 
Der Fokus heute richtet sich aber nicht auf den Unternehmer, sondern auf das großartige ehrenamtliche, soziale und kulturelle Engagement von Michael Wirtz: Denn fast ebenso lange, wie er das Unternehmen leitete, brachte er sich ehrenamtlich in die Industrie- und Handelskam­mer Aachen ein – als Mitglied der Vollversammlung, als Rechnungsprüfer und zuletzt von 1997 bis 2008 als Präsident.
 
Nach seinem Ausscheiden aus diesem verantwortungsvollen Amt wird Michael Wirtz zum Ehrenpräsidenten ernannt. In seine Amtszeit fallen unter anderem die Gründung der Initiative „GründerRegionAachen“ und des „World-Trade-Centers Aachen-Heerlen“.
 
Seit über 50 Jahren ist er Vorstandsmitglied des „Karlsverein/Dombauverein Aachen“ und unterstützt mit eigenen finanziellen Mitteln beispielsweise ein jährlich stattfindendes Benefizkonzert für die Restaurierungsarbeiten zum Erhalt des UNESCO-Welterbes Aachener Dom.
 
Vor etwa 20 Jahren gründete Michael Wirtz in Aachen die „Grünenthal Stiftung für Palliativmedizin“ und brachte hier einen mehr als beträchtlichen Betrag aus seinem Privatvermögen ein. Aus dem Stiftungsvermögen wurde und wird zum Beispiel ein Lehrstuhl für Palliativmedizin eingerichtet und der Aufbau einer Palliativstation am Uniklinikum Aachen finanziert. Für die Patientinnen und Patienten der Palliativstation sowie für deren Angehörige unterstützt Michael Wirtz mit einer großzügigen Spende die Gestaltung eines Gartens als Ort der Ruhe und Entspannung. Seit über 20 Jahren engagiert sich Michael Wirtz zudem bei der „Deutschen Stiftung Patientenschutz“ – zunächst als Vorstandsmitglied, dann als stellvertretender Vorstandsvorsitzender und seit 2001 ist er im Stiftungsrat aktiv. Mit der Errichtung eines Hospiz- und Patientenschutztelefons werden Betroffene und Angehörige über Hospize und palliative Angebote aufgeklärt und beraten.
 
Lieber Michael Wirtz,
Sie werden als Vorkämpfer der Hospizidee beschrieben. Ihnen ist es ein Herzensanliegen, dass Menschen bis zum Ende ohne Schmerzen und gut begleitet leben – und dann letztendlich auch sterben können.
Seit über einem Jahrzehnt sind Sie Ausrichter der Aachener Hospizgespräche, die für die Vernetzung der Hospize und der palliativen Arbeit von hoher Bedeutung sind.
 
Lieber Michael Wirtz,
Gutes tun Sie am liebsten im Verborgenen, doch heute müssen Sie es aushalten, dass Ihr herausragendes Engagement auch einmal in ein helles Licht gestellt wird. Ihnen den Verdienstorden des Landes Nord­rhein-Westfalen zu überreichen, ist mir eine besondere Freude.
 
 

 
 
 

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