Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsident Armin Laschet zeichnet 13 Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen aus

23. August 2020

Verleihung am 74. Landesgeburtstag / Laschet: Mutmacher und herausragende Vorbilder für unsere Gesellschaft

Am Tag des 74. Landesgeburtstages, dem 23. August 2020, hat Ministerpräsident Armin Laschet 13 Persönlichkeiten für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Übergabe der Landesorden fand in der Flora Köln, Palais im Park, statt. Mit dem Landesverdienstorden ehrt die Landesregierung traditionell gesellschaftlich besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger für ihre herausragenden Verdienste am Gemeinwohl und am Land Nordrhein-Westfalen.

 
Die Staatskanzlei teilt mit:

Am Tag des 74. Landesgeburtstages, dem 23. August 2020, hat Ministerpräsident Armin Laschet 13 Persönlichkeiten für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Übergabe der Landesorden fand in der Flora Köln, Palais im Park, statt. Mit dem Landesverdienstorden ehrt die Landesregierung traditionell gesellschaftlich besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger für ihre herausragenden Verdienste am Gemeinwohl und am Land Nordrhein-Westfalen.
 
„Am Tag des 74. Geburtstags unseres Landes danken wir verdienten Frauen und Männern mit dem Landesverdienstorden. Mit diesem Orden ehren wir besondere Verdienste um ein Land, das seit über sieben Jahrzehnten auf dem festen Fundament seiner Verfassung steht. Unsere Verfassung ist Garant für Freiheit, Demokratie und starken Zusammenhalt. Das zu gewährleisten, bleibt eine Verpflichtung für uns alle und ist in heutigen Zeiten wichtiger denn je“, so Ministerpräsident Armin Laschet.
 
Der Ministerpräsident weiter: „Mein besonderer Dank gilt heute den 13 Bürgerinnen und Bürgern für ihren herausragenden Einsatz für unser Land. In einer Zeit, die von Unsicherheit und Polarisierung gezeichnet ist, stehen die Ordensempfängerinnen und -empfänger für gesellschaftlichen Zusammenhalt, für wissenschaftlichen Fortschritt, der allen zugute kommt, für wirtschaftlichen Wohlstand, für eine liebenswerte Heimat und für eine starke und lebendige Demokratie. Kurzum: Dass unser Land ein sicheres Zuhause für alle Menschen ist, weltoffen, friedlich und solidarisch, ist wesentlich auch der Verdienst der 13 Bürgerinnen und Bürger, die wir mit dem Landeverdienstorden auszeichnen.“
 
Der Ministerpräsident hob die besondere Bedeutung des Ehrenamts hervor: „Die 13 Bürgerinnen und Bürger, die wir ehren, sind Menschen, die andere zum Mitmachen bewegen. Sie alle sind Mutmacher und Vorbilder für unser Land.“
 
Über den Landesverdienstorden
Der Verdienstorden des Landes ist eine der höchsten Auszeichnungen und wurde 1986 aus Anlass des 40. Geburtstages des Landes Nordrhein-Westfalen von Johannes Rau gestiftet. Als Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste für die Allgemeinheit wird er an besondere Persönlichkeiten verliehen. Derzeit gibt es 688 lebende Bürgerinnen und Bürger, die den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen tragen. Die Zahl der Landesorden ist auf 2.500 lebende Personen begrenzt. Insgesamt wurden bislang 1653 Personen mit dem Orden ausgezeichnet.

Zum Download öffnen Sie die Galerie bitte in der Mediathek.
 
Ausgezeichnet mit dem Landesverdienstorden am 23. August 2020 wurden:

  • Dr. Johannes Georg Bednorz, Wolfhausen/Schweiz
    Dr. Bednorz, geboren 1950 in Neuenkirchen (Kreis Steinfurt), wurde 1987 gemeinsam mit Karl Alexander Müller für seine bahnbrechende Entdeckung der Supraleitung in keramischen Materialien mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. 2018 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Münster. Dr. Johannes Georg Bednorz hat sich in besondere Weise um den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen verdient gemacht.
  • Helmut Brühl, Bornheim
    Fast 70 Jahre leitete und dirigierte Helmut Brühl den Männergesangsverein „Liederkranz“ Kardorf 1871 und ist damit wohl einer der dienstälteste Chorleiter in ganz Deutschland. Neben seinem vielfältigen kulturellen und sozialen Engagement hat er sich besonders um den Sängernachwuchs verdient gemacht.
  • Prof. Dr. Reinhold Ewald, Köln
    Im Jahre 1997 nahm der gebürtige Mönchengladbacher und in Moskau ausgebildete Raumfahrer an der deutsch-russischen Mission MIR `97 teil und flog als Wissenschaftskosmonaut auf der russischen Sojus TM 25 zur Raumstation. Seit 2015 ist er Professor für Astronautik und Raumstationen in Stuttgart. Professor Ewald hat die Raumfahrtforschung in Nordrhein-Westfalen maßgeblich mitgestaltet.
  • Hans-Günther Fascies, Sendenhorst
    Der leidenschaftliche Wanderer ist seit Jahrzehnten in der Heimatpflege aktiv. Unter anderem als Vorsitzender des Heimatvereins Sendenhorst erforscht er die Geschichte der Region. Der „Westfälische-Friede-Weg“ geht auch auf die Initiative des Regionalbotschafters für die Kreise Warendorf, Steinfurt und Coesfeld zurück. 
  • Mario Götze, Dortmund
    Der vielfach ausgezeichnete Fußballer engagiert sich seit vielen Jahren für zahlreiche international tätige Vereine und Stiftungen, die sich für bessere Bildungs- und Lebenschancen von Kindern einsetzen. Durch sein Vorbild ermuntert er zu eigenem Engagement und nutzt seine Popularität, um auf Missstände aufmerksam zu machen.
  • Prof. Dr. Dieter Häussinger, Nördlingen
    Der international anerkannte Experte auf dem Gebiet der Lebererkrankungen leitet heute das Leber- und Infektionszentrum an der Universitätsklinik Düsseldorf, in dem an HIV, AIDS oder Tuberkulose erkranke Menschen ambulant oder stationär betreut werden. Auch an Lassafieber oder Ebola Erkrankte werden dort behandelt.
  • Jochen Kienbaum, Lohmar
    Seit vielen Jahren unterstützt der Unternehmensberater einen Verein zur Beratung von Mädchen, Jungen und Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Das Kuratoriumsmitglied der „Stiftung Deutsche Sporthilfe“ ist zudem Vorstandsvorsitzender der von ihm gegründeten „Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport“.
  • Peter Monsignore Kossen, Lengerich
    Spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in zwei fleischverarbeitenden Betrieben hierzulande ist er bundesweit bekannt als hartnäckiger Kämpfer gegen menschenunwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen und für Menschenwürde und Gerechtigkeit. Für Peter Kossen muss Kirche stets mutig für Schwächere einstehen.
  • Ruth Kühn, Siegburg
    Seit Jahrzehnten ist Ruth Kühn in vielen Ehrenämtern im kirchlich-karitativen Bereich aktiv, oft in Leitungspositionen. Herzensanliegen sind ihr die Obdachlosen- und Flüchtlingshilfe. So gründete sie ein Café für Einheimische und Geflüchtete.
  • Erika Meyer zu Drewer, Meckenheim
    Seit über einem halben Jahrhundert engagiert sich Erika Meyer zu Drewer vor allem für Kinder aus sozial schwächeren Familien. 1968 gründete sie das Kinderbildungswerk Meckenheim, 30 Jahre später das Freiwilligen-Zentrum OASE, das an einem Ehrenamt interessierte Menschen in passende Projekte vermittelt. 
  • Prof. Dr. h.c. Walter Smerling, Bonn
    Der Leiter des renommierten Museums Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg hat sich mit viel beachteten Ausstellungen, Projekten und Wettbewerben um die Kulturlandschaft Nordrhein-Westfalen und den künstlerischen Nachwuchs verdient gemacht. Walter Smerling ist auch international vielfältig engagiert.
  • Maria Prinzessin zur Lippe und Stephan Prinz zur Lippe, Detmold
    Mit ihrem herausragenden Engagement für das Deutsche Rote Kreuz, das vor allem Kindern und älteren Menschen zugutekommt, für verschiedene soziale und kulturelle Stiftungen, für Musik, Theater, Umwelt- und Denkmalschutz setzt das Prinzenpaar zur Lippe die langjährige Tradition des wohltätigen Engagements seiner Vorfahren fort.
     
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Landesverdienstorden 1:34 min Video: Land NRW Im Jahre 1997 nahm der gebürtige Mönchengladbacher und in Moskau ausgebildete Raumfahrer an der deutsch-russischen Mission MIR `97 teil...
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Landesverdienstorden 1:17 min Video: Land NRW Seit Jahrzehnten ist Ruth Kühn in vielen Ehrenämtern im kirchlich-karitativen Bereich aktiv, oft in Leitungspositionen. Herzensanliegen...

Die Laudationes an die neuen Ordensträgerinnen und Ordensträger im Wortlaut:

(Es gilt das gesprochene Wort.)
 
Dr. Johannes Georg Bednorz aus Wolfhausen
Was haben Theodor Mommsen, Wilhelm Conrad Röntgen, Robert Koch, Max Planck, Albert Einstein, Thomas Mann und Willy Brandt mit Georg Bednorz gemein? Etwas ganz Besonderes: Sie alle sind Nobelpreisträger aus Deutschland. Georg Bednorz ist einer von 84 Deutschen, die mit dieser Auszeichnung für herausragende Leistungen auf ihrem Gebiet geehrt worden sind.
 
Er wird im Mai 1950 in Neuenkirchen im Kreis Steinfurt geboren. Sein Abitur macht er in Emsdetten. Damit ist und bleibt er ein Nordrhein-Westfale, auch wenn er schon seit langem in Wolfhausen in der Schweiz lebt.
 
Zum Studium geht Georg Bednorz an die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster und legt hier den Grundstein für seine Karriere als Physiker. Schon als Student zieht es ihn immer stärker Richtung Schweiz, wo er am IBM Zurich Research Laboratory in Rüschlikon ein Semester absolviert.
 
An der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich wird Georg Bednorz am dortigen Laboratorium für Festkörperphysik unter Anleitung des Schweizer Physikers Professor Karl Alexander Müller promoviert.
Nur zehn Jahre später, im Jahre 1987, erhalten beide für ihre bahnbrechende Entdeckung der Hochtemperatur-Supraleitung in keramischen Materialien den Nobelpreis für Physik. Sie hatten bei ihren Forschungen entdeckt, dass bestimmte keramische Systeme bei hohen Temperaturen ihren elektrischen Widerstand verlieren und dadurch supraleitend werden.
 
Für uns „Nicht-Insider“: Supraleitung war bis dahin nur bei einigen Metallen bekannt. Zwischen ihrer Entdeckung und der Verleihung des Nobelpreises lag sage und schreibe nur ein einziges Jahr! Lieber Herr Bednorz, im Nachhinein kann es nur als Fügung betrachtet und als ein Segen für die Physik bezeichnet werden, dass Sie – so wird behauptet – die Eingangsklausuren für das chemische Einführungspraktikum nicht bestanden haben.
 
Denn nach dem Abitur wollten Sie wegen der praktischen Experimente ursprünglich Chemie studieren. Welch ein Verlust wäre das für die Physik geworden!
 
Georg Bednorz, der in seinem Leben vielfach international ausgezeichnet worden ist, bleibt seiner westfälischen Heimat und seiner alten Münsteraner Universität eng verbunden. Als externes Mitglied des Hochschulrates der Westfälischen Wilhelms-Universität haben Sie, lieber Herr Bednorz, über viele Jahre mit überragender wissenschaftlicher Kompetenz auf den Feldern der Chemie und der Physik im höchsten Gremium der Universität mitgewirkt.
 
Damit haben Sie sich auch in besonderer Weise um die Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen verdient gemacht. Sie sind insbesondere dem wissenschaftlichen Nachwuchs ein Vorbild – als Mensch und als Wissenschaftler. Vor zwei Jahren verlieh Ihnen der Fachbereich der Universität in Anerkennung Ihrer Verdienste die Ehrendoktorwürde.
 
Lieber Herr Bednorz, Ihr Heimatland Nordrhein-Westfalen dankt Ihnen heute für Ihre herausragenden Verdienste um die Wissenschaft. Es ist mir eine Ehre, Sie heute mit dem Verdienstorden unseres Landes auszuzeichnen.
 
Helmut Brühl aus Bornheim
Musik kennt keine Grenzen – auch keine Altersgrenzen! Wenn es hierfür noch eines Beweises bedurft hätte, dann hätte ihn Helmut Brühl geliefert. Um sein Alter muss ich kein Geheimnis machen. Sie, lieber Herr Brühl, haben im März Ihr 90. Lebensjahr vollendet. Und bis zum Mai des vergangenen Jahres standen Sie sage und schreibe für annähernd 70 Jahre als Chorleiter und Dirigent des Männergesangsvereins „Liederkranz Kardorf 1871“ mit dem Taktstock vor Ihrem Chor.
 
Diesen klassischen Männerchor, den Helmut Brühl im Jahre 1950 im Alter von gerade einmal 20 Jahren übernommen hat, führt er zu einem solch hohen Niveau, dass er bald weit über die Ortsgrenzen von Bornheim hinaus bekannt ist. Er ist so beliebt, dass er immer wieder Nachwuchs findet, was leider nicht allen Chören vergönnt ist. Im MGV Liederkranz proben bis zuletzt 30 Männer einmal in der Woche bis zu vier Stunden unter Leitung von Helmut Brühl.
 
In unzähligen Aufführungen und Konzerten zu den verschiedensten Anlässen hat der Chor auch in den Nachbargemeinden seine Klasse gezeigt. Ein Höhepunkt war sicherlich das Weihnachtskonzert 1996 gemeinsam mit Olivia Molina in der Pfarrkirche von Roisdorf vor nahezu 800 begeisterten Gästen.
 
Immer wieder hat Helmut Brühl mit seinem Chor durch regelmäßige Besuche in Altenheimen und Krankenhäusern den Bewohnerinnen und Bewohnern, Patientinnen und Patienten eine ganz besondere Freude bereitet. Ein Chor war ihm jedoch nicht genug. Zugleich hat Helmut Brühl 44 Jahre lang den MGV Liederkranz Waldorf geleitet. Außerdem war er fünf Jahrzehnte Organist an der Kardorfer Pfarrkirche St. Joseph und übernahm zusätzlich die Aufgabe des Rendanten, also des Buchführers der Gemeinde.
 
Dass Helmut Brühl in den vergangenen Jahrzehnten sowohl die kirchlichen als auch andere musikalische Veranstaltungen seiner Heimatregion fest im Griff hatte, muss ich nicht betonen. Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen haben Sie, lieber Herr Brühl, für Ihren Einsatz bereits entgegennehmen dürfen.
 
Dem Deutschen Chorverband in Berlin ist niemand bekannt, der so lange wie Sie – nämlich fast 70 Jahre – einen Chor geleitet hat. Ein schöner Rekord! Auch darauf können Sie, der Ehrendirigent Ihres Chores und Ehrenbürger von Kardorf, mit Fug und Recht stolz sein.
 
Ab heute haben Sie einen weiteren Grund, stolz zu sein. Es freut mich sehr, Ihnen für Ihr Lebenswerk, für Ihr beeindruckendes Engagement für den Chorgesang und damit für das Kulturland Nordrhein-Westfalen den Verdienstorden unseres Landes zu überreichen.
 
Professor Dr. Reinhold Ewald aus Köln
Das, was Captain Kirk vom Raumschiff Enterprise als die „unendlichen Weiten“ bezeichnete, hat die Menschheit von Beginn an fasziniert. Aber bei der Raumfahrt geht es nicht um Science Fiction oder Sternenstaub-Romantik, sondern um handfeste Wissenschaft. Doch nur die wenigsten Wissenschaftler haben die Chance, ihr Wissen und ihr Können auf der Erde und im All unter Beweis zu stellen. Reinhold Ewald gehört zu diesen wenigen.
 
Als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft ist der studierte Physiker Mitte der 1980er Jahre in einem Projekt zum Aufbau und zum Betrieb eines Drei-Meter-Radioteleskops der Universität Köln tätig. Was sehr technisch klingen mag, sollte die Antwort auf die eine große Menschheitsfrage liefern: Woher kommen eigentlich die Sterne?
 
So beobachtet und analysiert Reinhold Ewald die Dynamik und den Zustand von interstellaren Molekülwolken. Sie gelten als die Geburtsstätten neuer Sterne. So weiß man nicht mehr nur, wie die Sterne stehen, sondern erfährt dank ihm immer mehr darüber, woher sie kommen.
Im heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln betreut er dann mehrere Projekte in der Abteilung Extraterrestrik und wird Koordinator für den Raumfahrtbereich. 1990, also im Jahr der Deutschen Einheit, wird Reinhold Ewald in das deutsche Astronautenteam berufen und beginnt im Yuri A. Gagarin-Kosmonauten-Ausbildungszentrum bei Moskau sein Training für die deutsch-russische Mission MIR’ 92. Dass ein westdeutscher Wissenschaftler hieran beteiligt ist, ist vor dem Hintergrund des zu Ende gehenden Kalten Krieges auch aus politischen Gründen eine große Ehre und ein wichtiges Zeichen der Völkerverständigung und Völkerfreundschaft.
 
Doch noch bleibt Reinhold Ewald auf dem Boden, wird stellvertretender Leiter des Astronautenbüros des DLR und Beauftragter des Direktors für das Raumfahrtprogramm des DLR. 1995 kehrt Reinhold Ewald in das russische Kosmonauten-Ausbildungszentrum zurück, um sich auf die zweite deutsch-russische Mission MIR‘ 97 vorzubereiten.
 
Zwei Jahre später ist es endlich so weit. Mit der Sojus TM 25 fliegt er zur MIR und ist 20 Tage lang im All, so lange wie kein deutscher Astronaut zuvor. Auf der MIR unternimmt er vor allem biomedizinische Experimente und kann in der Schwerelosigkeit zum Beispiel nachweisen, dass ein zu hoher Salzkonsum den Knochenabbau beschleunigt. Die arbeitsintensiven, anstrengenden Tage auf der MIR meistert er mit typisch rheinischer Gelassenheit, zusätzlich motiviert durch die Musik der „Bläck Fööss“.
 
Zurück auf der Erde, ist Reinhold Ewald unter anderem an leitender Stelle beim Europäischen Astronauten-Corps der European Space Agency (ESA) an den Sojus-Missionen 2003 und 2004 beteiligt, dann an der ‚Astrolab‘ Langzeitmission des deutschen ESA-Astronauten Thomas Reiter an Bord der ISS und an beiden Missionen von Alexander Gerst.
Heute ist der Physiker und Astronaut Professor für das Fachgebiet Astronautik und Raumstationen am Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart.
 
Lieber Herr Ewald, Sie tragen bereits den russischen „Orden der Völkerfreundschaft“, die russische Tapferkeitsmedaille und die Medaille „Für Verdienste in der Weltraumforschung“, die Ihnen 2011 vom russischen Präsidenten verliehen wurde. Es ist mir eine besondere Ehre, Ihnen heute für Ihre Verdienste um die Weltraumforschung bei uns in Nordrhein-Westfalen den Verdienstorden unseres Landes zu verleihen.
 
Hans-Günther Fascies aus Sendenhorst
„Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“, sang ein großer Künstler aus dem Ruhrgebiet, Herbert Grönemeyer. So schön diese Zeile auch klingt, Hans-Günther Fascies würde widersprechen – nicht, was die Gefühle angeht, die schon das Wort „Heimat“ in uns auslösen. Doch anders als für den Bochum-Fan Grönemeyer hat Heimat für Hans-Günther Fascies einen festen Platz: da, wo man geboren und aufgewachsen ist, da, wo man gerne lebt. Und im Herzen selbstverständlich!
 
Er ist das, was man einen „Wandervogel“ nennen darf. Denn viele Jahrzehnte lang hat er seine unmittelbare Heimat und die Umgebung erwandert. Er kennt sie wie seine Westentasche. In den 1970er Jahren wird er Vorsitzender des Heimatvereins Sendenhorst. Mehr als 30 Jahre lang betreut er das örtliche Stadt- und Heimatarchiv und baut eine sehenswerte Dokumentation auf. Auch im Kreisheimatverein Beckum-Warendorf wird er aktiv. Seit den 1990er Jahren gehört er dem Förderverein der NRW Stiftung Natur-Heimat-Kultur an und wird zum Regionalbotschafter für die Städte Münster und Hamm sowie für die Kreise Warendorf, Steinfurt und Coesfeld ernannt. Fast nebenbei baut er das Archiv des Kreissportbundes Warendorf auf. Bei so vielen Ehrenämtern fällt es schon fast schwer, den Überblick zu behalten. Ihm nicht.
 
Ein Höhepunkt des Lebenswerkes von Hans-Günther Fascies ist der „Westfälische-Friede-Weg“. Ein weißes „X 1648“ kennzeichnet den 73 Kilometer langen Weg zwischen Osnabrück und Münster, den Städten des Westfälischen Friedens. Auf dieser historischen Route wurden die Botschaften zwischen den Kriegsparteien hin und her transportiert, die sich 1648 nach einem bis dahin beispiellos grausamen, 30 Jahre lang tobenden Krieg endlich auf den Westfälischen Frieden verständigten. Hans-Günther Fascies hat maßgeblichen Anteil daran, dass dieser Wanderweg realisiert wird.
 
Hierzu recherchiert er in Staatsarchiven, führt Gespräche mit heimatkundlich oder historisch bewanderten Menschen und beteiligt weitere Heimatvereine sowie den Niedersächsischen Heimatbund an seinen Forschungen.
 
Mehr als 500 Eichen als Symbol und zugleich als Mahnung für den Frieden säumen inzwischen die beliebte Wanderstrecke. Neben der wunderschönen Landschaft können mittlerweile auch zwei Stelen am Wegesrand bewundert werden, die einen damaligen Friedensreiter und zwei Friedens-vermittler darstellen. Veranlasst und gestiftet hat die Stelen – wie könnte es anders sein? – Hans-Günther Fascies.
 
Erwähnt sei ebenso der über 3.600 Kilometer lange „Jahn-Wanderweg“, der an die Wirkungsstätten des Turnvaters Friedrich-Ludwig Jahn erinnert. Die Strecke verbindet die ehemaligen Turnkreise aus dem Jahre 1896 und führt quer durch Deutschland: Von der Berliner Hasenheide über Etappen in Schleswig-Holstein, Bremen und Nieder-sachsen, den Teutoburger Wald und den Westfälischen Friedensweg in Richtung Münster bis Freiburg, bevor er nach Merseburg und der Lutherstadt Wittenberg in Berlin endet. Auch die Idee für diesen Wanderweg, der im 30. Jahr der Deutschen Einheit noch an symbolischer Bedeutung gewinnt, stammt vom Heimatforscher aus Sendenhorst.
 
Lieber Herr Fascies, im Laufe von über 70 Jahren Einsatzes für Ihre – für unsere – Heimat sind Sie vielfach ausgezeichnet worden. Heute kommt eine ganz besondere Ehrung hinzu: der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Mario Götze aus Dortmund
Er war der Joker in einem dramatischen WM-Finale. Eingewechselt in der 88. Minute, war er erst 25 Minuten auf dem Platz, als er in der Verlängerung die deutsche Nationalmannschaft 2014 im Finale gegen Argentinien zum Fußballweltmeister schoss: Mario Götze.
 
Geboren 1992 in Memmingen, aufgewachsen im Allgäu und in Houston, zieht er mit seiner Familie bald nach Dortmund. Nach Gymnasium und Fachhochschulreife absolviert Mario Götze ein Praktikum in der Geschäftsstelle des BVB. Da ist er aber schon Fußball-Profi, als einer der jüngsten Spieler in der Geschichte der Fußball-Bundesliga. Das war sein erster, inoffizieller Titel. Offizielle Titel sammelte Mario Götze in den kommenden Jahren in atemberaubendem Tempo und in beeindruckender Zahl: 2009 Europameister mit der U-17-National-mannschaft und 2014 Weltmeister mit Jogi Löws Team, fünf Mal Deutscher Meister, vier Mal DFB-Pokalsieger, Gewinner des Super¬cups, der Klub-Weltmeisterschaft und des UEFA-Super-Cups. Zu Meisterschalen und Pokalen kommen zahlreiche Ehrungen, zum Beispiel „Torschütze des Jahrzehnts“, der Fußball-Felix aus Nordrhein-Westfalen und die Fritz-Walter-Medaille in Gold.
 
Aber heute soll es weniger um Fußball gehen, sondern um das soziale Engagement von Mario Götze. Und auch hier bewegt er sich auf hohem internationalen Niveau. Seit 2011 ist er Mitglied der Initiative „Weitblick“ in Münster, die neben Schulbauten in Westafrika Projekte in Madagaskar, Kambodscha, Indonesien und Honduras unterstützt.
 
Seit 2014 engagiert sich Mario Götze für „Plan International“. Hier kümmert er sich um seine drei Patenkinder im Senegal, in Kambodscha und Vietnam.
 
Das ist noch längst nicht alles: Ein Fußballprojekt für Mädchen in Brasilien, ein Projekt in Nepal mit dem Ziel, Mädchen aus der Leib-eigenschaft zu befreien, und das Projekt „Kinderleben schützen – HIV/Aids verhindern“ in Uganda können ebenso auf Mario Götze bauen wie ein Bildungsprojekt von Plan International Deutschland zum Bau von Schulen in Malawi. Als Botschafter der Sport¬initiative „Kinder brauchen Fans!“ engagiert sich Mario Götze weltweit für die Chancen und Rechte von Kindern.
 
Als der linke Schuh, mit dem er den Siegtreffer im WM-Finale gegen Argentinien erzielte, bei der TV-Spendengala „Ein Herz für Kinder“ zwei Millionen Euro für wohltätige Zwecke einbringt, spendet er allein 450.000 Euro dieser gewaltigen Summe für Kinder in Laos.
 
Wann Mario Götze noch die Zeit findet, als Botschafter der Anton Schrobenhauser-Stiftung „kids to life“ zu wirken, bleibt sein Geheimnis. Viel wichtiger ist, dass er es tut. Er veröffentlicht ein Kinderbuch und spendet die Einnahmen an die Stiftung. Dabei bleibt es natürlich nicht. Ihm ist wichtig, den Kindern so oft wie möglich zu begegnen.
 
Dass sie ihn immer wieder persönlich erleben können, ist für sie ganz besonders wichtig und stets ein tolles Erlebnis. Und für ihn ebenso.
Darüber hinaus ist Mario Götze Botschafter der „PATRIZIA Children Foundation“, die seit 20 Jahren in zehn Ländern der Erde den Bau von Schulen, Krankenhäusern und Kinderheimen ermöglicht.
 
Lieber Mario Götze, mit Ihrer Popularität und Ihrem Vorbild machen Sie seit langem auf die schwierige Situation von Kindern in aller Welt aufmerksam und motivieren andere dazu, sich selber zu engagieren oder zu spenden. Für Ihr soziales Engagement dankt Ihnen Nordrhein-Westfalen mit dem Verdienstorden unsers Landes.
 
Professor Dr. Dieter Häussinger aus Nördlingen
Dass uns seit Monaten das Corona-Virus intensiv beschäftigt, darf nicht davon ablenken, dass es viele andere, sehr schwere Erkrankungen gibt – und exzellente Medizinerinnen und Mediziner, die alles tun, damit diese Erkrankungen schnell und wirksam bekämpft werden können. Dieter Häussinger ist einer von ihnen.
 
Sein Fachgebiet sind Erkrankungen der Leber, die überaus tückisch verlaufen können. Lebererkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen, das ist seit vielen Jahren eine große Herausforderung in der medizinischen Forschung. Dieter Häussinger ist auf diesem Gebiet als Forscher, akademischer Lehrer und praktizierender Mediziner international hochgeschätzt.
 
Zwischen 1979 und 1994 ist Dieter Häussinger als Arzt an der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg tätig, wo er habilitiert. Anschließend wird er Direktor der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf und baut dort den Forschungsschwerpunkt „Hepatologie“ aus. Dass Menschen mit einer Leberzirrhose heute deutlich länger leben können als noch vor 20 Jahren, das haben sie nicht zuletzt Dieter Häussinger zu verdanken.
 
„Hepatische Enzephalopatie“ – für Betroffene ist die Diagnose dramatisch, da eine gestörte Entgiftungsfunktion der Leber Gehirnschäden verursachen kann. Dieses Krankheitsbild wurde von niemand anderem als Dieter Häussinger erforscht und ist inzwischen fester Bestandteil medizinischer Lehrbücher. Auch von ihm entwickelte neuartige Mess- und Diagnoseverfahren haben Einzug in unsere Kliniken gehalten.
 
Und auch bei der Behandlung von AIDS setzt Dieter Häussinger Maßstäbe. Eigens für die Behandlung von AIDS, HIV und Tuberkulose wird das hochmoderne Leber- und Infektionszentrum an der Düsseldorfer Uniklinik errichtet und unter seine Leitung gestellt. Außerdem werden Patientinnen und Patienten, die an Lassafieber und Ebola erkrankt sind, in der tropenmedizinischen Ambulanz versorgt. Eine besondere Herzens¬angelegenheit ist für ihn die Kooperation mit der Adama-Universität in Äthiopien, die 2013 das Hirsch-Institut für Tropenmedizin als Außenstelle der Klinik von Professor Häussinger eröffnen kann.
 
Dass sich Dieter Häussinger in unzähligen hochrangigen Gremien engagiert, ist fast schon selbstverständlich. Genannt seien hier nur die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste sowie die Leibniz-Gemeinschaft in Berlin.
 
Lieber Herr Häussinger, dass die Medizin immer wieder große Fortschritte erzielt, liegt nicht allein am technologischen und pharmazeutischen Fortschritt, sondern immer auch an Menschen wie Ihnen.
 
Ihre außergewöhnlichen Leistungen verleihen dem Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen eine besondere Strahlkraft. Lange Jahre haben Sie in Düsseldorf gelebt und geforscht und große Erfolge erzielt, die das Leben unzähliger Menschen verbessert oder ihr Weiterleben überhaupt erst möglich gemacht haben.
 
Heute habe ich die besondere Ehre, Sie mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen auszuzeichnen.
 
Jochen Kienbaum aus Lohmar
Jochen Kienbaum hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt: Nach einer Banklehre studiert er Wirtschaftswissenschaften und steigt schon bald ins Familienunternehmen ein, das sein Vater bereits 1945 nach seiner Heimkehr aus dem Krieg im Alter von 26 Jahren gegründet hatte.
Jochen Kienbaum baut die Aktivitäten des Unternehmens weltweit aus. 2018 gibt er die Geschäftsführung des Unternehmens an seinen Sohn Fabian Kienbaum ab.
 
1999 wird dem vielfach ausgezeichneten Jochen Kienbaum eine besondere Ehre zuteil: Er wird Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater, dem er zuvor schon als Vizepräsident zur Seite stand. 2019 wird er von der Consulting-Branche mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Trotz seiner zahlreichen Verpflichtungen und großen Verantwortung als Unternehmer und international aktiver Unternehmensberater nimmt sich Jochen Kienbaum die Zeit, sich in und für Nordrhein-Westfalen zu engagieren: Anfang der 1990er Jahre initiiert er den jährlich verliehenen „Kienbaum-Förderpreis für herausragende Abschlussarbeiten der Wirtschaftsinformatik“ an der Technischen Hochschule Köln, mit dem zahlreichen jungen Menschen ein optimaler Start ins Berufsleben ermöglicht wird.
 
Förderung muss aber noch früher anfangen. Deshalb startet das Unternehmen zum 60. Firmengeburtstag die Aktion „Kienbaum coacht kids“, bei der Jugendliche fit für den Berufseinstieg gemacht werden. Mit „nina und nico“ unterstützt Jochen Kienbaum einen Verein, der Jungen, Mädchen und Frauen vor gewalttätigen Übergriffen schützen möchte. Ein Thema, das leider aktueller denn je ist. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden. Ohne die finanziellen und materiellen Hilfen von Jochen Kienbaum wäre das Hilfsangebot des Vereins im aktuellen Umfang kaum möglich.
 
Ein großes Herz hat Jochen Kienbaum auch für den Sport. Bereits seit 1997 gehört er dem Kuratorium der „Stiftung Deutsche Sporthilfe“ an. 2013 ist er einer der Gründungsstifter der „Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport“ in Warendorf. 2017 übernimmt er den Vorsitz.
 
Und dann ist da natürlich noch der VfL Gummersbach, der über viele Jahre den Handballsport in Deutschland dominierte. Die Älteren unter uns werden sich noch an die sensationellen Erfolge des VfL Gummersbach im Handball erinnern, an die in einer anderen Sportart nur noch der FC Bayern München heranreicht. Schon seit Kindertagen ist Jochen Kienbaum Mitglied beim VfL. Zehn Jahre lang ist er Vorsitzender der Handballabteilung und wird danach zum Ehrenvorsitzenden ernannt. 2005 gründet er die Handballakademie in Gummersbach, um den jugendlichen Nachwuchs noch besser zu fördern. Auch die 2013 errichtete Handball-Arena in Gummersbach wäre ohne die großzügige Unterstützung von Jochen Kienbaum nicht so prächtig ausgefallen. Rund 4.000 Menschen finden in der Halle Platz, die auch für andere Vereine oder Events genutzt wird.
 
Lieber Herr Kienbaum, die Stadt Gummersbach, die gesamte Region und vor allem auch der Sport haben Ihnen viel zu verdanken. Gummersbach würdigte Ihre Verdienste bereits 2012 mit der silbernen Stadtmedaille. Ich danke Ihnen heute mit der Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Peter Kossen aus Lengerich
Kirche, so Monsignore Kossen, „muss den Mut aufbringen, Schwächere zu schützen, auch wenn das Konflikte gibt.“ Als er das sagte, im Mai 2017, kannten ihn nur wenige. Das hat sich mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie schlagartig geändert: Sie brachte die oft menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen zahlreicher Arbeitnehmer in deutschen Fleischfabriken endlich ans Licht der Öffentlichkeit. Für Monsignore Kossen und seine Mitstreiter war das nicht neu. Sein Engagement für gerechte Entlohnung, für menschenwürdige Arbeits- und Wohnbedingungen reicht weit in die Vergangenheit zurück.
 
Es beschränkt sich keineswegs nur auf die Fleischindustrie und keineswegs auf Deutschland – und keineswegs nur auf die Produzenten, sondern ebenso auf die Verbraucher, die gern billig kaufen wollen, koste es, was es wolle.
 
So sind auch die Produktionsbedingungen in der Textilindustrie in Indien oder Bangladesch für Peter Kossen ein Grund für öffentlichen Protest.
Seit langem ist er ehrenamtlich in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, der traditionsreichen KAB, engagiert. Dieses sozialpolitische und sozialethische Engagement trennt er strikt von seinem Priesteramt. 2005 tritt Peter Kossen in die KAB ein. Hier setzt er sich aktiv für Mindest¬löhne, ein bedingungsloses Grundeinkommen und gegen Leiharbeit und Werkverträge ein. Das bringt ihm große Anerkennung ein. 2010 wird er Präses des Bezirksverbandes Kleve der KAB.
 
Aus seinem Heimatort Wildeshausen, wo er im Dezember 1968 geboren wurde, und aus Vechta kennt Peter Kossen die menschenunwürdigen Zustände in Teilen der Fleischindustrie.
 
Bestätigt wird er von seinem Bruder, der als Arzt in Goldenstedt bei Vechta tätig ist und der ihm berichtet, unter welchen Umständen seine Patienten in den Fleisch¬fabriken arbeiten müssen, damit Fleisch möglichst billig verkauft werden kann. Sie vor allem sind es, die den Preis dafür zahlen, dass Würstchen und Nackenkoteletts zu Spott¬preisen auf einem Grill landen können, der dann aber gut und gerne mehrere Hundert Euro kosten darf.
 
2019 gründet Monsignore Kossen den Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ mit einem eigenen Beratungsbüro für sogenannte Arbeitsmigranten. Ein Magazin aus Hamburg berichtet über ihn unter der treffenden Überschrift „Zeit für Helden. Menschen, die begeistern, provozieren und Mut machen“.
 
Als es bei zwei fleischverarbeitenden Betrieben kurz hintereinander zu einem Ausbruch des Corona-Virus unter Leiharbeitern insbesondere aus Osteuropa kommt, finden Monsignore Kossens Forderungen auch bundesweit Gehör.
 
Dass das System der Werkverträge, der Dumping¬löhne und des Mietwuchers in dieser Branche endlich öffentlich wahrgenommen und Schritt für Schritt abgeschafft wird, ist auch das Verdienst von Monsignore Peter Kossen.
 
Wer das Engagement von Peter Kossen verfolgt, ahnt, was Papst Franziskus mit dem Satz gemeint haben könnte, er zöge den Kampf gegen „modernes Sklaventum“ einer „Schreibtisch-Theologie“ allemal vor.
 
Lieber Herr Kossen, Kirche muss für Sie bei den Schwachen sein und Konflikte eingehen. Menschenwürde ist für Sie mehr als der Artikel 1 unseres Grundgesetzes.
 
Für sie zu kämpfen, auch und gerade gegen große Widerstände, ist für Sie ein Gebot der Menschlichkeit. Vielen Menschen haben Sie Menschenwürde, Gerechtigkeit und Menschlichkeit gebracht. Dafür danken wir Ihnen heute mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Ruth Kühn aus Siegburg
Mit Ruth Kühn wird heute eine Frau ausgezeichnet, die sich seit Jahrzehnten im kirchlich-karitativen Bereich engagiert. Der Einsatz für Menschen in Not ist für sie eine Herzensangelegenheit, die sich in ihren vielfältigen Ehrenämtern widerspiegelt.
 
Sie übernimmt Verantwortung auf den verschiedensten Leitungsebenen, etwa als Dekanatsvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, im Vorstand des Sozialdienstes katholischer Frauen in Siegburg, als Mitgründerin und langjährige Vorsitzende des Kreiskatholikenrates Rhein-Sieg und von 1995 bis 2009 im Vorstand des Caritasverbandes Rhein-Sieg.
 
Ruth Kühn ist eine sehr empathische und den Menschen zugewandte Netzwerkerin. Auf ihre Initiative finden bis heute ökumenische Gottesdiente für wohnungslose Bürgerinnen und Bürger und Gesprächskreise mit und für muslimische Frauen statt.
 
Im Jahr 2009 gründet Ruth Kühn den „Treffpunkt am Markt“ – eine stadtpastorale Einrichtung der Katholischen Kirche Rhein-Sieg. Zusätzlich zu den Gesprächsangeboten finden Vortragsveranstaltungen zu Themen aus den Bereichen Religion, Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur statt. Von der Konzeption über die Gewinnung bis zur Leitung eines Teams von über 20 Ehrenamtlichen übernimmt sie hier bis zum Jahr 2015 die Hauptverantwortung.
 
Im Anschluss daran engagiert sich Ruth Kühn noch mehr als zuvor in der Flüchtlingshilfe. So initiiert sie die Errichtung des „Café International“, eines Treffpunktes für Geflüchtete und Einheimische im Stadtteil Siegburg-Nordstadt, den sie bis zum Jahr 2018 leitet. Wiederum gelingt es ihr, engagierte Frauen und Männer mit ins Boot zu holen, und das „Café International“ wird schnell zum Dreh- und Angelpunkt der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe vor Ort.
 
Ruth Kühn leistet mit Unterstützung der weiteren Aktiven praktische Hilfe bei der Beschaffung von Einrichtungsgegenständen oder Kleidung, bei Behördengängen, bei der Suche nach einem Arbeitsplatz und bei der Suche nach Kindergarten- und Schulplätzen. Zahlreichen Flüchtlingen wird dank dieser Hilfe die Integration in unsere Gesellschaft spürbar erleichtert. So wird aus Willkommenskultur gelebte Wirklichkeit.
 
Auch heute noch begleitet Ruth Kühn Flüchtlingsfamilien und hilft ihnen etwa in Pass-Angelegenheiten, bei der Klärung des Aufenthaltsstatus oder bei der Wohnungs-suche und -ausstattung.
 
Liebe Frau Kühn, ich bin tief beeindruckt von Ihrem vorbildlichen Engagement, für das Sie im Jahr 2014 sogar mit dem Päpstlichen Silvesterorden ausgezeichnet wurden, – der höchsten Auszeichnung des Papstes für katholische Laien. Sie sind als ein Mensch bekannt, der stets wertschätzend und auf Augenhöhe mit seinen Mitmenschen umgeht. Unser aller Wertschätzung verleihe ich mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen Ausdruck, den ich Ihnen heute gerne überreiche.
 
Erika Meyer zu Drewer aus Meckenheim
In diesem Jahr vollendet Erika Meyer zu Drewer ihr 90. Lebensjahr. Ihr respektables Alter ist für sie noch lange kein Grund, sich nicht mehr ehrenamtlich zu engagieren. Denn das Ehrenamt begleitet sie fast ein Leben lang.
 
Aus der Gruppe „Merler Bastelkinder“ gründet sie 1968 das Kinderbildungswerk Mecken-heim. Die Bastelkurse für Mütter und Kinder erweitert sie schon bald um tänzerische Gymnastik, um Musik- und Sprachkurse sowie um Hilfen für Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche. Immer öfter fällt ihr auf, dass viele Kinder zu Hause keine tägliche warme Mahlzeit erhalten. Erika Meyer zu Drewer lässt das keine Ruhe. Beharrlich, wie sie nun einmal ist, sammelt sie Spenden und organisiert mit der „Initiative Warme Mahlzeit“ einen Mittagstisch für Schülerinnen und Schüler aus bedürftigen Familien.
 
Etliche Schulen und Kindertages-einrichtungen im Umkreis nehmen das Angebot dankbar an, sodass mittlerweile über 100 Kinder an Wochentagen mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden. Hinzu kommen Aktionen wie Nikolaus- und Adventsbacken oder gemeinsames Frühstückstreffen mit Flüchtlingskindern. Seit diesem Jahr übernimmt die Stadt Meckenheim die Kosten für das Mittagessen.1998 gehört Erika Meyer zu Drewer zu den Gründungsmitgliedern des Freiwilligen- Zentrums OASE in Meckenheim. OASE steht für „Offene Angebote soziales Engagement“ und vermittelt Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, in ein passendes Projekt, etwa zur Sprachförderung von Kindern oder musikalische Unterhaltung in Seniorenheimen.
 
Auch in der Politik vor Ort engagiert sich Erika Meyer zu Drewer viele Jahre lang, zum Beispiel 25 Jahre im Stadtrat und als sachkundige Bürgerin mit den Schwerpunkten Schule, Jugend, Sport und Soziales. Über zwei Jahrzehnte hinweg ist sie Orts-vorsteherin von Meckenheim-Merl, was ihr den Ehrentitel „Erika Meyer zu Merl“ einbringt.
 
Liebe Erika Meyer zu Drewer, bei einer Ihrer vielen Ehrungen wurde Ihnen vor einiger Zeit bescheinigt, dass Ihr Wirken in Meckenheim viele Spuren hinterlassen hat. Und in der Tat: Sankt-Martins-Umzug, Vorlesewettbewerbe, Musikschule, Selbsthilfegruppe für Multiple Sklerose Erkrankte oder der „Turn-Sport-Tennis-Verein“ in Merl, den Sie mitgegründet haben – immer wieder fällt der Name Erika Meyer zu Drewer. Das von Ihnen gegründete Kinderbildungswerk gehört zu den großen Meckenheimer Erfolgsgeschichten und ist einmalig im Rhein-Sieg-Kreis. In Anerkennung Ihres außergewöhnlichen Lebenswerkes freue ich mich, Sie heute mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen auszuzeichnen.
 
Maria Prinzessin zur Lippe und Stephan Prinz zur Lippe aus Detmold
Noblesse oblige, auf Deutsch: „Adel verpflichtet“ – dieser politisch-moralische Grundsatz ist seit dem frühen 19. Jahrhundert in Adelskreisen weit verbreitet. Für Maria Prinzessin zur Lippe und Stephan Prinz zur Lippe ist ihr ehrenamtliches Engagement solch eine moralische Verpflichtung – und mehr als das: es ist ihnen eine Herzens-angelegenheit.
Das Haus Lippe war bis zur Abschaffung der Monarchie in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg ein Fürstentum. Die Geschichte des Fürstenhauses reicht zurück bis ins 12. Jahrhundert. Stephan Prinz zur Lippe ist seit fünf Jahren das Oberhaupt des Hauses. Das Fürstenhaus pflegt seit langem eine enge Verbindung zum Deutschen Roten Kreuz. Bereits seit 1998 leitete Maria Prinzessin zur Lippe den Ortsverein Detmold. Seit 2000 ist sie Vizepräsidentin des DRK-Kreisverbandes Lippe.
 
In dieser Position entstand auch ihre Idee für den Fonds „Soforthilfe für benachteiligte Kinder“ des Deutschen Roten Kreuzes. Unbürokratisch gefördert werden damit Schwimmkurse, Projekte mit Flüchtlingskindern und der Kauf von heilpädagogischen Materialien. Die erste Benefizveranstaltung des Fonds fand, ganz standesgemäß, im Residenzschloss der Fürstenfamilie statt.
 
Als besondere Anerkennung für ihr langjähriges Engagement für das Deutsche Rote Kreuz erhält Maria Prinzessin zur Lippe 2011 die Verdienstmedaille des Landesverbandes.
 
Seit fast 20 Jahren ist die Prinzessin Mitglied der Stiftungsräte von „diakonis“ und der „Stiftung Herberge zur Heimat“, die sich um Altenhilfe beziehungsweise um wohnungslose Menschen kümmern. Fast ebenso lange steht sie als engagierte Schirmherrin der Selbst¬hilfegruppe der „Angehörigen psychisch Kranker in Lippe“ zur Verfügung. Sie ist Kuratoriumsmitglied der evangelischen Gemeindestiftung Lippe und Vorsitzende der Stiftung St. Nikolai in Lemgo. All das ist wichtiges Engagement für die kirchliche Gemeinde- und Sozialarbeit in der Region!
 
Ebenfalls breit gefächert ist das Engagement von Stephan Prinz zur Lippe, zum Beispiel als Mitglied des Kreistages Lippe. Oder für die Fürstin-Pauline-Stiftung, die nach einer Vorfahrin des Prinzen benannt ist, die schon vor 200 Jahren die Leibeigenschaft für Bauern aufheben und einen Hort für verwahrloste Kinder errichten ließ. Die von ihr ins Leben gerufenen Maßnahmen in der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe werden fortgeführt. Und als Vorsitzender der Adolf-Deppe-Stiftung setzt sich Stephan Prinz zur Lippe für Projekte im Umweltschutz ein.
 
Er ist Mitglied des Vorstandes der Evangelischen Kirchengemeinde Detmold Ost, wo er sich innerhalb der Liturgie engagiert. Seine hauseigene Schlosskapelle hat er bereits mehrfach für Gottesdienste der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Und im Schlosshof durften ökumenische Andachten und Sonntagsfeiern stattfinden.
 
Ein besonderes Anliegen ist dem Prinzen die Förderung von Kunst und Kultur. Das belegt er eindrucksvoll im Kuratorium der „Hochschule für Musik Detmold“, bei der „Initiative Detmolder Sommertheater“ sowie im Vorstand der „Theaterfreunde Detmold“, dem 600 Mitglieder starken Förderverein des Landestheaters Detmold.
 
Für sein Engagement im Denkmalschutz wurde Stephan Prinz zur Lippe vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmal-schutz 2016 mit der „Silbernen Halbkugel“ ausgezeichnet. Dabei geht es neben dem Erhalt des prächtigen Residenzschlosses im Stil der Weser-Renaissance vor allem um die Restaurierung der Falkenburg mit groß-zügigen Unterstützern. Noch vor wenigen Jahren war sie eine Ruine. Nun endlich nimmt sie mit Ringmauer, Bergfried, Vorburg, Zwinger und vier Toranlagen wieder Gestalt an. Dieses wichtige Zeugnis der Lipper und damit unserer Landesgeschichte ist für jedermann frei zugänglich.
 
Liebes Prinzenpaar zur Lippe, Ihr Haus war vor zwei Jahren eine wunderbare Kulisse für das Sommerkonzert der Landesregierung. An diesem Wochenende erstrahlt es aus Anlass des Landesgeburtstags in den Landesfarben Grün, Weiß und Rot. Dafür herzlichen Dank!
 
Heute steht es für die Traditionen und die Besonderheiten der Region Lippe. Und für den Stolz auf die eigene Heimat, die immer wieder neu entdeckt werden kann. Daran haben Sie großen Anteil, und dafür danken wir Ihnen heute mit dem Landesverdienstorden.
 
Professor Dr. h.c. Walter Smerling aus Bonn
Im vergangenen Jahr feierte das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duis-burger Binnenhafen – das MKM – sein 20-jähriges Bestehen. Das ehemalige Speicher-gebäude mit denkmalgeschützter Backstein-fassade gilt seit seiner Eröffnung als wahrer Publikumsmagnet des Duisburger Hafens – übrigens der größte Binnenhafen in Europa.
 
Walter Smerling leitet das Museum von Beginn an. Natürlich zieht nicht nur die markante Architektur die Besucherinnen und Besucher an, sondern das vielseitige Ausstellungsprogramm. Mehr als 300 Kunst-projekte wurden bisher umgesetzt.
 
Deutsche Nachkriegskunst, zeitgenössische Werke und Sonderausstellungen von international beachteter Qualität – dafür steht das Museum Küppersmühle. Ein Herzensprojekt von Walter Smerling ist der bundesweite Förderwettbewerb „Jugend interpretiert Kunst“, an dem Schulen aus ganz Deutschland teilnehmen.
 
Ein weiterer Höhepunkt ist die umfangreiche Kunstsammlung des Ehepaares Ströher. Sie gehört zu den bedeutendsten Sammlungen deutscher Kunst weltweit und wird im MKM präsentiert.
 
Wie sehr Kunst und Kultur national und inter-national miteinander verbunden sind, wird deutlich, wenn man das Engagement von Walter Smerling betrachtet: Er ist Gründer und ist seither Vorstands-vorsitzender der „Stiftung für Kunst und Kultur in Bonn“.
 
Außerdem ist er künstlerischer Leiter der „Salzburg Foundation“, die das Weltkultur-erbe der Salzburger Altstadt weiterentwickelt, wo Kunstinteressierte internationale Gegen-wartskunst bewundern können – „Kunst im öffentlichen Raum“, kostenlos und für jeden frei zugänglich.
Große Beachtung findet Walter Smerlings Salzburger Kunstprojekt „Walk of Modern Art“. Auch in Bonn wächst Jahr für Jahr das „urbane Museum“ mit Kunstwerken im öffentlichen Raum ein Stück weiter, und im Ruhr-gebiet entwickelt sich mehr und mehr die „PUBLIK ART RUHR“ – Walter Smerling ist auch hier die treibende Kraft.
 
Eng mit seinem Namen verbunden ist auch die Ausstellung „Deutschland 8 – Deutsche Kunst in China“, bei der mehr als 50 Künstle¬rinnen und Künstler ihre Werke in acht Pekinger Museen präsentieren. Nicht weniger als 650.000 Besucher besuchen diese Ausstellung in nur sechs Wochen – ein großer Erfolg.
 
Unvergessen bleibt ebenso seine Mammutschau „CHINA 8 – Zeitgenössische Kunst aus China an Rhein und Ruhr“, die in acht Städten Nordrhein-Westfalens präsentiert wird. Und natürlich „Kunst und Kohle“, eine Aus-stellung, die in zahlreichen Museen der Metropole Ruhr einen künstlerischen Blick auf die Bedeutung der Montanindustrie und die Kulturgeschichte des Ruhrgebiets wirft. Auch hierfür hat Walter Smerling den Anstoß gegeben.
 
Lieber Herr Smerling, eine vollständige Liste und Beschreibung Ihrer Kunstprojekte würde uns alle fesseln, allerdings wohl bis in den späten Abend hinein. Sie sind Museums-direktor, Kurator, Ausstellungsmacher, Autor, Fernsehjournalist, Kunsthistoriker und seit 2010 auch Honorarprofessor für Kunst- und Kulturvermittlung an der Universität Witten / Herdecke. Immer unterwegs in Sachen Kunst, gelten Sie längst weltweit als Botschafter unseres Landes Nordrhein-Westfalen in Sachen Kunst und Kultur.
 
Nordrhein-Westfalen ehrt dieses großartige Engagement heute mit dem Landesverdienstorden.

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