Finanzielle Förderung der jüdischen Gemeinden ist Ausdruck der Verbundenheit
12. September 2018

Ministerin Scharrenbach: Finanzielle Förderung der jüdischen Gemeinden ist Ausdruck der Verbundenheit

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung unterstützt die Modernisierung und den Neubau jüdischer Einrichtungen erstmals mit drei Millionen Euro in 2018

Das Land weitet die Unterstützung für die jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen aus. Erstmals werden in diesem Jahr drei Millionen Euro zusätzlich für Modernisierungen und Neubauten jüdischer Einrichtungen bereitgestellt.

 
Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung teilt mit:

Das Land weitet die Unterstützung für die jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen aus. Erstmals werden in diesem Jahr drei Millionen Euro zusätzlich für Modernisierungen und Neubauten jüdischer Einrichtungen bereitgestellt. „Die finanzielle Förderung ist Ausdruck der Verbundenheit, die die Landesregierung zu den jüdischen Gemeinden unterhält. Wir freuen uns, dass heute jüdisches Leben mit neuen Gemeindezentren und Synagogen sichtbar in unserem Land vertreten ist und Heimat findet“, erläutert Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung.
 
Die Unterstützung des jüdischen Glaubens hat Tradition. 1992 wurde zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und den jüdischen Verbänden ein Vertrag geschlossen, mit dem sich das Land verpflichtet, die jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Zu Jahresbeginn ist der nunmehr fünfte Änderungsvertrag des Landes Nordrhein-Westfalen mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein, dem Landesverband Jüdischer Gemeinden von Westfalen-Lippe, der Synagogen Gemeinde Köln sowie dem Landesverband progressiver jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen in Kraft getreten. Damit stehen erstmals Mittel des Landes bereit, um jüdische Einrichtungen zu renovieren oder neu zu errichten. Das Bauprogramm umfasst in diesem Jahr eine Fördersumme von drei Millionen Euro, die dann jährlich bis zum Ende der Laufzeit des Vertrages im Jahr 2028 um je 200.000 Euro bis zur Höchstfördersumme von fünf Millionen Euro anwächst.
 
Dazu erläutert Dr. Oded Horowitz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein: „Die uns zur Verfügung gestellten Mittel sind der noch fehlende Baustein zur Sicherstellung eines lebendigen jüdischen Lebens in Nordrhein-Westfalen. Die Chance, bestehende Einrichtungen zu modernisieren und neue zu errichten, schafft neue Möglichkeiten in der Angebotsvielfalt für unsere Mitglieder.“ Hanna Sperling, Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe, ergänzt: „Das Bauprogramm ist weit mehr als nur eine Sicherstellung der Finanzierung der notwendigen baulichen Maßnahmen unserer Gemeindeeinrichtungen. Diese großzügige Förderung ist darüber hinaus auch ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit uns.“ Dr. Felix Schotland, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln, erklärt: „Im Judentum ist die Kindererziehung einer der Grundpfeiler unserer Tradition, Kinder bedeuten unsere Zukunft. Wir mussten in diesem Jahr das Gebäude unserer Kindertageseinrichtung „Die Roonies“ sanieren. Für die Mittel, die das Land Nordrhein-Westfalen uns dafür bereitstellt, sind wir sehr dankbar.“ Zu der Verteilung der Landesmittel nimmt Alexandra Khariakova, Vorsitzende des Landesverbandes progressiver jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, Stellung: „Die Synagogen bilden den Mittelpunkt eines lebendigen Gemeindelebens. Ich freue mich, dass dank der Unterstützung des Landes die liberale Synagoge in Unna durch den Umbau bald eine würdevolle Gestalt annimmt. Hierdurch erhält das jüdische Leben in unserer Region einen neuen Impuls.“
 
Über die Gesamtdauer des Vertrages stehen den jüdischen Verbänden somit insgesamt 44 Millionen Euro zur Verfügung. Da die Verbände ihre 22 Gemeinden mit deren etwa 28.000 Mitgliedern am besten kennen, entscheiden diese selbst über die Mittelverwendung. Den Einsatz des Geldes müssen die Verbände dem Land mittels Testates eines Wirtschaftsprüfers nachweisen.
Unabhängig davon stellt das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen weiterhin Mittel für baulich-technische Sicherungsmaßnahmen an jüdischen Einrichtungen bereit. Im laufenden Haushaltsjahr sind dafür drei Millionen Euro vorgesehen.
 

  Landesverband der jüdischen
Gemeinden in Nordrhein K.d.ö.R.
 
Aachen Klimatisierung Synagoge 47.000 Euro
Duisburg Sanierung Gemeindezentrum (Dach, Fassade, Boden) 1.400.000 Euro
Düsseldorf Sanierung Gemeindezentrum (barrierefreier Umbau Toilette) 27.370 Euro
Düsseldorf Sanierung Gemeindezentrum Arbeitsplatz Pforte 50.000 Euro
Düsseldorf Sanierung Gemeinderäumlichkeit Bibliothek + WC 1. OG 50.000 Euro
Düsseldorf Neubau Mikwe (rituelles Tauchbad) u. Waschraum 100.000 Euro
Düsseldorf Gemeinderäumlichkeiten Eingangssituation Verwaltung 5.000 Euro
Düsseldorf Sanierung Gemeindezentrum Neue Fenster 750.000 Euro
Düsseldorf Sanierung Außen- und Innensanierung Synagoge 1.350.000 Euro
Düsseldorf Sanierung Kultuseinrichtung Rohrleitungen Friedhofshalle 15.000 Euro
Düsseldorf Neubau Großtagespflege u. Familienzentrum 1.860.000 Euro
Düsseldorf Umbau Gemeindezentrum Neuss 1.200.000 Euro
Essen Sanierung Gemeindezentrum Sanierung Betonrelief 48.000 Euro
Essen Sanierung Gemeindezentrum Betonsockel Betsaal 57.000 Euro
Essen Sanierung Gemeindezentrum Voruntersuchung Flachdach 1.785 Euro
Essen Sanierung Gemeindezentrum Toiletten u. Leitungen 26.000 Euro
Krefeld Gemeinderäumlichkeit Beschattungsanlage Gemeindesaal 17.000 Euro
Krefeld Neubau koschere Milchküche 50.000 Euro
Krefeld Gemeinderäumlichkeit Technikinstallation Festsaal 20.000 Euro
Mönchengladbach Sanierung Büros Gemeindezentrum 124.000 Euro
Mönchengladbach Umbau ehem. Tankraum in Gemeinderaum 6.000 Euro
Mönchengladbach Erster Bauabschnitt jüdischer Friedhof 440.000 Euro
Wuppertal Dachsanierung Friedhofshalle 29.500 Euro

 

  Synagogen-Gemeinde Köln K.d.ö.R.  
Köln Sanierung Fundament Roonstr. (Anbau) 240.000 Euro
Köln Instandsetzung Dach Roonstr. 20.000 Euro
Köln Instandsetzung Eingangstüre Roonstr. 5.000 Euro
Köln Instandsetzung Kanal Ottostr. Innenhof 10.000 Euro
Köln Renovierung Böden und Wände Ottostr. 150.000 Euro
Köln Renovierung Böden und Wände sowie Sanitär Roonstr. 50.000 Euro
Köln Renovierung Böden und Wände Venloer Str. 25.000 Euro

 

  Landesverband der jüdischen
Gemeinden von Westfalen-Lippe K.d.ö.R.
 
Bielefeld Eingangsbereich 19.000 Euro
Bochum Gemeindezentrum, Trauerhalle, Jugendzentrum 903.600 Euro
Dortmund Gemeindehaus, Rabbinat, Jugendzentrum 432.000 Euro
Gelsenkirchen Gemeindehaus, Trauerhalle (Fußböden, Wände) 49.500 Euro
Hagen Synagoge, Gemeindehaus (Stromnetz, Heizung, Parkplatz) 249.000 Euro
Minden Gemeindehaus (Schornsteine, Küche, Balkone) 45.000 Euro
Münster Erneuerung Sitze Synagoge 18.600 Euro
Recklinghausen Synagoge und Gemeindehaus (Dach, Wand, Fassade) 155.700 Euro

 

  Landesverband progressiver jüdischer
Gemeinden in Nordrhein-Westfalen e.V.
 
Unna Umbau einer ehemaligen Kirche in eine Synagoge mit Gemeindehaus 2.000.000 Euro

 
Hinweis:
In dieser Auflistung handelt es sich um geplante Projekte nur für den Zeitraum 2018 / 2019. Genaue Daten erfragen Sie bitte bei den Vertretern der Jüdischen Verbände.

Teilnehmer der Übergabe des Förderbescheides an Jüdische
Gemeinden

Dr. Oded Horowitz
Vorstandsvorsitzender Landesverband der Jüdischen Gemeinden von
Nordrhein
 
Michael Rubinstein
Geschäftsführer Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein
 
Hanna Sperling
Vorstandsvorsitzende Landesverband der Jüdischen Gemeinden von
Westfalen-Lippe
 
Ruth Jacob-Prinz
Geschäftsführerin Landesverband der Jüdischen Gemeinden von
Westfalen-Lippe
 
Alexander Sperling
Geschäftsführer zum 01.04.2019 Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe
 
Dr. Felix Schotland
Vorstand Synagogen-Gemeinde Köln
 
Isabella Farkas
Vorstand Synagogen-Gemeinde Köln
 
David Klapheck
Geschäftsführer Synagogen-Gemeinde Köln
 
Alexandra Khariakova
Vorstandsvorsitzende Landesverband progressiver jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen
 
Irith Michelsohn
Geschäftsführerin Landesverband progressiver jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen
 
Ran Ronen
Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf
 
Michael Szentei-Heise
Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf
 
Jörg Lorenz
Stellvertretender Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf
 
 

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