Orange Day: Landesregierung setzt sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ein
Die Landesregierung unterstützt die internationale Kampagne „Orange the World“, mit der die Vereinten Nationen zum Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Die Initiative geht auf das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration zurück. Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst ist dabei.
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützt die internationale Kampagne „Orange the World“, mit der die Vereinten Nationen anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Auf Initiative des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen findet vom 24. November bis 28. November 2025 zum fünften Mal die landesweite Aktionswoche gegen Gewalt an Frauen statt. Gemeinsam mit kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, Verbänden und Einrichtungen der Frauenunterstützungsinfrastruktur rückt die Landesregierung mit Veranstaltungen vor Ort und Aktionen im Netz unter dem Hashtag #wirgegengewalt das Thema „Gewalt an Frauen“ in den Fokus der Öffentlichkeit und informiert über Hilfsangebote. Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst beteiligt sich in diesem Jahr wieder mit einem Statement in den Sozialen Medien an der Kampagne.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Gewalt gegen Frauen ist ein Angriff auf ihre Freiheit, ihre Würde und die Versprechen unserer Demokratie und muss gestoppt werden. Dafür setzt sich Nordrhein-Westfalen ein. Mit wirksamer Prävention, konsequenter Verfolgung der Täter und dem konsequenten Ausbau von Schutz- und Hilfsangeboten hat die Landesregierung viel dafür getan, schutzbedürftigen Frauen und ihren Kindern schnell und langfristig zu helfen. Gemeinsam mit der Politik sind es aber auch die vielen ehrenamtlich engagierten Menschen im Land, die sich in Vereinen, Beratungsstellen und Initiativen einsetzen, damit Frauen in unserem Land sicher sind.“
Gleichstellungsministerin Josefine Paul: „Mit der landesweiten Aktionswoche gegen Gewalt an Frauen machen wir klar: Gewalt an Frauen dulden wir nicht. Jede dritte Frau wird im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. Gewalt trifft Frauen jeden Alters und aller sozialen Schichten. Mit der landesweiten Aktionswoche zeigen wir, dass wir an der Seite der Opfer stehen und machen Schutz- und Unterstützungsangebote sichtbar. Die Landesregierung nimmt den Schutz vor und die Unterstützung bei Gewalt sehr ernst und baut die Hilfeinfrastruktur für gewaltbetroffene Frauen in Nordrhein-Westfalen konsequent weiter aus“.
Der Gewaltschutz von Frauen und Mädchen ist ein zentrales Anliegen der Landesregierung. Deshalb fördert sie eine gut ausgebaute Infrastruktur zur Unterstützung von Frauen und zum Schutz vor Gewalt und hat die Angebote sukzessive weiter ausgebaut. In Nordrhein-Westfalen stehen Rat- und Hilfesuchenden 70 landesgeförderte Frauenhäuser mit 708 Schutzplätzen für Frauen und mehr als 750 Kinderplätzen zur Verfügung. Als Anreiz für den weiteren Platzausbau wurde die jährliche Förderpauschale für jeden Frauenplatz über der Mindestzahl von acht Frauenschutzplätzen ab 2024 von 7.000 auf 10.000 Euro erhöht. Auch werden seitens des Landes vier Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe mit Zufluchtsplätzen gefördert. Zudem gibt es 62 allgemeine Frauenberatungsstellen, 57 Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt und zwölf spezialisierte Beratungsstellen für Opfer von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung, für Betroffene von Zwangsheirat sowie zur Beratung und Prävention im Bereich weiblicher Genitalbeschneidung. Zudem gibt es eine Fachstelle zur Gewaltprävention und zum Gewaltschutz von Mädchen und jungen Frauen mit Behinderung „Mädchen sicher inklusiv“ beim Mädchenhaus Bielefeld. Diese Fachberatungsstelle verfügt über eine onlinebasierte Informations- und Beratungsplattform. Zu ihrem Aufgabengebiet gehört unter anderem die Beratung von Betroffenen, Fachkräften und Vertrauenspersonen. In der aktuellen Legislaturperiode konnten sechs Frauenhäuser und vier Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt neu in das Förderprogramm des Landes aufgenommen werden.
Die beim Gleichstellungsministerium angesiedelte Fach- und Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention arbeitet derzeit intensiv gemeinsam mit allen beteiligten Ressorts an einem Landesaktionsplan zur Umsetzung der Istanbul-Konvention. Nordrhein-Westfalen greift damit die Vorgabe des Artikels 7 der Istanbul-Konvention auf. Diese sieht vor, eine landesweite, umfassende Strategie zu entwickeln, die einschlägige Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen umfasst.
Auch auf Bundesebene hat sich Nordrhein-Westfalen mit Erfolg für einen besseren Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt stark gemacht. Der Bundesrat hat im Oktober auf Initiative Nordrhein-Westfalens beschlossen, einen Gesetzentwurf zur Effektivierung des Gewaltschutzes in Hochrisikofällen in den Bundestag einzubringen. Damit soll den Gerichten ermöglicht werden, frühzeitig Haft für gefährliche Wiederholungstäter anzuordnen und besonders schwere Verstöße gegen Schutzanordnungen mit höheren Strafen zu ahnden. Das Gesetz soll außerdem eine frühere Einbindung der Polizei zur Prävention weiterer Gewalt ermöglichen und den Opferschutz stärken.
Über die Kampagne „Orange the World“
Die UN-Kampagne „Orange the World“ macht seit 1991 auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam und geht vom Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. Sie ist seit 2008 Teil der „UNiTE to End Violence against Women“ Kampagne des UN-Generalsekretärs, die von UN Women durchgeführt wird. Die Farbe Orange steht symbolisch für eine Zukunft ohne Gewalt.
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“
kostenlos, anonym & rund um die Uhr, Beratung in 18 Sprachen
vertraulich & barrierefrei
Website: www.hilfetelefon.de
Heimwegtelefon – ehrenamtliche Begleitung am Telefon
030 120 74 182 (deutschlandweit erreichbar)
für Menschen, die sich auf dem Heimweg unsicher fühlen
abends & nachts erreichbar
Website: www.heimwegtelefon.de