Wenn Unternehmen den Katastrophenschutz tragen: Förderplakette für Arbeitgeber

Minister Reul: Ehrenamtliches Engagement braucht starken Rückhalt

14. Juli 2026
Katastrophenschutz NRW

Die Auszeichnung würdigt Betriebe, die ihre Beschäftigten großzügig für Einsätze, Übungen und Fortbildungen freistellen und damit den Katastrophenschutz in Nordrhein-Westfalen stärken.

Inneres

Ehrenamtliche Einsatzkräfte sind da, wenn andere Schutz und Hilfe brauchen. Damit sie diese Verantwortung neben ihrem Beruf übernehmen können, brauchen sie Arbeitgeber an ihrer Seite, die dieses Engagement möglich machen. Innenminister Herbert Reul hat am Dienstag, 14. Juli 2026, zehn nordrhein-westfälische Unternehmen mit der Förderplakette „Ehrenamt im Brand- und Katastrophenschutz“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt Betriebe, die ihre Beschäftigten großzügig für Einsätze, Übungen und Fortbildungen freistellen und damit den Katastrophenschutz in Nordrhein-Westfalen stärken.

Innenminister Herbert Reul: „Ehrenamt im Katastrophenschutz ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern knallharte Verantwortung. Wer sich hier ehrenamtlich engagiert, ist binnen Minuten zur Stelle, wenn’s ernst wird. Damit das funktioniert, brauchen diese Frauen und Männer Rückendeckung im Job. Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten freistellen und ihnen den Rücken freihalten, sind deshalb unverzichtbare Partner im Katastrophenschutz. Die heute ausgezeichneten Unternehmen stehen exemplarisch dafür, wie moderner Katastrophenschutz gelingt: wenn Staat, Ehrenamt und Wirtschaft eng zusammenarbeiten.“

In diesem Jahr wurden die Preisträger aus 50 eingereichten Vorschlägen ausgewählt. Über die Vergabe entschied eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der anerkannten Hilfsorganisationen, der Arbeitgeberverbände, der kommunalen Spitzenverbände, des Verbandes der Feuerwehren in NRW e.V., des Technischen Hilfswerks sowie des Ministeriums des Innern. Zu den Auswahlkriterien zählen unter anderem eine großzügige Freistellungspraxis, der Verzicht auf Entgeltansprüche sowie eine darüberhinausgehende Unterstützung von Hilfsorganisationen und Feuerwehren.

In diesem Jahr wurden folgende Unternehmen ausgezeichnet:

Bauunternehmen Gebr. Echterhoff GmbH & Co. KG
Firmensitz: Westerkappeln, Regierungsbezirk Münster
Das Bauunternehmen ist ein familiengeführter Betrieb in fünfter Generation. Von den 732 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind rund 150 bei der Freiwilligen Feuerwehr, beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), beim Technischen Hilfswerk (THW) oder im sozialen Dienst ehrenamtlich aktiv. Das Unternehmen zeichnet sich darüber hinaus durch die Bereitstellung von Übungsmöglichkeiten auf dem Werksgelände und einen jährlichen firmeneigenen Blutspendetag aus. Bei dem Hochwasser im Ahrtal 2021 und in anderen Krisensituationen wurden zahlreiche Angestellte zum Helfen freigestellt.

Drahtwerk Elisental W. Erdmann GmbH
Firmensitz: Neuenrade, Regierungsbezirk Arnsberg
Elf der 114 Angestellten sind ehrenamtlich im Brand- und Katastrophenschutz tätig. Sie werden nicht nur durch eine problemlose Freistellung, sondern auch mit zwei Tagen Zusatzurlaub im Jahr unterstützt. Neben der Freiwilligen Feuerwehr ist besonders das örtliche DRK seit vier Generationen eng mit dem Unternehmen verbunden. Der Firmengründer Wilhelm Erdmann war hier auch bereits in führender Position aktiv. Heute wird das Unternehmen von Theo Wingen, dem Schwiegersohn Wilhelm Erdmanns, und dessen Enkelsohn Daniel Wingen geführt. Der DRK-Ortsverein Neuenrade wird von seiner Ehefrau Daniela Wingen als Vorsitzende geleitet.

Elektro Hüpping
Firmensitz: Willebadessen, Regierungsbezirk Detmold
Das Kleinstunternehmen aus Willebadessen zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Ehrenamtlichen aus: Vier der acht Beschäftigten sind ehrenamtlich engagiert. Ein Auszubildender wurde gezielt wegen seiner Qualifikation im Ehrenamt eingestellt. Die unkomplizierten Freistellungen leisten einen wichtigen Beitrag für die Einsatzbereitschaft der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr.

F. Müller Fahrzeugbau GmbH & Co. KG
Firmensitz: Eslohe-Bremke, Regierungsbezirk Arnsberg
Die F. Müller Fahrzeugbau GmbH & Co. KG ist ein im Hochsauerland ansässiger Familienbetrieb, der auf eine über hundertjährige Tradition im Holztransport zurückblickt. In diesem Unternehmen gehen die Führungskräfte mit gutem Beispiel voran. Sie alle sind ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Auch ein Auszubildender ist für die Freiwillige Feuerwehr im Einsatz. Eine problemlose Freistellung und die kostenlose Bereitstellung von Expertise und Arbeitskraft sind hier selbstverständlich.

fourtexx GmbH
Firmensitz: Solingen, Regierungsbezirk Düsseldorf
Der mittelständische Betrieb unterstützt seine ehrenamtlich engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit längerfristigen Freistellungen und indem er geplante Einsätze fest in die Firmenplanung aufnimmt. Insgesamt sind sieben von 47 Angestellten bei der Freiwilligen Feuerwehr und beim Technischen Hilfswerk ehrenamtlich engagiert.

Heizung Solar Sanitär Klotz
Firmensitz: Bad Berleburg, Regierungsbezirk Arnsberg
Das Unternehmen aus Bad Berleburg wurde vom ortsansässigen Technischen Hilfswerk für die Auszeichnung vorgeschlagen. Zwei Beschäftigte des Familienunternehmens sind dort aktiv, ein weiterer Mitarbeiter bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Ingenieurbüro Rodermann
Firmensitz: Radevormwald, Regierungsbezirk Köln
Fünf der acht Angestellten des Kleinstunternehmens sind bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Der Geschäftsführer selbst ist stellvertretender Leiter der örtlichen Feuerwehr. Freistellungen für Aus- und Fortbildungen sind für alle Beschäftigten problemlos möglich.

Marc Circel Sonnen- und Insektenschutz
Firmensitz: Emmerich, Regierungsbezirk Düsseldorf
Der lokale Handwerksbetrieb zeichnet sich dadurch aus, dass er seinen ehrenamtlichen Engagierten unkomplizierte Freistellungen für Fortbildungen, Übungen und Einsätze gewährt. Von den vier Beschäftigten sind zwei beim Technischen Hilfswerk aktiv.

Martinrea Bergneustadt
Firmensitz: Bergneustadt, Regierungsbezirk Köln
Von den 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern engagieren sich 25 ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk, dem Deutschen Roten Kreuz oder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Das Unternehmen unterstützt dieses Engagement für den Brand- und Katastrophenschutz durch vielfältige Maßnahmen. So gibt es ein eigenes Fahrzeug für den Transport der Angestellten zu den Gerätehäusern der Freiwilligen Feuerwehr sowie eine Sirene auf dem Betriebsgelände zur Warnung der Bevölkerung. Eine Freistellung der Ehrenamtlichen erfolgt ebenfalls unkompliziert, oft mit Verzicht des Unternehmens auf Lohnausfallkosten.

TAR Automation GmbH
Firmensitz: Dinslaken, Regierungsbezirk Düsseldorf
Freistellungen ohne Lohnersatzforderungen sowie die Bereitstellung von Expertise sind für das kleine Dinslakener Unternehmen selbstverständlich. Insgesamt sind vier der 15 Angestellten ehrenamtlich engagiert.

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