Starker Schulterschluss für sicheren Fußball: Stadionallianzen wachsen weiter
Am Donnerstag, 23. Juli 2026, haben das Ministerium des Innern, die nordrhein-westfälischen Vereine der ersten drei Ligen und die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin in Düsseldorf eine neue Kooperationsvereinbarung zu den Stadionallianzen unterzeichnet.
Am Donnerstag, 23. Juli 2026, haben das Ministerium des Innern, die nordrhein-westfälischen Vereine der ersten drei Ligen und die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin in Düsseldorf eine neue Kooperationsvereinbarung zu den Stadionallianzen unterzeichnet. Damit wird ein bewährtes Modell der Zusammenarbeit weiterentwickelt, das auf klare Regeln, frühe Abstimmung und gemeinsame Verantwortung setzt. Mit der Vereinbarung sollen Fußballspiele sicherer und die Polizei entlastet werden.
Innenminister Herbert Reul: „Sicherheit rund um den Fußball gewinnt man nur als Mannschaft. Vereine, die Polizei Nordrhein-Westfalen und Bundespolizei müssen geschlossen auftreten, mit klarer Aufstellung auf dem Platz und mit Verantwortung vom Anpfiff bis zur Nachspielzeit. Die Vereine gehören in die Startelf, wenn es um Sicherheit im Stadion geht. Unser Ziel ist klar: Fußball soll in sicheren Stadien stattfinden und Freude machen, ohne Gewalt und ohne Pyrotechnik. Gleichzeitig müssen wir die Polizei spürbar entlasten, damit nicht jedes Spiel zum Dauereinsatz wird.“
Michael Preetz (Geschäftsführer MSV Duisburg): „Ich freue mich besonders, dass mit der neuen Vereinbarung nun auch die Vereine der 3. Liga Teil der Stadionallianzen NRW werden. Viele dieser Clubs verfügen über eine große Tradition, eine starke Fanbasis und stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie die Profivereine in den höheren Ligen. Je mehr Standorte ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen, desto stärker wird das Netzwerk und desto größer ist der Nutzen für alle Beteiligten.“
Nicolai Marchlewski (Bundespolizeidirektion Sankt Augustin): „Die Vereinbarung schreibt Verfahrensweisen fest, die sich bereits seit vielen Jahren in der Praxis bewährt haben und immer weiterentwickelt wurden. Diese gewinnen heute an Verbindlichkeit. Dabei kommt unserer Bundespolizei eine zentrale Rolle zu, da wir die für die Bahnhöfe und Züge zuständige Polizeibehörde sind. Dies gilt im Übrigen nicht nur für Nordrhein-Westfalen, sondern bundesweit. So kann beispielsweise auch der bundesweite Reiseverkehr zu einer Großveranstaltung, wie einem Fußballspiel, ‚aus einer Hand‘ überwacht und die Anreise von unfriedlichen und gewalttätigen Personen bereits frühzeitig unterbunden werden. Deshalb freuen wir uns nun auch Teil der Stadionallianzen in Nordrhein-Westfalen zu sein.“
Mit der aktuellen Kooperationsvereinbarung wird die bisherige Zusammenarbeit in mehreren Punkten erweitert. Künftig nehmen alle Vereine der ersten drei Profiligen in Nordrhein-Westfalen als Partner teil. Neu dabei sind Alemannia Aachen, MSV Duisburg, Rot-Weiß Essen, Köln mit Fortuna und Viktoria, Preußen Münster und der SC Verl. Zudem wird die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin als weiterer Partner eingebunden. Damit werden auch die Reisewege der Fans einbezogen. Darüber hinaus werden Sicherheitsbeauftragte und Fanbeauftragte der Vereine in die Vereinbarung aufgenommen. Die Sicherheitsbeauftragten übernehmen eine zentrale Rolle bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen für einen sicheren Spielbetrieb. Die Fanbeauftragten stellen den Austausch mit den Fans sicher.
Die Vereinbarung stärkt zudem die Bedeutung von Einlasskontrollen, insbesondere mit Blick auf das Einbringen von Pyrotechnik. Außerdem werden Stadionverbote und präventiv-polizeiliche Maßnahmen wie Platzverweise, Bereichsbetretungsverbote oder Meldeauflagen als wichtige Instrumente im Umgang mit bekannten Störern hervorgehoben. Auch die Qualifizierung von Sicherheits- und Ordnungsdiensten wird in der neuen Vereinbarung besonders betont. Die Rollen der Beteiligten bleiben dabei klar verteilt: Für die Veranstaltungssicherheit sind die Vereine zuständig, für die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung die Polizei.
Die Stadionallianzen wurden in Nordrhein-Westfalen bereits im Jahr 2020 eingeführt. Sie bilden den verbindlichen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Vereinen an den jeweiligen Spielorten. Polizei und Vereine stimmen sich dabei über Zuständigkeiten, Kommunikationswege, Einsatzabläufe und konkrete Maßnahmen ab, um Gewalt im und rund um die Stadien zu verhindern.