Wechsel im Amt der Opferbeauftragten: Dagmar Schulze-Lange ist neue Opferbeauftragte des Landes
Minister der Justiz Dr. Benjamin Limbach hat Dagmar Schulze-Lange als neue Opferbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Sie folgt auf Barbara Havliza, die das Amt seit März 2023 bekleidete und nun offiziell verabschiedet wurde.
Minister der Justiz Dr. Benjamin Limbach hat am Mittwoch, 13. Mai 2026, Dagmar Schulze-Lange als neue Opferbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Sie folgt auf Barbara Havliza, die das Amt seit März 2023 bekleidete und nun offiziell verabschiedet wurde.
Mit Dagmar Schulze-Lange übernimmt eine profilierte Juristin mit jahrzehntelanger Erfahrung in der nordrhein-westfälischen Justiz die Leitung der zentralen Anlaufstelle für Opfer von Straftaten. Die Ende 1956 geborene Juristin blickt auf eine beeindruckende Laufbahn zurück, die sie nach dem Studium in Bochum über Stationen an den Amtsgerichten Lüdenscheid, Olpe und Siegen sowie das Oberlandesgericht Hamm bis zum Amt der Vizepräsidentin des Landgerichts Dortmund führte. Zuletzt prägte sie als Präsidentin mehr als dreizehn Jahre lang das Landgericht Siegen. Eine besondere Sensibilität für Menschen in emotionalen Ausnahmesituationen erwarb sie in ihrer langjährigen richterlichen Praxis, in der sie viele Jahre im Familienrecht tätig war. Ihre tiefe juristische Expertise stellte sie dabei unter anderem während ihrer Erprobung in einem familienrechtlichen Senat des Oberlandesgerichts Hamm unter Beweis.
Dagmar Schulze-Lange hat ihre Tätigkeit als neue Opferbeauftragte am 16. April 2026 aufgenommen. Ihre Amtszeit reicht bis zum 15. April 2031.
Sie folgt auf Barbara Havliza, die das Amt der Opferbeauftragten in einer Phase der Weiterentwicklung leitete. Die ehemalige niedersächsische Justizministerin und Vorsitzende Richterin am Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf trieb die Modernisierung der Strukturen maßgeblich voran. Zu den Meilensteinen ihrer Amtszeit zählen die Eröffnung einer zweiten Dienststelle am Oberlandesgericht Hamm, die Einrichtung einer kostenfreien landesweiten Hotline für Betroffene sowie der Abschluss eines Kooperationsvertrags mit dem Zentrum für Trauma- und Konfliktmanagement zur psychosozialen Akutbetreuung bei Großschadenslagen.
Minister der Justiz Dr. Benjamin Limbach: „Ich danke Barbara Havliza für ihren unermüdlichen Einsatz. Sie hat die Institution der Opferbeauftragten durch ihre klare Haltung und die Schaffung moderner, krisenfester Strukturen nachhaltig gestärkt. Mit Dagmar Schulze-Lange haben wir eine Nachfolgerin gewonnen, die ihre tiefe Verwurzelung in der Justiz mit einem großen Erfahrungsschatz im direkten Umgang mit Menschen in persönlichen Ausnahmesituationen verbindet. Ich bin überzeugt, dass sie das Amt der Opferbeauftragten in Nordrhein-Westfalen mit großer Empathie und Weitsicht führen wird. Dabei wird sie, ebenso wie Frau Havliza, als unabhängige Stelle den Opfern eine starke Stimme geben, gerade auch gegenüber staatlichen Behörden.“
Dagmar Schulze-Lange, Opferbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen: „In meiner langjährigen Praxis, insbesondere im Familienrecht, habe ich hautnah erlebt, wie wichtig eine verlässliche Begleitung in tiefen persönlichen Krisen ist. Opfer von Straftaten benötigen handfeste Unterstützung und eine verlässliche Orientierung, um die staatlichen Hilfsangebote bestmöglich für sich nutzen zu können. Ich freue mich darauf, die dezentralen Strukturen in Köln und Hamm zu nutzen, um den Betroffenen im ganzen Land eine starke und hörbare Stimme zu geben.“
Barbara Havliza, Opferbeauftragte a.D.: „Die Arbeit der vergangenen Jahre hat gezeigt, wie wichtig eine unabhängige Instanz für Menschen ist, die durch Straftaten aus der Bahn geworfen wurden. Mir war es ein besonderes Anliegen, den Fokus auf die realistische, nachsorgende Hilfe nach einer Tat zu legen, denn im Zentrum unserer Arbeit muss die tatkräftige Begleitung und Unterstützung der Menschen stehen, die bereits Opfer geworden sind. Ich bin dankbar, dass wir die Erreichbarkeit und die Krisenvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen ausbauen konnten.”
Hintergrund zum Amt der Opferbeauftragten
Nordrhein-Westfalen schuf im Dezember 2017 die Stelle einer hauptamtlichen Institution für die Anliegen von Opfern von Straftaten. Seit dem Jahr 2022 ist das Amt durch das Opferbeauftragtengesetz Nordrhein-Westfalen rechtlich verankert. Die beauftragte Person ist in Ausübung ihres Amtes unabhängig, nur dem Gesetz unterworfen und mit weitreichenden Auskunftsrechten ausgestattet. Die Dienststelle fungiert als zentrale Lotseninstanz, die Betroffene von Gewalttaten und deren Angehörige an spezialisierte Hilfseinrichtungen vermittelt, die Kooperation zwischen Opferhilfeorganisationen koordiniert und bei Großschadensereignissen das psychosoziale Krisenmanagement des Landes steuert. Die Opferbeauftragte hat Dienststellen beim Oberlandesgericht Köln (Reichenspergerplatz 1, 50670 Köln) und beim Oberlandesgericht Hamm (Hesslerstraße 53, 59065 Hamm). Bürgerinnen und Bürger erreichen die Opferbeauftragte über die Opferhotline unter 0800 3345667 oder per E-Mail an
poststelle@opferbeauftragte.nrw.de.
Weitere Informationen für Opfer von Straftaten oder Angehörige finden sich unter www.opferschutzportal.nrw.
Hinweis für die Redaktionen: Fotos können unter pressestelle@jm.nrw.de angefordert werden.