Verantwortung für Natur und Landschaft: Wie Straßen.NRW den Straßenbau ausgleicht
Landesbetrieb betreut landesweit mehr als 300 Streuobstwiesen als Kompensationsmaßnahmen für Bauprojekte
Mehr als 39 Millionen Quadratmeter Kompensationsflächen, eine Fläche von rund 5500 Fußballfeldern, betreut der Landesbetrieb inzwischen landesweit. Ein Beispiel hat sich Minister Krischer bei einem Vor-Ort-Termin auf einer Streuobstwiese von Straßen.NRW in Hennef-Happerschoß angesehen.
Alte Obstbäume, wilde Kräuter und weidende Kühe: Die Streuobstwiese in Hennef-Happerschoß ist ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Angelegt wurde sie 2001 von Straßen.NRW als Ausgleich für den Bau der Ortsumgehung L352. Mehr als 39 Millionen Quadratmeter Kompensationsflächen, eine Fläche von rund 5500 Fußballfeldern, betreut der Landesbetrieb inzwischen landesweit. Ein Beispiel hat sich Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer am Freitag, 28. August 2026, bei einem Vor-Ort-Termin auf einer Streuobstwiese von Straßen.NRW in Hennef-Happerschoß angesehen.
54 Obstbäume mit alten regionalen Sorten wie Äpfeln, Birnen, Wildkirschen, Mirabellen und Pflaumen wachsen heute dort. Heimische Hecken und Sträucher, Alt- und Nussbäume sowie Totholz ergänzen die Fläche. Auf den artenreichen Wildblumen- und Kräuterwiesen weiden vier Kühe. Die Pflege übernimmt die Biologische Station Rhein-Sieg im Auftrag der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Rhein-Berg.
„Die Streuobstwiese in Hennef bietet vielen Insekten Nahrung und Schutz und stellt ein potenzielles Quartier für den gefährdeten Steinkauz und Fledermäuse dar. Sie zeigt, was Ausgleich für den Straßenbau bedeuten kann. Straßen.NRW hat diese Fläche zu einem wertvollen Lebensraum aufgewertet“, sagte Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer.
42 Mitarbeitende sind bei Straßen.NRW dafür zuständig, die Ausgleichsflächen dauerhaft zu kontrollieren und zu pflegen. Unterstützt werden sie bei kniffligen Fragen von drei Kolleginnen und Kollegen aus dem Betriebssitz. Straßen.NRW betreut landesweit mehr als 300 Streuobstwiesen mit einer Gesamtfläche von rund 1,4 Millionen Quadratmetern. Es gibt weit über 10.000 Obstbäume, die regelmäßig kontrolliert, gepflegt und fachgerecht geschnitten werden müssen. Jedes Jahr kommt eine Fläche von ungefähr 22 Fußballfeldern hinzu. Die alten regionalen Obstsorten und die artenreichen Wiesen bieten zahlreichen Tierarten Nahrung, Fortpflanzungs- und Rückzugsorte.
Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Kulturlandschaften Mitteleuropas. Sie bieten unter anderem Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten sowie Fledermäusen, Amphibien, Reptilien und zahlreichen Vogelarten Lebensraum. Eine charakteristische Art ist der Steinkauz. Auch Waldkäuze finden Höhlen auf oder in der Umgebung der Wiesen.
Obwohl Streuobstwiesen nur rund vier Prozent der Kompensationsflächen von Straßen.NRW ausmachen, erfordern sie besonders viel Pflege. Obstbäume müssen regelmäßig kontrolliert und fachgerecht geschnitten werden. Auch die Wiesen und weiteren Strukturelemente brauchen eine auf die jeweiligen Entwicklungsziele abgestimmte Pflege. Wie vielfältig eine solche Fläche sein kann, zeigt die Streuobstwiese in Hennef-Happerschoß. Bevor sie auf die Obstbäume schaut, richtet Kerstin Kück den Blick nach oben. Dort, wo andere nur ein Loch im Baum sehen, erkennt die Landschaftsarchitektin von Straßen.NRW einen möglichen Brutplatz für den gefährdeten Steinkauz oder ein potenzielles Quartier für Fledermäuse. Wenige Meter weiter blühen Wildkräuter, Kühe grasen auf der Wiese und Wildbienen summen zwischen alten Obstsorten.
Von Streuobstwiesen bis zu Fließgewässern
Streuobstwiesen sind nur ein Teil der Kompensationsmaßnahmen von Straßen.NRW. Der Landesbetrieb betreut unter anderem:
- 1.186 Hektar Extensivgrünland
- 962 Hektar Wald
- 605 Hektar Hecken und Feldgehölze
- 77 Hektar Acker
- 69 Hektar Stillgewässer für Amphibien und Wiesenvögel
- 19 Hektar Fließgewässer
Der Neu- und Ausbau von Straßen stellt einen Eingriff in Natur und Landschaft dar. Das Bundesnaturschutzgesetz verpflichtet Vorhabenträger dazu, die damit verbundenen Auswirkungen auszugleichen. Ziel der Kompensationsmaßnahmen ist es, die ökologischen Funktionen von Natur und Landschaft zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen.
Dauerhafte Verantwortung für Natur und Landschaft
Mit der Anlage einer Kompensationsfläche ist die Aufgabe für Straßen.NRW nicht abgeschlossen. Der Landesbetrieb kontrolliert regelmäßig, ob die für jede Fläche festgelegten Entwicklungsziele erreicht werden. Dafür nutzen die Mitarbeitenden ein landesweites Kompensationskataster, in dem die Maßnahmen verwaltet und überwacht werden.
„Alle Arbeiten rund um die Kompensationsflächen gehören mit zu unseren Kernaufgaben als Straßenbaulastträger. Diese Arbeiten brauchen viel Fachkompetenz und gut geplante Pflege. Diese langfristige Verantwortung übernehmen unsere Landespflegerinnen und Landespfleger gemeinsam mit vielen Partnern vor Ort. Denn Straßen planen, bauen und unterhalten bedeutet schon immer: interdisziplinäres Teamwork“, so Christoph Jansen, Technischer Direktor des Landesbetriebs.
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