Stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur händigt den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 15 Persönlichkeiten aus
Ministerin Neubaur: Ehrenamtliches Engagement ist die Superkraft unserer Gesellschaft. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält
Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie, Mona Neubaur, händigt am Montag, 23. März 2026, den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 15 ehrenamtlich besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger aus. Damit ehrt die Landesregierung traditionell den herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land Nordrhein-Westfalen.
Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie, Mona Neubaur, händigt am Montag, 23. März 2026, den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 15 ehrenamtlich besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger aus. Damit ehrt die Landesregierung traditionell den herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land Nordrhein-Westfalen. Die Veranstaltung findet in der Staatskanzlei in Düsseldorf statt.
Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin: „Ehrenamtliches Engagement ist die Superkraft unserer Gesellschaft. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Die Frauen und Männer, die wir heute mit dem Verdienstorden der Landesregierung auszeichnen, stehen mit ihrem außergewöhnlichen persönlichen Einsatz für diese Orientierung am ‚Wir‘. Sie sind damit wichtige Vorbilder und können noch mehr Menschen dafür begeistern, sich zu fragen: Was kann ich tun, wo kann ich helfen und wie kann ich persönlich die Welt ein bisschen besser machen?“
Mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet werden am 23. März 2026:
Siegfried Alefsen aus Emmerich
Siegfried Alefsen hat sich für Vereine, Kindergärten und Seniorenheime engagiert. Außerdem ist er im Kneippverein aktiv und Mitglied des Vorstands beim FC Fortuna Elten 1910. Er fungiert zudem als Leiter der Fahrradtouren „Schmuggeltocht“ und als Helfer bei Gottesdiensten. Auch die Caritas und die St. Martinus Schützenbruderschaft profitieren von seinem Engagement.
Roswitha Born aus Rheinbach
1993 hat Roswitha Born die Präsidentschaft des Karnevalsvereins „Fidele Burgfrauen Wormersdorf“ übernommen. Als Trainerin, Choreographin und Betreuerin von Tanzgruppen, vor allem für Kinder, hat sie die „Fidelen Burgfrauen“ zum Aushängeschild des Vereins gemacht. Bis heute ist sie auch überregional und auf europäischer Ebene aktiv und dem Brauchtum mit ganzer Leidenschaft verbunden.
Monika Degenhard aus Ratingen
Monika Degenhard war viele Jahre lang aktives Mitglied der „Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde“. Seit 2015 ist sie 1. Vorsitzende des Düsseldorfer Vereins für Familienkunde e.V. Außerdem führt sie die Bezirksgruppe Düsseldorf der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde (WGfF) an. Mit ihrem Engagement liefert sie wichtige Beiträge zur Dokumentation der Geschichte unseres Landes.
Hans-Jürgen Dienstuhl aus Olpe
Hans-Jürgen Dienstuhl war Lehrer mit Herz und Seele. Auch nach seiner Pensionierung hat er sich weiterhin als Lehrer engagiert und Schülerinnen und Schüler in Rumänien im Fach Deutsch unterrichtet. Zudem hat sich Herr Dienstuhl jahrzehntelang im Pfarrgemeinderat und im Kirchenvorstand engagiert. Ebenso lange ist er in der Friedhofsgemeinschaft und im Wanderverein aktiv. Darüber hinaus war Hans-Jürgen Dienstuhl von 2004 bis 2021 Ortsvorsteher von Neuenkleusheim.
Karl-Dieter Ellerbracke aus Rödinghausen
Karl-Dieter Ellerbracke ist Züchter von Vollblütern und Eigentümer des erfolgreichen Gestüts „Auenquelle“. Zudem war er viele Jahre lang im Direktorium für Vollblutzucht und Rennen engagiert, Präsident der bundesweiten Besitzervereinigung und Vize-Präsident des Dachverbandes „Deutscher Galopp“. Neben dem Engagement in verschiedenen Rennvereinen ist er langjähriger Vorsitzender der Baden-Badener Auktionsgesellschaft.
Heribert Gensicki aus Steinheim
1981 gehörte Heribert Gensicki zu den Gründungsmitgliedern des Heimatvereins Ottenhausen. Neben verschiedenen Funktionen im Vorstand leitete er den Heimatverein als Vorsitzender und arbeitete dort bis 2021 als stellvertretender Vorsitzender mit. Seit 2008 ist Herr Gensicki zudem Vorsitzender der „Stiftung für Natur, Heimat und Kultur im Steinheimer Becken“. Auch in der Bürgerradweg-Initiative „Ländlicher Raum aktiv“ fungiert Herr Gensicki als Vorsitzender im Vorstand.
Heike Gerhards aus Rommerskirchen
Heike Gerhards engagiert sich seit 2015 für die gemeinnützige Organisation „Dein Sternenkind“. Die Stiftung erstellt Erinnerungsfotos als Geschenk für Eltern, die ihr Kind vor, während oder unmittelbar nach der Geburt verloren haben. Heike Gerhards hat zahlreiche Einsätze als Fotografin begleitet. Inzwischen koordiniert sie mit ihrem Team die Termine der rund 700 Fotografierenden. 2024 wurde Heike Gerhards in den Stiftungsrat der Stiftung „Dein Sternenkind“ berufen.
Hans Hamel aus Hüllhorst
Bereits 1964 ist Hans Hamel in die SPD eingetreten. Von 1972 bis 2010 war er Ortsvereinsvorsitzender. 1979 wurde er erstmalig in den Gemeinderat der Gemeinde Hüllhorst gewählt. Bei den Kommunalwahlen zwischen 1984 und 2020 wurde er immer wieder direkt gewählt. In vielen Ausschüssen leistete er als Mitglied und auch als Vorsitzender wichtige Sacharbeit. Von 1989 bis 2020 repräsentierte Herr Hamel als stellvertretender Bürgermeister die Gemeinde Hüllhorst. Parallel dazu hat er sich rund 25 Jahre lang als Ortsvorsteher in Holsen engagiert.
Ingrid Heinlein aus Düsseldorf
Ingrid Heinlein ist Gründungsmitglied des gemeinnützigen Vereins „Internationaler Rechtshilfefonds: Jurists for Jurists“. Der Verein unterstützt Richter, Staats- und Rechtsanwälte, die sich insbesondere in der Türkei gegen die Staatsführung gestellt haben und infolgedessen kriminalisiert wurden. Zudem hat sie sich rund vierzig Jahre beim Nicaragua-Verein Düsseldorf für Menschenrechte engagiert.
Cornelia Hillenherms aus Köln
Cornelia Hillenherms hat Luft- und Raumfahrttechnik studiert und promoviert. Inzwischen arbeitet sie beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Köln. Seit vielen Jahren unterstützt sie junge Absolventinnen im Rahmen eines Mentoren-Programms aktiv bei ihren wissenschaftlichen Qualifikationen. Darüber hinaus ist sie Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt und Präsidentin des Council of European Aerospace Societies (CEAS). Zudem ist sie aktives Mitglied von „Zonta International“.
Thomas Ijewski aus Freudenberg
Thomas Ijewski ist evangelischer Pastor in Freudenberg im Siegerland. Seit etwa zwei Jahrzehnten engagiert er sich dort weit über die üblichen beruflichen Aufgaben eines Gemeindepfarrers hinaus. Ein besonderer Schwerpunkt seines Engagements ist der Erhalt und die Sanierung der Evangelischen Kirche Freudenberg. Darüber hinaus ist er Mitglied der Historischen Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Erforschung des Pietismus.
Herbert Klein aus Niederzier
Seit 1971 ist Herbert Klein Mitglied des Fußballvereins BC Oberzier 1910 e.V. 1978 übernahm er Verantwortung in verschiedenen Gremien. Er setzte dort Akzente, die den Verein nachhaltig formten. Bemerkenswert ist seine 25-jährige Amtszeit als Erster Geschäftsführer. Herbert Klein hat den Verein geprägt und nicht zuletzt auch das gesellschaftliche Leben in Oberzier bereichert.
Helmut Linnenbrink aus Mönchengladbach
Helmut Linnenbrink hat 2012 den Entschluss gefasst, die Neuausrichtung des 2010 in Mönchengladbach aufgegebenen Benediktpreises anzustoßen und die Tradition von 1968 fortzuführen. 2013 gründete er den Verein „Benediktpreis von Mönchengladbach“. Bis 2022 war Helmut Linnenbrink Vorsitzender des Vereins. Außerdem war er von 2007 bis 2019 stellvertretender Vorsitzender der Wissenschaftlichen Vereinigung zur Förderung der christlichen Gesellschaftslehre „Ordo socialis“ und im Vorstand des Bundes katholischer Unternehmer engagiert.
Professor Dr. Jochen Lüdicke aus Düsseldorf
Als Mitglied des Kirchenvorstands hat Professor Dr. Jochen Lüdicke von 1993 bis 2021 in der Pfarrgemeinde St. Antonius mitgewirkt, viele Jahre davon als stellvertretender Vorsitzender. Zudem ist er Mitinitiator der Pastoralstiftung. 2016 war er an der Gründung des jüdischen Albert-Einstein-Gymnasiums Düsseldorf beteiligt. Von 2012 bis 2024 war Professor Lüdicke Präsident des Bundesverbandes der Steuerberater. Seit 2024 ist er Ehrenpräsident des Bundesverbandes.
Norbert Zielonka aus Düsseldorf
Bereits seit seinem 25. Lebensjahr war Norbert Zielonka Mitglied in verschiedenen Prüfungsausschüssen bei der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf. Ein Amt, das er 40 Jahre ausübte. Seit 2004 engagiert er sich als Vorsitzender des Vorstands im Ortsverband Düsseldorf Nord des Sozialverbands VdK Deutschland e.V. Inzwischen ist er dort Ehrenvorsitzender. Im Kreisverband Düsseldorf ist er seit mehr als zwanzig Jahren stellvertretender Vorsitzender. Seit 2008 ist er außerdem im Beirat der Stadt Düsseldorf zur Förderung der Belange von Menschen mit Behinderung.
Über den Landesverdienstorden
Der Verdienstorden des Landes ist eine der höchsten Auszeichnungen und wurde 1986 aus Anlass des 40. Geburtstages des Landes Nordrhein-Westfalen gestiftet. Als Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste für die Allgemeinheit wird er an besonders engagierte Persönlichkeiten verliehen.
Die Laudationes an die neuen Ordensträgerinnen und Ordensträger im Wortlaut:
Es gilt das gesprochene Wort.
Siegfried Alefsen aus Emmerich
Auch wenn es nicht ganz zur Jahreszeit passt: Der schnellste Nikolaus Deutschlands ist heute hier. Siegfried Alefsen ist 45 Jahre lang bei der Deutschen Bahn Zugführer gewesen – und da als der schnellste Nikolaus Deutschlands bekannt geworden.
Wie vielen Fahrgästen jeden Alters er als Nikolaus eine Freude gemacht hat, kann er sicher selbst nicht so genau sagen. Es werden unfassbar viele strahlende Gesichter und schöne Momente gewesen sein – die er auch heute noch den Menschen an ganz vielen verschiedenen Stellen als Nikolaus schenkt. Und das ehrenamtlich.
Aber Siegfried Alefsen ist nicht nur als Nikolaus unterwegs, er ist ein echtes Multitalent im besten Sinne. Siegfried Alefsen ist im Kneippverein engagiert und hilft, egal wann und wo Hilfe gebraucht wird. Er packt einfach an.
Und er ist im Vorstand beim FC Fortuna Elten 1910. Hier kümmert er sich ganz besonders um die Menschen neben dem Platz – er besucht die älteren Mitglieder bei Erkrankungen und Geburtstagen.
Seine Heimat ist ihm wichtig: Wenn es um seine Heimatstadt Emmerich und die Nachbargemeinden geht, ist Siegfried Alefsen sofort zur Stelle. Dafür zieht er dann auch schon mal die alte Uniform des Zollvollzugsdienstes an und öffnet den Grenz-Schlagbaum. Oder er organisiert Fahrradtouren durch die Umgebung.
Siegfried Alefsens Glaube gibt ihm Halt und die Kraft, für seine Mitmenschen da zu sein. Auch deshalb engagiert er sich seit mehr als 20 Jahren als Lektor und Helfer in den Gottesdiensten seiner Kirchengemeinde. Und was für ihn gelebte Nächstenliebe bedeutet, beweist er seit über 20 Jahren bei der Caritas. Hier bringt er das „Essen auf Rädern“ bei Wind und Wetter zu den Menschen.
Wie er das alles ohne eigenes Sekretariat organisiert, ist mir schleierhaft. Und auch, wie er es schafft, neben all diesen Aufgaben noch im Brauchtum seiner Heimat engagiert zu sein.
Seit 57 Jahren ist er in der Sankt Martinus Schützenbruderschaft Elten Grondstein 1928 – und in der fünften Jahreszeit, da ist die Karnevalsbühne sein Zuhause.
Bei so viel und vor allem so vielfältigem Engagement, ist es mir eine Freude, Ihnen den Verdienstorden unseres Landes Nordrhein-Westfalen zu überreichen.
Roswitha Born aus Rheinbach
Schon seit frühen Kindheitstagen ist Roswitha Born eine echte „Jecke“. Als ihre Mutter Präsidentin der Fidelen Burgfrauen Wormersdorf war, da hat sie das Karnevalsfieber gepackt. Natürlich ist sie ihrer Mutter später als Präsidentin gefolgt: Das war im Jahr 1993.
Und natürlich ist Roswitha Born auch heute noch die Präsidentin der Fidelen Burgfrauen Wormersdorf. Mit Leib und Seele engagiert sie sich für den Verein.
Den Burgfrauen liegen ganz besonders Kinder und Jugendliche am Herzen – vor allem Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte. In über fünf Jahrzehnten hat Roswitha Born unzählige Generationen auf ihrem Weg begleitet und unterstützt. Und genauso lange prägt sie nun schon den Karneval in ihrer Heimat.
Sie organisiert Karnevalssitzungen – und der Empfang im Rathaus an Altweiber und der Rosenmontagszug sind für sie natürlich absolute Pflicht.
Als Trainerin, Choreographin und Betreuerin der Tanzgruppen hat sie den Garde- und Showtanz bei den Fidelen Burgfrauen zum Aushängeschild des Vereins gemacht. Die Kinder und Jugendlichen lieben es.
Wenn gerade keine Karnevalssaison ist, bleibt Roswitha Born alles andere als untätig: Sie packt bei verschiedensten Veranstaltungen mit an und sorgt dafür, dass die Gemeinschaft lebendig bleibt und voller guter Laune.
Traditionen wie die Kirmes oder das Vatertags-Fest, Seniorennachmittage oder die Rheinbach Classics, Schützenfeste und der Weihnachtsmarkt liegen ihr besonders am Herzen.
Ein wirklich beeindruckender Einsatz.
Als Anerkennung ihrer ehrenamtlichen Verdienste hat Roswitha Born zahlreiche Auszeichnungen rund um den Karneval erhalten. Heute kommt der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen hinzu.
Herzlichen Glückwunsch, liebe Frau Born!
Monika Degenhard aus Ratingen
Monika Degenhard hat eine große Leidenschaft: Sie erforscht die Geschichte von Familien.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann beginnt sie schon in jungen Jahren, sich mit ihrer eigenen Familiengeschichte zu beschäftigen. Das ist der Beginn eines ganz beeindruckenden Engagements:
Seit vielen Jahren ist sie in der „Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde" aktiv und leitet dort die Bezirksgruppe Düsseldorf. Seit 2015 leitet sie parallel zusammen mit anderen begeisterten Forschern den Düsseldorfer Verein für Familienkunde.
Aus dem Hobby ist schon lange eine echte Leidenschaft geworden. Und diese Leidenschaft teilt sie. Das zeigt allein die große Anzahl an Familienbüchern und Aufsätzen, die sie in den vergangenen Jahren erstellt und veröffentlicht hat.
Monika Degenhard gehört zu regelmäßigen Autorinnen und Autoren der Zeitschriften der beiden Gesellschaften „Düsseldorfer Familienkunde" und „Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde".
Sie tragen viel dazu bei, die Geschichte von Familien in Düsseldorf und Nordrhein-Westfalen zu bewahren. Sie erzählen über das Leben und die Menschen in unserem Land und halten so die Erinnerung für unsere Kinder und zukünftige Generationen wach. Das ist für die gesamte Region von unschätzbarem Wert.
Ich gratuliere Ihnen zum Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Herzlichen Dank für Ihre Arbeit.
Hans-Jürgen Dienstuhl aus Olpe
Lehrer zu sein ist für Hans-Jürgen Dienstuhl nicht bloß ein Beruf gewesen, sondern eine echte Berufung. Über drei Jahrzehnte hat er am Städtischen Gymnasium in Olpe unterrichtet. Für ihn haben seine Schülerinnen und Schüler immer an erster Stelle gestanden. Sie von der Kindheit durch die Jugend zu begleiten, zu fördern und auf das Leben vorzubereiten, ist ihm oberstes Gebot gewesen.
Auch nach seiner Pensionierung ist er seiner Berufung weiter gefolgt und hat in Rumänien Deutsch unterrichtet. Dass seine Pensionierung nicht Ruhestand bedeutet, wird sicher keinen wundern, der Hans-Jürgen Dienstuhl kennt.
Schon in jungen Jahren engagierte er sich in der Jugendarbeit in seiner Heimat. Neben dem Beruf ist Hans-Jürgen Dienstuhl in der Kirchengemeinde Neuenkleusheim aktiv gewesen – fast 3 Jahrzehnte im Pfarrgemeinderat, 12 Jahre im Kirchenvorstand, 42 Jahre Kommunionhelfer und seit 45 Jahren Lektor.
Seit 1996 ist er auch in der Friedhofsgemeinschaft aktiv, um den Friedhof und die benachbarten Wegkreuze zu pflegen und zu erhalten.
Hans-Jürgen Dienstuhl war von 2004 bis 2021 Ortsvorsteher von Neuenkleusheim. In dieser Zeit hat er sich vor allem für die Integration neu hinzugezogener Dorfbewohner stark gemacht.
Unter seiner Regie entstand der erste Mehrgenerationenplatz im Stadtgebiet Olpe.
Hans-Jürgen Dienstuhl, dem seine Heimat und die Mitmenschen wichtig sind, engagiert sich auch für Sport und Kultur. Und so hat Hans-Jürgen Dienstuhl den Sportverein Eintracht Kleusheim bei vielen Projekten unterstützt ebenso wie den Musikverein Neuenkleusheim.
Mit großem Engagement animierte er die verschiedenen Vereine in der Heimat, um gemeinsam das Dorf zu verschönern. Beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sind sie schon mehrfach erfolgreich gewesen.
Sie setzen sich seit vielen Jahrzehnten selbstlos und mit Leidenschaft für die Menschen in Ihrer Heimat ein.
Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ist unser Dank an Sie für Ihr Engagement.
Karl-Dieter Ellerbracke aus Rödinghausen
Alles begann mit einem Pferd, der Liebe zum Galoppsport und einem Quäntchen Glück.
Ende der Siebziger Jahre hat Karl-Dieter Ellerbracke in seinem Heimatort Rödinghausen aus diesen drei Komponenten den Grundstein für das Vollblut-Gestüt Auenquelle gelegt. Heute zählt das Gestüt zu den erfolgreichsten Zuchtstätten für Galopp-Rennpferde in Deutschland.
Aber Karl-Dieter Ellerbracke hat nicht nur als Züchter besondere Maßstäbe gesetzt, sondern wirkte auch in den Strukturen des Rennsports mit: Als langjähriges Vorstandsmitglied im „Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V.“, als Vizepräsident im Direktorium und zugleich als Präsident der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V. in Köln.
In diesen Funktionen hat Herr Ellerbracke die Entwicklung der Vollblutzucht und des Galopprennsports in Deutschland visionär gestaltet und den Weg in den internationalen Sport geebnet.
Ein ebenso weitreichender Meilenstein war das Engagement von Karl-Dieter Ellerbracke zugunsten des Tierschutzes.
Unter dem Credo: „Gesunde Pferde benötigen keine Medikamente, kranke Pferde gehören nicht auf die Rennbahn“ setzte er sich für die Umsetzung strengster Dopingbestimmungen ein. Dieses strikte Anti-Dopingsystem gilt inzwischen auch international als beispielgebend.
Auch die Förderung des Pferderennsports in den neuen Bundesländern nach dem Fall der Mauer ist einer seiner Verdienste.
Darüber hinaus ist Karl-Dieter Ellerbracke Gründungsmitglied und Vorsitzender der Baden-Badener Auktionsgesellschaft. Die Errichtung eines Auktionszentrums wurde die Basis zur Aufrechterhaltung einer erfolgreichen Vollblutzucht.
Als Präsident des Rennclubs Mülheim an der Ruhr e.V. hat er von 2017 bis 2021 den insolventen Vorgängerverein unterstützt und konnte die Zukunft der Rennbahn sichern.
Sie haben schon viele Preise entgegengenommen. Heute kommt ein weiterer hinzu: Kein Sieg für Ihre schnellen Pferde, sondern eine Auszeichnung nur für Sie.
Ich freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen.
Heribert Gensicki aus Steinheim
Ideengeber, Motivator, Gestalter, Macher. So kann man Heribert Gensicki aus Steinheim-Ottenhausen beschreiben.
1981 gründete Heribert Gensicki mit Gleichgesinnten den Heimatverein Ottenhausen, den er lange Jahre leitete. Das Herzstück des Heimatvereins ist von Beginn an die Ottenhausener Bauernburg. In den Achtziger Jahren stand die Burg aus dem 13. Jahrhundert kurz vor dem Verfall. Heute ist die Bauernburg saniert und beherbergt ein Heimatmuseum. Hier wird Geschichte greifbar und begreifbar gemacht.
Aber in vier Jahrzehnten Vorstandsarbeit hat Heribert Gensicki noch einiges mehr erreicht: Mit einem Dorfentwicklungsplan wurden auf seine Initiative hin viele Projekte zur Dorferneuerung umgesetzt: Fassaden wurden erneuert, markante Gebäude umgestaltet und Durchfahrtsstraßen im Ort zurückgebaut. Und das hat gut geklappt: 1992 wurde das Dorf mit dem Titel „Ökologisches Dorf der Zukunft“ ausgezeichnet und ein Jahr später hat es das Prädikat „Bundesgolddorf“ erhalten.
In Zusammenarbeit mit dem Kreis Höxter, dem Land Nordrhein-Westfalen und der NRW-Stiftung hat der Heimatverein ein Biotopen-Verbundsystem mit 28 Gewässern angelegt.
Heribert Gensicki koordiniert diese Arbeiten nicht nur. Er fasst tatkräftig mit an.
Seit 2008 ist Heribert Gensicki zudem Vorsitzender der „Stiftung für Natur, Heimat und Kultur im Steinheimer Becken“. Und auch in der Bürgerradweg-Initiative „Ländlicher Raum aktiv“ fungiert er als Vorsitzender und hat zum Ausbau des Radwegenetzes beigetragen.
Bei all den Aufgaben bin ich froh, dass Sie heute die Zeit gefunden haben, nach Düsseldorf zu kommen.
Ich freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen.
Herzlichen Glückwunsch!
Heike Gerhards aus Rommerskirchen
In einem der schwersten Momente, die man sich überhaupt nur vorstellen kann, macht Heike Gerhards trauernden Familien ein großes Geschenk: Eine Erinnerung an ihr Kind – an ihr Sternenkind.
Heike Gerhards engagiert sich seit mehr als zehn Jahren für die gemeinnützige Organisation „Dein Sternenkind“. Die Stiftung erstellt Erinnerungsfotos als Geschenk für Eltern, die ihr bereits verstorbenes Kind auf die Welt bringen müssen oder deren Kind während oder kurz nach der Geburt gestorben ist.
In diesen Momenten des Entsetzens und der tiefen Trauer denken Betroffene an vieles, aber nicht daran, ein Erinnerungsfoto ihres Kindes zu machen. Doch mit der Zeit entsteht der Wunsch nach Erinnerung. Und danach, dieses Kindes zu einem Teil der Familie werden zu lassen. Dem Sternenkind einen Platz zu geben, der bleibt.
Heike Gerhards hat zahlreiche dieser tief bewegenden Einsätze als Fotografin selbst begleitet. Inzwischen koordiniert sie mit ihrem Team vor allem die Termine der rund 700 Fotografinnen und Fotografen – aus Deutschland, Österreich und Teilen der Schweiz.
Dass das auch persönlich herausfordernd ist, kann sich – da bin ich sicher – jeder vorstellen. Auf jede Anfrage muss umgehend reagiert werden. Deshalb steht Heike Gerhards mit ihrem Team als Schnittstelle – im wahrsten Sinne des Wortes – rund um die Uhr zur Verfügung: Den Kliniken, den Eltern und den Fotografinnen und Fotografen.
2024 wurde Heike Gerhards in den Stiftungsrat von „Dein Sternenkind“ berufen. Sie ist für den Social-Media-Bereich der Stiftung verantwortlich. Hier übernimmt sie die gesamte Kommunikation mit den Followern. Häufig handelt es sich dabei um betroffene Eltern.
Auch an dieser Stelle sind ihre Erfahrung, ihr Feingefühl und die Empathie von Heike Gerhards besonders wertvoll. Viele Eltern werden Ihnen für die Erinnerung an ihr Sternenkind unendlich dankbar sein.
Ich freue mich, Ihnen heute für dieses bemerkenswerte Engagement den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch.
Hans Hamel aus Hüllhorst
Hans Hamel ist ein echtes kommunalpolitisches Urgestein: 1964 – als junger Mann – trat er in die SPD ein und begann sich zu engagieren. 1972 wurde er Ortsvereinsvorsitzender und blieb es bis 2010. 1979 wurde er in den Gemeinderat gewählt. Direkt. So wie auch bei den nachfolgenden Kommunalwahlen: 1984, 1989, 1994, 1999, 2004, 2009, 2014 und 2020.
Jetzt wissen Sie auch, warum ich von „kommunalpolitischem Urgestein“ spreche. Solche Ergebnisse, wie sie Hans Hamel „einfuhr“, kommen nicht von ungefähr. Dieses Vertrauen muss erarbeitet werden. Und das hat Hans Hamel getan.
Die Wertschätzung und Anerkennung, die er in Hüllhorst und der gesamten Region genießt, werden ihm über alle Parteigrenzen hinweg entgegengebracht.
Die Gemeinde Hüllhorst im Kreis Minden-Lübbecke hat das Motto „Leben in guter Atmosphäre“ – an der Umsetzung dieses Wahlspruchs hat Hans Hamel über Jahrzehnte mitgearbeitet. Sein Name ist mit zahlreichen Projekten und Entwicklungen in der Gemeinde verbunden.
In vielen Ausschüssen leistete er als Mitglied und auch als Vorsitzender, wie im Sozialausschuss, wichtige Sacharbeit. Und von 1989 bis 2020 repräsentierte er als Stellvertretender Bürgermeister die Gemeinde Hüllhorst. 2023 zog er sich aus der Arbeit im Gemeinderat zurück. Aber er blieb bis vor wenigen Monaten noch im Amt des Ortsvorstehers in Holsen, das er über 25 Jahre innehatte.
Für die Bürgerinnen und Bürger hatte Hans Hamel über diese lange Zeit immer ein offenes Ohr. Sie wussten, bei ihm waren ihre Anliegen in guten Händen.
Mit seiner jahrzehntelangen Arbeit für unsere Gesellschaft und für unsere Demokratie hat er sich ganz besonders verdient gemacht.
Ich freue mich, Ihnen heute dafür den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen aushändigen zu können.
Herzlichen Glückwunsch!
Ingrid Heinlein aus Düsseldorf
In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 versuchten Teile des türkischen Militärs, Staatspräsident Erdoğan und die gewählte türkische Regierung gewaltsam zu stürzen. Der Putschversuch scheiterte am fehlenden Rückhalt in großen Teilen der Armee, aber auch am Widerstand der Bevölkerung.
Als Folge dieses Putschversuches wurden in den ersten beiden Jahren danach etwa 130.000 Türkinnen und Türken aus dem Staatsdienst entlassen – darunter rund 4.000 Staatsanwälte und Richter.
Dies war für Ingrid Heinlein die Initialzündung für die Gründung des gemeinnützigen Vereins „Internationaler Rechtshilfefonds: Jurists for Jurists e.V.“.
Der Verein unterstützt insbesondere in der Türkei bei der Verteidigung von Richtern, Staats- und Rechtsanwälten, die sich gegen die autoritäre Staatsführung gestellt haben und infolgedessen entlassen und kriminalisiert wurden.
Trotz des Risikos, womöglich selbst als Unterstützerin für Terrorismus angesehen zu werden, reist Ingrid Heinlein seither regelmäßig in die Türkei, um sich mit betroffenen und teilweise auch noch inhaftierten Juristinnen und Juristen zu treffen.
Durch ihren unermüdlichen Einsatz konnten beträchtliche Spendengelder akquiriert werden.
So können türkische Anwälte bezahlt werden. Und so wird zum Beispiel Murat Arslan, Preisträger des Václav-Havel-Menschenrechtspreises und ehemaliger Vorsitzenden der heute verbotenen türkischen Richtergewerkschaft YARSAV, unterstützt.
Ein weiteres Engagement von Ingrid Heinlein gilt Nicaragua und Honduras. Auch hier trägt sie zur Verbesserung der Justiz und zum Schutz der Menschenrechte bei. Sei es persönlich vor Ort oder durch ihren fast 40-jährigen Einsatz für den „Nicaragua-Verein Düsseldorf e.V“.
Hier gilt ihre Aufmerksamkeit zum Beispiel Bildungsprojekten in Ciudad Sandino/Nicaragua oder der Unterstützung der Menschenrechtsorganisation CODEH in Honduras mit dem Schwerpunkt Frauen- und Arbeitsrecht in der Textilarbeit.
Zahlreiche Besuche bei den Projektpartnern vor Ort oder Gespräche mit den dortigen NGOs, die sich für Menschenrechte und soziale Fragen einsetzen, sind für Ingrid Heinlein eine Selbstverständlichkeit.
Für diesen unermüdlichen Einsatz und Ihre Verdienste darf ich Ihnen heute den Landesverdienstorden überreichen.
Cornelia Hillenherms aus Köln
Dr. Cornelia Hillenherms ist eine echte Pionierin. Cornelia Hillenherms gehört zu den wenigen Frauen in unserem Land, die Luft- und Raumfahrttechnik studiert haben.
Hier kommen Mathematik, Physik, Informatik und noch weitere Fachgebiete zusammen – alles, was man zur Entwicklung von Flugzeugen, Flugkörpern im weitesten Sinne und Satelliten braucht.
Das war in ihrer Geburtsstadt Berlin. Dann verschlug es sie nach Nordrhein-Westfalen. Zum Glück! Sie hat in Aachen mit Auszeichnung promoviert – auch ein Zeichen ihrer wissenschaftlichen und persönlichen Exzellenz.
Und nach kurzer Station in Hamburg und bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist sie zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Köln gewechselt.
Dr. Cornelia Hillenherms kümmert sich als Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt und als erste Frau an der Spitze des europäischen Luft- und Raumfahrtverbundes, des Council of European Aerospace Societies (CEAS), um den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Cornelia Hillenherms ist Pionierin, aber sie will es nicht bleiben.
Deswegen unterstützt sie gerade junge Frauen in männerdominierten Bereichen und engagiert sich in einem Mentoren-Programm für junge Absolventinnen.
Dieses Engagement setzt sie auch im gesellschaftlichen Bereich fort: Dr. Cornelia Hillenherms ist aktives Mitglied von „Zonta International“. Sie ist Gründungsmitglied des Zonta Clubs Köln 2008.
Die NGO will die Lebenssituation von Frauen verbessern. Dazu setzen sich die Mitglieder für soziale, bildungsorientierte und kulturelle Projekte ein. Die erforderlichen Geldmittel werden unter anderem durch den Verkauf von Secondhand-Kleidung auf Straßenfesten erwirtschaftet.
Mit ihrem so bodenständigen Engagement ist sie für viele junge Menschen zum Vorbild geworden – besonders für junge Frauen.
Ich freue mich, Sie für Ihren herausragenden Einsatz mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen auszuzeichnen.
Herzlichen Glückwunsch!
Thomas Ijewski aus Freudenberg
Thomas Ijewski ist evangelischer Pastor im Siegerland – genauer: im Fachwerkstädtchen Freudenberg. Seit etwa zwei Jahrzehnten engagiert er sich dort auch ehrenamtlich.
Neben dem Engagement in verschiedenen kulturellen, gesellschaftlichen und kirchlichen Bereichen sticht eines heraus: die Denkmalpflege.
Für den Erhalt und die Sanierung der Evangelischen Kirche Freudenberg hat sich Thomas Ijewski mit sehr viel Herzblut eingesetzt. Die Kirche prägt das Stadtbild in besonderer Weise und steht in der Denkmalliste Freudenbergs an erster Stelle.
Wer einmal dort war oder Fotos gesehen hat, dem drängt sich diese – im wahrsten Sinne des Wortes – herausragende Position des Gebäudes geradezu auf.
Thomas Ijewski hat durch eigene Beiträge, durch die Mobilisierung ehrenamtlicher Mitstreiter, kreative Fundraising-Aktionen und die erfolgreiche Fördermittel-Akquise ganz erheblich dazu beigetragen, die umfangreiche Sanierung des Gebäudes zu realisieren.
Die Kirche wurde nicht nur denkmalgerecht saniert. Sie wurde auch als „Haus der Begegnung“ zu einem Ort, der für kulturelles und soziales Leben offensteht.
Dass Geschichte und Kirchengeschichte Thomas Ijewskis Leidenschaft sind, erkennt man nicht nur an seinem Engagement für Denkmäler.
Auch als Herausgeber des Jahrbuchs für Westfälische Kirchengeschichte und als Mitglied der Historischen Kommission der EKD zur Erforschung des Pietismus setzt er sein ganzes Können und Wissen ein.
Seine Erfahrung in der historischen Arbeit führte dazu, dass er von der Stadt gebeten wurde, einen Arbeitskreis zu leiten. Thema war die Aufarbeitung der Hexenverfolgungen in Freudenberg.
Dieser Arbeit ist es zu verdanken, dass den Opfern dieses Menschheitsverbrechens Namen gegeben werden konnten. Eine Gedenktafel erinnert heute an die Opfer.
Ich freue mich, Sie heute mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen auszuzeichnen.
Herzlichen Glückwunsch!
Herbert Klein aus Niederzier
Herbert Klein hat nicht nur auf dem Fußballfeld die richtigen Pässe gespielt. Mit Herzblut, Beharrlichkeit und Leidenschaft hat Herbert Klein den Fußballverein BC Oberzier 1910 über Jahrzehnte geprägt.
1971 stand er zunächst als Spieler auf dem Platz. Aber es wurde schnell klar: Das Engagement von Herbert Klein endet nicht mit dem Schlusspfiff. Bereits 1978 übernahm er Verantwortung in verschiedenen Gremien und setzte dort Akzente, die den Verein nachhaltig formten.
Besonders hervorzuheben ist seine 25-jährige Amtszeit als erster Geschäftsführer. Ein Vierteljahrhundert, in dem er mit Weitblick und Verlässlichkeit die Geschicke des Vereins prägte.
Durch Herbert Kleins Überzeugungskraft in den Gesprächen mit der Kommune, der Akquise von Spenden und handwerklichem Geschick wurden wichtige Baumaßnahmen möglich gemacht: Die schrittweise Modernisierung und Erweiterung des Sportplatzgeländes, der Umbau des Sportheims, die Erneuerung der Tribüne und der Geräteräume.
Vieles davon hätte ohne Herbert Klein nicht umgesetzt werden können.
Das Sportheim ist heute nicht nur ein lebendiger Treffpunkt für Sportlerinnen und Sportler. Es wird auch für Versammlungen und Zusammenkünfte genutzt.
Und dann hat er sich an die Organisation des einhundertjährigen Vereinsjubiläums gemacht – ein Ereignis, das nicht zuletzt dank seiner Organisation zu einem unvergesslichen Meilenstein in der Vereinsgeschichte wurde.
Herbert Klein hat den Verein geprägt und das gesellschaftliche Leben im ganzen Ort bereichert. Sein Wirken steht beispielhaft für Verantwortungsbewusstsein und für die Kraft des persönlichen Einsatzes.
Sie haben gezeigt, wie viel ein Ehrenamt bewirken kann.
Ich freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen.
Herzlichen Glückwunsch!
Helmut Linnenbrink aus Mönchengladbach
Helmut Linnenbrink haben wir es zu verdanken, dass der Benediktpreis von Mönchengladbach wieder vergeben wird.
2010 war der Preis eingestellt worden. Aber das wollte Helmut Linnenbrink nicht hinnehmen. Ihn hat der Gedanke des heiligen Benedikt geleitet: „Ora et labora“ – „Bete und arbeite“.
Das hat Helmut Linnenbrink getan und die Tradition der Auszeichnung wieder aufleben lassen. Geehrt werden Menschen, die werteorientiert handeln und abendländische Kultur prägen.
Preisträgerinnen und Preisträger leisten Vorbildliches in Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur – richtungsweisend und inspirierend.
Königin Sylvia von Schweden, die Journalistin Dunja Hayali und Bundespräsident a. D. Joachim Gauck gehören zu den Preisträgerinnen und Preisträgern.
Helmut Linnenbrink hat ein hochkarätiges Kuratorium zusammengestellt und viele Unternehmen als Sponsoren gewonnen. So hat er es geschafft, den Preis heute weit über die Grenzen der Stadt bekannt zu machen.
2015 hat er den Juniorpreis ins Leben gerufen und damit gezeigt, dass auch junge Menschen viel bewegen – und dass in jungem Engagement viel Kraft für die Zukunft steckt.
Helmut Linnenbrink ist außerdem von 2007 bis 2019 stellvertretender Vorsitzender der „Ordo socialis“ gewesen, einer wissenschaftlichen Vereinigung zur Förderung der christlichen Gesellschaftslehre. Und auch der Bund katholischer Unternehmer kann auf den Einsatz von Helmut Linnenbrink zählen.
Dort hat er im Vorstand mitgewirkt und 2008 das Format „Politik – Kirche – Wirtschaft“ initiiert – ein Arbeitskreis, in dem sich hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirchen und der Wirtschaft austauschen.
Sie haben viel für Ihre Heimat Mönchengladbach und unser Land getan.
Ich freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen.
Professor Dr. Jochen Lüdicke aus Düsseldorf
Es braucht nicht nur Visionen, sondern auch jemanden, der weiß, wie man sie finanziert: Jemanden wie Professor Jochen Lüdicke.
Als Mitglied des Kirchenvorstands ist Jochen Lüdicke von 1993 bis 2021 in der Pfarrgemeinde St. Antonius aktiv gewesen. Viele Jahre davon als stellvertretender Vorsitzender.
Und dort hat Jochen Lüdicke die Restaurierung und Erweiterung der Kirchenorgel vorangetrieben. Er hat maßgeblich die Mittel für die neue Orgelanlage akquiriert.
Und heute? Da gehört die dreiteilige Orgelanlage der St.-Antonius-Kirche in Düsseldorf‑Oberkassel zu den eindrucksvollsten und modernsten Orgelprojekten im Rheinland.
Als Mitinitiator der Pastoralstiftung ist es Jochen Lüdicke auch zu verdanken, dass zwischen der jüdischen und der katholischen Gemeinde eine enge Kooperation entstanden ist.
Die Pastoralstiftung ist Trägerin von zwei gemeinnützigen Gesellschaften. Als Gesellschafter konnte er kirchliche und soziale Aktivitäten mit großen Beträgen unterstützen.
Jochen Lüdicke hat vielen Projekten mit Zuwendungen geholfen: der Koptischen Bunkerkirche Düsseldorf-Heerdt e.V. beim Bau eines Gemeindezentrums oder der Jüdischen Gemeinde bei der Gründung des jüdischen Albert-Einstein-Gymnasiums Düsseldorf.
Auch als Steuerberater und Rechtsanwalt unterstützt er an vielen Stellen, beispielsweise den Sozialdienst katholischer Frauen und Männer, die jüdische Gemeinde Düsseldorf und die koptisch-orthodoxe Gemeinde St. Maria.
Von 2012 bis 2024 ist Professor Lüdicke Präsident des Bundesverbandes der Steuerberater gewesen. Seit 2024 ist er dessen Ehrenpräsident. Hier ist er bis heute als Ansprechpartner für Politik und Verwaltung gefragt.
Immer wieder hat sich Herr Professor Lüdicke in verschiedene Gesetzgebungsverfahren auf dem Gebiet des Steuerrechts eingebracht – zum Beispiel in die Diskussion um die Verschärfung der Selbstanzeige.
Sie haben für ihr Engagement schon viele renommierte Preise erhalten.
Heute kommt eine Auszeichnung hinzu: Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, zu dem ich Ihnen herzlich gratuliere.
Norbert Zielonka aus Düsseldorf
Schon zu Beginn seines Berufslebens als Bankkaufmann hat Norbert Zielonka mit seinem ehrenamtlichen Engagement begonnen.
Mit gerade einmal 25 Jahren ist er bei der IHK Düsseldorf in verschiedenen Prüfungsausschüssen aktiv geworden. Eine Tätigkeit, die Norbert Zielonka über 40 Jahre lang mit viel Engagement ausgeübt hat.
Dabei ist es Norbert Zielonka immer besonders wichtig gewesen, Jugendliche durch zusätzliche Unterstützungsangebote in der beruflichen Vorbereitung zu fördern und zu stärken.
Mit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben in der Bank hat er sein ehrenamtliches Engagement nicht beendet. Im Gegenteil: der Sozialverband VdK wurde zu seinem neuen Einsatzbereich.
Nach seinem Einstieg in die Vorstandsarbeit im Jahre 2000 hat er vier Jahre später den Vorstandsvorsitz im Ortsverband Düsseldorf-Derendorf, dem jetzigen Ortsverband Düsseldorf-Nord, übernommen.
Heute ist Norbert Zielonka dort immer noch geschätzter Ehrenvorsitzender.
Im Kreisverband Düsseldorf ist er seit beachtlichen 21 Jahren stellvertretender Vorsitzender.
Für ihn steht vor allem die Beratung von Menschen im Vordergrund, er steht immer mit Rat und Tat zur Seite.
Mit seinem energischen und beharrlichen Einsatz hilft er auch Seniorinnen und Senioren im Bereich des Schwerbehindertenrechts.
Vielen Seniorinnen und Senioren hat er geholfen, berechtigte Ansprüche bei den zuständigen Kassen, Ämtern und anderen Institutionen mit Erfolg durchzusetzen.
Und Norbert Zielonka ist in der Kommunalpolitik bis heute aktiv: Seit 2008 setzt er sich im „Beirat der Stadt Düsseldorf zur Förderung der Belange von Menschen mit Behinderung“ ein – gerade was die Barrierefreiheit im öffentlichen Straßenraum und dem ÖPNV angeht.
Für den unermüdlichen Einsatz für Ihre Mitmenschen darf ich Ihnen heute den Landesverdienstorden überreichen.
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