Staatssekretärin Andrea Milz überreicht Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen
19 engagierte Bürgerinnen und Bürger für besondere Verdienste um den Sport ausgezeichnet
Die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, hat in Vertretung von Ministerpräsident Hendrik Wüst die Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Bei einer Festveranstaltung am Dienstag, 6. Oktober 2026, im NEW Kunstwerk in Mönchengladbach würdigte die Staatssekretärin gemeinsam mit dem Präsidenten des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, Stefan Klett, 19 Bürgerinnen und Bürger, die sich nachhaltig um den nordrhein-westfälischen Sport verdient gemacht haben.
Die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, hat in Vertretung von Ministerpräsident Hendrik Wüst die Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Bei einer Festveranstaltung am Dienstag, 6. Oktober 2026, im NEW Kunstwerk in Mönchengladbach würdigte die Staatssekretärin gemeinsam mit dem Präsidenten des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, Stefan Klett, 19 Bürgerinnen und Bürger, die sich nachhaltig um den nordrhein-westfälischen Sport verdient gemacht haben. Die Sportplakette ist die höchste Auszeichnung, die das Land für herausragendes Engagement im Sport vergibt.
„Mit der Sportplakette rücken wir die Menschen in den Mittelpunkt, die den Sport in unserem Land mit Leben füllen und als Vorbilder vorangehen. Ihre Leidenschaft und ihr Einsatz verdienen es, auf der Bühne gewürdigt zu werden”, sagt Staatssekretärin Andrea Milz.
Mit der Sportplakette wurden ausgezeichnet:
2025:
- Hajo Sommers, Oberhausen
2026:
- Jürgen Adolph, Waltrop
- Friedel Bergermann, Oberhausen
- Wilhelm Bexkens, Hilden
- Matthias Brumby, Paderborn
- Marianne Finke-Holtz, Borghorst
- Thomas Friedhoff, Dortmund
- Hubert Funke, Wadersloh
- Gustav Hensel, Voerde
- Helmut Hettwer, Lienen
- Diethelm Krause, Salzkotten
- Carsten Ohle, Leverkusen
- Hans-Christian Olpen, Köln
- Andrea Placke, Ibbenbüren
- Oliver Rabe, Witten
- Wolfgang Temme, Recklinghausen
- Dr. Michael Timm, Mülheim an der Ruhr
- Ulrike Urbaniak, Lage
- Dirk Wellen, Krefeld
Fotos von der Verleihung sind zeitnah online verfügbar (https://my.hidrive.com/share/2ckgg4hdek).
Hajo Sommers (Oberhausen)
Hajo Sommers aus Oberhausen übernahm 2007 den Vorsitz des SC Rot-Weiß Oberhausen, nachdem er sich zuvor bereits ehrenamtlich im Vorstand engagiert hatte. Fast 20 Jahre lang führte er den Verein, der unter seiner Leitung drei Spielzeiten in der 2. Bundesliga sowie eine Saison in der 3. Liga spielte und sich zum zweitgrößten Sportverein Oberhausens entwickelte. Im Januar 2020 gründete er die Ausdauersport-Abteilung, die inzwischen mehr als 190 Mitglieder zählt, im Sommer 2023 folgte die Gründung einer eigenen Frauen- und Mädchenfußball-Abteilung, mit der er sich für Gleichberechtigung in der Jugendausbildung von Mädchen und Jungen einsetzte. Auch den Aufbau und die Leitung der Handballabteilung des Vereins verantwortete er. Für sein Engagement wurde Hajo Sommers mit der Goldenen Ehrennadel des SC Rot-Weiß Oberhausen ausgezeichnet und zum Ehrenmitglied ernannt, im Januar 2025 verlieh ihm zudem der Stadtsportbund Oberhausen die Goldene Ehrennadel. Über den Sport hinaus verbindet er Kultur und Fußball in seiner Stadt: Von 1999 bis 2021 leitete er die Kabarett- und Kleinkunstbühne Ebertbad in Oberhausen. Für die Zukunft schlägt er fast nichts aus.
„Ehrenamt muss man sich leisten können, das ist halt so.“
Jürgen Adolph (Waltrop)
Jürgen Adolph aus Waltrop ist seit rund 50 Jahren im Volleyballsport ehrenamtlich aktiv und hat sich dabei besonders der Jugendarbeit verschrieben. Von 1996 bis 2011 war er Leiter der Volleyballabteilung im TV Datteln, wo er zugleich als Trainer tätig war und die Jugendfreizeiten des Vereins organisierte. Seit 2006 wirkt er als Kreisjugendwart des Volleyballkreises Vest und seit 2015 zugleich als dessen Kreisvorsitzender; seit 2011 ist er als Verbandsjugendspielwart im Westdeutschen Volleyball-Verband tätig.
Seit 2020 engagiert er sich zudem beim SCU Lüdinghausen als Teammanager, Sportkoordinator und Turnierleiter zahlreicher internationaler Jugendturniere. Auf nationaler Ebene war er von 2021 bis 2022 stellvertretender Jugendspielwart der Deutschen Volleyball-Jugend und ist seit 2024 auch Jugendsportwart der Westdeutschen Volleyball-Jugend, zudem seit 2025 Mitglied im Jugendspielausschuss des Deutschen Volleyball-Verbandes. In seinen Ämtern wirkte er unter anderem an der Entwicklung eines Jugendschutzkonzeptes mit, gestaltete Konzepte zur Integration Geflüchteter mit und führte gemeinsam mit seinem Team eine Fair-Play-Initiative gegen zunehmend raue Umgangsformen bei Jugendspielen ein. Bei den Ferienfreizeiten der Westdeutschen Volleyball-Jugend begeistert er junge Menschen bis heute mit Teambuildingspielen und Feuershows. Für sein Engagement wurde Jürgen Adolph mehrfach mit der Ehrennadel des Westdeutschen Volleyball-Verbandes ausgezeichnet, zuletzt 2024 in Gold, sowie 2025 mit der Bronzenen Ehrennadel des Deutschen Volleyball-Verbandes.
„Ehrenamt schult die Flexibilität in der eigenen Persönlichkeit.“
Friedel Bergermann (Oberhausen)
Friedel Bergermann aus Oberhausen ist seit seinem 14. Lebensjahr sportlich aktiv, zunächst als Ruderer und Kanute, später als Läufer, der sich 1987 für die Deutschen Meisterschaften im Marathon qualifizierte und 1994 in New York sowie 2000 in Berlin startete. Seit 1990 leitet er einen Lauftreff in Oberhausen und gründete 2016 gemeinsam mit dem Stadtsportbund die Laufschule „Sport im Park". Seit über 20 Jahren nimmt er als Sportabzeichenbeauftragter des Stadtsportbundes Oberhausen das Deutsche Sportabzeichen ab, bildet regelmäßig neue Prüferinnen und Prüfer aus und richtet eigens feste Termine für Schwimmen und Radfahren ein, damit auch Nicht-Vereinsmitglieder ihr Sportabzeichen ablegen können. Sein eigenes Sportabzeichen legt er ebenfalls verlässlich jedes Jahr ab, inzwischen zum 33. Mal. Seit 2021 verwaltet er zudem als 1. Kassenwart die Finanzen des VfL Bergheide 1919, war 25 Jahre in der Tanzschule aktiv, arbeitete als Pilatestrainer und leitete bis Ende 2025 über 20 Jahre lang eine Frauengymnastikgruppe. Für sein Engagement wurde er 2022 mit der silbernen Ehrennadel des Stadtsportbundes Oberhausen ausgezeichnet, die goldene Ehrennadel folgte auf der Mitgliederversammlung im April 2026, zudem erhielt er im Oktober 2025 die Ehrennadel der Stadt Oberhausen.
„Was ich selbst nicht mehr kann, verlange ich auch von anderen nicht. Ich gehe mit gutem Beispiel voran.“
Wilhelm Bexkens (Hilden)
Wilhelm Bexkens aus Hilden ist mit inzwischen 94 Jahren einer der ältesten aktiven Leichtathleten Nordrhein-Westfalens. Seit Jahrzehnten legt er jedes Jahr aufs Neue das Sportabzeichen ab, viele davon in Gold, und bringt es inzwischen auf insgesamt 52 abgelegte Sportabzeichen. Er nimmt jährlich an Nordrheinmeisterschaften und mehrfach auch an Deutschen Meisterschaften teil.
Seit über 40 Jahren wirkt er zudem als ehrenamtlicher Sportabzeichenprüfer beim SSV Hilden mit und leitete 30 Jahre lang den Lauftreff sowie die Walking-Gruppe Hilden/Haan, auch die LG Stadtwerke Hilden unterstützt er seit vielen Jahren ehrenamtlich. Als Vater von zehn Kindern hat er gleich eine ganze Sportfamilie geprägt: Mittlerweile treten vier Generationen seiner Familie in seine Fußstapfen, darunter Sohn Willy und Enkelin Svenja Bexkens, die als Trainer beziehungsweise Trainerin seit Jahren die LG Stadtwerke Hilden mitgestalten. Gemeinsam mit seiner Familie steht er hinter Veranstaltungen wie dem Punschlauf, mit dem im letzten Jahr Spenden für das WDR Glashaus gesammelt wurden. Für seine sportlichen Leistungen wurde Wilhelm Bexkens 2018 vom Kreissportbund Mettmann geehrt. Selbst ein Schlaganfall Ende 2025 hielt ihn nicht von seinem Sport ab: Mit 93 Jahren kämpfte er sich zurück auf die Laufbahn und wurde im März 2026 bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Masters Dritter im Speerwurf und Vierter im Kugelstoßen. Die nächsten Erfolge feierte er bei den Nordrheinmeisterschaften im Juli dieses Jahres mit einem 1. Platz im Speerwurf und zwei 2. Plätzen im Kugelstoßen und Diskuswurf.
„Was man nicht fördert, das bleibt auf der Strecke.“
Matthias Brumby (Paderborn)
Matthias Brumby zog 1991 aus Sachsen-Anhalt nach Paderborn und fand im Sport rasch seine neue Heimat: 1993 leistete er, statt zur Bundeswehr zu gehen, seinen Zivildienst beim Stadtsportverband Paderborn im Behindertensport und blieb dem Verband danach freiwillig treu. Seit 1995 ist er ununterbrochen als Übungsleiter aktiv, vor allem beim Sportverein TuRa Elsen, wo er bis heute eine Sportgruppe für Menschen mit geistiger Behinderung leitet; über zwölf Jahre trainierte er zudem Sportlerinnen und Sportler mit Körperbehinderung bei der Behindertensportgemeinschaft Paderborn und 15 Jahre lang eine Sportgruppe im Behindertenwohnheim St. Marien in Schloß Neuhaus. Seit 1996 koordiniert er ehrenamtlich den Betriebssport der Caritas Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn für mehr als 200 Sportlerinnen und Sportler mit vor allem geistiger Behinderung in über 20 Sportgruppen. Von 1994 bis 2025 war er zudem als erster Behindertensport- und späterer Inklusionssportbeauftragter sowie von 2003 bis 2025 als stellvertretender Vorsitzender des Stadtsportverbandes Paderborn tätig, insgesamt 32 Jahre lang Ansprechpartner für Sportlerinnen, Sportler und Familien. 1998 ermöglichte und organisierte er die erste Teilnahme Paderborner Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Behinderung an den Special Olympics in Stuttgart und begleitete seither zahlreiche weitere Wettbewerbe auf nationaler und internationaler Ebene, von den Weltspielen in den USA 1999 und Dublin 2003 bis zu den jüngsten Wettbewerben in Berlin 2023, Münster 2024 und Saarbrücken 2026. Im selben Jahr rief er gemeinsam mit Weggefährten das Integrative Sportfest Paderborn ins Leben, das inzwischen 27 Mal stattgefunden hat und dessen große Sportshow heute mehr als 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauer anzieht; die Leitung übergab er 2025 in neue Hände. Seit der Gründung des Fördervereins Special Olympics Paderborn 2002 gehört er dessen Vorstand an. Der Förderverein unterstützt und fördert den Sport für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung in Paderborn. Über mehr als drei Jahrzehnte betreute er zudem 47 Zivildienstleistende und Freiwillige beim Stadtsportverband Paderborn, von denen mehrere bis heute im Inklusionssport aktiv geblieben sind. Für sein Engagement wurde Matthias Brumby unter anderem 2025 Ehrenmitglied des Stadtsportverbandes Paderborn und Anfang 2026 als Persönlichkeit des Paderborner Sports ausgezeichnet.
„Es muss normal sein, wenn Sportler mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport machen.“
Marianne Finke-Holtz (Borghorst)
Marianne Finke-Holtz aus Steinfurt-Borghorst (Kreis Steinfurt) kam 1978 zum Fußball, als sie im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft in Argentinien einer Zeitungsanzeige folgte und bei der Gründung einer Mädchenmannschaft ihres Vereins mitmachte. Seit 1978 ist sie Mitglied des heutigen Borghorster Fußballclubs 1911/1924, für dessen Fußballfrauen sie von 1981 bis 2015 als Abteilungsleiterin und von 1990 bis 2015 zugleich als Geschäftsführerin und sportliche Leiterin verantwortlich zeichnete; von 1990 bis 2002 und erneut von 2006 bis 2013 trainierte sie zudem verschiedene Mädchenteams in der Mädchenfußballabteilung, deren Beauftragte sie seit 1992 ist. Aktiv gespielt hat sie von der Kreisliga bis zur Frauen-Regionalliga; 2003 hat sie ein Ü35-Frauen-Team gegründet und wurde mit diesem 2014 Deutsche Meisterin. Heute genießt sie das Kicken in einer gemischten Walking-Football-Mannschaft.
Auf Kreisebene engagierte sie sich seit 1999, zuerst als Beisitzerin im Kreisjugendausschuss Steinfurt und seit 2003 koordiniert sie den Mädchenfußball. Die Diplom-Psychologin kam im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Sportpsychologin im Sommer 2008 in Kontakt mit dem Mädchenfußball-Internat des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) in der Sportschule Kaiserau und damit auch mit den überkreislichen, sportpolitischen Strukturen eines Fußballverbandes; 2010 wurde sie als Verantwortliche für den Frauenfußball in den Verbandsfußballausschuss berufen, baute dort die zuvor nicht existierende Kommission Frauenfußball auf und zeichnet seit 2011 als deren Vorsitzende verantwortlich für eine strategische, zukunftsorientierte Entwicklung des Frauenfußballs im FLVW. Seit 2016 gehört sie als Vizepräsidentin für Vereins- und Verbandsentwicklung dem Präsidium des FLVW an, als dessen erste Frau überhaupt. Seit 2013 leitet sie außerdem den Frauenfußballausschuss des Westdeutschen Fußballverbandes, sitzt in dessen Präsidium und ist Staffelleiterin der Frauen-Regionalliga West. Auf Bundesebene ist sie seit 2013 Mitglied im Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball des Deutschen Fußball-Bundes, seit 2019 in der Futsal-Kommission und zusätzlich Staffelleiterin der 2. Frauen-Bundesliga. Für ihr Engagement wurde Marianne Finke-Holtz 2022 mit der silbernen Ehrennadel des Westdeutschen Fußballverbandes und 2025 mit der silbernen Ehrennadel des FLVW ausgezeichnet.
„Mir macht es Spaß, Dinge mitzugestalten, neue Wege zu gehen und dabei Verantwortung zu übernehmen. Nicht reden – machen.“
Thomas Friedhoff (Dortmund)
Thomas Friedhoff aus Dortmund ist der Sportart Gewichtheben von Kindesbeinen an verbunden, wurde 1977 unter seinem Trainer Hans Ehlenz Deutscher Meister. Bereits als Jugendlicher engagierte er sich ehrenamtlich in der Trainerausbildung des Gewichtheberverbandes und führte von 2001 bis 2005 als Präsident den Gewichtheberverband Nordrhein-Westfalen. Während seiner Amtszeit organisierte er 2003 die Jugend-Europameisterschaften in Deutschland. Beruflich leitete er über viele Jahre den Olympiastützpunkt Westfalen, dem er als Mitgründer und seit elf Jahren als Geschäftsführer des zugehörigen Fördervereins bis heute verbunden bleibt. Von 2008 bis 2026 engagierte er sich zudem als Leiter des Bundesstützpunkts Rudern (Deutschland-Achter) in Dortmund, wo unter seiner Verantwortung 2012 die Olympische Goldmedaille in London errungen wurde, bevor er die Aufgabe kürzlich an seinen Nachfolger Thomas Affeldt übergab. Mit visionärem Blick initiierte er die Gründung des Sportinternats Dortmund, das 2015 eröffnet wurde und seither jungen Talenten optimale Bedingungen für sportliche und schulische Entwicklung bietet. Seit 2022 führt er zudem als Vorstandsvorsitzender den StadtSportBund Dortmund und setzt sich seit 2018 als Vizepräsident Leistungssport und Bildung des Westfälischen Schützenbundes auch für eine sportartübergreifende Nachwuchsförderung ein. Gemeinsam mit Weggefährten rief er außerdem die Sportstiftung Dortmund ins Leben, die den Nachwuchsleistungssport in der Stadt fördert.
„Man muss rechtzeitig in die Bremse gehen und Verantwortung weitergeben können.“
Hubert Funke (Wadersloh)
Hubert Funke aus Wadersloh prägt seit fünf Jahrzehnten die westfälische Leichtathletik – als Trainer, Pädagoge und Funktionär. 1976 begann er beim TuS 93/33 Wadersloh, gründete 1980 die LG Liesborn Wadersloh und betreute als Trainer über Jahrzehnte mehr als 300 Athletinnen und Athleten im Verband und in Vereinen unter anderem 26 Jahre in der LG Olympia Dortmund. Seine Lieblingsdisziplinen sind die Würfe, in denen er zahlreiche Talente zu regionalen, nationalen und internationalen Erfolgen führte. Selbst Olympioniken wie Frank Busemann, Anika Suthe oder Daniel Jasinski profitierten von seiner Expertise. Neben seiner Trainertätigkeit wirkte Funke über viele Jahre als Funktionär im Leichtathletikkreis Beckum, im FLVW, im WFLV sowie in der LA NRW. Seit 2001 verantwortet er als Sportwart im FLVW das Wettkampfsystem, das Meisterschaftsprogramm und die Nachwuchsleistungsförderung in Westfalen. Von 2007 bis 2016 leitete er zudem im WFLV die landesverbandsübergreifende Arbeitsgruppe Leistungssport. Auch kommunal engagiert sich Funke in seiner Heimat Wadersloh, unter anderem als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport. Für sein jahrzehntelanges Wirken erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter das FLVW-Ehrenzeichen in Gold (2019), die DLV-Ehrennadel in Gold (2014) und den DLV-Ehrenschild (2022). Sein Leitmotiv bleibt bis heute unverändert: sauberer Sport, Freude an Bewegung, kontinuierliche Arbeit, Mut zu Innovation und respektvoller Umgang mit Menschen.
„Die Arbeit mit und für Jugendliche hält mich jung und gesund und motiviert mich jeden Tag aufs Neue in der Leichtathletik weiterzumachen.“
Gustav Hensel (Voerde)
Gustav Hensel aus Voerde engagiert sich seit 1979 ununterbrochen im organisierten Sport, vor allem im Schützenwesen. Zum Ehrenamt kam er über die Vereinspresse: Nach Veranstaltungen schrieb er Berichte, druckte sie abends selbst aus und brachte sie persönlich zu den Zeitungsredaktionen, wodurch Vereine und Verband auf ihn aufmerksam wurden und ihm weitere Aufgaben übertrugen. Beim Bürgerschützenverein Mehr-Ork-Gest ist er seit 1979 aktiv, unter anderem von 1987 bis 2002 als Schriftführer, seit 2018 als Seniorenwart. Von 2001 bis 2025 leitete er als Vorsitzender den Schützenkreis Dinslaken, von 2008 bis 2025 den Bezirk 012 im Rheinischen Schützenbund. Im Präsidium des Rheinischen Schützenbundes selbst war er von 2014 bis 2022 zunächst Erster Referent und später Vizepräsident für Tradition und Brauchtum und von 2008 bis 2025 Mitglied des Gesamtvorstands; in dieser Funktion setzte er sich erfolgreich dafür ein, dass die traditionellen Bürger- und Heimatschützenvereine, die die Mehrheit der Schützinnen und Schützen in Nordrhein-Westfalen stellen, einen eigenen Sitz im Präsidium erhielten. Seit 2005 engagiert er sich zudem beim Kreissportbund Wesel, zunächst als Schriftführer, seit 2018 als dessen Vorsitzender und seit 2019 zugleich als Schatzmeister. Unter seiner Führung feierte der KSB Wesel 2025 sein 50-jähriges Bestehen mit einem großen Festabend. Gustav Hensel setzt sich dafür ein, die Aufgaben des Kreissportbundes künftig stärker in hauptamtliche Hände zu legen, und möchte nach eigenen Worten höchstens noch einmal als Vorsitzender kandidieren, weil der Jugend die Zukunft gehöre. Für sein Engagement wurde er unter anderem 2002 mit der großen Verdienstnadel in Gold des Rheinischen Schützenbundes, 2023 mit dem Verdienstkreuz in Gold des Deutschen Schützenbundes und 2025 mit der großen goldenen Präsidentenmedaille des Schützenkreises Dinslaken ausgezeichnet.
„Es ist für jeden eine Pflicht, sich ehrenamtlich zu engagieren, wenn man die Möglichkeit dazu hat.“
Helmut Hettwer (Lienen)
Helmut Hettwer aus Lienen ist seinem Heimatverein SV Schwarz-Weiß Lienen 1931 seit über sechs Jahrzehnten verbunden: 1964 trat er als Neunjähriger ein, spielte bis 1990 selbst aktiv und übernahm bereits mit 16 Jahren sein erstes Traineramt bei einer Jugendmannschaft. Seit 1971 trainiert und betreut er Jugend- und Frauenmannschaften, von 1989 bis 1994 war er Jugendleiter, bevor er 1996 zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde und den Verein seither prägt. Auch auf Kreisebene im FLVW-Kreis Tecklenburg engagierte er sich über Jahrzehnte in wechselnden Ämtern, unter anderem von 1998 bis 2022 als Vorsitzender des Kreisjugendausschusses und von 2019 bis 2022 als Kreisvorsitzender; bis heute wirkt er dort unter anderem als Kreisvorstandsmitglied und Koordinator für Qualifizierung. Auf Landesebene gehörte er von 1998 bis 2022 dem Jugendbeirat des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen an und wirkt seit 2019 in der Arbeitsgruppe „Neue Spielformen im Kinderfußball" mit, auf Bundesebene war er von 2007 bis 2022 Beisitzer im Jugendbeirat des Westdeutschen Fußballverbandes. Über den Vereins- und Verbandssport hinaus engagiert er sich seit 2013 als Vorsitzender des Gemeindesportverbandes Lienen. Für sein Engagement wurde Helmut Hettwer 2013 mit dem FLVW-Verbandsehrenzeichen in Silber und 2022 in Gold ausgezeichnet, zum Ehrenkreisvorsitzenden des Kreisjugendausschusses ernannt und mit der DFB-Verdienstnadel geehrt. Besonders am Herzen liegt ihm bis heute die Jugendarbeit: Nach eigenen Worten möchte er den Jüngeren im Verein eine Stimme geben und ihnen etwas von dem geben, was er selbst als junger Spieler erfahren durfte.
„Ich kann nicht alleine etwas bewegen, das geht nur als großes Team.“
Diethelm Krause (Salzkotten)
Diethelm Krause aus Salzkotten ist dem Sport seit Jahrzehnten in Verein, Verband und Kommunalpolitik gleichermaßen verbunden. Beim TSV Tudorf war er zunächst als Fußballspieler, Schiedsrichter, Jugendtrainer und Jugendleiter aktiv, bevor er von 1984 bis 2002 den Vorsitz des rund 1.300 Mitglieder zählenden Mehrspartenvereins übernahm; 1996 bereitete er die Satzungsänderung vor, die den Abteilungen Selbstständigkeit gab und sein Amt in das des Präsidenten umwandelte. In seine Amtszeit fielen unter anderem der Neubau des Vereinsheims 1995 sowie die neuen Wurf- und Beachvolleyballanlagen von 1994. 2002 wurde er zum Ehrenpräsidenten gewählt und übernahm zugleich den Vorsitz des Fördervereins. Bereits 1974 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Stadtsportverbandes Salzkotten, dessen Vorsitz er von 1990 bis 2011 innehatte, bevor er zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Parallel dazu engagierte er sich seit 1989 kommunalpolitisch, zunächst als sachkundiger Bürger, seit 1994 als Ratsmitglied der Stadt Salzkotten; seit 2020 ist er Abgeordneter im Kreistag Paderborn und leitet dort den Schul- und Sportausschuss. Beim Kreissportbund Paderborn ist er seit 2007 aktiv, seit 2011 als dessen Präsident, unter dessen Führung sich die Geschäftsstelle zu einer der wenigen im Land mit allen Fachkraftstellen entwickelte, Trägerin von sechs Kindertagesstätten wurde und heute mehr als 100 Mitarbeitende beschäftigt. Seit 2020 ist er zudem Vizepräsident für Finanzen des Landessportbundes NRW und seit rund 13 Jahren Sprecher des Sports in Ostwestfalen-Lippe bei der Bezirksregierung Detmold. Für sein Engagement wurde Diethelm Krause unter anderem 1994 mit der goldenen Verdienstnadel und 2012 mit der goldenen Treuenadel des TSV Tudorf ausgezeichnet. Bereits 1997 erhielt er als höchste Auszeichnung der Stadt Salzkotten im Sport das Goldene Lorbeerblatt, zusätzlich 2012 die Sport-Ehrenurkunde und wurde 2011 zum Ehrenvorsitzenden des Stadtsportverbandes Salzkotten ernannt. 2013 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.
„Eigentlich hat meine Frau die Sportplakette verdient, nicht ich.“
Carsten Ohle (Leverkusen)
Carsten Ohle aus Leverkusen engagiert sich seit dem Jahr 2001 mit großer Leidenschaft für den inklusiven Sport bei Special Olympics. Als Lehrer an der Schule an der Virneburg, einer Förderschule für Menschen mit geistiger Behinderung, begann er zunächst mit einer Tischtennisgruppe, bevor er sich ab 2003 dem Schwimmsport zuwandte und seither zahlreichen Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung die regelmäßige Teilnahme am Trainings- und Wettkampfbetrieb ermöglicht. Seit 2013 koordiniert er als ehrenamtlicher Landeskoordinator Schwimmen und Mitglied im Präsidium von Special Olympics Nordrhein-Westfalen die sportliche Entwicklung und Qualitätssicherung der Schwimmwettbewerbe im Landesverband. Er verantwortet seit 2015 die Schwimmwettbewerbe aller Special Olympics NRW-Landesspiele und leitete diese auch bei den Nationalen Spielen 2022 sowie bei den Special Olympics World Games 2023, beide in Berlin. Mit seinem wertschätzenden Umgang mit den Athletinnen und Athleten und seinem Geschick, oft mehr als 50 Helferinnen und Helfer zu koordinieren und einzubinden, ist er seit fast 25 Jahren ein prägendes Vorbild für den inklusiven Sport in Nordrhein-Westfalen.
„Irgendwann tun sich immer Türen auf, dann schlüpfe ich gerne durch und engagiere mich.“
Hans-Christian Olpen (Köln)
Hans-Christian Olpen aus Köln ist dem Fußball seit 1968 als aktiver Spieler verbunden und übernahm ab Anfang der 1980er Jahre bei mehreren Vereinen im Rhein-Sieg-Kreis ehrenamtliche Verantwortung: als Jugend- und Seniorentrainer, Geschäftsführer, Kassierer und Jugendleiter sowie von 1985 bis 1990 als Schiedsrichter. Besonders die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, viele von ihnen aus migrantischen Familien, hat ihn nachhaltig geprägt. Ab 2001 verlagerte sich sein Engagement zunehmend auf die Verbandsebene: Er war Ausbildungskoordinator und von 2004 bis 2013 Kreisvorsitzender des Fußballkreises Köln, von 2004 bis 2010 Schatzmeister des Stadtsportbundes Köln und ist seit 2012 Schatzmeister der Sportjugend Köln. Seit 2013 führt er zudem als Vorsitzender den SV Gremberg-Humboldt und wirkte von 2013 bis 2025 als Vizepräsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein, wo er sich insbesondere für die Themen Ehrenamt, Anerkennungskultur, Qualifizierung des Ehrenamtes und Vereinsberatung einsetzte. Auf Bundesebene war er von 2013 bis 2025 Mitglied der DFB-Kommission Vereins-/Verbandsberatung, war von 2014 bis 2022 Beisitzer im Präsidium des Westdeutschen Fußballverbandes und war von 2022 bis 2025 Mitglied im Kuratorium der DFB-Kulturstiftung. Im Spannungsfeld zwischen Profivereinen, Verbänden und kleinen Amateurvereinen setzte er sich beharrlich für Letztere ein und trug maßgeblich dazu bei, die Vielfalt der Vereinslandschaft zu erhalten. Für sein Engagement wurde Hans-Christian Olpen unter anderem 2007 mit der silbernen und 2013 mit der goldenen Ehrennadel des Fußball-Verbandes Mittelrhein ausgezeichnet.
„Ich sehe mich stellvertretend für all die Menschen, die wie ich in Fußballvereinen tätig sind. Ohne die Vereine und die vielen Menschen, die dort arbeiten, brauchst du mich auch nicht.“
Andrea Placke (Ibbenbüren)
Andrea Placke aus Ibbenbüren ist dem Boxsport zeitlebens verbunden, ohne selbst je aktiv im Ring gestanden zu haben: Als Tochter eines Vereinstrainers wuchs sie von Kindesbeinen an in der Halle auf und tippte bereits mit 13 Jahren die ersten Presseberichte für den Verein ab. Seit 1988 engagiert sie sich beim Boxsport Verein Ibbenbüren als Pressewartin, von 1988 bis 1992 zudem als Jugendwartin. Seit 1991 ist sie Geschäftsführerin des Vereins, seit 1992 dessen Vorsitzende. Parallel dazu führt sie seit 1991 als Geschäftsführerin die Geschicke des Boxkreises Münster und seit 2016 des Westfälischen Amateur Box Bezirks, wo sie zugleich als Frauen-Integrationsbeauftragte wirkt. Auf Landesebene ist sie im Boxsport Verband NRW als Schriftführerin für Wettkampfplanung aktiv, auf Bundesebene fungiert sie als Protokollführerin des Deutschen Boxsport Verbandes bei nationalen und internationalen Meisterschaften, Weltmeisterschaften und dem Cologne Worldcup. Ihr besonderes Anliegen ist die Integration junger Sportlerinnen und Sportler mit Migrationshintergrund sowie die Betreuung von Athletinnen, Athleten und deren Familien auch abseits des Sports; zudem ist sie Ansprechpartnerin im Rahmen des Schutzkonzepts gegen interpersonelle und sexualisierte Gewalt im Sport. Für ihr Engagement wurde Andrea Placke 2011 mit der goldenen Ehrennadel des Deutschen Boxsport Verbandes ausgezeichnet, 2014 folgte die silberne und 2024 die goldene Verdienstnadel des Boxsport Verbandes NRW.
„Wenn ich beim Boxen war, war ich einfach Andrea, es ging nie um Mädchen oder Jungen, nur um die Aufgaben.“
Oliver Rabe (Witten)
Oliver Rabe aus Witten wurde in eine Turnerfamilie hineingeboren: Bereits seine Urgroßväter waren Gründungsmitglieder des TuS Bommern, seine Großväter und sein Vater führten den Verein als Vorsitzende, und auch er selbst war über 30 Jahre Vorstandsmitglied und zeitweise Vorsitzender. In seinem Heimatverein durchlief er nahezu alle Ebenen ehrenamtlicher Arbeit, vom Übungsleiter über Jugendvertreter und Abteilungsleiter bis zum Oberturnwart und Mitglied des Hauptvorstands. Auch im Märkischen Turngau übernahm er die Ämter des Jugendwarts und Oberturnwarts. Seit 2004 gehört er dem Präsidium des Westfälischen Turnerbundes an, seit 2011 als Vizepräsident für Verbandsentwicklung, wo er sich unter anderem für eine Amtszeitbegrenzung in der Satzung sowie für die Weiterentwicklung des Verbandes einsetzt. Von 1987 bis 1990 verantwortete er im Organisationskomitee des Deutschen Turnfestes in Dortmund und Bochum die Jugendangebote. Darüber hinaus brachte er seine Expertise als Mitglied des Sportausschusses der Stadt Witten ein. Er ist ausgebildeter Kampfrichter, WTB-Vereinsmanager und Übungsleiter im Breiten- sowie im Präventionssport. Für sein Engagement wurde Oliver Rabe unter anderem 2010 mit der silbernen Ehrennadel des Westfälischen Turnerbundes sowie 2022 mit dem DTB-Ehrenbrief samt silberner Ehrennadel ausgezeichnet; in seinem Heimatverein wird er zudem für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt.
„Ich bin immer angetreten, um für Verjüngung im Ehrenamt zu sorgen.“
Wolfgang Temme (Recklinghausen)
Wolfgang Temme aus Recklinghausen ist seit 72 Jahren Mitglied der Handballabteilung der Polizeisportvereinigung (PSV) Recklinghausen und ist heute deren ältestes noch aktives Vereinsmitglied. In den 1960er Jahren spielte er selbst erfolgreich in der Feldhandball-Oberliga, der damals höchsten deutschen Spielklasse, und nahm mit seiner Mannschaft an Qualifikationsspielen zur westfälischen, westdeutschen und deutschen Meisterschaft teil. Bereits mit 22 Jahren übernahm er 1966 die Geschäftsführung der Abteilung und prägt sie seither als Abteilungsleiter, seit der Übergabe 2022 als Ehrenabteilungsleiter. In den 60er Jahren nahmen zwei Senioren-Herren- und drei Jugend-Mannschaften (männlich) am Spielbetrieb teil. Jetzt verfügt die PSV über insgesamt 22 Mannschaften (zehn männliche und zwölf weibliche) sowie über mehrere Freizeitgruppen. Mit circa 650 Mitgliedern zählt die PSV zu den größten Handballvereinen in der Region.
Darüber hinaus engagiert er sich auch von 1987 an bis heute als Leiter der Fachschaft Handball im Stadtsportverband Recklinghausen. Zudem war er von 1991 bis 2014 stellvertretender Vorsitzender des Kreissportbundes Recklinghausen. Besonders am Herzen liegt ihm die soziale Integration von Kindern, Jugendlichen und benachteiligten Menschen. Neben seiner aktiven Zeit als Handballer hält er bis heute auch die Gruppe seiner langjährigen Weggefährtinnen und Weggefährten zusammen, mit der er sich gemeinsam ehrenamtlich für die Jugendarbeit des Vereins engagiert und regelmäßig gemeinsame Ausflüge und Veranstaltungen organisiert. Das alles parallel zu seiner Tätigkeit als Finanzbeamter, als der er kurz nach der Wiedervereinigung Finanzämter in Ostdeutschland mit aufbaute und deren Beschäftigte schulte. Für sein Engagement wurde er unter anderem mit der Ehrennadel der PSV Recklinghausen sowie der Ehrennadel in Gold des Handballverbandes Westfalen ausgezeichnet.
„Ich habe mein Leben lang mit Jüngeren gearbeitet, und das prägt mich bis heute.“
Dr. Michael Timm (Mülheim an der Ruhr)
Dr. Michael Timm aus Mülheim an der Ruhr ist dem Hockeysport seit seiner Kindheit verbunden: 1963 wurde er als Siebenjähriger Mitglied des HTC Uhlenhorst Mülheim, spielte dort und später, nach Studium und beruflichen Stationen in Dortmund und Köln, mehrere Jahre lang für Blau-Weiß Köln, bevor er 2003 in seine Geburtsstadt Mülheim an der Ruhr zurückkehrte. Über seine Frau, die im Vorstand des Kahlenberger HTC Mülheim aktiv war, kam er 2007 selbst zum Ehrenamt: Als der Verein einen neuen Präsidenten suchte, übernahm er das Amt und führte die Mitgliederzahl in vier Jahren von 500 auf 650. Seit 2012 ist er Präsident des Westdeutschen Hockey-Verbandes, des größten Landesverbandes im deutschen Hockeysport, seit 2014 zudem Vorsitzender des Bundesausschusses im Deutschen Hockey-Bund und in dieser Funktion Mitglied im DHB-Präsidium. Über den Hockeysport fand er auch zum Landessportbund Nordrhein-Westfalen, dessen Präsidium er seit 2020 als Vizepräsident für die Fach- und Dachverbände angehört. Dort zeichnet er für alle 77 Mitgliedsverbände verantwortlich, von der Aero- bis zur Volleyballsparte. Seit 2022 ist er außerdem Vizepräsident der Sporthilfe Nordrhein-Westfalen. Als Unternehmensberater von Beruf bringt er seine Erfahrung aus der Projektarbeit gezielt ins Ehrenamt ein und versteht sein Engagement als Teamarbeit, mit der er vor allem jungen Menschen im Sport Halt und Perspektive geben möchte.
„Was mich am meisten freut, ist: Ich habe es nicht selbst beantragt, sondern es wurde beantragt.“
Ulrike Urbaniak (Lage)
Ulrike Urbaniak aus Lage lernte erst mit elf Jahren schwimmen, schon kurz darauf wurde ihr von einem Schwimmmeister empfohlen, das Schwimmen in einem Verein sportlich zu forcieren, was sie allerdings erst mit 16 Jahren umsetzte. Im Verein fand sie ihren Weg in den Leistungssport: Mit 16 bestritt sie ihren ersten Wettkampf, mit 18 erstmals eine Deutsche Meisterschaft. Über Stationen in Bochum und Dortmund schaffte sie 1975 den Sprung in die B-Nationalmannschaft, von 1977 bis 1979 gehörte sie der A-Nationalmannschaft an, nahm an zahlreichen Länderkämpfen sowie den Universiaden 1975 in Sofia und 1979 in Mexiko-Stadt und an der Weltmeisterschaft 1978 in Berlin teil. Im Mastersbereich gewann sie zahlreiche Deutsche Meistertitel und stellte etliche Deutsche Rekorde über die Bruststrecken auf, hinzu kommen mehr als 15 Europa- und mehr als 15 Weltmeistertitel. Bereits während ihrer aktiven Zeit übernahm sie erste Ehrenämter, unter anderem als Jugendwartin bei den Vereinen SV Detmold und SV Blau-Weiß Bochum sowie als Mannschaftssprecherin der SG Dortmund; nach ihrer aktiven Karriere erwarb sie 1979 die Trainer-B-Lizenz und trainierte in der Folge unter anderem in Dortmund, beim SV Neptun Herne und, nach einer familienbedingten Pause mit vier Kindern, von 1986 bis 2000 bei der TG Lage. Seit 1997 ist sie Referentin für das Lehrwesen Schwimmen im Bezirk Ostwestfalen-Lippe, von 2000 bis 2016 und erneut seit 2019 zudem Schwimmwartin des Bezirks. Auf Landesebene war sie von 2006 bis 2008 Lehrreferentin Schwimmen im Schwimmverband NRW, auf Bundesebene von 2000 bis 2008 Lehrreferentin Masterssport im Deutschen Schwimmverband, wo sie maßgeblich an der Einführung der B-Lizenz Masterssport beteiligt war; seit 2008 leitet sie als Vorsitzende die Wettkampfsportabteilung Masters im DSV. Von 2017 an war sie mehrere Jahre Mitglied im Masters-Komitee des Weltschwimmverbandes World Aquatics, aus Altersgründen schied sie dort inzwischen aus; im entsprechenden Gremium des europäischen Verbandes LEN ist sie seit 2021 weiterhin aktiv. Für ihr Engagement wurde Ulrike Urbaniak 1999 mit der silbernen Sportlerehrennadel und 2014 mit der goldenen Ehrennadel des Schwimmverbandes NRW sowie 2014 mit der silbernen Ehrennadel des Deutschen Schwimmverbandes ausgezeichnet.
„Im Ehrenamt kann man vieles viel schneller umsetzen, das habe ich im Berufsleben nicht so erfahren.“
Dirk Wellen (Krefeld)
Dirk Wellen aus Krefeld ist dem Hockeysport sein Leben lang verbunden: 1980 debütierte er in der Hockey-Bundesliga für den Crefelder HTC, ehe er bis 1988 auch für Schwarz-Weiß Köln spielte; 1981 wurde er U21-Europameister und 1982 U21-Weltmeister, in beiden Jahren zugleich als Junior-Sportler des Jahres ausgezeichnet. Bis heute spielt er selbst aktiv und gewann als Feldhockeyspieler die Weltmeistertitel seiner Altersklasse 2006 (M45), 2014 und 2019 (M50) sowie 2018 (M55, zudem 2019 Europameister); im Hallenhockey wurde er 2017 und 2019 Weltmeister der M50 sowie 2024 der M60 und 2026 der M65. Trotz seiner vielen Ämter versteht er sich bis heute in erster Linie als Sportler, für den Hockey seit Kindertagen einfach zum Leben dazugehört. Aus dieser eigenen aktiven Laufbahn ergaben sich in den Jahren einige weitere Aufgaben. Seit 2001 gehört er dem Vorstand des Crefelder HTC an, zunächst als 2. Vorsitzender, seit 2011 als 1. Vorsitzender, und war von 2014 bis 2019 im Board der International Masters Hockey Association aktiv. Er war Mitbegründer der Masters-Bewegung in Deutschland, wobei ihm wichtig ist, dass dieses Projekt im Team entstanden und gewachsen ist. 2019 gründete er mit einer Reihe von Bundesliga-Kollegen den Hockey-Bundesligaverband Hockeyliga e.V. mit und führt ihn seither als Präsident, seit 2021 ist er zudem Mitglied im Präsidium des Deutschen Hockey-Bundes; als Unternehmer bringt er dabei einen Antrieb ein, den er selbst mit einem Leitspruch seines Vaters beschreibt: man sei Unternehmer und nicht Unterlasser. Darüber hinaus sitzt er im Kuratorium der Stiftung Deutsche Sporthilfe und gründete die Gerd-Wellen-Sportstiftung, deren Vorsitzender er ist. Für sein Engagement wurde er unter anderem Ehrenmitglied des Crefelder HTC, erhielt die Stephan-Abel-Medaille des Deutschen Hockey-Bundes sowie 2019 den Marketingpreis des Marketing-Club Krefeld, und 2022 verlieh ihm seine Heimatstadt das Stadtsiegel für sein Engagement über den Sport hinaus für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Krefelder Stadtgesellschaft.
„1 + 1 ist 3, das bedeutet Teamsport und prägt mein Leben, denn auch Ehrenamt funktioniert nur im Team.“
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