Nordrhein-Westfalen verbessert die Baustellenkoordination
Durch ein verpflichtendes Meldeverfahren sollen Konflikte gelöst und die Planung einheitlich gesteuert werden
Die Landesregierung will die Baustellenkoordination verbessern, indem alle Kommunen und weiteren Baulastträger in Nordrhein-Westfalen ihre Baustellen künftig digital melden. Neben der Autobahn GmbH und dem Land nutzen bisher 155 Kommunen und Kreise die landeseigene Plattform zu Baustellenkoordination, das sind etwas mehr als ein Drittel
Die Landesregierung will die Baustellenkoordination verbessern, indem alle Kommunen und weiteren Baulastträger in Nordrhein-Westfalen ihre Baustellen künftig digital melden. Neben der Autobahn GmbH und dem Land nutzen bisher 155 Kommunen und Kreise die landeseigene Plattform zu Baustellenkoordination, das sind etwas mehr als ein Drittel. Bisher beruhte die Teilnahme auf Freiwilligkeit. Im neuen Straßen- und Wegegesetz Nordrhein-Westfalen (StrWG NRW) soll nun verankert werden, dass eine verbindliche Datengrundlage für alle geschaffen wird, um Baustellen frühzeitig abzustimmen, Konflikte zu vermeiden und Verkehrsteilnehmende verlässlich zu informieren.
„Das System kann sein Potenzial nur entfalten, wenn alle mitmachen. Dann werden Baustellen nicht länger isoliert geplant, sondern sind Teil eines gemeinsamen Lagebilds. In Zeiten, in denen wir mit Hochdruck sanieren und vor zahlreichen Baustellen im Stau stehen, ist das wichtiger denn je“, erklärte Verkehrsminister Oliver Krischer bei einem Termin in der Landesverkehrszentrale in Leverkusen.
Mit der geplanten Novelle des Straßen- und Wegegesetzes Nordrhein-Westfalen sollen künftig alle Baulastträger in Nordrhein–Westfalen zur Nutzung einer Baustellenkoordinierungsplattform ab 1. Januar 2027 verbindlich werden. Ziel ist eine einheitliche, vollständige und aktuelle Datengrundlage zu verkehrlich relevanten Baustellen. Dabei bleibt den Kommunen die Wahl des Systems: Neben dem landeseigenen System „Traffic Information Center“ können auch bereits eingesetzte Lösungen genutzt werden, sofern sie die erforderlichen Daten an das „Mobidrom“, die Landesagentur für Mobilitätsdaten, übermitteln. Im „Mobidrom“ werden alle Informationen zu einem landesweiten Datensatz gebündelt und über den Nationalen Zugangspunkt für Mobilitätsdaten (Mobilithek des Bundes) sowie für Dritte bereitgestellt.
Das „Traffic Information Center“ für Nordrhein-Westfalen wurde 2019 vom Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) in der Landesverkehrszentrale eingeführt, nachdem zuvor verschiedene Pilotprojekte mit Kommunen erprobt worden waren und Vereinbarungen zur Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn getroffen wurden. Derzeit sind rund 155 Kommunen und Kreise angeschlossen. Die Landesverkehrszentrale unterstützt die Kommunen durch Schulungen und kostenfreien First-Level-Support. „Das System ist einfach gut: Kommunen können Baustellen unkompliziert eintragen, Konflikte frühzeitig erkennen und Informationen schnell an Verkehrsteilnehmende weitergeben – ganz ohne aufwendige IT-Installation“, erklärte Jan Lohoff, Leiter der Landesverkehrszentrale.
Neben den vielen Menschen in Nordrhein-Westfalen, die täglich unterwegs sind, profitiert auch die Wirtschaft von einer guten Baustellenkoordination. Das machte Martin van Nooy, Leiter Standortlogistik der CHEMPARK-Areale mit seinen drei großen Chemiewerken in Dormagen, Krefeld und Leverkusen, vor Ort deutlich: „Uns gehen überall die Umleitungen aus. Es ist absolut an der Zeit, das wachsende Problem unkoordinierter Baustellen, die zu zusätzlichen Verzögerungen, erhöhten Kosten und Risiken für Produktions- und Lieferketten führen, endlich gemeinsam abzustellen.“
So funktioniert das System
Kommunen, Kreise und weitere Baulastträger tragen geplante Baustellen sowie mögliche Umleitungsstrecken frühzeitig ein. Das System gleicht die Eingaben automatisch mit bereits gemeldeten Maßnahmen ab und zeigt Überschneidungen oder potenzielle Konflikte an – etwa wenn mehrere Baustellen gleichzeitig wichtige Verkehrsachsen betreffen oder Umleitungen kollidieren. Die zuständigen Behörden können diese Hinweise direkt nutzen, um Zeitpläne anzupassen, Maßnahmen zu bündeln oder alternative Verkehrsführungen zu planen und sich dabei auch über Verwaltungsgrenzen hinweg abstimmen.
Die Daten fließen zugleich in die Landesverkehrszentrale und zur Landesagentur NRW.Mobidrom, wo sie zu einem landesweiten Lagebild zusammengeführt werden. Während der Bauphase erstellt das System daraus fortlaufend aktualisierte, maschinenlesbare Meldungen. Diese werden über den Nationalen Zugangspunkt für Mobilitätsdaten – die Mobilithek des Bundes – bereitgestellt und von Navigationsdiensten, Verkehrsinformationsanbietern und Medien genutzt, damit Verkehrsteilnehmende möglichst frühzeitig über Einschränkungen informiert sind.
Weitere Informationen zum Baustellenmanagement in Nordrhein-Westfalen sowie zu „Traffic Information Center Kommunal“ finden sich unter www.baustellen.nrw.de.
Kontakt
Pressekontakt
Umwelt, Naturschutz und Verkehr
| Telefon: | 0211 4566-172 |
|---|---|
| E-Mail: | presse [at] munv.nrw.de |