Ministerpräsident Wüst verleiht Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2026
Ministerpräsident Wüst: Handwerk eine der tragenden Säulen in unserem Land
Ministerpräsident Hendrik Wüst hat den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2026 in Nordrhein-Westfalen verliehen. Mit dem Preis werden private Denkmaleigentümerinnen und Denkmaleigentümer ausgezeichnet, die bei der Erhaltung des kulturellen Erbes gemeinsam mit qualifizierten Handwerksbetrieben Vorbildliches geleistet haben.
Am Dienstag, 13. Oktober 2026, hat Ministerpräsident Hendrik Wüst im K21 Ständehaus in Düsseldorf den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2026 in Nordrhein-Westfalen verliehen. Mit dem Preis werden private Denkmaleigentümerinnen und Denkmaleigentümer ausgezeichnet, die bei der Erhaltung des kulturellen Erbes gemeinsam mit qualifizierten Handwerksbetrieben Vorbildliches geleistet haben. Der Preis wird seit 1994 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) vergeben. Er wird jedes Jahr in zwei Bundesländern ausgelobt, in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen und in der Freien Hansestadt Bremen. In Nordrhein-Westfalen wurde der Preis zuletzt 2017 verliehen. Mit der Auszeichnung ist eine Prämie in Höhe von jeweils 30.000 Euro verbunden. An der Preisverleihung nahmen auch der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks Jörg Dittrich sowie die Vorständin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Dr. Juliane Parys teil.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Das Handwerk ist eine der tragenden Säulen in unserem Land. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 200.000 Handwerksbetriebe mit etwa 1,5 Millionen Beschäftigten. Zusammen machen diese Betriebe jedes Jahr mehr als 160 Milliarden Euro Umsatz. Besonders im Denkmalschutz braucht es handwerkliches Können, Erfahrung und Wissen, um unsere Denkmäler zu erhalten. Denkmäler verbinden unsere Vergangenheit mit unserer Gegenwart. Die Preisträgerinnen und Preisträger stehen in besonderer Weise für Menschen, die Verantwortung übernommen haben und ihr Handwerk verstehen. Für diese wertvolle Arbeit gebühren ihnen unser Dank und unser Respekt.“
Ausgezeichnet wurden zwölf Projekte aus dem Rheinland und aus Westfalen, vom Herrenhaus über eine Fachwerkhofanlage bis zum Mausoleum. An den Restaurierungen waren Betriebe aus mehr als einem Dutzend Gewerken beteiligt, vom Zimmerer-, Dachdecker- und Stuckateurhandwerk bis hin zum Glockengießer- und Uhrmacherhandwerk.
Die Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick:
- Aachen, Villa Monheim: Jenna und Robert Prahl mit acht unterschiedlichen Gewerken.
- Essen-Horst, Villa Vogelsang: Linuxhotel GmbH mit Stuckateur Helder Horta aus Raesfeld.
- Krefeld-Uerdingen, Fabrikanten-Villa Breuhaus de Groot: Dr. Nina Schirmer-Hannig und Peer Hannig mit Goertz Architekten + Ingenieure sowie zwei weitere Gewerke.
- Leichlingen, Fachwerkhofanlage Windfoche 1: Sabine und Siegfried Sonnenberg mit Lehmkonzepte GbR aus Solingen.
- Nideggen-Muldenau, Burg Muldenau: Dr. Regine Weber hat die Burg mit Unterstützung des Zimmererhandwerks instand setzen lassen.
- Nieheim, Alte Rentei: Johann-Friedrich Freiherr von der Borch mit Architekturbüro Alexander von Köckritz aus Beverungen und fünf verschiedenen Gewerken.
- Rheine, Mauerhaus: Verein Historische Altstadt Rheine, Achterkamp Architektur aus Steinfurt..
- Sassenberg, Herrenhaus Harkotten: Ferdinand und Maximilian Freiherr von Korff mit Bernhard Bramlage Architekten aus Düsseldorf, Altefrohne Planungsgesellschaft aus Warendorf und drei verschiedene Gewerke.
- Sassenberg, Kapelle der Doppelschlossanlage Harkotten: Ferdinand Freiherr von Korff und Friedrich-Carl Freiherr von Ketteler mit Altefrohne Planungsgesellschaft aus Warendorf mit drei verschiedenen Gewerken.
- Solingen, Gründerzeitliche Villa: Monika Tiefenthal mit Tischlerei Daniel Otterbein aus Wuppertal.
- Telgte, Handwerkerhaus Königstraße 37: Fara und Christian Steinmeier mit Zimmerer Marius Pohlmann aus Telgte.
- Warburg-Calenberg, Mausoleum Schuchard: Hans-Hugo Schuchard mit Architekturbüro Alexander von Köckritz und vier verschiedenen Gewerken.
Die Ausschreibung des Preises in Nordrhein-Westfalen erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung als Oberster Denkmalschutzbehörde, der Staatskanzlei, der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen sowie dem Handwerkskammertag Nordrhein-Westfalen und den sieben Handwerkskammern im Land.
Denkmalpflege und Handwerk in Nordrhein-Westfalen
Mit dem Denkmalförderprogramm unterstützt die Landesregierung den Erhalt von Denkmälern. In diesem Jahr fördert das Land 212 denkmalpflegerische Einzelprojekte mit rund 13,1 Millionen Euro. Damit werden Investitionen von nahezu 35,7 Millionen Euro unterstützt, die von Privateigentümerinnen und Privateigentümern, Kirchen, Kommunen, Vereinen und Stiftungen getätigt werden. Hinzu kommen rund drei Millionen Euro an Pauschalmitteln, mit denen die Kommunen kleinere Denkmalpflegemaßnahmen vor Ort unterstützen. Anträge für das Denkmalförderprogramm 2027 können noch bis zum 31. Oktober 2026 gestellt werden.
Das Handwerk unterstützt die Landesregierung unter anderem mit der Fachkräfteoffensive, zu der auch die Meisterprämie zählt: Seit dem 1. Juli 2023 können frischgebackene Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister eine Meisterprämie von 2.500 Euro beantragen. Jedes Jahr können bis zu 4.000 neue Meisterinnen und Meister die Prämie erhalten. Mit der Novelle der Landesbauordnung, die seit dem 1. September 2026 gilt, wurde das Bauen deutlich vereinfacht: Die Zahl der DIN-Normen, die für eine Baugenehmigung zu beachten sind, sinkt um rund 90 Prozent. Beim Umbau alter Gebäude müssen künftig nur noch die Anforderungen erfüllt werden, die bei ihrer Errichtung galten (sogenannte „Oldtimer-Regelung“). Liegt etwa drei Monate nach der Antragstellung kein Bescheid vor, gilt ein Bauantrag als genehmigt.
Kontakt
Pressekontakt
Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen
| Telefon: | 0211 / 837-1134 |
|---|---|
| E-Mail: | presse [at] stk.nrw.de |