Ministerpräsident Wüst überreicht die Mevlüde-Genç-Medaille in Istanbul an İlkay Gündoğan

Ministerpräsident Wüst: İlkay Gündoğan ist ein Vorbild weit über den Sport hinaus. Seine Familiengeschichte steht bei-spielhaft für einen wichtigen Teil der Geschichte unseres Landes

29. September 2026
Fußballer İlkay Gündoğan trägt einen dunklen Anzug und lacht zwischen anderen Personen in Business-Kleidung.

Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Dienstag, 29. September 2026, im Rahmen seiner Reise in die Türkei die Mevlüde-Genç-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen persönlich an İlkay Gündoğan, den ehemaligen Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft überreicht.

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Dienstag, 29. September 2026, im Rahmen seiner Reise in die Türkei die Mevlüde-Genç-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen persönlich an İlkay Gündoğan, den ehemaligen Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft überreicht. Gündoğan war bereits im vergangenen Jahr für seine besonderen Verdienste um Verständigung, Toleranz und den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit der Medaille ausgezeichnet worden. Nachdem eine persönliche Aushändigung wegen des damaligen Vereinswechsels nicht möglich war, holte Ministerpräsident Wüst sie nun im Rahmen seiner Türkei-Reise in der Sommerresidenz der deutschen Botschafterin Sibylle Katharina Sorg in Istanbul nach. Die historische Sommerresidenz im Istanbuler Stadtteil Tarabya am Bosporus war bereits zur Kaiserzeit ein Ort deutsch-osmanischer Diplomatie. Heute wird sie unter anderem für Veranstaltungen und den deutsch-türkischen Austausch genutzt.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „İlkay Gündoğan ist mehr als ein herausragender Fußballer. Er ist ein Vorbild weit über den Sport hinaus. Seine Familiengeschichte steht beispielhaft für einen wichtigen Teil der Geschichte unseres Landes: Sein Großvater kam als sogenannter Gastarbeiter ins Ruhrgebiet und arbeitete unter Tage. Zwei Generationen später wurde sein Enkel Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Aus den Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern von damals sind Nordrhein-Westfälinnen und Nordrhein-Westfalen geworden. Ihre Kinder und Enkel sind heute selbstverständlicher Teil unseres Landes. İlkay Gündoğan macht sichtbar, was aus dieser gemeinsamen Geschichte gewachsen ist. Er übernimmt Verantwortung für unsere Gesellschaft und nutzt seine Bekanntheit, um seine Stimme gegen Hass, Ausgrenzung und Rassismus zu erheben und für ein friedliches Miteinander einzutreten.

Damit verkörpert er genau jene Werte, für die Mevlüde Genç Zeit ihres Lebens eingetreten ist: Versöhnung, Toleranz und die Überzeugung, dass das Verbindende stärker sein muss als das Trennende.

Es ist mir deshalb eine besondere Freude, ihm die Mevlüde-Genç-Medaille persönlich in der Türkei zu überreichen. Nordrhein-Westfalen und die Türkei verbindet eine gemeinsame Geschichte, die vor allem die Menschen geschrieben haben. Sie alle haben ihren Anteil an der Erfolgsgeschichte unseres Landes – und wir alle zusammen machen Nordrhein-Westfalen aus.“ 

Über İlkay Gündoğan

İlkay Gündoğan wurde am 24. Oktober 1990 in Gelsenkirchen geboren. Sein Großvater war als sogenannter „Gastarbeiter“ ins Ruhrgebiet gekommen und arbeitete unter Tage. Gündoğan wuchs im Ruhrgebiet auf und spielte in der Jugend unter anderem bei Schalke 04, dem SV Hessler 06 und dem VfL Bochum. Als Profi spielte er für Borussia Dortmund, den FC Barcelona und Manchester City. Seit 2025 steht er bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag. In den Jahren 2023 und 2024 war Gündoğan als erster Spieler mit Migrationsgeschichte Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, die er bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland anführte. Im Sommer 2024 beendete er nach 82 Länderspielen seine Karriere in der DFB-Elf.

İlkay Gündoğan hat sich immer wieder für Toleranz und Zusammenhalt ausgesprochen, sowohl auf dem Fußballplatz als auch außerhalb. Der Profisportler nutzt seine Bekanntheit, um auf soziale und gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen – und setzt sich für ein friedliches Miteinander ein. Wiederholt hat er sich klar gegen Fremdenhass positioniert und verschiedene Kampagnen und Initiativen gegen Rassismus unterstützt.

Er engagiert sich zudem in verschiedenen sozialen Projekten, unterstützt beispielsweise die Flüchtlingshilfe, Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche sowie zahlreiche Initiativen, die den interkulturellen Austausch fördern. Er war unter anderem Pate der Bundesliga-Stiftung für Integrationsprojekte, versteigerte Fanpakete zugunsten der Opfer der Hochwasserkatastrophe in Deutschland sowie der zeitgleichen Waldbrände in der Türkei oder spendete Dankeschön-Pakete für Pflegepersonal während der Corona-Pandemie.

Über die Mevlüde-Genç-Medaille

Die Landesregierung des Landes Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2018 die Mevlüde-Genç-Medaille gestiftet. Sie wird an Einzelpersönlichkeiten und/oder Gruppen verliehen, die sich für Verständigung und Toleranz einsetzen und so zu einem friedlichen Miteinander in unserer Gesellschaft beitragen. Die Verleihung erinnert an die Nacht des 29. Mai 1993, in der vier Jugendliche Brandsätze in das Haus der Familie Genç warfen. Mevlüde und Durmuş Genç verloren zwei Töchter, zwei Enkelkinder und eine Nichte, 17 Familienmitglieder wurden zum Teil sehr schwer verletzt und leiden noch heute an den Folgen. Die Verleihung der Mevlüde-Genç-Medaille soll die vorbildliche Haltung von Mevlüde Genç in Erinnerung halten und damit zugleich diejenigen würdigen, die sich wie sie um Versöhnung, Toleranz und den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt verdient gemacht haben. Die Verleihung erfolgt jährlich durch den Ministerpräsidenten. Zuletzt wurde Pfarrer Franz Meurer für sein Engagement im interreligiösen Dialog mit der Mevlüde-Genç-Medaille ausgezeichnet. Im Jahr 2024 hatte die Zeitzeugin und Holocaust-Überlebende Margot Friedländer die Auszeichnung erhalten.

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