Ministerin Ina Scharrenbach: Heimatförderung kommt an

In 800 Tagen mit über 80 Millionen Euro Ehrenamt und Gemeinschaft in Nordrhein-Westfalen gestärkt

3. Dezember 2021
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung

Erstmals in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen wurde 2017 ein Ministerium für Heimat geschaffen, um das vielfältige, vor allem ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürger für ihre Heimat und in den Städten und Gemeinden zu fördern.

Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung

Erstmals in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen wurde 2017 ein Ministerium für Heimat geschaffen, um das vielfältige, vor allem ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürger für ihre Heimat und in den Städten und Gemeinden zu fördern. Anlässlich des Tags des Ehrenamts (05. Dezember 2021) hat Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen heute, 03. Dezember 2021, eine Bilanz der bisherigen Heimatförderung vorgestellt.

„Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für unsere Heimat in Nordrhein-Westfalen lebt mehr denn je. Heimat verbindet – genau das hat die Heimatförderung mit ihren Angeboten eindrucksvoll offenbart und nach Kräften unterstützt. Sie kommt bei den Menschen an. In den ersten rund 800 Arbeitstagen der Heimatförderung konnten mit mehr als 80 Millionen Euro mehr als 4.700 Heimat-Projekte ermöglicht werden. Seit dem Start der Heimatförderung werden im Durchschnitt an jedem Werktag sechs Heimat-Projekte gefördert. Die Angebote der Heimatförderung stoßen sowohl in unseren Städten, als auch in unseren Dörfern und Gemeinden auf regen Zuspruch. Damit ist die Heimatförderung ein echtes Erfolgsmodell“, erklärt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.

„Ziel der Förderung ist es, Menschen für lokale und regionale Besonderheiten zu begeistern, die positiv gelebte Vielfalt in Nordrhein-Westfalen deutlich sichtbar zu machen und den Gemeinsinn zu stärken“, so Ministerin Scharrenbach.

„Wir fördern Heimat in Respekt vor ihrer Vielfalt. Dabei zieht sich die Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements wie ein roter Faden durch die Angebote für die Aktiven vor Ort. Die Herzkammer unserer Förderung ist das landeseigene Programm ,Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet´ mit seinen fünf Förderelementen Heimat-Scheck, Heimat-Preis, Heimat-Fonds, Heimat-Werkstatt und Heimat-Zeugnis. Mit den weiteren ergänzenden Angeboten der Heimat-Förderung treffen wir zielgerichtet den Bedarf und die Anforderungen all derer, die sich tagtäglich ehrenamtlich für den Erhalt, die Gestaltung und die Weiterentwicklung ihrer Heimat vor Ort engagieren. Die Heimat-Förderung wird als neues Angebot geschätzt und trotz Pandemie weiterhin stabil in Anspruch genommen. In Zeiten, in denen uns scheinbar vieles trennt, brauchen wir in Nordrhein-Westfalen deshalb in den kommenden Jahren weiterhin eine Heimatförderung und ein Heimatministerium. Es hat sich gezeigt, dass es einen großen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leistet. Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern weitergehen“, sagt Ministerin Scharrenbach.

Welchen Beitrag die Heimatförderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten kann, zeigt beispielsweise einer der Gewinner des Landes-Heimat-Preises 2020, der Verein „Flüchtlingshilfe Alpen e. V./ HOME-Alpenmusik“ aus Alpen. Der Verein erhielt auch einen Heimat-Scheck als Förderung. Mitinitiatorin Judy Bailey: „HOME. Alpenmusik ist die hörbare Antwort des niederrheinischen Dorfes Alpen auf die Frage: Was passiert, wenn ein Dorf Musik macht? 253 Menschen haben in dem Musikprojekt zusammengefunden und zwar im Alter von sieben bis 84 Jahren, aus 14 Nationen, inklusive Bürgermeister und Pfarrerin, sowohl Alteingesessene als auch Neuzugezogene. Entstanden sind unerwartete Freundschaften und neue Heimatlieder, ein besseres Verständnis für Nachbarinnen und Nachbarn sowie unvergessliche Auftritte ZuFrieden, ZuFlucht und ZuHause.“

Dass Heimat grenzenlos sein kann, beweist das deutsch-niederländische Projekt „Heimat und Zukunft gestalten an der Grenze: nebeneinander und gemeinsam, denn Heimat kennt keine Grenzen“ in den Grenzorten Suderwick (D) und Dinxperlo (NL). In ihm haben Menschen dies- und jenseits der Grenze eine Vielzahl gemeinsamer Vorhaben initiiert, um Lebensqualität und Wohlbefinden für alle Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu verbessern. Dafür gab es den Landes-Heimat-Preis 2020. Freek Diersen, Ratsmitglied der „Gemeente Aalten“ (NL) und Heimataktiver vor Ort, erklärt: „Durch unsere Projekte kann Jeder und Jede - egal ob im niederländischen oder im nordrhein-westfälischen Teil des Landes - die Schönheit und Tradition der Orte genießen. Die gesteigerte Attraktivität von Orten und Plätzen ist deutlich spürbar und: Sie bringt Leute zusammen - grenzüberschreitend!“ Die hinter dem Projekt stehende, grenzüberschreitende Bürgerinitiative „Dinxperwick“ hat auch von zwei Heimat-Schecks profitiert, die für einzelne Projekte der Initiative bewilligt wurden. Dazu erklärt Werner Brand, 1. Vorsitzender der Bürgerinitiative: „Die Auszahlung der Zuschüsse unmittelbar nach Bewilligung ist für finanzschwache Vereine sehr unterstützend, weil keine Vorfinanzierung benötigt wird. Durch die Förderung bekommen die Vereine ein Gefühl der Wertschätzung ihrer Freiwilligenarbeit durch die Landesregierung.“

Auch die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen profitieren von der Heimatförderung. Dies macht etwa das Projekt „365 Tage Heimat“ aus Balve deutlich, das mit dem Heimat-Fonds gefördert wurde. Hubertus Mühling, Bürgermeister der Stadt Balve: „Das Balver Heimatprojekt ,365 Tage Heimat´ hat zu einer Steigerung der Identität der Bevölkerung mit der Stadt geführt. Vor allem der aufgelegte Heimatkalender mit Menschen aus unserer Stadt und ihren Erklärungen zu dem Begriff ,Heimat´ hat dazu wesentlich beigetragen. Das Projekt hat dazu geführt, dass sich die Menschen wieder stärker ihrer Heimat zugewandt und sich der Frage , was ,Heimat‘ – für sie bedeutet beschäftigt haben.

Beispiel für ein Projekt, bei dem Bürgerinnen und Bürger gemeinsam Heimat in ihrer Stadt und für ihre Stadt gestalten, ist die Initiative „Bottrop im Detail“. Sie wurde mit dem Instrument der Heimat-Werkstatt gefördert. Oberbürgermeister Bernd Tischler berichtet: „Ein besonders identitätsstiftendes Projekt führte das Kulturamt der Stadt Bottrop im Jahr des hundertsten Stadtjubiläums 2019 mit Unterstützung der Heimat-Förderung durch: Bottrop im Detail – ein Bildprojekt von und mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt lud die Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner dazu ein, ihr persönliches Stück Bottrop in Nahaufnahme fotografisch festzuhalten. Diese Sicht ,durch die Lupe‘ schuf ein neues Bild des Altbekannten und gab eine sehr individuelle Antwort auf die Frage: Was macht Bottrop aus?“

Damit durch die Corona-Lage kein Verein in existenzbedrohliche finanzielle Schieflagen gerät, wurde zudem das Sonderprogramm „Heimat gestalten, Brauchtum pflegen, Werte vermitteln und Gemeinschaft bilden“ aufgelegt. Vereine oder Organisationen, denen aufgrund der Pandemie die Mittel zur Finanzierung laufender Kosten fehlten, konnten bis zum 31. Juli 2021 einen einmaligen Zuschuss in Höhe von bis zu 15.000 Euro beantragen.

Getragen von der Idee, die Vereine dabei zu unterstützen, ihren früheren Schwung neu zu erlangen, wurde mit dem Sonderprogramm „Neustart miteinander“ die zwischenmenschliche Begegnung gezielt in den Fokus gerückt. Im Rahmen von „Neustart miteinander“ (mit einem Gesamtvolumen von 54 Mio. Euro) werden seit diesem Jahr Veranstaltungen gefördert, die dazu beitragen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Gemeinwesen vor Ort zu stärken. Mit der Zuwendung sollen die Vereine (es gibt rund 120.000 eingetragene Vereine in Nordrhein-Westfalen) bei der Vorfinanzierung von Veranstaltungen unterstützt werden. Eingetragene Vereine können seit 19. Juli 2021 online einmalig zwischen 500 und 5.000 Euro als Zuschuss für eine öffentliche Veranstaltung beantragen. Das Angebot steht bis weit ins kommende Jahr zur Verfügung (Antragfrist endet am 31. Mai 2022).

Weitere Informationen zur Heimatförderung finden Sie hier.

Hintergrund:

Das Heimat-Förderprogramm Nordrhein-Westfalen in Zahlen

 

Anträge

Bewilligt

Abgelehnt

Fördervolumen

Scheck

5741

3770

1895

7.540.000,00 €

Preis

624

623

1

3.615.000,00 €

Fonds

148

115

33

2.175.937,21 €

Werkstatt

136

95

41

8.516.740,67 €

Zeugnis

220

137

83

62.064.840,65 €

Gesamt

6869

4740

2053

83.912.518,53 €

 

Das Programm: „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. – Wir fördern was Menschen verbindet“ und seine fünf Förderelemente im Überblick:

Heimat-Scheck: Der Heimat-Scheck hat sich als „Renner“ der Heimat-Förderung erwiesen. Mit 2.000 Euro pro Scheck ist er der Möglichmacher für gute Ideen, die ohne Unterstützung nicht verwirklicht werden könnten. Bislang sind mit mehr als 3.700 Heimat-Schecks lokale Ideen unterstützt worden.

Heimat-Preis: Sichtbarmachung heimatlichen Engagements, Wertschätzung für den Einsatz der Ehrenamtlichen vor Ort und Verbreitung guter Ideen zur Gestaltung von Heimat vor Ort – das sind die Ziele des neuen Angebots Heimat-Preis. Mehr als 260 Kommunen haben seit seinem Start den Heimat-Preis ausgelobt. Die Preisgelder (5.000 Euro für kreisangehörige Kommunen, 10.000 für Kreise und 15.000 Euro für Großstädte) kamen aus der Heimatförderung des Landes. Aus den lokalen Preisträgerinnen und Preisträgern ermittelt eine Jury die Landes-Heimat-Preise.

Heimat-Zeugnis: Mit ihm können größere, oft mehrjährige Investitionen unterstützt werden, um z. B. ein historisches Gebäude zu sanieren und als Zeugnis der Heimat sichtbar und erlebbar zu machen (Förderung ab ca. 100.000 Euro pro Projekt). 137 Anträge auf Heimat-Zeugnis wurden bisher positiv beschieden.

Heimat-Fonds: Für jeden Euro, den die Kommune und Zivilgesellschaft gemeinsam vor Ort bereitstellen, gibt das Land einen Euro dazu. Bis zu einem Betrag von maximal 80.000 Euro für Heimatprojekte vor Ort. 115 Heimat-Fonds sind bisher bewilligt worden.

Heimat-Werkstatt: Mit ihr werden Projekte gefördert, in denen sich Bürgerinnen und Bürger gemeinsam intensiv mit der Frage auseinandersetzen „Was bedeutet Heimat eigentlich für uns vor Ort“. Das Ergebnis wird anschließend praktisch umgesetzt – oft als ein Kunstprojekt, aber nicht nur. Auch andere Formen sind denkbar. Bisher wurden 95 Anträge auf Heimat-Werkstatt positiv beschieden.

Kinder und Jugendliche für Heimat begeistern – Ministerium hat zusätzlich die Heimatbox geschaffen:

Seit Oktober 2021 ist die Heimat-Box „Entdecke, was Dich umgibt – 100 Möglichkeiten der Spurensuche“ zu beziehen. Auf 59 Themenkarten gibt sie eine Fülle praktischer Tipps und Impulse zur Heimatentdeckung mit Kindern und Jugendlichen. Die Box und richtet sich speziell an jene, die mit dem Vereinsnachwuchs arbeiten und ist online hier abrufbar oder als Paket hier bestellbar. Sie wurde allen Schulen des Landes zur Verfügung gestellt.

 

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