Mehr Strom aus Windenergie für Nordrhein-Westfalen: Neue leistungsstarke Windenergieanlagen am Tagebau Garzweiler gehen ans Netz
Minister Krischer nimmt rund 250 Meter hohe Windenergieanlagen im Kreis Heinsberg in Betrieb / Rheinisches Revier wird zur Region der erneuerbaren Energien
Wo jahrzehntelang Braunkohle für die Stromversorgung gefördert wurde, erzeugen jetzt Windenergieanlagen Strom. Am Rand des Tagebaus Garzweiler II hat Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer am Dienstag, 20. Oktober 2026, zwei neue Windenergieanlagen im Windpark Erkelenz-Holzweiler offiziell in Betrieb genommen.
Wo jahrzehntelang Braunkohle für die Stromversorgung gefördert wurde, erzeugen jetzt Windenergieanlagen Strom. Am Rand des Tagebaus Garzweiler II hat Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer am Dienstag, 20. Oktober 2026, zwei neue Windenergieanlagen im Windpark Erkelenz-Holzweiler offiziell in Betrieb genommen. Mit jeweils einer Gesamthöhe von rund 250 Metern und einer Leistung von je 7,2 Megawatt sind es die höchsten Windenergieanlagen im Kreis Heinsberg. Zusammen reicht der Strom für rund 9.900 Haushalte. Den Strom speisen sie ins regionale Netz der NEW Niederrhein ein.
„Über Jahrzehnte hat die Braunkohle diese Landschaft und das Leben der Menschen hier geprägt. Jetzt entsteht am selben Ort sauberer Strom aus Windenergie. Die Windenergieanlagen in Holzweiler zeigen: Das Rheinische Revier bleibt eine Energieregion – künftig mit Wind und Sonne“, sagt Minister Oliver Krischer.
Vom Tagebau zur Energiewende
Das Rheinischen Revier erreicht sein Ziel beim Ausbau Erneuerbarer Energie voraussichtlich deutlich schneller als geplant. Schon Anfang 2027 könnte die im Gigawattpakt bis 2028 vorgesehene Leistung von fünf Gigawatt in Betrieb sein. Aktuell sind in der Region bereits 4,6 Gigawatt an Erneuerbaren Energien realisiert, davon alleine zwei Gigawatt Windenergie. Mit dem Ausbau wächst auch das Stromnetz. Das Umspannwerk Glimbach in Linnich ist bereits in Betrieb, ein weiteres in Katzem bei Erkelenz soll Mitte 2027 folgen.
Nach dem Willen der Landesregierung sollen auch die Menschen in der Region vom Ausbau profitieren. Mit dem Bürgerenergiegesetz und dem Bürgerenergiefonds stärkt das Land die Bürgerenergie, das heißt die finanzielle Teilhabe der Menschen vor Ort. Rund um Holzweiler gibt es dafür eine Bürgerenergiegenossenschaft, außerdem sind Nachrangdarlehen möglich. Beteiligen können sich Bürgerinnen und Bürger aus Erkelenz, Hückelhoven, Linnich und Titz.
Genehmigungen deutlich schneller
Damit neue Windenergieanlagen schneller ans Netz gehen, hat das Land die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt. Das Umweltministerium, das für die immissionsschutzrechtlichen Genehmigung der Windenergieanlagen zuständig ist, hat die Abläufe optimiert, standardisiert und die Anträge digitalisiert. In den Regional-Initiativen Wind beraten und unterstützen die Koordinierungsstellen in den Bezirksregierungen die Genehmigungsbehörden vor Ort. 2023 dauerte ein immissionsschutzrechtliches Genehmigungs-Verfahren im Schnitt noch 14 Monate, im zweiten Quartal 2026 waren es 8,4 Monate. 2025 haben die Behörden in Nordrhein-Westfalen 975 Windenergieanlagen mit zusammen rund 6.100 Megawatt genehmigt – mehr als in jedem anderen Bundesland. Bis Anfang September 2026 kamen 339 weitere Windenergieanlagen hinzu.
Windenergie in Nordrhein-Westfalen wächst
Die Landesregierung will in dieser Legislaturperiode im Rahmen einer Ausbauoffensive die Voraussetzungen für 1.000 zusätzliche Windenergieanlagen schaffen. Seit Mitte 2022 sind 745 neue Windenergieanlagen ans Netz gegangen, Genehmigungen für eine baldige Inbetriebnahme von rund 800 weiteren Anlagen liegen vor. Insgesamt drehen sich im Land inzwischen rund 4.100 Windenergieanlagen mit zusammen 9,7 Gigawatt Leistung (Stand: 1. September 2026). Damit genug Platz für neue Windenergieanlagen bereitsteht, hat das Land bereits 2026 als erstes Bundesland in allen Planungsregionen Flächen für die Windenergie ausgewiesen und damit die Vorgaben des Bundes deutlich vor der gesetzlichen Frist im Jahr 2032 vorzeitig erfüllt.
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