Landesweite Arbeitsmarktkonferenzen: Minister Laumann im Vor-Ort-Austausch über den Arbeitsmarkt in Südwestfalen

Fünfte Arbeitsmarktkonferenz in Lüdenscheid

5. November 2026
Karl-Josef Laumann

Im Rahmen seiner landesweiten Arbeitsmarktkonferenzen kommt Arbeitsminister Karl-Josef Laumann in Lüdenscheid mit Unternehmen, Sozialpartnern und weiteren Arbeitsmarktakteurinnen und -akteuren aus Südwestfalen zusammen. Im Mittelpunkt der fünften Arbeitsmarktkonferenz stehen die Auswirkungen des industriellen Strukturwandels auf Beschäftigung und Fachkräftebedarf.

Arbeit, Gesundheit und Soziales

Im Rahmen seiner landesweiten Arbeitsmarktkonferenzen kommt Arbeitsminister Karl-Josef Laumann am Donnerstag, 5. November 2026, in Lüdenscheid mit Unternehmen, Sozialpartnern und weiteren Arbeitsmarktakteurinnen und -akteuren aus Südwestfalen zusammen. Im Mittelpunkt der fünften Arbeitsmarktkonferenz stehen die Auswirkungen des industriellen Strukturwandels auf Beschäftigung und Fachkräftebedarf. 

„Südwestfalen ist eine starke Industrieregion mit vielen mittelständischen Unternehmen, die seit Generationen für gute Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stärke stehen. Gleichzeitig stehen gerade die Automobilzulieferindustrie, der Maschinenbau und die Metallverarbeitung unter erheblichem Veränderungsdruck. Digitalisierung, neue Technologien und die Transformation der Automobilindustrie verändern die Anforderungen an die Beschäftigten. Unser Ziel muss sein, die Menschen bei diesem Wandel mitzunehmen, ihre beruflichen Perspektiven zu sichern und Fachkräfte möglichst in der Region zu halten. Dafür müssen wir frühzeitig wissen, welche Qualifikationen künftig gebraucht werden und wie wir Unternehmen und Beschäftigte im Wandel unterstützen können“, so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.

Südwestfalen gehört zu den am stärksten industriell geprägten Regionen Nordrhein-Westfalens. Der Anteil der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe liegt mit rund 36 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt, Automobilzulieferindustrie, Metall- und Maschinenbau sowie Elektrotechnik dominieren die regionale Wirtschaft. In einigen Kreisen der Region nimmt die Arbeitslosigkeit zu und der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sinkt, gleichzeitig gibt es Nachfrage nach Fachkräften, sodass die Sicherung qualifizierter Arbeitskräfte und die Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen zentrale Herausforderungen bleiben, auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Alterung in der Beschäftigungsstruktur.

„Wir erleben, dass auf der einen Seite industrielle Arbeitsplätze unter Druck geraten, während Unternehmen auf der anderen Seite weiterhin qualifizierte Fachkräfte benötigen. Deshalb müssen wir stärker darauf schauen, wie Beschäftigte durch Weiterbildung neue Perspektiven erhalten können – möglichst bevor Arbeitslosigkeit entsteht. Dafür brauchen wir einen engen Austausch zwischen Unternehmen, Arbeitsverwaltung und den regionalen Partnern“, so Laumann weiter.

Dirk Strangfeld, Geschäftsführer Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit: „Südwestfalen gehört zu den wichtigsten Industrieregionen in Nordrhein-Westfalen und ist gleichzeitig stark vom Wandel der Arbeitswelt geprägt. Unternehmen entwickeln daher ihre Geschäftsmodelle neu und passen Prozesse und Strukturen an. Für die Beschäftigten ergeben sich somit neue Kompetenzanforderungen. Die Unternehmen erwarten von ihnen, dass sie ihre Kompetenzen erweitern und so Veränderungen aktiv mitgestalten. Durch diese unternehmens- und beschäftigtenbezogene Transformation gewinnt das lebenslange Lernen und damit die berufliche Aus- und Weiterbildung noch mehr an Bedeutung. Als Arbeitsagentur können wir Unternehmen, Beschäftigte, Arbeitsuchende sowie die jungen Menschen bei ihrem Eintritt in das Berufsleben gezielt beraten und unterstützen. Der heutige Austausch mit den Arbeitgebenden liefert uns weitere wertvolle Informationen darüber, wie Ausbildungs- und Qualifizierungsinhalte in der Zukunft aussehen könnten und wie wir gemeinsam die Angebote in der Region noch besser an den Bedürfnissen der Unternehmen und der Menschen in Südwestfalen ausrichten können.“

Özgür Gökce und Christian Lepping, Geschäftsführer Arbeitgeberverbände in der Märkischen Region: „Die starke Metall- und Elektroindustrie in der Märkischen Region ist von der aktuellen Wirtschaftskrise getroffen, insbesondere die Automobilzulieferindustrie. Gleichzeitig steht der demografische Wandel in den Betrieben erst am Anfang. Wir brauchen daher jetzt Innovationen und einen Turbo für digitale Strategien. Die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte ist eine zentrale Voraussetzung für die digitale Transformation. Unbürokratischere Prozesse würden die Akzeptanz für die Anwerbung ausländischer Fachkräfte erhöhen. Vor allem wünschen wir uns jedoch eine Stärkung der KI-bezogenen Aus- und Weiterbildung.” 

Fabian Ferber, IG Metall Märkischer Kreis: „Unsere Industrieregion befindet sich in einem Wandel. Einerseits stellen wir fest, dass mehrere Tausend Industriearbeitsplätze verloren gegangen sind. Andererseits melden viele Betriebe offene Stellen, insbesondere im Fachkräftebereich. Wenn wir hier die Lücke nicht geschlossen bekommen, drohen weitere Verlagerungen und Stellenabbau. Wir müssen unsere Industrieregion für die Zukunft fit machen. Dazu gehört es, jede Möglichkeit für Aufstieg und Qualifikation zu nutzen und Chance zu bieten.“

Hintergrundinformationen

Arbeitsminister Laumann besucht im Rahmen seiner Arbeitsmarktkonferenzen sechs Arbeitsmarktregionen Nordrhein-Westfalens. Die gemeinsam mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit organisierten Austauschformate haben das Ziel, mit den Akteuren vor Ort frühzeitig Veränderungen am Arbeitsmarkt zu besprechen und auf diese zu reagieren. Im Mittelpunkt stehen die Themen Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung, Fachkräftesicherung, Beschäftigtentransfer sowie eine bessere Verzahnung bestehender Unterstützungs- und Vermittlungsangebote für arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen. Mit allen Arbeitsmarktkonferenzen will das Ministerium von einer Bestandsaufnahme zu konkreten Verabredungen für den Arbeitsmarkt der jeweiligen Region kommen. Die Konferenzen sind Teil der Fachkräfteoffensive NRW.

Die Arbeitsmarktkonferenz Südwestfalen wurde von der Regionalagentur Märkische Region organisiert.

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