Landeswaldbericht unterstreicht Handlungsbedarf für den Wald in Nordrhein-Westfalen

Gemeinsame Pflanzung eines Waldes von morgen

26. März 2026
phb Wald, Natur, Rothaarsteig

Der private Waldbesitz hat in Nordrhein-Westfalen eine besonders große Bedeutung – für die Pflege des Waldes und bei der Wiederbewaldung der Schadflächen. Rund 63 Prozent der Waldfläche – das sind etwa 600.000 Hektar Wald – werden von mehr als 150.000 Waldbesitzerinnen und -besitzern bewirtschaftet.

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Der private Waldbesitz hat in Nordrhein-Westfalen eine besonders große Bedeutung – für die Pflege des Waldes und bei der Wiederbewaldung der Schadflächen. Rund 63 Prozent der Waldfläche – das sind etwa 600.000 Hektar Wald – werden von mehr als 150.000 Waldbesitzerinnen und -besitzern bewirtschaftet. Dies ist der größte Privatwaldanteil deutschlandweit. Das spiegelt sich auch im jüngst erschienenen Landeswaldbericht wider und der Bericht macht zudem deutlich: Der nachhaltige Einsatz für den Wald darf nicht nachlassen. 

Land und Waldbesitz im engen Austausch

Land und Waldbesitz sind daher im engen Austausch. Deshalb hat Ministerin Silke Gorißen am Donnerstag, 26. März 2026, zum Spaten gegriffen und gemeinsam mit dem Waldbauernverband Nordrhein-Westfalen e.V. und der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Ratingen-Hösel vier verschiedene Laubbaumarten auf einer Schadfläche in Ratingen gepflanzt.

„Die Wiederbewaldung und die Entwicklung klimaangepasster Mischwälder sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Waldschäden aus den vergangenen Jahren, aber auch die Auswirkungen des Klimawandels machen einen konsequenten Umbau des Waldes hin zum klimaresilienten Mischwald nötig. Diese Aufgabe haben wir auf unseren landeseigenen Waldflächen angepackt und wir unterstützen dabei die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer mit Fördermitteln und fachkundiger Beratung“, so die Ministerin.

In Ratingen-Hösel wurden Setzlinge von Traubeneiche, Hainbuche, Esskastanie und Roteiche eingepflanzt – sie gelten als klimaresistent und können gut mit Trockenheit umgehen. Zudem gelten sie als besonders gut geeignet für den Standort im Kreis Mettmann und entsprechen den Empfehlungen des Landes.

Eberhard Freiherr von Wrede, Vorsitzender Waldbauernverband NRW e.V.: „Es gibt immer noch sehr viele Schadflächen, die aufgeforstet und Waldflächen, die klimadynamisch umgebaut werden müssen. Das bedeutet sehr hohe Investitionen und Engagement seitens der Waldbesitzenden. Hierfür bedarf es angesichts der Auswirkungen des Klimawandels kontinuierliche Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen.“

Land gibt rund 15 Millionen Euro zur Wiederbewaldung

Das Land unterstützt die Bemühungen der Waldbesitzenden auch in diesem Jahr mit einer Fördersumme von mehr als 15 Millionen Euro für forstliche Maßnahmen mit dem Schwerpunkt Wiederbewaldung, damit die rund 140.000 Hektar Kahlfläche weiter aufgeforstet werden können. Seit 2019 wurden zur Unterstützung bei der Bewältigung der Waldschäden Mittel in Höhe von mehr als 181 Millionen Euro an die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ausgezahlt. 

Ministerin Silke Gorißen: „Es ist gut und wichtig, dass auch in 2026 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer auf die Unterstützung des Landes zählen können. Deshalb stellen wir Fördermittel in Höhe von mehr als 15 Millionen Euro mit einem Schwerpunkt in der Wiederbewaldung bereit.“

Landeswaldbericht zeigt: Handeln darf nicht nachlassen

Als Grundlage des Handelns dienen Daten, die regelmäßig über den Wald in Nordrhein-Westfalen erhoben werden. Diese wurden im jüngst veröffentlichten Landeswaldbericht zusammengefasst, der alle fünf Jahre von der Landesregierung herausgegeben wird. Durch das Zusammenwirken von Stürmen, Dürren und der Massenvermehrung von Fichtenborkenkäfern sind im Zeitraum 2018 bis 2025 Fichtenbestände auf einer Fläche von insgesamt etwa 140.000 Hektar abgestorben. Aber auch in den verbleibenden Waldbeständen gibt es viel zu tun. Nur ein Drittel der untersuchten Bäume sind gesund und zeigen keine sogenannte Verlichtung der Kronen, also keinen übermäßigen Verlust von Blättern oder Nadeln durch Trockenheit, Insekten oder Schadstoffe. Die Auswirkungen der Klimaveränderung, Insekten und Waldbrände bedrohen die bestehenden Waldbestände. 

Wald von morgen – bunt und strukturreich

Damit stehen die Waldbesitzenden und Försterinnen und Förster vor großen Herausforderungen. Sie müssen Kahlflächen wiederbewalden und den Wald insgesamt an den Klimawandel anpassen. Das gelingt nur über eine Verjüngung der Wälder, die auf strukturreiche Mischbestände aus verschiedenen Baumarten abzielen muss, die möglichst klimaresistent sind. Eine Hilfestellung ist hierbei das Wiederbewaldungskonzept, das 2024 fachlich weiterentwickelt wurde und zusammen mit digitalen Karten zur standörtlichen Eignung von Mischbeständen und Baumarten im Klimawandel über das Internetportal Waldinfo.NRW zur Verfügung steht. Zudem wurden die Beratungsangebote in den Regionalforstämtern zur Wiederbewaldung von Schadflächen im Privatwald gezielt ausgeweitet.

Auf der Schadfläche in Ratingen-Hösel hat sich der Waldbesitzer bewusst für mehrere Baumarten entschieden, die als klimaresistent gelten. Der Vorsitzende der FBG Ratingen-Hösel, Max Freiherr von Fürstenberg: „Uns ist es wichtig, dass diese Bäume Zukunft haben, schließlich geht der Wald an unsere Kinder und Enkelkinder. Deshalb haben wir bewusst mehrere Baumarten ausgewählt, die zu diesem Standort und den klimatischen Verhältnissen passen.“

Der gemeinsame Einsatz des Landes mit dem Waldbesitz zeigt Wirkung: Das Wiederbewaldungsmonitoring der Landesforstverwaltung belegt, dass bereits bis Mitte 2024 auf 46 Prozent der Kalamitätsflächen junge Bäume wuchsen. Betrachtet man die aktiv gepflanzten Baumarten, zeigt sich, dass die Empfehlung, das Baumartenspektrum zu verbreitern und klimastabile Mischbestände zu begründen, in der Regel umgesetzt wurde.

Link zum Landeswaldbericht: https://www.mlv.nrw.de/themen/forstwirtschaft/

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