Land ruft Unternehmen und Verbände zur Beteiligung an neuer Kreislaufwirtschaftsstrategie auf

Eckpunkte vorgelegt – Konsultation startet: Zirkuläres Wirtschaften voranbringen, um Nordrhein-Westfalen zu stärken

15. Januar 2026
PHB Umweltwirtschaft Energie

Ab sofort können sich insbesondere Unternehmen, Verbände, NGOs und Kommunen per Online-Konsultation an der Erstellung der Strategie beteiligen.

Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie
Umwelt, Naturschutz und Verkehr

Ressourcen schonen, Abfälle vermeiden und Lieferketten widerstandsfähiger machen: Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft gewinnt für Nordrhein-Westfalen zunehmend an Bedeutung. Das Wirtschafts- und das Umweltministerium haben nun Eckpunkte einer „Circular Economy Strategie“ vorgelegt. Damit schafft die Landesregierung eine wichtige Grundlage, um die Kreislaufwirtschaft zum Innovationsmotor für neue Produkte, Geschäftsmodelle und Wertschöpfung zu machen und so die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen zu stärken. Ab sofort können sich insbesondere Unternehmen, Verbände, NGOs und Kommunen per Online-Konsultation an der Erstellung der Strategie beteiligen. 

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „In Nordrhein-Westfalen ist die Circular Economy Realität. Mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie stärken wir Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz, machen uns unabhängiger von teuren Rohstoffimporten und ermöglichen neue Wertschöpfung. Schon heute sichert die Kreislaufwirtschaft mehr als 240.000 innovative Jobs in Nordrhein-Westfalen – mit steigender Tendenz. Gerade für Unternehmen in Bereichen wie Chemie, Baustoffe und Metall bieten zirkuläre Geschäftsmodelle echte Zukunftschancen, die wir gemeinsam in NRW nutzen wollen.“

Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer: „Mit diesem Schritt schaffen wir auf Landesebene einen Rahmen für den Wandel hin zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Wirtschaft. So entstehen zirkuläre Produkte und innovative Geschäftsmodelle. Wir denken vermeintliche Gegensätze zusammen, damit sie sich gegenseitig verstärken: Wirtschaftlicher Erfolg und Umwelt- und Klimaschutz ermöglichen gemeinsam neue Lösungen.“

Der verstärkte Einsatz von Sekundärrohstoffen trägt dazu bei, Stoffkreisläufe zu schließen. So können Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen reduziert werden – etwa bei Silizium in der Chemieindustrie oder Vanadium für die Batterieproduktion. Gleichzeitig senkt eine zirkuläre Wirtschaftsweise den Ressourcenverbrauch und leistet einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Fest steht: Ohne funktionierende Kreisläufe ist das Ziel einer klimaneutralen Industrieregion Nordrhein-Westfalen nicht erreichbar. Deshalb will die Landesregierung Nordrhein-Westfalen zu einem führenden Standort und zu einer Drehscheibe der Circular Economy in Europa machen.

Das ist die neue „Circular Economy Strategie“ des Landes

Kern der neuen Kreislaufwirtschaftsstrategie sind klare Instrumente und Themenschwerpunkte. Anhand von 14 Eckpunkten legt die Landesregierung erstmals ihre Vorstellungen für die strategische Ausrichtung der Circular Economy in Nordrhein-Westfalen vor. Die Strategie greift Schwerpunktthemen auf, die für den Industriestandort Nordrhein-Westfalen besonders relevant sind. Dazu zählen ein verlässlicher regulatorischer Rahmen, gezielte Förderung und Finanzierung, der Ausbau von Netzwerken und Partnerschaften, eine stärkere Ausrichtung der öffentlichen Beschaffung auf zirkuläre Lösungen sowie konkrete Unterstützungsangebote für Unternehmen. Inhaltlich stehen unter anderem die chemische Industrie, Kunststoffe, zirkuläres Bauen, Technologiebranchen wie Maschinenbau und Elektrogeräte, Circular Cities sowie die Sekundärrohstoffwirtschaft im Fokus.

Strategie formuliert Schwerpunkte des Landes

Die Strategie ist darauf ausgelegt, die EU- und Bundesstrategien um die besonderen Voraussetzungen und Schwerpunkte des Landes Nordrhein-Westfalen zu ergänzen. Dazu legen die beiden Ministerien neben den Eckpunkten auch zwei Beispielkapitel vor, die einen Eindruck über Ausrichtung, inhaltliche Tiefe und Struktur der Strategie vermitteln sollen.

Wie die Kreislaufwirtschaft in Nordrhein-Westfalen bereits gelebt wird, zeigen Förderprogramme wie „Zirkuläre Produktion“, „CircularCities“ oder Kooperationen und thematische Netzwerke. Es werden Unternehmen gefördert, die die Entwicklung von kreislauforientierten Prototypen für Maschinen, Produkte und Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette der industriellen Produktion vorantreiben. Auch Kommunen, die zirkuläre Prinzipien in Stadtplanung, Abfallwirtschaft, beim Ausbau von Wertstoffhöfen oder in der Entwicklung neuer Gewerbegebiete umsetzen, erhalten Unterstützung. International stärkt Nordrhein-Westfalen seine Rolle durch enge Kooperationen. Mit Flandern und den Niederlanden wurde im November 2025 eine Vereinbarung unterzeichnet, die den Wissensaustausch, gemeinsame Initiativen und eine abgestimmte Interessenvertretung gegenüber der Europäischen Union vorsieht. Gemeinsame Arbeitsgruppen in den Bereichen Chemie, Batterien und Bauen treiben die grenzüberschreitende Kreislaufwirtschaft voran.

Ein zentraler Baustein ist auch die neue Leitstelle Circular Economy bei NRW.Energy4Climate, die seit September 2025 aktiv ist. Sie vernetzt die Akteure in Nordrhein-Westfalen, identifiziert neue Partner, stärkt die strategische Kommunikation und fungiert als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Regionen und Landespolitik. Damit schafft sie die Grundlage für einen breiten Dialog – der nun mit der Beteiligung von Unternehmen und Verbänden vertieft wird.

Akteurinnen und Akteure der Circular Economy können sich bis zum 15. Februar 2026 zu den 14 Eckpunkten der Strategie auf dem Landesportal „Beteiligung NRW“ einbringen. Die Ergebnisse der Konsultation fließen in die weitere Ausarbeitung der Kreislaufwirtschaftsstrategie ein, die im 1. Halbjahr 2026 vom Kabinett verabschiedet werden soll.

Weitere Informationen

Link zur Online-Konsultation: https://beteiligung.nrw.de/portal/wirtschaft_nrw/beteiligung/themen/1019591?zugangscode=Fbg9bwae

Link zur Studie: „Mit Potenzial: Wertschöpfung und Beschäftigung von Unternehmen der Kreislaufwirtschaft“

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