Länderübergreifende Vereinbarung: Eifelstrecke Köln – Trier soll ausgebaut werden

Mehr Kapazität durch zweigleisigen Ausbau

11. März 2026
ICE-Zug

Die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie weitere Partner wollen die Kapazität der Eifelstrecke zwischen Köln und Trier deutlich erhöhen. Sie unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärung zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs zwischen Deutschland, Luxemburg und der Saarregion.

Verkehr

Die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie weitere Partner wollen die Kapazität der Eifelstrecke zwischen Köln und Trier deutlich erhöhen. Sie unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärung zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs zwischen Deutschland, Luxemburg und der Saarregion. Ziel ist es, die Städte Köln, Trier, Luxemburg und Saarbrücken künftig besser miteinander zu verknüpfen. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen und bis 2035 abgeschlossen werden.

Die rund 160 Kilometer lange Eifelstrecke war bei der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 in großen Teilen zerstört worden. Bund und Länder nutzten den Wiederaufbau, um die Strecke umfassend zu modernisieren. Neben hochwasserresilienten Ingenieurbauwerken und moderner digitaler Signaltechnik wird die Strecke zurzeit vollständig elektrifiziert. Diese Arbeiten sollen bis Dezember 2028 abgeschlossen sein. Damit gewinnt die Strecke auch für den bundesweiten Deutschlandtakt an Bedeutung. Der Deutschlandtakt ist ein bundesweit abgestimmter Fahrplan für den Schienenverkehr, bei dem Züge in regelmäßigen Takten verkehren und in zentralen Bahnhöfen zeitlich aufeinander abgestimmt ankommen und abfahren, sodass Reisende schneller und mit kurzen Umsteigezeiten ihr Ziel erreichen.

Perspektive: Mehr Kapazität bis 2035

Unterzeichnet wurde die Erklärung zur Verbesserung des Takts nun vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Nordrhein-Westfalen, dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz des Saarlandes, dem Mobilitätsministerium des Großherzogtums Luxemburg sowie den Aufgabenträger-Organisationen go.Rheinland und Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord. Die Unterzeichner bekräftigen ihr gemeinsames Interesse an einem bedarfsgerechten zweigleisigen Ausbau der Strecke – mit Ausnahme der Tunnelabschnitte in Rheinland-Pfalz. Ergänzende Maßnahmen sollen die Leistungsfähigkeit der Verbindung weiter erhöhen.

„Nordrhein-Westfalen stärkt die Eifelstrecke und ermöglicht eine höhere Taktung auf der Verbindung nach Trier, Saarbrücken und Luxemburg. Mit der laufenden Elektrifizierung bereiten wir den Weg, dass künftig ein Deutschlandtakt über Landesgrenzen hinweg zuverlässig funktionieren kann. Ein attraktives Bahnangebot darf weder an Landes- noch an Staatsgrenzen enden. Wir legen mit dieser Vereinbarung den Grundstein, um die Schiene endlich durchgängig und leistungsfähig zu machen“, erklärt Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr in Nordrhein-Westfalen.

Der Zielfahrplan sieht zwischen Köln und Trier einen stündlichen schnellen Regionalexpress mit einer Reisezeit von unter zwei Stunden und 20 Minuten vor. Die Züge sollen in beiden Städten in die jeweiligen Taktknoten des Deutschlandtakts eingebunden werden. In Trier ist eine Verknüpfung mit Verbindungen nach Luxemburg und Saarbrücken vorgesehen. Damit würde Luxemburg künftig direkt oder mit einmaligem Umsteigen stündlich schnell mit Köln verbunden. Auch die Gemeinden entlang der Unteren Saar von Konz bis Saarbrücken erhielten eine attraktive Verbindung in Richtung Köln.

Von der schnelleren und dichteren Verbindung würden auch die Regionen rund um Trier, die Vulkaneifel sowie Städte wie Bitburg und Gerolstein profitieren. Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Wirtschaft hatten in Gesprächen wiederholt bessere Schienenverbindungen gefordert, um die Standortqualität und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken.

Ergänzende Maßnahmen im Raum Köln

Parallel dazu wird im Raum Köln die neue S-Bahn-Konzeption weiterverfolgt, die sich auch auf die Eifelstrecke bis Euskirchen/Kall erstrecken soll. Nördlich von Kall ist die Strecke bereits zweigleisig. Zwischen Hürth-Kalscheuren und Kall sind vor allem zusätzliche Weichenverbindungen, der Anschluss an das geplante Überwerfungsbauwerk Kalscheuren sowie die Ortsumfahrung Hürth-Fischenich erforderlich, um Personen- und Güterverkehr besser zu entflechten. Die Maßnahmen sollen zudem die Leistungsfähigkeit erhöhen und zu dem verbesserten Angebot zwischen Köln, Trier, Saarbrücken und Luxemburg beitragen.

Die Unterzeichner setzen sich dafür ein, die Infrastrukturmaßnahmen über Mittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes des Bundes zu finanzieren. Die Finanzierung der zusätzlichen Verkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr erfolgt über die Regionalisierungsmittel, die den Ländern und Aufgabenträgern zur Verfügung stehen.

 

Kontakt

Pressekontakt

Verkehr

Telefon: 0211 3843- 1043
E-Mail: presse [at] vm.nrw.de

Bürgeranfragen

Verkehr

Telefon: 0211 3843-0
E-Mail: nrwdirekt [at] nrw.de